Seattle Internetshopping in der Corona-Krise: Amazon boomt und verdoppelt Gewinn

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon erfreut sich während der Corona-Krise größerer Beliebtheit denn je. Der Lockdown ließ die Lieferdienste des Bezos-Konzerns boomen, auch das Cloud-Geschäft floriert.

Amazon hat inmitten der Pandemie weiter vom Shopping-Boom im Internet profitiert. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden Dollar (75,1 Mrd Euro) in die Höhe, wie der Konzern nach US-Börsenschluss in Seattle mitteilte.

Pakete in einem Amazon-Verzeilzentrum im sächsischen Lampertswalde.
Pakete in einem Amazon-Verzeilzentrum im sächsischen Lampertswalde. | Bild: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Gewinn des weltgrößten Onlinehändlers betrug 5,2 Milliarden Dollar, was im Jahresvergleich in etwa einer Verdopplung entspricht. Die Ergebnisse lagen erheblich über den Prognosen der Analysten, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit kräftigen Kursaufschlägen.

An die Aktienbesitzer: "Wir denken nicht klein"

Dass Amazon mit seinen Lieferdiensten zu den großen Profiteuren der Corona-Krise zählt, hatte sich bereits im Vorquartal gezeigt. Zudem floriert das Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Netz weiter, auch wenn Amazons Flaggschiff AWS die hohen Erwartungen zuletzt nicht ganz erfüllen konnte.

Das Logo des Online-Händlers Amazon ist an einem Logistikzentrum zu sehen.
Das Logo des Online-Händlers Amazon ist an einem Logistikzentrum zu sehen. | Bild: Ina Fassbender/dpa

Die von vielen Unternehmen genutzte Web-Plattform steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar, damit flaute das Wachstum gegenüber dem Vorquartal spürbar ab. Allerdings entspricht das auch dem längerfristigen Trend. Generell profitiert in der Pandemie auch das Cloud-Geschäft, da etwa die vermehrte Heimarbeit die Nachfrage steigen lässt. Für Amazon ist die Sparte wegen ihrer hohen Gewinnspannen sehr lukrativ, im jüngsten Vierteljahr lag das Betriebsergebnis bei 3,4 Milliarden Dollar.

175.000 zusätzliche Kräfte eingestellt

Angesichts einer Einstellungsoffensive und hohen Investitionen, um den Kundenansturm in der Corona-Krise zu bewältigen, nahmen auch Amazons Kosten kräftig zu. Das hatte Konzernchef Jeff Bezos allerdings bereits angekündigt. Vor drei Monaten warnte er die Investoren: "Wenn Sie Amazon-Aktien besitzen, sollten Sie sich jetzt lieber hinsetzen, denn wir denken nicht klein".

Blick in ein Amazon-Logistikzentrum.
Blick in ein Amazon-Logistikzentrum. | Bild: Philipp Schulze/dpa

Der Konzern war mit dem hohen Andrang in der Pandemie zunächst etwas überfordert gewesen, deshalb wurden 175.000 zusätzliche Beschäftigte angeheuert. Amazon zählt mittlerweile zu den größten Arbeitgebern in den USA.

Für das laufende dritte Quartal stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 87 Milliarden und 93 Milliarden Dollar in Aussicht, was einen starken Zuwachs von 24 bis 33 Prozent im Jahresvergleich ergeben würde. Beim Betriebsgewinn rechnet Amazon mit 2,0 Milliarden bis 5,0 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen 3,2 Milliarden Dollar verdient. Am Markt kam auch das gut an: Anleger ließen die Aktie nachbörslich um über fünf Prozent steigen. Mit einem Kursplus von rund 65 Prozent seit Jahresbeginn ist der Bezos-Konzern am Finanzmarkt ohnehin einer der größten Gewinner.

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