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Karlsruhe Simone Noä bangt um ihren Blumenladen: "Bis zu Muttertag will ich wieder geöffnet haben!"

Viele Selbstständige in Karlsruhe kämpfen wegen des Corona-Virus aktuell um ihre Existenz. So geht es auch Simone Noä, Inhaberin des Blumenladens Reichert in der Oststadt. Sie hofft, dass sie bis zum Muttertag am 10. Mai ihr Geschäft wieder öffnen kann. Mit ka-news.de hat sie über ihre aktuelle Situation gesprochen.

Tulpen, Veilchen und Co. gingen bei Simone Noä das letzte Mal am vergangenen Mittwoch über den Ladentisch - für einen Euro. Ausverkaufspreis. Seitdem hat die Grünwettersbacherin ihren Blumenladen Reichert in der Oststadt geschlossen.

Bild: Marlene Witke

Voraussichtlich bis zu den Osterferien muss das auch so bleiben. Wie so viele andere Unternehmer leidet auch sie aktuell unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. 

"Noch kann ich die laufenden Kosten halten"

Rund 3.500 Euro Fixkosten muss sie jeden Monat decken. "Noch kann ich die laufenden Kosten halten", so Noä, die seit 2014 Inhaberin des Ladens ist, im Gespräch mit ka-news.de.

Bild: Marlene Witke

Doch auf Dauer könnte das schwierig werden, denn es fehlen nicht nur die Einnahmen aus dem Verkauf, auch die Aufträge für Belieferungen verschiedener Events, die reihenweise dem Corona-Virus zum Opfer fallen, bleiben aus.

Events und Zulieferer bleiben aus

"Ich beliefere einige Veranstaltungen in Karlsruhe und der Region. Auch Hochzeiten sind dabei - doch selbst die werden abgesagt", sagt Simone Noä. Hinzu kommt: Die Zulieferer aus den Niederlanden, Spanien oder auch Italien haben ihre Arbeit stark einschränken müssen, sodass die Blumenladen-Inhaberin gar keine Verkaufsware erhält. 

Bild: Marlene Witke

Um die finanziellen Auswirkungen wenigstens ein bisschen abzufangen, hat die 54-Jährige nun einen Spendenaufruf gestartet. "Eine meiner Kundinnen hat mich darauf angesprochen, ob sie mich irgendwie in dieser Zeit unterstützen kann", sagt Simone Noä. Daraufhin habe sie das Online-Spendenkonto auf www.gofundme.com eingerichtet. 

"Ich habe bisher mein ganzes Herz in meinen Laden gesteckt und habe nun große Angst um mein hart erarbeitetes Geschäft und meine Existenz. Ich möchte den Leuten gerne auch noch nach der Krise erhalten bleiben", wendet sich Noä dort an ihre Kundschaft.

Bild: Marlene Witke

"Wir müssen die Situation annehmen und das Beste daraus machen"

Auf Spenden allein will sich die 54-Jährige aber nicht verlassen. "Ich werde in der laufenden Woche Hilfe bei der Industrie- und Handelskammer beantragen", sagt die Grünwettersbacherin gegenüber ka-news.de. Bis zu 9.000 Euro Einmalzahlung könnten dann fließen. Doch ob das klappt und wie viel Geld sie tatsächlich erhält, steht noch nicht fest - genauso wie der geplante Wiedereröffnungs-Termin.

Bild: Marlene Witke

"Bis zum Muttertag am 10. Mai will ich wieder geöffnet haben", sagt Simone Noä. Bis dahin hofft sie, dass in der Zwischenzeit wieder ein wenig Normalität einkehren wird. "Jeder muss schauen wie es weiter geht. Wir müssen die Situation annehmen und das Beste daraus machen", sagt sie im Gespräch mit ka-news.de.

Unterkriegen lassen will sie sich aber auf keinen Fall. "Ich habe jetzt sechs Jahre gekämpft - es wäre sehr schade, wenn durch so einen Virus alles verloren geht", meint Simone Nöa abschließend.

#KANEWSverbindet

Mit der Aktion #KANEWSverbindet wollen wir Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen: Auf dem Portal können Helfer ihr Angebot eingetragen und Hilfesbedürftige die Angebote nach ihren Anforderungen filtern. Weiterhin bieten wir der lokalen Geschäftswelt eine Möglichkeit, sich mit ihren Kunden zu vernetzen. Unternehmen können ihr Angebot kostenfrei eintragen.

Nachbarschaftshilfe: https://kanews-verbindet.de/

Übersicht Helferliste: https://kanews-verbindet.de/helferliste/

Geschäftswelt: https://kanews-verbindet.de/wirtschaft/

Übersicht Geschäftswelt: https://kanews-verbindet.de/wirtschaft/firmenliste/

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   andip
    (10135 Beiträge)

    25.03.2020 12:04 Uhr
    Ich wünsche viel Glück
    Aber dieses Problem hat nicht nur Frau Noä, sondern alle, die solche kleinen Läden aller Art betreiben, auch grössere oder gar Ladenketten sind nicht sicher.
    Es ist zu befürchten, dass trotz eventueller Staatshilfen so mancher bis viele dieser jetzt geschlossenen Läden nie wieder aufmachen wird.
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  •   FCKSUV
    (23 Beiträge)

    25.03.2020 11:19 Uhr
    Es werden Erntehelfer
    und Mitarbeiter in den Supermärkten gesucht.
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  •   andip
    (10135 Beiträge)

    25.03.2020 11:54 Uhr
    Mit den paar Euros
    die man damit verdienen kann, kann die ihren Laden auch nicht halten.
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  •   ALFPFIN
    (7084 Beiträge)

    25.03.2020 12:27 Uhr
    Gerade wurde in den
    Nachrichten bekannt gegeben, was an Staatshilfen auch für Einzelhändler beschlossen wurde. Zumindest ist es für einige Monate eine Überbrückung. Es wir sicher auch veröffentlicht, wo die Blumenhändlerin das ohne große Bürokratie anfordern kann und nächste Woche soll das schon anlaufen und schnell ausbezahlt werden. Es stehen bis jetzt 128 Milliarden allein für die kleinen Händler zur Verfügung. Die Mühe das zu beantragen, muss man sich aber schon machen.
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