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Rheinstetten Corona-Chaos am Epplesee? An der Uferlinie ist Situation "besorgniserregend"

Der Epplesee in Rheinstetten wird an den heißen Tagen zum Corona-Risiko. Sowohl das hohe Besucheraufkommen als auch das Verhalten der Badegäste treiben den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn. Von höheren Parkgebühren, einer beauftragten Sicherheitsfirma und einem Räumungsszenario: Wie wird am Epplesee die Corona-Verordnung durchgesetzt? Ordnungsamtsleiter Ronald Daum im ka-news.de-Interview.

Herr Daum, warum wurden die Parkgebühren erhöht?

An unseren Seen wurden seit Jahren unverändert vier Euro Parkgebühren erhoben. Damit lagen wir am unteren Ende vergleichbarer Seen.

Wie bei vielen anderen Kommunen erfordert der enorme Zulauf an die Baggerseen - als Alternative zum Mittelmeerstrand oder Freibad - große Anstrengungen. Darunter fällt vor allem, den Autoverkehr mit Schildern, Hinweisen und letztlich Personal zu lenken.

Das war nicht alles mit städtischem Personal zu stemmen, sodass auch Kosten für zusätzliche Müllentsorgung, Öffentlichkeitsarbeit und letztlich auch für Sicherheitskräfte entstanden sind. Die Erhöhung auf sechs Euro deckt diesen zusätzlichen Sach- und Personalkostenaufwand etwas ab. Ein Mittel, Besucher abzuschrecken, ist eine Erhöhung um zwei Euro nicht.

Welche Kräfte sind rund um den Epplesee im Einsatz?

Wir versuchten und versuchen noch immer, die Lage mit dem vorhandenem Personal zu stemmen, haben uns punktuell aber auch Unterstützung durch ein privates Sicherheitsunternehmen geholt.

Bild: Thomas Riedel

Ohne die Einsatzkräfte der Landespolizei, die uns mit Sondereinsätzen unterstützt haben, hätten wir aber die positiven Effekte einer starken Präsenz nicht erzielen können. Zusätzliches Personal wurde von unserer Seite nicht eingestellt.

Wie wird mit der chaotischen Verkehrssituation umgegangen?

An den heißen Wochenendtagen kommt es zu Rückstaus auf den Zufahrtsstraßen und wildem Parken. Da ist schnell mal ein Rettungsweg zugeparkt. Oberste Priorität hat die unmittelbare Zufahrt zu Parkplatz und zum Silberstreifen für Rettungsfahrzeuge frei zu halten.

Bild: Thomas Riedel

Deshalb muss bei absehbarer Vollauslastung des Parkplatzes bereits frühzeitig mit der Regulierung des Verkehrs bis hin zur Sperrung und Umleitung begonnen werden. Wenn der Parkplatz voll ist, werden weiter ankommende Fahrzeuge auf die Parkmöglichkeiten auf der Messe geleitet. Die Messe Karlsruhe stellt dankenswerterweise ihren P1 zum freien Parken zur Verfügung.

Bild: Thomas Riedel

Denn: Die an den See angrenzenden Feldwege, Wiesen oder die Randstreifen der Straßen sind keine Park-Alternativen. Angesichts der Trockenheit gilt es, hier Brände durch heiße Katalysatoren und auch Umweltschäden durch auslaufende Kraftstoffe zu verhindern. Daher die konsequenten Abschlepp-Aktionen.

Wie schätzen Sie die Lage insgesamt ein?

An den stark besuchten Tagen durfte man durchaus den Eindruck haben, dass die Masse und das Verhalten der Badegäste aus Sicht der Coronaregeln besorgniserregend war. Darauf wurden die Badegäste auch hingewiesen.

Die Situation am Epplesee am 16. August 2020. | Bild: Thomas Riedel

Das gilt für einzelne Abschnitte an der Uferlinie. Auf der Liegewiese war aber immer noch ausreichend Platz, um die Abstandsregeln einhalten zu können.  Insgesamt hat der See die Menschenmassen aber gerade noch so vertragen.

Was wäre wenn... die Situation aus dem Ruder läuft?

Aufgrund der vielen Zugänge wäre es nur mit einem noch deutlich größerem Aufgebot an Sicherheitskräften möglich, den Zugang zu verhindern oder das Ufer zu räumen.

Hintergrund

Wenn die Temperaturen gen 30 Grad klettern, zieht es die Menschen an die Badeseen in der Region. Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist der Epplesee in Rheinstetten. Über 7.000 Besucher haben sich am zweiten Augustwochenende am Seeufer und auf den Wiesen getummelt.

Doch in diesen Tagen, in denen die Fallzahlen der Corona-Neuinfektionen wieder ansteigen, sind Menschenmassen ein Risiko. Obwohl das öffentliche Leben in weiten Teilen wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, gilt in der Öffentlichkeit noch immer das Abstandsgebot von 1,5 Metern. Erst am 30. September tritt die Regel nach dem jetzigen Stand außer Kraft. 

Am Epplesee versuchen Polizei und Ordnungsamt, die Corona-Verordnung trotz des hohen Besucherandrangs durchzusetzen. Sobald die Kapazitäten der Parkplätze an ihre Grenzen stoßen, werden die Zufahrten zum See gesperrt und verkehrswidrig parkende Fahrzeuge konsequent abgeschleppt.

Die jüngste Maßnahme: eine Erhöhung der Parkgebühren. Wer sein Fahrzeug auf dem Parkplatz direkt am See abstellen möchte, wird nun mit sechs Euro zu Kasse gebeten.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (33)
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  •   Winston_Smith
    (718 Beiträge)

    20.08.2020 00:25 Uhr
    "Auslaufende Kraftstoffe"
    Das erinnert mich an einen Herren, der weiland am Epple für Ordnung sorgte und mich anzeigte, weil aus meiner brandneuen Enduro ja Diesel (kein Witz) auslaufen könne.
    Dann setze er sich wie so oft in seinen ziemlich alten Dieselfiesta und fuhr den Bereich des Sees ab, an dem es ihm mit der Dr...schleuder möglich war.
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  •   FCKSUV
    (533 Beiträge)

    19.08.2020 16:34 Uhr
    Am FKK-Strand
    ist es ruhiger. Scheinbar genieren sich die Jungspunde der Partyszene dort zu baden. zwinkern
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  •   Chris.Lok75
    (724 Beiträge)

    19.08.2020 15:49 Uhr
    ?
    Einfach zuschütten die Pfütze.
    Und gut isses.
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  •   Ichregmichnemmeuff
    (364 Beiträge)

    19.08.2020 19:46 Uhr
    Alter Falter..
    ...wooow, welch schlauer Beitrag! Nicht!
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    19.08.2020 15:43 Uhr
    Falls es echt zu voll würde
    oder die Coronalage schwieriger, könnten natürlich auch, wie in Meck-Pom, Verbote für Tagesbesucher aus der Ferne (nach Wohnort abhängigen Verwaltungsgrenzen) verhängt werden müssen. Ne Rechtsgrundlage dafür scheint es ja zu geben.
    Also, liebe BB, WN, HNler etc., hal
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    19.08.2020 15:44 Uhr
    Falls es echt zu voll würde
    oder die Coronalage schwieriger, könnten natürlich auch, wie in Meck-Pom, Verbote für Tagesbesucher aus der Ferne (nach Wohnort abhängigen Verwaltungsgrenzen) verhängt werden müssen. Ne Rechtsgrundlage dafür scheint es ja zu geben.
    Also, liebe BB, WN, HNler etc., haltet Euch schön an die Vorgaben bzw. Parken, Müllentsorgung, Abständen, sonst ist es vorbei mit dem "Dolce Vita" zwinkern
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  •   Skunk
    (3 Beiträge)

    19.08.2020 15:15 Uhr
    Wem gehört der See?
    Gute Frage. Der Stadt Rheinstetten, den Bewohnern des südlichen Landkreises Karlsruhe, dem Kieswerk, den Seglern oder den Tieren?

    Als regelmäßiger Besucher des Sees konnte ich dieses Jahr eine deutliche Zunahme von Besuchern und damit auch wachsender Vermüllung feststellen. Auch stört mich das ignorrante Verhalten einiger Besucher mit Kennzeichen PF und S. Ich verstehe, dass man sich in diesen Zeiten auch erholen möchte. Ich verstehe nicht, wieso dass man dazu Feld- und Rettungswege zu parkt, einen Anfahrtsweg von rund 100 km in Kauf nimmt und dann noch schimpft, wenn man aufgefordert wird das Naturschutzgebiet oder das Betriebsgelände zu verlassen. Ich bin für deutlich mehr Kontrollen am See und auch eine durchaus weiter erhöhte Parkgebühr. Das sind leider Abschreckungsmaßnahmen. Aber nicht anders, außer einer Einzäunung, wird sich das Problem regulieren.
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  •   UngueltigDannZuLang
    (140 Beiträge)

    19.08.2020 11:36 Uhr
    Corona-Chaos am Epplesee?
    Oder Corona-Hysterie im Sommerloch?

    Man muss nicht jedes 'Problem', das es seit Jahren gibt, mit Corona in Verbindung bringen. Die Baggerseen waren bei uns im Sommer immer voll. Sei es durch einheimische oder auswaertige, also gleichberechtigte. Deswegen meide ich diese auch meist am Wochenende nach 12 Uhr. Eine Stunde schwimmen kann man vorher.

    Und wenn ich dieses Jahr an den Hochzeiten am Epplesee war, wurde nie mein persoenlicher (Corona-unabhaengiger) Wohlfuehlabstand von 2m unterschritten.
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  •   Freigeist1
    (1553 Beiträge)

    19.08.2020 13:12 Uhr
    auch nach
    12 Uhr kann man da herrlich mit Abstand schwimmen gehen. Man muß halt bereit sein, wo es etwas eng ist mit Hilfe der Füße weiter zu gehen bis dorthin wo es genug Platz gibt. Das fällt halt so manchem Autofreund, der sonst vor allem zwischen Carport und Tiefgarage pendelt ned so leicht zwinkern
    Daher wäre eine weitere Stellplatzverknappung nicht schlecht.
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  •   santana
    (1246 Beiträge)

    19.08.2020 17:43 Uhr
    @Freigeist1
    Sie lassen aber auch keine Gelegenheit aus, gegen die Autofahrer und Autos zu bashen.
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