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Karlsruhe Verantwortungslose Karlsruher? "Wir hoffen, dass Ausgangssperre nicht notwendig wird"

In Zeiten des Corona-Virus sind die Karlsruher Bürger angehalten, überflüssige soziale Kontakte zu meiden. Dazu gehört auch, keine Gruppenausflüge in öffentliche Grünanlagen zu unternehmen oder "Corona Partys" in den eigenen vier Wänden zu feiern. Die Stadt Karlsruhe appelliert erneut an ihre Bürger, sich jetzt verantwortungsbewusst zu verhalten.

Der Karlsruher Schlossgarten und der Botanische Garten sind wegen des Corona-Virus seit Mittwoch gesperrt. Sie werden vom Land Baden-Württemberg betrieben, das sich zu dieser Maßnahme entschlossen hatte. 

Menschenansammlungen auch im Freien (ver)meiden!

Anders sieht es bei den kommunalen Grünanlagen aus: Die Karlsruher Grünanlagen, die von der Stadt betrieben werden, sollen geöffnet bleiben. Innerstädtische Parks wie die Günther-Klotz-Anlage sollen den Bürgern weiterhin zur Naherholung zur Verfügung stehen. Doch dabei gilt: Abstand halten und keine Menschenansammlungen bilden!

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Peter Eich

Jeder solle sich so verhalten, als ob er das Virus habe und andere anstecken könnte, sagte jüngst Oberbürgermeister Frank Mentrup. Dass es erst jetzt Corona-Fälle gegeben hat, die sich in Karlsruhe angesteckt haben, führt das Stadtoberhaupt auf die früh ergriffenen Maßnahmen wie das Schließen der Kultureinrichtungen zurück.

"Corona-Ansteckparty" sollte Scherz sein

Um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und die Risikogruppen in der Bevölkerung zu schützen, ist weiterhin wichtig, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

Vielen scheint der Ernst der Lage noch nicht bewusst zu sein: Am Montag hatte ein 40 Jahre alter Mann in Karlsruhe nach Polizeiangaben über soziale Netzwerke zu einer "Corona-Ansteck-Party" eingeladen. Es sollte ein Scherz sein, so der nicht infizierte Mann gegenüber der Polizei, die nach seiner Facebook-Ankündigung an seine  Tür klopfte.

Wenn sich keiner an Regeln hält, kommt bald die Ausgangssperre

Die Verantwortungslosigkeit einiger Karlsruher zeigt sich jüngst in einem weiteren Beispiel: Am Donnerstagabend hat die Stadt sich entschieden, die Turmbergterrasse zu schließen. Die Empfehlung, Menschengruppen auch im Freien zu meiden, sei hier konsequent ignoriert worden. Jetzt herrscht dort Aufenthaltsverbot.

Turmberg
Turmberg aus der Luft. | Bild: Peter Eich

Am Donnerstagmorgen hieß es von der Stadtverwaltung auf ka-news-Anfrage: "Wir haben derzeit noch nicht vor, Grünanlagen zu sperren." Sie betonte aber auch, dass man das Verhalten der Karlsruher genau beobachte und gegebenenfalls neue Maßnahmen ergreifen werde.

"Die Maßnahmen sind nicht zum Spaß"

"Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, wie sich die Menschen an die bisher aufgestellten Regelungen halten", so die Stadt. "Wir hoffen nach wie vor, dass eine Ausgangssperre nicht notwendig werden wird."

Am Abend wendet sich Oberbürgermeister Frank Mentrup in einem aktuellen Videostatement erneut an die Bevölkerung: Es sei festzustellen, dass sich Bürger an vielen Stellen noch nicht an die neuen Verordnungen halten.

So sei auf einigen Spielplätzen zu beobachten, dass das Verbot noch nicht angekommen ist. Bis Freitag sollen wirklich alle Spielplätze abgesperrt sein. "Wir hoffen auf die Einsicht der Bürgerinnen und Bürger, dass sie jetzt nicht durch eigenes Handeln diese Maßnahmen zunichte machen", so Mentrup. Sie seien schließlich nicht zum Spaß, sondern um die Menschen vor dem Virus zu schützen.

Aktualisierung: Freitag

Bund und Länder werden am Sonntag über eine Ausgangssperre entscheiden. Man werde das Verhalten der Bevölkerung am Samstag beobachten, so Kanzleramtschef Helge Braun. An diesem Tag soll sich zeigen, ob die Bürger verantwortungsbewusst handeln.

Das Land Baden-Württemberg bereitet derweil ein "Niederlassungsverbot für Gruppen an öffentlichen Plätzen" vor. Bei der betroffenen Gruppengröße handelt es sich nach Informationen de Deutschen Presseagentur (dpa) um eine einstellige Zahl.

Eine weitere Verschärfung der bestehenden Rechtsverordnung betrifft Gastronomen: Der Vor-Ort-Verzehr soll untersagt werden, Lieferserivce und Thekenverkauf zum Mitnehmen bliebe erlaubt.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Propagandahilfskraft
    (1700 Beiträge)

    20.03.2020 23:57 Uhr
    Jetzt wird es wirklich peinlich!
    Zuerst mal hatte ich genug Angehörige, Freunde und Bekannte auf der Intensivstation und diese sind sehr häufig mit einem Leintuch über dem Gesicht rausgefahren worden. Mit dieser dummdreisten und peinlichen Anspielung kannst Du bei mir nicht landen. Euch Virushysterikern ist auch nix zu peinlich.

    Als Wissenschaftler kenne ich die Abhängigkeit von Anwerben von Drittmitteln. Und genau das wird hier gemacht. Und ich kenne die mangelhaften bis nicht vorhandenen Kenntnisse vieler Mediziner von Statistik. Auch das kann ich hier mal wieder nur zu gut erkennen. Damit habe ich fast so viele Jahre Erfahrung wie mit den Menschen auf der Intensivstation. Und das Versagen der Medizinern bei den billigsten Risikoabschätzungen ist schon längst eine beliebte Lachnummer in gewissen Kreisen. Leider sind die Folgen, also dumpfbackige Politiker die darauf reinfallen und Unsinn bauen, weniger amüsant. Und natürlich die Hysteriker ... die Foren und Ohren vollkreischen ...
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  •   Route66
    (2817 Beiträge)

    21.03.2020 08:16 Uhr
    Na jetzt
    wird der Wissenschaftler ausgepackt. Du kannst viel erzählen. Deinem Geschreibsel nach bist Du nämlich hier drin nur am schwurbeln und verschwören. Du relativierst den Virus mit Grippe ohne Unterlass, unterstellt seriösen anerkannten Kapazitäten, dass sie uns des Forschungsetats oder auf Anweisung der Regierung falsche Infos geben.
    Brauchst nicht mehr zu antworten, mir ist das echt zu blöd mit Dir und auch der Dummen Gans. Wir Menschen haben im Moment andere Probleme als Politikerhetze, Verschwörungstherorien und Selbstdarsteller vor dem Herrn. KwT
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  •   Propagandahilfskraft
    (1700 Beiträge)

    21.03.2020 11:28 Uhr
    Die Anweisung der Regierung ...
    ... sind die gesetzlichen Regelungen zur Drittmittelforschung. Und diese liegen offen im Netz. Kannst Dich ja selber davon überzeugen. Das ist so gesehen offen und keine Verschwörung. Die Sprechpuppen der Regierung funktionieren hier als ganz normale marktwirtschaftliche Akteure. Frage Dich immer: Wem nutzt’s? Und folge dem Geld. ANsonsten wirst Du dem Rest Deines Lebens, egal ob Dich SARS-CoV-2, Influenza, Unfall oder Alterschwäche dahinraffen, ein Propagandaopfer bleiben.
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  •   Nerolino
    (53 Beiträge)

    19.03.2020 20:54 Uhr
    Oh je
    Sterben jetzt alle die das Virus haben?
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  •   Vika
    (260 Beiträge)

    19.03.2020 20:59 Uhr
    Nicht jeder
    Aber es sterben Menschen und das muss nicht sein,wenn sich jeder daran haltet und nicht nur an sich denkt,kann man die Zahl minimieren
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  •   Vika
    (260 Beiträge)

    19.03.2020 21:00 Uhr
    Bitte
    Denk mal auch an deinen nächsten
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  •   Helmut
    (1 Beiträge)

    19.03.2020 19:39 Uhr
    Ausgangssperre
    Auf dem Titelbild sehe ich nur Leute die sich richtig verhalten und Körperkontakt meiden. An einem so sonnigen Tag ist normaler weise 1000 mal mehr los. Das man die offensichtlich gesunden Jungen Menschen , die an der frischen Luft Sonne tanken, versucht zu diskreditieren ist nicht angemessen. Deswegen eine Ausgangssperre zu verhängen ist lächerlich.
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