Berlin/Istanbul Türkei-Urlaub im Corona-Jahr: Reisewarnung für vier Provinzen aufgehoben

Was die türkische Regierung seit Wochen fordert, ist jetzt eingetreten: Die Bundesregierung hat grünes Licht für Urlaubsreisen an die türkische Mittelmeerküste gegeben. Der Schritt ist von erheblicher wirtschaftlicher, aber auch von politischer Bedeutung.

Nach wochenlangem Zögern hat die Bundesregierung die Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsgebiete aufgehoben. Sie gilt seit Dienstag nicht mehr für die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer begründete den Schritt mit der relativ niedrigen Zahl von Neuinfektionen in diesen Gebieten und dem "speziellen Tourismus- und Hygienekonzept", das die türkische Regierung entwickelt hat. "Bei einer Verschlechterung der pandemischen Lage kann die Reisewarnung auch für die genannten vier Provinzen wieder eingeführt werden", betonte sie aber.

Ein Mann geht an einem leeren Strand in Antalya entlang. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben.
Ein Mann geht an einem leeren Strand in Antalya entlang. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. | Bild: Marius Becker/dpa

Die türkische Regierung hatte wochenlang auf die Aufhebung der Reisewarnung gedrungen. Die Deutschen sind nach den Russen die zweitwichtigste Urlaubergruppe an den türkischen Mittelmeerstränden. Im vergangenen Jahr kamen etwa fünf Millionen Touristen aus Deutschland in Türkei. Die Türkei ist für deutsche Urlauber das drittbeliebteste Reiseland nach Spanien und Italien.

Urlauber müssen sich bei Ausreise testen lassen

Die Türkei wird  von sämtlichen Personen, die aus der Türkei nach Deutschland zurückreisen, bei der Ausreise die Vorlage eines negativen Corona-Testnachweises verlangen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Tests sind von den Rückreisenden auf eigene Kosten zu veranlassen (zwischen 15 und 30 Euro).

Die tägliche Zahl der Neuinfektionen lag in der Türkei in den letzten Wochen zwischen 900 und 1.000 Fällen pro Tag und damit etwa so hoch wie in Deutschland - bei etwa gleicher Bevölkerungszahl. Am Dienstag stiegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Türkei aber wieder auf mehr als 1.000. Die türkische Regierung hatte immer wieder betont, dass die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten an den Urlaubsorten gering seien.

Leere Liegen stehen am Strand von Lara bei Antalya in der Türkei. Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für Türkei teilweise auf.
Leere Liegen stehen am Strand von Lara bei Antalya in der Türkei. Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für Türkei teilweise auf. | Bild: Marius Becker/dpa

Die Türkei ist neben Großbritannien damit erst das zweite größere Land außerhalb der Europäischen Union und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums, für das die Reisewarnung teilweise aufgehoben wird. Der Schritt könnte nun Forderungen anderer Urlaubsländer wie Tunesien oder Ägypten nach sich ziehen, die ebenfalls auf Touristen aus Deutschland hoffen. Andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen außerhalb Europas wie Thailand lassen Touristen noch gar nicht einreisen.

Insgesamt gilt die Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie noch für etwa 160 Länder - zunächst bis zum 31. August. Sie ist kein Verbot, hat aber eine erhebliche abschreckende Wirkung. Allerdings hat sie auch eine positive Seite: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren..

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  •   357.Magnum
    (142 Beiträge)

    05.08.2020 13:23 Uhr
    das falsche Signal
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