Karlsruhe Corona-Lage am Städtischen Klinikum: Verdachtsfälle trudeln jeden Tag ein

Das Städtische Klinikum ist derzeit noch immer im Krisen-Modus. Obwohl am Mittwoch kein einziger Corona-Patient im Karlsruher Krankenhaus behandelt wird, werden die Vorsichtsmaßnahmen aufrecht erhalten. Jeder Neuzugang wird auf das Virus "gescreent" - begutachtet oder befragt - und bei Verdacht bis zum Eintreffen der Testergebnisse auf einer separaten Station untergebracht.

Das Klinikum wurde im April aufgrund der Corona-Pandemie zweigeteilt: Auf der einen Seite das "Corona-Krankenhaus", strikt getrennt auf der anderen Seite das "Nicht-Corona-Krankenhaus".   Als die Infektionswelle ihren ersten Höhepunkt nahm, wurden alle nicht dringenden medizinischen Behandlungen auf ein Mindestmaß reduziert, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Doch die Zahlen der Corona-Patienten nehmen rapide ab. Während am Freitag, 23. Mai, zum ersten Mal kein einziger Fall im Krankenhaus behandelt werden musste, wurden selbst am Wochenende lediglich zwei Infizierte in Karlsruhe vorstellig.

Noch wenige Patienten - doch weitere Vorsichtsmaßnahmen

Dank dieser Entwicklung kann der Regelbetrieb nun wieder einen größeren Stellenwert einnehmen. Doch das "Hochfahren" des Krankenhauses gestaltet sich als nicht so leicht. "Wir haben aufgrund unserer Schutzvorrichtungen Personal umgeschichtet, was die Wiederaufnahme des Regelbetriebes erschwert", sagt der medizinische Geschäftsführer, Uwe Spetzger, im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag im Gespräch mit ka-news.de.

Medizinischer Geschäftsführer des Städtisches Klinikums Uwe Spetzger. | Bild: Lena Kube

Obwohl nur noch sehr wenig Corona-Patienten behandelt werden müssen, sei es wichtig, den "Schutzwall" weiter aufrecht zu erhalten. "Nur ein einziger positiver Fall, den wir nicht sofort erkennen, kann viele weitere Fälle nach sich ziehen", so Spetzger weiter.

Aus diesem Grund werden alle neuen Patienten einer sogenannten Triage unterzogen. Diese Voruntersuchung vor dem eigentlichen Krankenhauseintritt soll sicherstellen, dass keine an Covid-19 erkrankte Person die normalen Krankenhausflure betritt. 

Corona-Ausweichkrankenhaus könnte entstehen

Zeigt ein Neuankömmling Symptome, die auf das Coronavirus hindeuten, wird er auf die sogenannte Wartestation gebracht. Am Mittwochmorgen zählt das Klinikum 17 dieser Verdachtsfälle, die dort direkt neben der Corona-Station auf ihre Testergebnisse warten.

Städtisches Klinikum: Neubau "Bettenhaus M". | Bild: Lena Kube

Sollte im Herbst eine zweite Infektionswelle für mehr Corona-Patienten sorgen, sieht sich das Städtische Klinikum gerüstet. Im großen Neubau des Hauses M könnte dann - vor der eigentlichen Inbetriebnahme - ein sogenanntes "Ausweichkrankenhaus" entstehen.

Dafür könnten die Bettengeschosse eigens für die Infizierten früher als geplant zum Einsatz kommen. Denn erst im kommenden Jahr soll das "Bettenhaus M" für den Regelbetrieb öffnen.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.