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Karlsruhe Club "Stadtmitte" setzt auf Hilfe seiner Fans: Was macht so eine Krise mit einem Nachtclub?

Wann werden Clubs und Bars in Karlsruhe wieder öffnen? Die "Stadtmitte" blickt wie viele Betreiber in eine ungewisse Zukunft. Um die Corona-Krise möglichst unbeschadet zu überstehen, setzt der Club auf die Hilfe seiner Gäste und Fans: Mit einer Spendenkampagne will er 38.000 Euro zusammentragen, damit es die "Stadtmitte" auch nach Corona noch gibt.

"Wir haben schon sämtliche Kühlschränke ausgemacht und ausgeräumt, um Strom zu sparen", sagt Alex Füchsel, der zum vierköpfigen Kernteam des Clubs gehört. Sie alle befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Ihre insgesamt 24 Minijobber stehen im Moment komplett ohne Arbeit da. 

Seit Freitag, dem 13. März, stand der Club von einem auf den anderen Tag ohne Einnahmen da. Die Corona-Pandemie zwingt das Nachtleben zum Stillstand, zu groß sind die Risiken der weiteren Ausbreitung der Infektion. Für die "Stadtmitte" bedeutet das wie für viele andere Institutionen der Kultur: es geht an die Existenz.

Soforthilfe reicht nicht für Kaltmiete

Einen Antrag zur Soforthilfe hat die Stadtmitte bereits gestellt, doch die Zahlung würde nicht einmal für die Kaltmiete ausreichen. "Die Situation bringt große Unsicherheiten mit sich, realistischerweise wird sich vor Juni oder Juli vermutlich nichts ändern", so Füchsel im Gespräch mit ka-news.de. Kredite und Stundungen würden zwar helfen, doch auch sie müssten auf kurz oder lang zurückbezahlt werden.

Der Turm, das Markenzeichen der "Stadtmitte".. | Bild: bernadette

Selbst, wenn in einigen Monaten sie Restriktionen abgeschwächt werden, werden Konzerte und allzu große Menschenansammlungen wohl nicht von einem auf den anderen Tag wieder erlaubt sein werden. "Die Stadtmitte nur für 50 oder 100 Besucher zu öffnen ist kaum rentabel", erklärt Füchsel. Darüber hinaus sind die Menschen vorsichtiger: Schon an den beiden Wochenenden vor der Schließung zog es deutlich weniger Besucher in den Club. 

Stadtmitte setzt auf die Unterstützung der Partygänger

Wird es die Stadtmitte nach der Corona-Krise nicht mehr geben? Wie viele andere Club-Betreiber und Einzelhändler hat sich auch die Stadtmitte dazu entschieden, eine Spendenkampagne ins Leben zu rufen. In nur einer Woche haben bereits über 100 Personen für den Club gespendet. Doch das Spendenziel von 38.000 Euro, das die Kosten für zwei Monate decken soll, liegt derzeit noch in weiter Ferne. 

Die Anzahl an Spendern zeigt, wie sehr die Stadtmitte in Karlsruhe verankert ist. "Wir freuen uns sehr, zu sehen, dass wir den Menschen wichtig sind", so Füchsel. Unter den Spendern entdecke er auch immer wieder bekannte Namen, von treuen Gästen oder ehemaligen Angestellten. 

DJ-Sets sollen Stadtmitte-Feeling nachhause bringen

Ob Tanzen bis zum Umfallen oder gemütlich im "Garten" ein Bier trinken: Die Stadtmitte gehört zu den bekanntesten Clubs in Karlsruhe. Besonders beliebt ist im Sommer der große Außenbereich. Neben einem Clubbetrieb veranstaltet der Club regelmäßige Jam-Sessions oder Flohmärkte.

Bild: Paul Needham

Obwohl alle Partys und Konzerte gerade auf Eis gelegt sind, möchte die Stadtmitte ihren Besuchern gerne etwas zurückgeben. DJ-Sets wurden bereits aufgenommen und sollen über Videos die Tanzfläche zu den Menschen nach Hause bringen.

Um darüber hinaus regionalen Bands in dieser schweren Zeit eine Plattform zu bieten, sind "Corona-Sessions" geplant. Die Künstler sollen in der Stadtmitte spielen, das Publikum genießt die Musik allerdings zu Hause. Wann die Formate starten sollen, steht zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht fest.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (8)
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  •   Chris23
    (594 Beiträge)

    13.04.2020 12:14 Uhr
    Wofür wird das Geld genutzt
    Wenn ich mir die gofundme Seite anschaue, hat er alle Festangestellten schon auf Kurzarbeit gesetzt die Minjobber bekommen wohl nichts (egal ob die Kampagne erfüllt wird oder nicht)

    Die Förderungen von Stadt sollten annähernd die (Kalt)Miete zahlen, wobei ich nicht sicher bin ob diese nicht auch ausgesetzt ist.

    Klar bleiben noch Heizungskosten, Geld für dem Geschäftsführer und sicher noch Kredite für Renovierung und Material (die man auch erstmal bis 30 Juni pausieren darf) aber 38k€ und dann in Juni eine neue Kampagne. So ganz klar wird mir diese Summe nicht.
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  •   Chris23
    (594 Beiträge)

    13.04.2020 12:16 Uhr
    sry doppelt
    woltle dem Tab eigentlich nur neu laden.
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  •   Chris23
    (594 Beiträge)

    12.04.2020 15:05 Uhr
    Wofür wird das Geld genutzt
    Wenn ich mir die gofundme Seite anschaue, hat er alle Festangestellten schon auf Kurzarbeit gesetzt die Minjobber bekommen wohl nichts (egal ob die Kampagne erfüllt wird oder nicht)

    Die Förderungen von Stadt sollten annähernd die (Kalt)Miete zahlen, wobei ich nicht sicher bin ob diese nicht auch ausgesetzt ist.

    Klar bleiben noch Heizungskosten, Geld für dem Geschäftsführer und sicher noch Kredite für Renovierung und Material (die man auch erstmal bis 30 Juni pausieren darf) aber 38k€ und dann in Juni eine neue Kampagne. So ganz klar wird mir diese Summe nicht.
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  •   Route66
    (2633 Beiträge)

    12.04.2020 15:15 Uhr
    Miete
    darf ja ausgesetzt werden (und muss dann halt nachgezahlt werden), Festangestellte hat er kaum und die werden, wie Du richtig angeführt hast, von der Arbeitsagentur bezahlt. Heizen und Strom und Wasser fällt nicht gross an...ansonsten dürften jetzt erst mal keine hohen Kosten anfallen. Ich bin schon dafür, dass man den kleinen und mittelständischen Unternehmen schnell hilft, aber irgendwann sollte man auch dir angegeben Zahlen auf Richtigkeit prüfen und dann zurückfordern.
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  •   andip
    (10516 Beiträge)

    14.04.2020 12:18 Uhr
    Die Miete
    kann nicht so einfach ausgesetzt werden, schon gar nicht bei Gewerbeobjekten.
    Da muss immer noch der Vermieter zustimmen und wenn der nicht will...
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  •   Malaika
    (254 Beiträge)

    12.04.2020 11:50 Uhr
    Schlimm,
    dass wirklich jeder meint, vom grossen Autokonzern bis zum kleinen Studenten, sofort um Hilfe schreien zu müssen. Wenn das Geschäft brummt, hört man nichts, bei Verdienstausfall ist das Geschrei sofort gross. Die guten Kneipen werden überleben, solche, die nach 4 Wochen Verdienstausfall jammern, wären auch ohne Corona früher oder später den Bach 'runtergegangen. Leben die Alle nur noch von der Hand in den Mund?
    Leidtragende und Zahler dieses Corona-Rettungsschirms dürfte letztendlich wieder mal doch nur die arbeitende Bevölkerung bzw. der Steuerzahler sein. Aber vllt. gibt es dann ja auch für uns einen Corona-Freibetrag bei der Steuererklärung.
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  •   ALFPFIN
    (7346 Beiträge)

    12.04.2020 12:49 Uhr
    Einen
    Corona-Freibetrag bei der Steuererklärung, da lachen sich unsere Länder Finanzministern ja locker vom Hocker, sogar unser Bundesfinanzier Scholz dürfte da leicht das Gesicht verziehen. 😉
    Wie sie schon richtig erkannt haben, wir alle, der ganz normaler Arbeitnehmer und Steuerzahler muss das bezahlen. Wo soll es denn sonst herkommen. Fairerweise muss man sagen, wir müssen schon helfen, letztendlich trifft es sonst auch wieder den Arbeitnehmer. Nur so unbedacht das Geld ausstreuen, da waren unsere Politiker ziemlich naiv.
    Siehe Adidas und Co., sofort die Mieten nicht mehr bezahlen, nach dem Motto, das Volk kauft unsere Schlappen und T-Shirts etc. sowieso.
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  •   ALFPFIN
    (7346 Beiträge)

    11.04.2020 15:35 Uhr
    Haben
    die Clubs, Bars und Gaststätten alle nur von der Hand in den Mund gelebt?
    Alle scheinen jetzt sofort vor der Pleite zu stehen. Natürlich laufen die fixen Kosten weiter und die Soforthilfen sind nur eine Übergangshilfe.
    Hat da keiner Rücklagen gebildet? (können oder wollte man nicht?)
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