Browserpush
66  

Karlsruhe Junge Menschen betroffen: Doppelt so viele Corona-Infizierte in Karlsruhe innerhalb einer Woche erfasst

Seit mehreren Monaten beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Mit zahlreichen Einschränkungen und vorsichtigen Lockerungen konnte die Lage stabilisiert werden - doch wohin geht der aktuelle Trend? Von den Anfängen bis heute: Jeden Mittwoch gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Ausbreitung unter jungen Menschen

Bereits seit Wochen steigen die Fallzahlen an. Derzeit ist der Aufwärtstrend in Karlsruhe so deutlich wie schon lange nicht mehr: Waren am 12. August - vor rund einer Woche -  lediglich 20 Einwohner der Stadt infiziert, sind es nun bereits 39. Es ist ein Anstieg um nahezu das Doppelte.

Anmerkung der Redaktion: Inwiefern die derzeit höhere Anzahl der durchgeführten Tests Einfluss auf die Zahl der Infizierten nimmt und das Bild womöglich verzerrt, hat die ka-news.de-Redaktion beim zuständigen Gesundheitsamt angefragt.

"Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellsten Lagebericht. Während das RKI in den vergangenen Wochen die Bedrohung durch Urlauber eher verhalten kommentiert hat, sind die Worte der Experten nun sehr deutlich: Die neuen Covid-19 Fälle wurden "zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern identifiziert.

Besonders stark breitet sich das Virus derzeit in den jüngeren Altersgruppen aus. Eine große Gefahr ist, dass der Corona-Erreger auch bei den betagteren Bevölkerungsgruppen Einzug erhält. Denn: "Sobald sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Anstieg der Hospitalisationen und Todesfälle gerechnet werden", so das RKI.

Ein Fall verdeutlicht das aktuelle Problem besonders eindrücklich: Nach einer Abifahrt in Kroatien kamen zwölf Jugendliche des Kreises Göppingen mit einer Corona-Infektion nach Deutschland zurück. Organisiert wurde die Fahrt von einem Party-Reiseveranstalter. Nun fordern Baden-Württemberg und Bayern, Kroatien zum Risikogebiet zu erklären.

2. Entwicklung der Neuinfektionen in Karlsruhe

Derzeit steigen die Neuinfektionen mit jeder Woche stärker an. Noch vor kurzem schien sich die Lage in Karlsruhe stabilisiert zu haben und die wöchentlich gemeldeten Neuinfektionen ließen sich über mehrere Wochen hinweg an einer Hand abzählen. Nun wurden innerhalb einer Woche 24 neue Fälle im Landkreis gemeldet.

Der derzeitige Anstieg könnte einen dritten Höhepunkt der Neuansteckungen für Karlsruhe bedeuten. Wie die Grafik zeigt, klettert die Rate der Neuansteckungen aktuell zum dritten Mal in die Höhe.

 

Nach dem großen Ausbruch in März und April hat die Fächerstadt bereits eine zweite, kleinere Spitze hinter sich: Nachdem das Infektionsgeschehen über mehrere Wochen nahezu zum Stillstand kam, stiegen Ende Juni die Zahlen wieder an.

Wie konnte es bereits vor der Urlaubssaison zu einem zweiten Höhepunkt kommen? Im Wesentlichen steht das Infektionsgeschehen Ende Juni mit den Vorfällen in einer Karlsruher Freikirche in Zusammenhang, teilt das Gesundheitsamt Karlsruhe mit. Während eines Gottesdienstes hatten sich 22 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Familiäre Kontakte hatten die gegenseitige Ansteckung begünstigt.

Fast zeitgleich war das Virus unweit von Karlsruhe am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten ausgebrochen. Hier haben sich fünf Personen - vier Schüler und eine Lehrerin - mit dem Virus infiziert. Nach wenigen Tagen Schulschließung und über 60 negativen Tests wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Die lokalen Ausbrüche zeigen, dass das Corona-Virus bei unachtsamem Verhalten rasch wieder größere Kreise ziehen kann. "Wir müssen mit der Pandemie leben", brachte es Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz Mitte Juni auf den Punkt.

Die übergeordnete Strategie heißt demnach "Containment" - zu deutsch: Eindämmung. Dahinter verbirgt sich das Ziel, Infektionsketten schnell zu unterbrechen und alle Kontakte lückenlos nachzuverfolgen.

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Corona-Virus in seine Schranken zu weisen. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils nach rund einer Woche ist die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

Das bedeutet: Sollte es nun aufgrund der Urlaubsrückkehrer und der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften wieder zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später festgestellt werden. 

Zur aktuellen Lage-Einschätzung des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de.

 

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (66)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   barheine
    (743 Beiträge)

    19.08.2020 19:45 Uhr
    Und immer schön daran denken: Ein zweiter Lockdown wird richtig unangenehm, sehr viel mehr Arbeitsplätze kosten und alle bisherigen Erfolge im Kampf gegen Corona zunichte machen!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kawai
    (254 Beiträge)

    19.08.2020 18:20 Uhr
    Kritische Situation
    Die Lage ist kritisch. Die Infektionszahlen steigen immer schneller, und gleichzeitig wird von Tag zu Tag klarer, dass Covid-19 zusätzlich zu den Todesfällen eine weitauß größere Anzahl an schwer geschädigten Menschen aller Altersgruppen produziert, die noch nach Monaten (und teilweise auch für immer) dauerhafte Erschöpfung, Atemprobleme, Nierenversagen, Schlaganfälle, usw. haben. Die Berichte sind schockierend.

    Es ist daher vollkommen klar: nur wenn wir weiterhin alles versuchen, um Ansteckungen zu verhindern, lässt sich der drohende gewaltige Schaden für die Gesundheit UND für die Wirtschaft abwenden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   AlterMann
    (407 Beiträge)

    14.08.2020 18:10 Uhr
    Vor Corona
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   tom1966
    (1715 Beiträge)

    20.08.2020 08:48 Uhr
    Alles richtig! ABER:
    ist das ein Grund, nicht gegen das Coronavirus vorzugehen?

    Stand gestern: über 22 Millionen Infizierte und fast 800 000 Tote weltweit (Zahlen steigend). Und da soll nichts unternommen werden, weil an anderen Krankheiten auch Menschen sterben?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schmidmi
    (2838 Beiträge)

    19.08.2020 21:57 Uhr
    Alter Mann
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   timo
    (3400 Beiträge)

    19.08.2020 19:54 Uhr
    Hauptsache die Flüchtlinge werden vor dem Ertrinken gerettet.
    Absolut widerlicher Kommentar. Und wieder irgendwie das Lieblingsthema eingebracht, bravo!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    19.08.2020 20:15 Uhr
    Wirst sehen
    Dein Kommentar wird gelöscht, der widerliche steht seit 14.08.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (11056 Beiträge)

    20.08.2020 02:22 Uhr
    Gelöscht
    wird was gemeldet wird. Es gab Zeiten, da habe ich, die früh ins Bett geht und zu Zeiten wie jetzt aufsteht und liest, ganz extrem schlimme Kommentar löschen lassen (z.B. Genickschuss für einen Politiker). Das gab ein riesiges Durcheinander, weil Stunden später eine ganze Gruppe auf mich losging, die Zusammenhänge nicht mehr erkennen konnte.
    Nach einer Anzeige hat sich tatsächlich etwas geändert, obwohl ich sie nicht weiter verfolgt habe, z.B., was Geldansprüche meinerseits angeht. Aber mit Sicherheit war das der Anfang, dass man auf unglaubliche Beleidigungen im Internet aufmerksam wurde.

    Ich selbst habe tatsächlich schon in den 80er Jahren meine Todesanzeige im Briefkasten gefunden und noch mehr. Ein ganz übler Stalker war sehr lange am Werk. Damals gab es noch keine NSU 2.0
    In meinem Fall ging das sehr wahrscheinlich gegen mich als Frau, die damals darauf aufmerksam machte, dass im BGB noch nicht alle §§ dem Grundgesetz entsprechen: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   HerrNilson
    (1700 Beiträge)

    14.08.2020 18:38 Uhr
    Joa
    Äpfel..Birnen..und so....
    Weiterleugnen und verharmlosen! Und viel Spass dabei.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Tellerrand
    (83 Beiträge)

    13.08.2020 14:22 Uhr
    Unglaublich beunruhigend!
    Ich werde doch gleich mal meine Klopapierreserven checken! zwinkern

    Es sind Leute bei denen der Test positiv war.
    Sind die Leute denn auch krank und wenn ja wie ernsthaft?
    Diese Info fehlt leider. Das wäre aber wichtig, in Bezug der Überlastung des Gesundheitssystemes.
    Darum ging es doch!
    Wenn ich mal erinnern darf!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 (7 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen