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Karlsruhe Corona macht Polizisten psychisch zu schaffen - wie geht es den Einsatzkräften aus Karlsruhe?

Aggression, Gewalt, Uneinsichtigkeit. Die Arbeit von Polizeibeamten ist keineswegs eine einfache. Besonders infolge der Corona-Pandemie. Denn: Medienberichten zufolge soll vor allem eine zunehmende Gewaltbereitschaft der Corona-Gegner immer wieder dazu führen, dass Polizisten psychisch an ihre Grenzen stoßen. Wie geht es den Polizeibeamten aus Karlsruhe während der Pandemie?

Es ist Montagabend, eine Menschenansammlung bewegt sich durch die Straßen. Schilder drücken ihren Unmut gegen die Corona-Pandemie aus, Masken werden meist nicht getragen, Abstände oft nicht eingehalten.

Bei einer Demonstration sind in Mannheim nach Polizeiangaben 13 Einsatzkräfte verletzt worden.
Bei einer Demonstration sind in Mannheim nach Polizeiangaben 13 Einsatzkräfte verletzt worden. | Bild: René Priebe/PR-Video/dpa

Das Problem: Diese Demonstrationen, die auch als "Montagsspaziergänge" bekannt sind, sind unangemeldet. Es wird gezielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei gespielt, Polizeikräfte gezielt verletzt und beleidigt. Zumindest liest man das über Städte wie zum Beispiel Mannheim oder Dresden. Die Folge: eine "riesige Belastung" für die Einsatzkräfte.

Zwar wird auch in Karlsruhe gegen die Auflagen demonstriert, dennoch scheinen sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Grenzen zu halten - oder? Ist die Arbeit innerhalb der Corona-Pandemie auch für die Karlsruher Beamten so belastend? 

Das Aufgabenspektrum hat sich verlagert

"Es ist generell schwierig, Vergleiche zu anderen Städten zu ziehen. Aber vermutlich ist es bei uns nicht so intensiv wie dort", erzählt Polizei-Pressesprecherin Christina Krenz gegenüber ka-news.de. Grundsätzlich sei die Polizeiarbeit in Pandemiezeiten mit der alltäglichen Arbeit vor Corona fusioniert. Bedeutet: Während Großveranstaltungen und Fußballspiele zwar wegfielen, kamen neue Aufgaben hinzu. Mit einem Mehraufwand habe dies allerdings nicht zu tun. 

Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hebt ein Transparent mit der Aufschrift "Für Freiheit und Selbstbestimmung! Gegen Impflicht und Bussgeld! Mein Körper, meine Entscheidung!" in die Höhe.
Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen hebt ein Transparent mit der Aufschrift "Für Freiheit und Selbstbestimmung! Gegen Impflicht und Bussgeld! Mein Körper, meine Entscheidung!" in die Höhe. | Bild: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

"Das Aufgabenspektrum ist ein wenig anders, alles hat sich ein bisschen verlagert", so Krenz weiter. Dass es also zu Engpässen bei Einsatzkräften kommt, die beispielsweise spontan zu einer dieser Montags-Demonstrationen hinzugerufen werden, könne sie nicht bestätigen.

Der Grund: Für solche Fälle gibt es immer Einsatz-Einheiten, die keiner speziellen Tätigkeit zugeordnet sind und schnell abgerufen werden können - egal, ob es sich um eine Demonstration oder zum Beispiel um einen Terroranschlag handelt. Dass es generell ein Problem mit "Nachwuchs" gibt, kann aber auch Krenz nicht verneinen. 

"Es ist ihr Auftrag, für Sicherheit zu sorgen"

"Natürlich verzeichnen auch wir einen Personalmangel. Aber es ist ja so, dass diese Demos nur über einen begrenzten Zeitraum stattfinden und das personell dann durchaus abdeckbar ist. Klar ist das vielleicht mit der ein oder anderen Überstunde verbunden, aber das wäre bei einem Fußballspiel auch nicht anders", erläutert Krenz.

Christina Krenz, Sprecherin der Polizei-Pressesstelle der Polizei Karlsruhe
Christina Krenz, Sprecherin der Polizei-Pressesstelle der Polizei Karlsruhe | Bild: Romeo HegerGermany

Aber machen die Beamten wirklich keinen Unterschied zwischen einem Fußballspiel und einer unangemeldeten Corona-Demonstration? Auf Nachfrage der Redaktion kann die Polizeisprecherin das negieren. Denn: Zumeist entstehen Aggressionen gegenüber den Beamten in Verbindung mit Alkohol oder Drogen. Mit der Veranstaltung selbst habe das weniger zu tun.

Ein Polizist setzt Pfefferspray gegen Teilnehmer einer Kundgebung von Kritikern der Coronamaßnahmen ein - hier Anfang November in Leipzig.
Ein Polizist setzt Pfefferspray gegen Teilnehmer einer Kundgebung von Kritikern der Coronamaßnahmen ein - hier Anfang November in Leipzig. | Bild: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

"Man kann sich immer fragen, 'muss das denn sein?'. Aber es ist einfach der Auftrag, für die Sicherheit zu sorgen und anwesend zu sein", sagt sie im Gespräch mit ka-news.de. Kurzum: Ob die Arbeit belastend sei oder nicht, hänge also nicht speziell mit Corona zusammen.

Auch eine Zunahme an Krankmeldungen oder Kündigungen habe infolge der Pandemiearbeit nicht beobachtet werden können. Ebensowenig könne Krenz bestätigen, dass die meiste Gewaltbereitschaft vonseiten der Querdenker beziehungsweise der Impfgegner komme.

Psychologische Betreuung und Teamrückhalt 

"Wenn es in die Richtung geht, dass Gewalt gegenüber Polizeibeamten ausgeübt wird oder es häufig zu größeren Einsätzen kommt, dann kann das durchaus belastend sein. Aber tatsächlich hat es seit Pandemiebeginn hier noch keine einschneidenden Vorkommnisse gegeben", sagt Krenz. "Dass jetzt speziell mehr Gewalt im Zusammenhang mit den Pandemievorschriften festgestellt wurden, das können wir nicht sagen."

(Archivbild) Corona-Demonstration am 18. Dezember in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Generell hätten Polizeibeamte jedoch jederzeit die Möglichkeit, sich bei Bedarf psychologisch betreuen zu lassen. Des Weiteren gebe der Zusammenhalt im Team dem jeweils Einzelnen einen gewissen Rückhalt - laut Krenz eine absolute Notwendigkeit bei der Polizeiarbeit.

"Bei Ereignissen, die nicht so schnell verarbeitet werden können, ist es immer wichtig, jemanden zum Reden zu haben. Dafür gibt es auch Angebote. Bezüglich Corona können wir zwar keinen verlässlichen Blick in die Zukunft werfen, aber bislang hielt sich hier alles weitgehend im Rahmen."

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (19)
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  •   Revoluzzer
    (84 Beiträge)

    11.01.2022 08:47 Uhr
    Gewaltbereitschaft
    Zunehmende Gewaltbereitschaft ja bei der Polizei ist zu beobachten mittlerweile werden auch Kinder verprügelt(Pfefferspray)und festgenommen es gibt keine Verhältnismäßigkeit mehr. Was das noch mit Polizeiarbeit zu tun hat, das ist Demokratie und so was muss man aushalten
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  •   Grumpy
    (46 Beiträge)

    11.01.2022 20:24 Uhr
    Mit Pfefferspray verprügelt... ?!?
    ach Gottchen, ich würde hier "gerne" die Kommentare lesen, wenn sich Eltern nach einen Fußballspiel beschweren würden, dass sie oder oder ihr Nachwuchs Opfer der pösen Polizeigwalt [sic!] geworden wären ..

    Naja, wenn wohlstandsverwahrloste Nixdenker meinen, sie wären a) Immunologen/Virologen oder b) Verfassungsrechtler ... dann kommt halt sowas dabei raus und der Nachwuchs (70% eh ohne Chance auf irgendwas ...) bekommt auf die Fresse, was eigentlich die Alten verdient hätten ... zwinkern
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  •   Motorhead
    (1082 Beiträge)

    11.01.2022 14:42 Uhr
    Wo bitte
    werden von Polizisten Kinder verprügelt? Bitte Quellen.
    Apropos muss man seine Kinder nicht zu Demos mitschleppen als Schutzschild, hier sollte mal das Sozialamt tätig werden.
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  •   BRAEDACH
    (6 Beiträge)

    10.01.2022 15:11 Uhr
    Das ist der Job
    Warum Mitleid?, das ist ihr Beruf, mich fragt auch keiner wie belastend mein Job ist!.

    Viele Probleme sind von der Regierung (BW und Berlin) Hausgemacht, weil es die Rufe der Bürger nicht wahr nehmen möchte und die Polizei ist der stattliche Vertreter, deshalb bekommen es die Polizisten ab.

    Über Sinn und Unsinn kann man sich streiten, aber die allgemeine Unzufriedenheit wird wachsen und somit auch das Gewaltpotential.
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  •   Dobermann
    (347 Beiträge)

    10.01.2022 12:21 Uhr
    ich frage mal in die Runde....... (für einen Freund).
    nur mal regionalbezogen....was bringen Demonstrationen in Karlsruhe , welche Veränderungen zieht das nach sich.... was hat sich getan.
    Die Antwort ist einfach : NIX !!! verlorene Zeit .....
    Der Tod von Floyd , Startbahn West , Stuttgart 21 , Gorleben , Atomkraft Nein Danke, keine AfD , Klima, etc etc etc.... unzählige Aktionen für die Katz.... Nur Bambule und sonst nix... Läbbe geht grad so weiter wie vorher.... da gehe ich doch lieber mit meiner Frau nett essen oder mit Freunden auf ein Bier, statt auf ne Demo ,die eh nix bringt.... That`s the way....
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  •   Dobermann
    (347 Beiträge)

    10.01.2022 12:25 Uhr
    oder natürlich...
    wer keine Freunde hat, keine Hobbys ,kein Geld für essen gehen , niemanden auf ein Bier kennt.... der hat da selbstverständlich eine Abwechslung vom grauen Alltag...... wem es gefällt.....Bitteschön
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  •   Garrincha
    (870 Beiträge)

    10.01.2022 10:46 Uhr
    Masken werden meist nicht getragen, Abstände oft nicht eingehalten
    und mit 4 Polizeipferden vorneweg.
    Die Karlsruher Polizeioberen sollten lieber mal zu ihren Leuten vor Ort gehen und die unterstützen, anstatt in der Presse nur mit Wattebäuschchen zu werfen.
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  •   Nachteule
    (1046 Beiträge)

    10.01.2022 07:41 Uhr
    Vielen Dank an die Sprecherin der Polizei !
    Die eindeutig klarstellt, dass sich die Belastungen ihrer Kollegen durch Coronademos in Karlsruhe in Grenzen halten. Zudem sagt sie: "Während Großveranstaltungen und Fußballspiele zwar wegfielen, kamen neue Aufgaben hinzu. Mit einem Mehraufwand habe dies allerdings nicht zu tun." Dagegen hat sie die Unterstellung von Ka-News: "Das Problem: Diese Demonstrationen, die auch als "Montagsspaziergänge" bekannt sind, sind unangemeldet. Es wird gezielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei gespielt, Polizeikräfte gezielt verletzt und beleidigt." für Karlsruhe nicht bestätigt. Vor allem die Aussage "Es wird gezielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei gespielt" zeigt die tendenziöse Haltung der Redaktion, denn sie ist schlicht und ergreifend falsch! Wenn die Polizei die Kaiserstraße an einer Stelle blockiert, suchen sich die Spaziergänger eine andere Route. Sie können sie sich ja nicht in Luft auflösen. Ergo ist das eine passive Reaktion und keine "gezielte" Aktion!
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  •   Kicherente
    (246 Beiträge)

    10.01.2022 06:53 Uhr
    Mir tun die Polizisten leid
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   ALFPFIN
    (7899 Beiträge)

    10.01.2022 08:57 Uhr
    @Kicherernte
    Es hat genug Angriffe gegen die Polizei bei diesen Demos gegeben, mit welcher Berechtigung?
    Wir leben in einer pluralistischen Demokratie, die auf der Eigenverantwortung jedes Bürgers und jeder Bürgerin basiert. Das funktioniert nur, wenn viele Menschen mitmachen. Wir werden aus der Pandemie nur herauskommen, wenn möglichst viele Leute sich vernünftig und rücksichtsvoll verhalten.
    Die heutigen Generationen sind sehr verwöhnt. Einschränkungen, Daumen nach unten, siehe Grundgesetz. Das liest aber keiner. Da steht zwar in Artikel 1
    Die Würde des Menschen ist unantastbar, aber auch in (2)
    Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt …
    Durch die Impfverweigerung und die hohe Gefährdung und Ansteckungsgefahr durch Covid 19 verletzt man die Rechte anderer.
    Das Recht dann auf Kosten der gesetzl. Krankenversicherung und damit auf Kosten der Versicherten behandelt zu werden nimmt man dann aber gerne in Anspruch.
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