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Karlsruhe Corona-Situation spitzt sich zu: Karlsruher Klinikum kurz vor Pandemiestufe drei

Noch im Frühjahr blieb Karlsruhe in der ersten Welle von der Corona-Pandemie eher verschont, was Infiziertenzahl und Todesfälle im bundesweiten Vergleich anbelangt. Doch die Situation hat sich inzwischen drastisch verändert.

Denn wie ka-news.de letzte Woche berichtete, ist das städtische Klinikum am personellen Limit. Um die benötigte "eins-zu-eins- Versorgung" der zu beatmenden Patienten zu gewährleisten, muss Personal an anderen Stellen abgezogen werden. Hier "rächt" sich nun der schonende Verlauf im Frühjahr, wie Michael Geißler, medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums auf der Website des Corona-Portals der Stadt Karlsruhe erklärt: "Die niedrige Immunität der Bevölkerung spüren wir nun."

Stufe drei im Normalbetrieb

Deshalb habe der regionale Maximalversorger in der aktuellen zweiten Welle der Virusinfektion die Pandemiestufe drei für den Normalbetrieb ausgerufen, Stufe zwei bei der Intensivversorgung.

Der Pandemieplan sieht insgesamt 67 betreibbare Intensivbetten für COVID-19 vor, davon 22 mit invasiver Beatmung und zehn Reserve-Plätze. Noch am Mittwoch waren acht Intensivbetten belegt. "Ab dem zehnten Intensivpatienten rutschen wir auch hier in Pandemiestufe drei“, erläuterte der Chefarzt.

Bild: Thomas Riedel

Dies würde aber eine massive Unterversorgung der Bevölkerung bedeuten, warnte er gleichzeitig. Derzeit habe das Klinikum etwa 25 bis 30 Prozent seines Normalbetriebs heruntergefahren, um eine separate Covid-Station im nötigen Ausmaß betreiben zu können.

Geißler erneuert Kritik

In der dritten Pandemiestufe gehe es aber um mindestens 50 Prozent. Aus diesem Grund fordert Geißler ein neues Konzept bei der landesweiten Betten-Abfrage über das "Covid-19-Resource-Board". Es gibt seit April in Echtzeit eine Übersicht über die Krankenhauskapazitäten in Baden-Württemberg, indem die Einrichtungen online ihre verfügbaren Intensiv- und Beatmungsplätze melden.

"Nicht abgefragt wird aber die tatsächliche Belastung", kritisierte Geißler. Denn, so erläuterte er, sei man selbstverständlich in der Lage, über Nacht neue COVID-Betten aufzutun. "Dann läuft aber irgendwann sonst nichts mehr." Etwa habe das Klinikum derzeit nur noch 12 von 19 OP-Sälen (Stand Mittwoch) in Betrieb, während andere Häuser weniger ausgelastet seien. In der vergangenen Woche waren noch 15 OP-Säle in Betrieb.

Aktuell drei Stationen nicht in Betrieb

"Das ist auch eine Frage der personellen Ressourcen", bestätigt Susanne Öfner, die als Fachkraft für Intensivpflege und Anästhesie Covid-Patienten betreut. „Man denkt immer, der hat doch nur Corona“, erzählte sie. Aber tatsächlich brauche das Klinikum überproportional viel Personal, um die Versorgung zu stemmen. Beatmete Patienten erhalten eine eins zu eins Betreuung. "Auch uns selbst zu schützen, ist sehr aufwändig".

Öfner berichtete von der umfangreichen Schutzkleidung mit der die Fachkräfte schwere Lungentraumata behandeln. Dennoch habe man seit dem Frühjahr dazu gelernt, resümierte Pflegedirektor Josef Hug. Waren damals noch bis zu zehn Stationen geschlossen, um die Coronapandemie zu stemmen, so seien aktuell durch ein verbessertes Konzept lediglich drei Stationen nicht in Betrieb.

Auf seiner Website gibt das Klinikum einen Überblick über die Corona-Patienten. Aktuell werden insgesamt 40 Patienten behandelt, von denen sich 31 auf der Allgemeinstation befindet. Acht Patienten sind auf der Intensivstation, von diesen müssen fünf aktuell nicht beatmet werden, drei benötigen künstliche Beatmung. Ein Patient ist auf der Pädiatrie (Stand: Donnerstag, 19 November, 11.23 Uhr).

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  •   Kicherente
    (27 Beiträge)

    19.11.2020 21:08 Uhr
    Chronischer Personalmangel
    Das Klinikum hätte schon vor Covid-19 Alarm schlagen müssen. Auch da waren schon viele Bereiche unterbesetzt. Da braucht man sich jetzt nicht zu wundern. Momentan ist ein deutlich geringerer Anteil der Coronapatienten intensivpflichtig als im Frühjahr. Etliche sind schon wieder extubiert.
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  •   likeka
    (565 Beiträge)

    19.11.2020 22:31 Uhr
    Ja, Personalmangel.
    Aber das ist eben nicht alles. In der Schweiz (für gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung in KH bekannt) sind laut der dortigen Gesellschaft für Intensivmedizin ALLE ICU-Betten belegt. Alle.

    Dass auf ICU im Städtischen (wie auch deutschlandweit) seit Jahren Personal fehlt macht es aber -da haben Sie recht- alles schlimmer.

    Während die Infektionszahlen stagnieren, steigen die ICU Auslastung kontinuierlich an.
    Wieviele intensivpflichtige Patienten aus dem SKK bereits verlegt wurden, wäre auch mal ganz schön zu erfahren.
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  •   auchmalsenfdazu
    (3178 Beiträge)

    19.11.2020 14:50 Uhr
    hä ?
    40 Patienten behandelt, von denen sich 31 auf der Allgemeinstation befindet. Acht Patienten sind auf der Intensivstation und müssen aktuell nicht beatmet werden, drei bnötigen künstliche Beatmung. Ein Patient ist auf der Pädiatrie (Stand: Donnerstag, 19 November, 11.23 Uhr).

    31+8 + 3 + 1 = 40 lt. diesem Bericht, finde den Fehler
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  •   RainerBu
    (1246 Beiträge)

    19.11.2020 16:26 Uhr
    auf der Klinikumsseite
    nachlesen , es sind drei von den acht.
    Also bei den Zahlen halte ich alles schon für stark übertrieben.
    Man sollte sich vielmehr auf die Behandlung und Verbesserung derselben konzentrieren.
    In Worten acht auf Intensiv . Von hunderttausenden .
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  •   likeka
    (565 Beiträge)

    19.11.2020 15:30 Uhr
    8 zu 5
    Die Zahl acht scheint falsch.
    Das Klinikum selbst spricht von fünf nicht beatmeten, drei beatmeten und damit insgesamt acht Patienten auf Intensiv.
    Dann würde auch die Rechnung stimmen.
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  •   bingobongo
    (427 Beiträge)

    19.11.2020 14:17 Uhr
    8 + 3 = 11
    8 nicht beatmet
    3 beatmet
    == 11 auf Intensiv

    Ab 10 Pandemiestufe drei auf der Intensiv. Aber angeblich doch nur 8 deshalb nur Stufe 2. Irgendwas im Artikel ist nicht ganz richtig.
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  •   likeka
    (565 Beiträge)

    19.11.2020 14:26 Uhr
    8 auf Intensiv
    Acht Patienten auf Intensiv, davon drei beatmet, fünf nicht beatmet.

    Quelle (täglich aktualisiert)
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  •   bingobongo
    (427 Beiträge)

    19.11.2020 14:27 Uhr
    ich zitiere den Artikel
    "Acht Patienten sind auf der Intensivstation und müssen aktuell nicht beatmet werden, drei bnötigen künstliche Beatmung."

    Also: Etwas stimmt nicht mit dem Artikel.
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  •   redaktion
    (1330 Beiträge)

    19.11.2020 18:01 Uhr
    Hallo lieber Leser,
    da ist uns wohl ein wichtiges Detail abhanden gekommen. Wir entschuldigen uns für den Fehler. Der mittlerweile korrigiert wurde.

    Liebe Grüße
    Die Redaktion
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  •   likeka
    (565 Beiträge)

    19.11.2020 14:50 Uhr
    ja stimmt.
    Der Artikel scheint falsch.
    Ich wollte Ihnen nur die offiziellen Zahlen des Klinikums zeigen zwinkern
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