13  

Freiburg Ansturm auf Ausflugsziele im Schwarzwald: Verkehrschaos und überfüllte Parkplätze

Viele Freizeit-Optionen blieben dieses Jahr nicht angesichts der zahlreichen Corona-Beschränkungen. Da verwundert es kaum, dass es die Menschen vermehrt in die Natur verschlagen hat. Im Schwarzwald hatte der Wander-Boom jedoch auch unangenehme Nebeneffekte.

Die Corona-Pandemie hat im Schwarzwald einen Wander-Boom ausgelöst. Im Nationalpark Schwarzwald seien im Zeitraum April bis Juni 2020 rund 100.000 Gäste mehr unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum, erklärte die Parkverwaltung. Das sei ein Plus von knapp 50 Prozent. An einigen Stellen wurden demnach gar doppelt bis dreimal so viele Ausflügler wie im Vorjahreszeitraum gezählt.

Die Zahlen für die Monate ab Juli seien noch nicht ausgewertet worden, aber auch für diesen Zeitraum zeichne sich ein deutliches Besucherplus ab. Basis für die Einschätzung sind Zählschranken, die seit dem Jahr 2018 im Nationalpark aufgestellt wurden.

Polizei sperrt Zufahrtsstraßen

Fest steht, dass Schnee und gutes Wetter auch zur Weihnachtszeit viele Ausflügler in die Natur zogen. Einen wahren Ansturm erlebten beliebte Ziele wie der Dobel oder der Mummelsee im Nordschwarzwald und der Kandel nahe Freiburg. Stellenweise kam es an verschiedenen Tagen zu einem Verkehrschaos, weil Parkplätze überfüllt waren. Mancherorts sperrte die Polizei die Zufahrtsstraßen, um des Andrangs Herr zu werden. Laut Offenburger Polizei sind Besuchermassen bei Schnee im Schwarzwald aber nichts Ungewöhnliches - das gebe es jedes Jahr, sagte ein Sprecher.

Coronabedingt war hingegen wohl der Ansturm der Wanderer. Die Wanderführer und Wegewarte der Region hätten bemerkt, dass 2020 viel mehr Menschen unterwegs gewesen seien als zuvor, sagte ein Sprecher des Schwarzwaldvereins.

Anett Vonglatsamy, Vorsitzende der Ortsgruppe Freiburg, sagte der dpa: "Im Frühjahr war es draußen total voll." Auch unter der Woche sei der Ansturm spürbar gewesen, und sonst weniger frequentierte Wege seien plötzlich gut besucht gewesen. Im Herbst seien die Zahlen der Wanderer weiter erhöht gewesen. In ihrem Ortsverein sei im Corona-Jahr 2020 zudem die Mitgliederzahl deutlich angestiegen.

Störungen gefährlich für Waldtiere

Eine Wanderwartin, die sich unter anderem um den Erhalt der Wegebeschilderung kümmert, erklärte, viele Wanderer hätten sie im Freiburger Stadtwald gefragt, wie man zu bestimmten Zielen komme. "Das ist mir bis dato nicht so häufig passiert, vielleicht sind vermehrt 'neue' Waldbesucher unterwegs."

Der Andrang hatte laut Nationalparkverwaltung aber auch negative Folgen. "Das Ranger-Team musste häufig wilde Camper ermahnen und größere Gesellschaften auflösen", hieß es. "Auf den Parkplätzen im Nationalpark standen die Wohnmobile teilweise dicht an dicht." Wie die Tierwelt die vielen Besucher verkraftet habe, sei noch nicht klar.

Störungen durch Menschen abseits der Wege seien besonders in den kalten Monaten gefährlich für die Tiere, da sie in dieser Zeit von ihren Energiereserven zehren müssten. Im Frühjahr seien viele Tiere anfällig für Störungen, weil sie mit Brüten oder der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt seien.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (13)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Mondgesicht
    (2525 Beiträge)

    04.01.2021 09:34 Uhr
    Schwarzwald-Neulinge
    Ich denke, eines der derzeitigen Probleme besteht darin, dass viele "Schwarzwald-Neulinge" unterwegs sind. Also Leute, die sonst an den Wochenenden eher in der Stadt shoppen waren oder mit der Familie ins Spaßbad gegangen sind. Mangels solcher Möglichkeiten geht es jetzt plötzlich raus in die Natur. Und wohin? Na, an die Orte, die man vom Namen her kennt. Und so tummeln sich zu viele an den bekannten Orten z.B. an der Schwarzwaldhochstraße.

    Wer sich auskennt und sich ein ruhigeres Ziel sucht, der wird selbst an den Wochenenden auf nicht allzu viele andere Menschen treffen. Der Schwarzwald ist groß genug, die Ausflügler können sich alle pandemiegerecht verteilen. Kein Anlass also für politische Überreaktionen wie z.B. jetzt in Thüringen geplant. Ich hoffe sehr, unsere Landesregierung bleibt vernünftig.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Queri
    (191 Beiträge)

    04.01.2021 11:27 Uhr
    '
    Eben.
    Tatsache ist ja, die Menschen sind auch in Coronazeiten nicht einfach weg. Sie machen also jenes oder selles zwinkern
    Da ist Bewegung an der frischen Luft in Corona gerechter Gruppen-Zusammensetzung sicherlich eine der allerbesten Betätigungsmöglichkeiten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tom1966
    (1031 Beiträge)

    04.01.2021 08:24 Uhr
    Schwarzwald
    Das Problem ist doch, dass sich wieder zuviele Menschen an einem Ort versammeln. Es spricht nichts dagegen, sich in der Natur und im Schnee aufzuhalten. Wenn ich jedoch sehe, dass Parkplätze belegt sind und sich demzufolge schon viele an diesem Ort befinden, fahre ich doch lieber weiter und suche mir einen Platz, an dem weniger los ist.
    Das ist doch die Eigenverantwortung, die immer wieder angesprochen wird.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   melotronix
    (3350 Beiträge)

    04.01.2021 07:16 Uhr
    abwarten und Tee trinken...
    der Mensch ist einfach nicht vernünftig und wird die Folgen spüren. England täglich 50 000 Neuinfektionen. Die Einschläge kommen näher!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Berty87
    (922 Beiträge)

    04.01.2021 02:01 Uhr
    Ich
    Glaub die ein oder anderen haben den ernst der Lage immer noch nicht kapiert.

    Danke das Ihr uns zuhause lässt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Queri
    (191 Beiträge)

    04.01.2021 11:12 Uhr
    '
    diese Debatte ist ein aufgeblasenes "Scheintema", sorry.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   FinnMcCool
    (440 Beiträge)

    03.01.2021 20:55 Uhr
    Ich frage mich nur eines ...
    ... und zwar ob "Generals Soleimani" regelmässiger Gast im Schwarzwald war? Oder warum wird ein Bild von ihm in dem Artikel gezeigt?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   FG1961
    (427 Beiträge)

    03.01.2021 19:43 Uhr
    Eine freiheitliche Demokratie
    muss dieses vermeintliche Fehlverhalten aushalten.
    Erst wenn die vereinbarten Regeln und Verordnungen gebrochen werden, kann oder muss die Legislative einschreiten. Sonst macht sich die Legislative unglaubwürdig.
    Aktuell wird der vorhersehbare Bewegungsdrang nicht eingeschränkt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Berty87
    (922 Beiträge)

    04.01.2021 02:02 Uhr
    Es
    Hilft nur.

    Ausgangssperre auch Tagsüber. Mit den gleichen Auflagen wie Nachts. Alles andere hilft nicht. Und es wird kommen wenn einige es immer noch nicht kapiert haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Schillerlocke
    (413 Beiträge)

    04.01.2021 11:20 Uhr
    Da spricht die pure Panik
    Liegen die Leichen schon auf den Straßen rum?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.