Karslruhe Rheinmünster Firma liefert Schutz-Visiere und Masken aus dem 3D-Drucker

Schutzmasken sind in vielen Drogerien und Apotheken seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sehr gefragt. Auch in den Krankenhäusern wird das Material aufgrund der großen Nachfrage knapp. Die Kliniken stehen vor der Herausforderung, Masken auf dem freien Markt zu ergattern. Es gibt bereits Alternativen zum herkömmlichen Atemschutz. Doch dürfen sie in den Kliniken verwendet werden?

Wer in diesen Tagen an der Supermarktkasse steht, ist von dem Kassierer mitunter durch eine große Plexiglasscheibe getrennt. So soll die weitere Verbreitung der Krankheit Covid-19 verhindert werden. Dieses Prinzip macht sich unter anderem auch das Unternehmen Stratasys zu Nutze und stellt zum Schutz vor Corona Schutzschilde zum Aufziehen her.

In Deutschland könnten die Schilde im öffentlichen Sektor, ob an der Tankstelle oder auf dem Bürgeramt, zum Tragen kommen, sollte es Lieferengpässe bei herkömmlichen Mund- und Atemschutzmasken geben. "Die Nachfrage in anderen Ländern steigt extrem an", sagt Andreas Langfeld, Geschäftsführer der Firma Stratasys, im Gespräch mit ka-news.de.

Schutzschilde in Karlsruher Kliniken im Einsatz

Während in anderen Ländern die Schilde auch im medizinischen Bereich verwendet werden dürfen, ist das in Deutschland allerdings nur bedingt möglich. "Dafür fehlt die Zertifizierung", so Langfeld weiter. Die Wirksamkeit der Plastik-Visiere sei zwar geprüft, jedoch seien die Standards nicht hoch genug, um beispielsweise als medizinisches Produkt in Krankenhäusern zum Einsatz kommen zu können.

Andreas Langfeld, Geschäftsführer bei der Stratasys GmbH.
Andreas Langfeld, Geschäftsführer bei der Stratasys GmbH. | Bild: Andreas Langfeld

Dennoch haben die Karlsruher ViDia-Kliniken Schutz-Visiere bestellt. "Sie kommen insbesondere bei invasiven Untersuchungen zum Einsatz und dienen dabei als Spritzschutz", teilen die Kliniken mit. "Die Visiere ersetzen dabei nicht einen Mund- oder Atemschutz."

Die vorgeschriebene Schutzkleidung müsse unter dem Schutzschild zusätzlich getragen werden. Auch am Städtischen Klinikum kommen Schutzmasken aus dem 3D-Drucker zum Einsatz. Sie werden vom Karlsruher FZI Forschungszentrum Informatik (FZI) hergestellt. 

Kliniken können nicht auf Spezialmasken verzichten

Das bedeutet: Das klinische Personal ist weiterhin auf die geprüfte Schutzausrüstung angewiesen. Sowohl im Städtischen Klinikum Karlsruhe als auch an den ViDia-Kliniken kommen zur Sicherheit der Mitarbeiter sogenannte partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken) zum Einsatz.

Eine Atemschutzmaske des Tpys FFP2. | Bild: Kube

Dabei handelt es sich nicht um einen einfachen Mund-Nasen-Schutz, wie er beispielsweise beim Zahnarzt oft zu sehen ist, sondern um eine eng an der Haut abschließende Atemschutzmaske.

FFP-Masken gibt es in drei verschiedenen Stärkegraden. An den Karlsruher Kliniken trägt das Personal die mittleren Modelle, behandeln sie einen Patienten mit Verdacht auf Covid-19. Das empfiehlt auch das Robert-Koch-Institut (RKI): Sobald Patienten Symptome des Corona-Infektion aufweisen, sollen sich Pflegekräfte und Ärzte mit FFP2, wenn nicht sogar den sichereren FFP3-Masken schützen.

Mitarbeiter des Städtischen Klinikums.
Mitarbeiter des Städtischen Klinikums. | Bild: Markus Kümmerle

Da die Bestände knapp sind, soll bei Erkrankten mit unspezifischen Symptomen sowohl die pflegende als auch die behandelnde Person lediglich einen einfachen Mund-Nase-Schutz tragen, so die Experten des RKI. Da es zu Lieferengpässen kommen kann, könnten Masken während derselben Schicht zudem wiederverwendet werden können.

Tägliche Herausforderung der Kliniken: Masken beschaffen

Beschaffen müssen sich die Kliniken den Gesichtsschutz selbst, doch das ist derzeit nicht einfach. "Wir stehen vor der täglichen Herausforderung, Schutzausrüstung auf dem freien Markt über die etablierten Lieferanten hinaus zu erwerben", so Melanie Barbei, Sprecherin der ViDia-Kliniken Karlsruhe, auf Nachfrage von ka-news.de.

Melanie Barbei, die Pressesprecherin der St. Vincentiuskliniken.
Melanie Barbei, die Pressesprecherin der St. Vincentiuskliniken. | Bild: Thomas Riedel

Auch das Städtische Klinikum Karlsruhe betont die Schwierigkeit, genügend Material sicherzustellen. "Die Vorräte bei uns sind inzwischen begrenzt", so Sprecherin Petra Geiger. "Es laufen von Seiten unserer Einkaufsabteilung umfassende Bemühungen zur Beschaffung."

Der Klinikverbund der ViDia-Kliniken mit vier Standorten im Raum Karlsruhe begrüßt aus diesem Grund die Bemühungen der Bundesregierung, dem Gesundheitswesen zentral große Mengen an Schutzausrüstung bereitzustellen. Für den täglichen Bedarf seien in den Karlsruher ViDia-Kliniken jedoch derzeit ausreichend Mund-Nasen- und Atemschutzmasken vorrätig.

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