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Karlsruhe Alle Erstimpftermine mit AstraZeneca bis Montag in Baden-Württemberg abgesagt

In einer Pressemitteilung gibt das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg weitere Details zu den ausgesetzten Impfungen mit AstraZeneca bekannt. Bis einschließlich Montag, den 22 März, sollen alle Termine abgesagt werden, die eine Erstimpfung umfassen. Spätere Termine bleiben zunächst bestehen. Alle bereits gebuchten Termine mit Biontech/Pfizer oder Moderna bleiben bestehen. Das gilt für alle Menschen aus der ersten und der zweiten Priorität, egal welchen Alters.

16:06 Nur Erstimpfungen von Absagen betroffen

In einer weiteren Pressemitteilung gibt das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg bekannt, dass die Terminabsagen, die in einer vorherigen Meldung kommuniziert worden waren, nur Diejenigen beträfe, die eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten sollten. 

Spätere Termine bleiben zunächst bestehen. Menschen, deren Ersttermin jetzt abgesagt wird, werden gebeten, die Informationen zum Zweittermin vorerst aufzubewahren. Bislang haben in Baden-Württemberg noch keine Zweitimpfungen mit AstraZeneca stattgefunden.

Vulnerable Gruppen haben jetzt Priorität

"Der Impfstopp für AstraZeneca ist eine Vorsichtsmaßnahme. Ich hoffe, dass die nun angesetzten Untersuchungen und Prüfungen helfen werden, die Zweifel auszuräumen. Der dadurch verursachte, deutlich verschärfte Impfstoffmangel und die damit verbundenen Terminabsagen sind sehr frustrierend, für uns genauso wie für die, die eine Absage erhalten", so der Gesundheitsminister Manne Lucha.

Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsminister von Baden-Württemberg.
Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsminister von Baden-Württemberg. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

"Wir versuchen gemeinsam mit den Impfzentren, möglichst viele Termine durch direkte Umbuchungen auf die beiden anderen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zu halten und zeitnah weiterhin zu ermöglichen“, so der Gesundheitsminister weiter.

Die stark verminderten Impfstoffmengen sollen nun genutzt werden, um vulnerable Menschengruppen vorrangig zu impfen. "Deshalb hat die Abarbeitung der Warteliste mit Menschen über 80 und über 65 aus Berufsgruppen aus der ersten Priorität jetzt absoluten Vorrang", führt der Gesundheitsminister fort. 

In Berlin hat es bereits erste Impfungen in Arztpraxen gegeben.
In Berlin hat es bereits erste Impfungen in Arztpraxen gegeben. | Bild: Hannibal Hanschke/Reuters/Pool/dpa

Für die Abarbeitung der Warteliste wird das Terminbuchungssystem zunächst bis einschließlich Montag, 22. März, geschlossen. Für diese Zeit können weder telefonisch noch online Termine in den Impfzentren gebucht werden.

Benachrichtigung über Callcenter

"Die Menschen auf der Warteliste werden direkt durch das Callcenter informiert, wenn ein Termin für sie verfügbar ist. Von Nachfragen bitten wir abzusehen. Wer von heute an (16. März) eine Absage für einen mit AstraZeneca gebuchten Termin erhält, wird hinter den Menschen aus der ersten Priorität auf die Warteliste genommen", heißt es seitens des Ministeriums.

Sobald die Warteliste der über 80-Jährigen abgearbeitet sei, würden jene zum Zug kommen, die bereits einen Termin mit AstraZeneca gebucht hatten und deren Termin nicht auf einen anderen Impfstoff umgebucht werden konnte.

Ein Schild mit der Aufschrift "Impfen - Bitte warten! Sie werden aufgerufen." ist in einem Impfzentrum angebracht.
Ein Schild mit der Aufschrift "Impfen - Bitte warten! Sie werden aufgerufen." ist in einem Impfzentrum angebracht. | Bild: Felix Kästle/dpa/Archivbild

"Menschen, die bereits gestern eine Terminabsage erhalten haben, müssen wir um Entschuldigung bitten. Diese müssen sich um einen erneuten Impftermin bemühen, sobald die Terminbuchung wieder geöffnet ist. Die technischen Voraussetzungen lassen es leider nicht zu, die Daten der gestern abgesagten Termine wiederherzustellen und diese Personen auf die Warteliste zu setzen". heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

12:12 Keine AstraZeneca-Termine bis Montag, 22. März

"Aktuell betrifft das rund 15.000 Impfungen pro Tag. Spätere Termine bleiben zunächst bestehen. Spätestens am Montag, 22. März, findet eine weitere Telefonschaltkonferenz der Gesundheitsministerkonferenz statt. Danach wird über den weiteren Verlauf entschieden, sollten nicht bereits vorher neue Informationen vorliegen", heißt es seitens des Ministeriums für Soziales und Integration.

Auf einem Tisch stehen die Ampullen mit dem Astrazeneca-Impfstoff.
Auf einem Tisch stehen die Ampullen mit dem Astrazeneca-Impfstoff. | Bild: Nicolas Armer/dpa/Archivbild

Wer bei der Terminbuchung eine korrekte E-Mail-Adresse angegeben habe, soll per Mail über die Absage informiert werden. Eine telefonische Information sei jedoch " angesichts der großen Menge an abzusagenden Termine" nicht für alle Betroffenen durchführbar.

Alle für diese Woche gebuchten Termine mit AstraZeneca sind abgesagt.

Termine mit Biontech und Moderna sind nicht betroffen

Sofern auf der Terminbestätigung der Impfstoff nicht vermerkt sei, lasse sich anhand des Abstands zwischen Erst- und Zweittermin feststellen, um welchen Impfstoff es sich handelt. Bei einem Abstand von 9 Wochen und mehr handelt es sich um einen Termin mit AstraZeneca.

Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus.
Auch Deutschland setzt Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aus. | Bild: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Kürzere Abstände bedeuten hingegen, dass die Termine auf Biontech oder Moderna gebucht sind. Termine mit diesen beiden Impfstoffen sollen unverändert stattfinden. Eine direkte Umbuchung der abgesagten Termine sei aufgrund des Impfstoffmangels nicht möglich.

Auch in Karlsruhe sollen die Termine mit Moderna und Biontech wie vereinbart stattfinden. Auch die mobilen Impfteams werden weiter ihrer Arbeit nachgehen.

"Die Impfzentren werden von uns gebeten, alle über 80-Jährigen, die von dieser Terminabsage betroffen sind, entweder auf einen anderen Impfstoff umzubuchen, oder sie alternativ auf eine eigens zu führende Warteliste zu setzen. Die Termine für alle anderen müssen leider ersatzlos verfallen", so das Ministerium für Soziales und Integration.

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  •   tom1966
    (1409 Beiträge)

    17.03.2021 09:02 Uhr
    Unverhältnismäßig!
    Ich halte den Stop der Impfungen mit AZ für unverhältnismäßig: Es gab nur eine einstellige Zahl von Thrombosen bei ca.1,75 Millionen verimpften Dosen (also einstelliger Promillebereich) und das auch nur "im zeitlichen Zusammenhang", also (noch?) nicht definitiv auf den Impfstoff zurückzuführen.

    Gab es bei den anderen Impfstoffen keine Nebenwirkungen? Berichtet wurde nur über "normale" Impfreaktionen.
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  •   tom1966
    (1409 Beiträge)

    18.03.2021 15:17 Uhr
    Rechenfehler
    nicht einstelliger Promillebereich, sondern tausendstel Promillebereich
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  •   RainerBu
    (1418 Beiträge)

    17.03.2021 09:56 Uhr
    länderübergreifend
    jetzt 10 Todesfälle nach AZ-Impfung, drei in Deutschland und alle nicht so alt.
    Da gibts sicher einen Zusammenhang.
    Mindestens 10 , werden wohl noch mehr .
    Warum legt man nicht mehr Anstrengungen da rein um herauszufinden wer eher keine Impfung braucht bzw wer sie wirklich braucht oder auch in die Erforschung besserer Behandlung ?
    Es geht nicht nur ums Geld aber auch .
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  •   Weichei
    (883 Beiträge)

    17.03.2021 05:01 Uhr
    Nur eine Frage
    Koennte es nich thelfen ein oder zwei Tage vor der Impfung eine Blutverduennende Medizin einzunehmen?
    Z.B. simples Aspirin?
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  •   RainerBu
    (1418 Beiträge)

    17.03.2021 09:52 Uhr
    nein
    würde nicht helfen meinte dazu Hr.Lauterbach . Muss aber auch nicht alles stimmen was er sagt.
    Bin zudem gar nicht erfreut über diesen Mensch.
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  •   tom1966
    (1409 Beiträge)

    17.03.2021 09:03 Uhr
    !
    Gute Frage!
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  •   Rino
    (358 Beiträge)

    16.03.2021 18:16 Uhr
    Nichts geht mehr = Eine Lachnummer!
    Derzeit keine Onlinebuchung von Impfterminen
    Aufgrund des Impfstopps für das Vakzin von Astra-Zeneca besteht derzeit in Baden-Württemberg keine Möglichkeit zur Onlinebuchung von Impfterminen.
    Für die Abarbeitung der Warteliste wird das Terminbuchungssystem zunächst bis einschließlich Montag, 22. März, geschlossen. Für diese Zeit können weder telefonisch noch online Termine in den Impfzentren gebucht werden.
    So steht es seit ca. 17:00 Uhr auf "impfterminservice.de"[b][/b]
    Damit niemand auf die Idee kommt, vor Dienstag 23.03.21 auf der Page zu stören.
    Der grüne Gesundsminister soll sich endlich zusammen mit seinen Spiessgesellen vom Acker machen.
    Und die in Berlin gleich mit.
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  •   ALFPFIN
    (7706 Beiträge)

    16.03.2021 16:00 Uhr
    @santana
    Ich gehöre zu der Gruppe, die sich erst ab 09.03. impfen lassen kann, da ist der Andrang natürlich jetzt riesengroß. Davor habe ich es schon auch bei umliegenden Impfzentren versucht, bekam aber keinen Termin, weil erst alle, die 80 Jahre alt und oder älter sind geimpft werden sollten. War ja auch so publiziert worden.
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  •   Mondgesicht
    (2626 Beiträge)

    16.03.2021 14:44 Uhr
    In Großbritannien
    wurde schon eine vielfache Zahl Menschen mit eben diesem Impfstoff geimpft. Und es gab und gibt keine Diskussionen. Stattdessen freuen sich die Briten über die Ankündigung, dass in einigen Wochen die Außengastronomie wieder öffnet. Man hört, die Pubs seien jetzt schon auf Wochen ausgebucht...

    Drei oder vier Fälle, gerechnet auf eine Million Impfungen. Und das bezieht sich ja nur auf die Nebenwirkung, es heißt nicht, dass diese tödlich ist. Die Welt berichtet: "Die Thrombozytopenie ist auch bei Impfungen gegen Mumps / Masern / Röteln eine bekannte Nebenwirkung - hier beträgt die Prävalenz 1:40.000, ebenso kommt sie in seltenen Fällen bei einer Impfung gegen Windpocken vor."

    Also, ist das Aussetzen der Impfungen deswegen wirklich gerechtfertigt? Nimmt man dafür lieber in Kauf, dass deutlich mehr Menschen am Coronavirus erkranken? Ich glaube, hier liegt Herr Spahn erneut daneben.
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  •   Reger
    (618 Beiträge)

    16.03.2021 13:24 Uhr
    Richtige Entscheidung?
    Ist das die richtige Entscheidung? Kleines Risiko durch das Impfmittel aber womöglich größeres durch Todesfälle infolge Nichtimpfung.
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