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Karlsruhe/Stuttgart Corona-Lockerungen im Akkord: Warum Karlsruhe schon am Montag in Öffnungsstufe drei rutschen könnte

Die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sinken weiter. Bleibt das der Fall, heißt es am kommenden Wochenende: Zeit für den nächsten Öffnungsschritt! Welche Lockerungen dieser mit sich bringt und ob vielleicht sogar schon der dritte und letzte Öffnungsschritt in greifbarer Nähe ist - ka-news.de hat den Corona-Ausblick in der Übersicht zusammengefasst.

Drei Öffnungsschritte wurden am 22. Mai von der Landesregierung Baden-Württemberg verabschiedet, um den Corona-Lockdown stufenweise zu reduzieren. Diese sind nach wie vor an die Sieben-Tage-Inzidenz gekoppelt und werden alle zwei Wochen in den Landkreisen gemessen.

"Der erste Öffnungsschritt wirkt im Prinzip schon in ganz Baden-Württemberg", erklärt das Sozialministerium Baden-Württemberg im Gespräch mit ka-news.de. Öffnungsschritt zwei sei wiederum dann erreicht, wenn die Inzidenz vom vorherigen Prüfstand noch weiter unterschritten wird. 

"Bisher konnte noch kein Landkreis die Öffnungsschritte zwei oder drei erreichen. Immerhin ist diese Verordnung noch keine zwei Wochen alt", so der Sprecher des Sozialministeriums weiter. Da die Inzidenzen Karlsruhes jedoch 34,1 im Landkreis und 25,6 in der Stadt (Stand 2. Juni) betragen, steht der zweite Öffnungsschritt hier jedoch wohl so gut wie fest. 

Was passiert in Öffnungsstufe zwei?

Damit würde die Fächerstadt ab dem 5. Juni neue Lockerungen erwarten:

  • Lehrveranstaltungen
    > Hochschulen und Akademien dürfen die 100-Personen-Grenze nun innen und außen anwenden. 
    > Zusätzlich zu Musik- und Kunstschulen dürfen nun auch Tanz- und Balletteinrichtungen bis zu 20 Schüler unterrichten.
  • Gastronomie
    Restaurants und Gaststätten dürfen bis 22 Uhr öffnen.
  • Kulturveranstaltungen
    > Film-  und Bühnenveranstaltungen dürfen innen 100 und außen 250 Personen zulassen.
    > Das Europa- und das Fächerbad in Karlsruhe dürfen wieder öffnen.
    > Messen, Ausstellungen und Kongresse sind wieder erlaubt. Dabei gilt eine Person auf 20 Quadratmetern.
  • Sport
    > Fitnessstudios, Sportanlagen und -stätten dürfen innen und außen öffnen. Es gilt eine Person auf 20 Quadratmetern.
    > Profi- und Spitzensport darf 250 Zuschauer innen und außen gestatten.
  • Tourismus
    Wellnessbereiche und Saunen dürfen in Beherbergungsbetrieben für bis zu zehn Übernachtungsgäste geöffnet werden. Dies gilt sowohl innen als auch außen.
  • Religionsausübung
    Weiterhin frei unter Beachtung der AHA-Regeln.

Bei Landkreisen, die fünf Tage hintereinander eine Inzidenz von unter 50 vorweisen können - so wie es aktuell auch in Karlsruhe der Fall ist - könnte zusätzlich mit einer Reihe weiterer Lockerungen gerechnet werden. Dies muss allerdings zuvor von den örtlichen Behörden bekanntgegeben werden.

Inzidenz unter 50 - was ist dann erlaubt?

Erlaubt wäre dann wieder folgendes:

  • Treffen
    > Im privaten und öffentlichen Raum sind zehn Personen aus bis zu drei Haushalten gestattet.
    > Kinder bis einschließlich 13 Jahre werden nicht mitgezählt.
  • Einzelhandel
    > Die Testpflicht bei allen Einzelhändlern entfällt.
    > Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen einen Kunden pro zehn Quadratmeter einlassen.
    > Bei allen darüber hinausgehenden Flächen darf nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter eingelassen werden.
    > Der Zutritt muss weiterhin gesteuert werden. Warteschlangen gilt es zu vermeiden.
    > Besondere Verkaufsaktionen sind weiterhin verboten.
  • Lehreinrichtungen
    Archive, Büchereien und Bibliotheken dürfen ohne Auflagen betreten werden.
  • Kulturveranstaltungen
    > Zoologische und botanische Gärten dürfen ohne Auflagen betreten werden.
    > Galerien, Gedenkstätten und Museen dürfen ebenfalls ohne Auflagen betreten werden. Doch was bedeutet "ohne Auflagen" genau? Fallen dann alle Corona-Regeln weg? "Der Begriff 'ohne Auflage' ist zugegebenermaßen ein bisschen missverständlich", so der Sprecher des Sozialministeriums gegenüber ka-news.de. "Ohne Auflagen" bedeute, dass die drei Gs (geimpft, genesen oder getestet) in diesem Fall nicht nötig sind. Abstands- und Maskenregelungen müssten trotzdem weiterhin eingehalten werden.

Kann Karlsruhe schon am Montag die letzte Öffnungsstufe rutschen?

Sollte sich der Trend sinkender Inzidenzzahlen weiter fortsetzen, gilt nach 14 Tagen die dritte und letzte Öffnungsstufe. Die gewährt die meisten Freiheiten und hat vor allem auf Lehr- und Kulturveranstaltungen sowie Freizeiteinrichtungen die größten Einflüsse:

  • Lehrveranstaltungen 
    Hochschulen und Akademien dürfen 250 Personen für Innen- und Außenveranstaltungen gestatten.
  • Kulturveranstaltungen und Freizeit
    > Film- und Bühnenaufführungen dürfen innen 250 und außen 500 Zuschauer einlassen
    > Freizeitparks und sonstige Freizeiteinrichtungen dürfen öffnen. Es gilt eine Person pro zehn Quadratmeter.
    > Schwimmbäder, Saunen und Wellnessbereiche dürfen unabhängig von Tourismus öffnen. Es gilt eine Person pro zehn Quadratmeter.

Für Karlsruhe würde sie nach aktuellem Stand regulär am 16. Juni eingeführt werden. Laut Oberbürgermeister Frank Mentrup könnte sich der Prozess für Karlsruhe aber schon bald etwas beschleunigen.

Abgeordnete sitzen während der 121. Landtagssitzung auf ihren Plätzen.
Bild: Tom Weller/dpa/Archivbild

Der Grund: Derzeit debattiere die Landesregierung über die Möglichkeit, den Kreisen, in denen der Inzidenzwert weiterhin stabil unter 50 liegt, schon ab Montag, 7. Juni, den Start in Öffnungsstufe drei zu gewähren, erklärt der Rathauschef am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Konkret beschlossen sei hierzu aber noch nichts. Für Karlsruhe würde so oder so am Samstag allerdings erst einmal Stufe zwei gelten.

Corona-Verordnungen werden überarbeitet

Allzu vertraut sollten es sich die Baden-Württemberger allerdings mit den aktuellen Regelungen und Aussichten nicht machen, denn: Wie der Sprecher des Sozialministeriums gegenüber ka-news.de bestätigt, sei die Landesregierung "in dieser Woche damit beschäftigt, die Corona-Verordnungen zu überarbeiten". Erste Ergebnisse sollen schon bis zum Ende der Woche veröffentlicht werden und zum Beginn der kommenden Woche in Kraft treten. 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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  •   froschi
    (120 Beiträge)

    03.06.2021 16:14 Uhr
    Schon wieder veraltete Angaben im Artikel:
    Unter der Überschrift "Inzidenz unter 50" steht "Erlaubt wäre dann wieder folgendes", im Konjunktiv, so als ob es etwas unsicheres für die Zukunft wäre. Das gilt doch schon seit einer Woche! Hat ka-news das noch nicht mitbekommen?
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  •   madize
    (158 Beiträge)

    03.06.2021 14:47 Uhr
    Restaurants
    Und ab wann sind Lockerungen beim Besuch von Biergärten geplant? Ist schon ein wenig lächerlich, dass sich alle ohne Maske auf der Kaiserstraße drängen, man aber nur mit aktuellem Test in die Biergärten darf.
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  •   GravelAndSand
    (113 Beiträge)

    03.06.2021 16:21 Uhr
    Genau das
    gleiche gilt für Sport für Kinder. Derzeit nur mit negativer Testvorlage möglich; vor kurzem war es noch so, dass 20 Kinder Sport ungetestet machen durften, lediglich die Betreuer mussten einen Test machen; was ja auch schon selten dämlich war.
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