Mannheim/Karlsruhe Vesperkirchen öffnen in Baden-Württemberg: "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen"

Die Vesperkirchen haben in Baden-Württemberg gute Tradition: In der kalten Jahreszeit bekommen Bedürftige hier vor allem eine warme Mahlzeit. Doch auch hier planen die Verantwortlichen wegen Corona um.

Die Mannheimer Vesperkirche geht trotz Corona mit einem warmen Essen in der Kirchengemeinde an den Start. Die Evangelische Kirche und das Diakonische Werk Mannheim bieten von Montag an in der CityKirche Konkordien bis Ende Januar täglich drei Mal jeweils bis zu 60 Essen am Tag an.

"Ein Corona-Winter ohne Vesperkirche, das schien uns verantwortungslos", sagte Dekan Ralph Hartmann.

Die Vesperkirchen-Gäste seien von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen und hätten kaum Orte, wo sich aufhalten könnten. Wegen der strengeren Corona-Kontaktregeln soll das Angebot vor Ort aber nur für Wohnungslose gelten, betonte eine Sprecherin. Alle anderen Bedürftigen müssen das Essen mit nach Hause nehmen.

"Wir versuchen, das Beste daraus zu machen"

Einen Tag zuvor hatte Karlsruhe mit der Herausgabe von Essen to go begonnen. "Ein gemeinsames Verzehren der Mahlzeit ist nicht möglich", betonten die Organisatoren.

"Wir versuchen, das Beste daraus zu machen", erklärte Hannelore Kroll aus dem Vesperkirchenbüro: "Eine Essensstraße mit Zusatzangeboten. Auf dieser erhält jeder Besucher eine umweltgerechte Schüssel für den Transport sowie eine gerichtete Tüte mit Vesperbroten, Obst, etwas Süßes und eventuell mit verpackten Hygieneartikeln oder anderen Spenden."

Heute steht Cevapcici mit Reis auf dem Speiseplan.
Heute steht Cevapcici mit Reis auf dem Speiseplan. | Bild: Hammer Photografie

Darüber hinaus seien zwei Pavillons als "Andachtszelt" für Fürbitten und "Gesprächszelt" für Einzelgespräche oder Beratungen aufgebaut.

Auch in Stuttgart, wo die Vesperkirche am 17. Januar startet, soll es einer Sprecherin zufolge zunächst nur Mitnahmeangebote geben wegen der strengeren Beschränkungen. Wie sonst auch würden täglich 500 bis 600 Mahlzeiten gekocht. Diese würden aber an mehreren Ausgabestellen zeitlich versetzt ausgegeben, damit sich nicht zu viele Menschen sammeln.

Die Hoffnung sei, ab Februar dann auch wieder dreimal täglich 50 Menschen in die Kirche selbst zu lassen und zwischendurch zu desinfizieren und zu lüften. Die neuen Corona-Regelungen sollen zunächst bis Ende Januar gelten.

Ältere Helfer haben Angst vor Ansteckung

Auch in Mannheim wird streng auf deren Einhaltung geachtet. Die Tische stehen in gebotenem Abstand, es wird nach jeder der Schichten gelüftet. Die maskenpflichtigen Besucher werden vor dem Eintritt in einem Wärmezelt registriert und ihnen wird Fieber gemessen, Ein- und Ausgang aus der Kirche liegen separat. Außerdem werden Vesperbeutel verteilt.

550 Essen werden bereit gehalten. In gewöhnlichen Zeiten besuchen 500 bis 600 arme Menschen die CityKirche Konkordien.

Auf kostenloses Haareschneiden, Zahnarztbehandlung und Kleiderspenden müssen die Besucher aus Hygienegründen allerdings verzichten. Sozialberatung und ein Corona-Schnelltest stehen aber noch auf dem Programm.

Für die Besucher werden Vesperboxen vorbereitet und im Akkord Brote geschmiert.
(Symbolbild) | Bild: Hammer Photographie

Die 270 ehrenamtlichen Helfer seien wegen Corona schwieriger als sonst zu gewinnen gewesen, hieß es. Viele der bisherigen Helfer gehörten der Risikogruppe älterer Menschen an und engagierten sich aus Angst vor Ansteckung nicht. Schließlich seien aber genügend jüngere Helfer gefunden worden.

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