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Karlsruhe Einkaufen nur für Senioren: "Wir wollen erreichen, dass alle so gut wie möglich versorgt werden"

Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Andrang auf Supermärkte derzeit groß. Besonders für gefährdete Gruppen wie Senioren ist das Einkaufen somit immer mit einem Risiko verbunden. Der Supermakt CAP in Durlach hat darauf reagiert - und öffnet seine Türen für eineinhalb Stunden pro Woche nur für Kunden ab 60.

Von 13 bis 14.30 Uhr haben Senioren künftig donnerstags den CAP-Markt in der Durlacher Fußgängerzone ganz für sich. Um die älteren Mitbürger vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, hat der Markt in dieser Zeit ausschließlich für sie geöffnet. Nur Einkaufshelfer, die zuvor vom Stadtamt Durlach ausgewählt wurden, dürfen noch mit hinein. 

Sicherheitskräfte kontrollieren Ausweise der Kunden

Kunden können sich den Einkauf dann entweder mitnehmen, oder sich diesen am nächsten Tag kostenlos nach Hause liefern lassen. Damit sich auch jeder an die Vorgaben hält, kontrollieren Sicherheitskräfte im Zeitraum der Aktion am Eingang die Ausweise der Kunden.

Der Cap-Supermarkt in Durlach.
Der Cap-Supermarkt in Durlach. | Bild: Ingo Rothermund

"Geschützter Einkauf" heißt die Aktion, die nun für die nächsten drei Wochen im Durlacher CAP-Markt stattfinden soll. Ist sie erfolgreich, wird sie auf die übrigen vier CAP-Filialen in Karlsruhe und Ettlingen ausgeweitet.

"Ich gebe zu, morgens wäre tendenziell besser"

"Gerade Risikogruppen und Personen, die sich durch Covid-19 vielleicht in einer besonderen oder schlechten Lebenslage befinden, müssen wir nun die Möglichkeit bieten, mit allem, was sie benötigen zu versorgen", erklärt Marktleiter Nico Sandhaas im Gespräch mit ka-news.de die Motivation hinter dem Vorhaben.

Nico Sandhaas, Marktleiter des CAP-Supermarktes in Durlach.
Nico Sandhaas, Marktleiter des CAP-Supermarktes in Durlach. | Bild: privat

Doch werden die meistgefragten Produkte wie Toilettenpapier, Nudeln und Co. um die späte Uhrzeit nicht schon ausverkauft sein? "Ich gebe zu, morgens wäre tendenziell besser", so Sandhaas.

Allerdings werde die Ware donnerstags erst zwischen 7 und 10 Uhr angeliefert. "Morgens könnte ich dann nicht garantieren, dass die Ware schon da und auch schon verräumt wurde", sagt der Filialleiter. 

Nudeln, Mehl und Co. werden für Senioren zurückgehalten

Damit auch um 13 Uhr noch alle Artikel vorhanden sind, wolle Sandhaas erst kurz vor dem Start der Aktion die Regale mit den gefragten Produkten bestücken. "Wir halten die Waren im Lager bewusst zurück. Nachmittags hat dann jeder wieder die Chance, an die begehrten Einkäufe zu kommen, allerdings nur in bestimmten Mengen.

"Wir haben den Verkauf von Toiletten- und Küchenpapier auf eine Packung pro Person beschränkt, ebenso bei Zucker und Mehl. Nudeln werden maximal zwei Päckchen pro Kunde ausgegeben", erklärt Nico Sandhaas.

DerCap-Supermarkt in Durlach.
DerCap-Supermarkt in Durlach. | Bild: Ingo Rothermund

Dass die Kunden für die Beschränkungen Verständnis zeigen werden, davon ist der CAP-Marktleiter überzeugt. "Mit der Aktion wollen wir erreichen, dass wirklich alle so gut wie möglich versorgt werden. Denn nur gemeinsam können wir diese - für uns alle neue - Situation durchstehen!", so Sandhaas.

 

Gemeinsam gegen Corona

Mit der Aktion #KANEWSverbindet wollen wir Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen: Auf dem Portal können Helfer ihr Angebot eingetragen und Hilfesbedürftige die Angebote nach ihren Anforderungen filtern. Weiterhin bieten wir der lokalen Geschäftswelt eine Möglichkeit, sich mit ihren Kunden zu vernetzen. Unternehmen können ihr Angebot kostenfrei eintragen.

Nachbarschaftshilfe: https://kanews-verbindet.de/

Übersicht Helferliste: https://kanews-verbindet.de/helferliste/

Geschäftswelt: https://kanews-verbindet.de/wirtschaft/

Übersicht Geschäftswelt: https://kanews-verbindet.de/wirtschaft/firmenliste/

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  •   fpfka
    (52 Beiträge)

    26.03.2020 15:54 Uhr
    Gut, aber die Zeiten?
    Ich finde den Ansatz sehr gut und würde dem CAP auch wünschen, daß er so dauerhaft paar zusätzliche Kunden gewinnt trotz seiner Lage direkt neben dem Riesen-ScheckIn.

    Aber: Alle Senioren meines Bekanntenkreises halten nach dem Mittagessen einen langen Mittagschlaf. Und den können sie auch nicht so einfach ausfallen lassen. Einkäufe erledigt diese Zielgruppe vor dem Mittagessen, daher fände ich 10-12h besser. Aber der CAP wird sicher besser als ich wissen, wann welche seiner Zielgruppen dort vorbeikommt.
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  •   ramius
    (211 Beiträge)

    26.03.2020 12:37 Uhr
    Weshalb?
    Die Senioren sind doch gar nicht die größte Gruppe der Erkrankten. Die meisten Erkrankten gibt es in der Gruppe von 34-59 Jahren. Senioren erkranken wesentlich seltener an Corona.

    Übrigends wenn morgens ein Kunde den Laden mit Niesen mit Corona Viren verunreinigt, dann bekommen es als erstes die Mitarbeiter des Ladens und dann am Nachmittag die Senioren von den Mitarbeitern des Ladens …

    Ob das so eine gute Idee ist ...
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  •   andip
    (10506 Beiträge)

    26.03.2020 15:54 Uhr
    Na ja
    Senioren mögen zwar nicht die meisten Erkrankten sein, aber wenn sie den Virus abbekommen, sollen die Folgen bzw.Symptome wesentlich heftiger sein als bei Jüngeren.
    Ob Senioren besser geschützt werden, wenn sie nur unter sich zum Einkaufen gehen, kann ich nicht beurteilen.
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  •   Bessunger
    (29 Beiträge)

    25.03.2020 22:10 Uhr
    zu DENKFEHLER: Vielleicht ein Beispiel
    Hab keine Regionalleitungen gefunden. Hab folgende mail an EDEKA geschickt: info@edeka.de
    Sehr geehrte Damen und Herren, ich finde Sie sollten recht schnell Angebote machen, wie der CAP-Markt in Karlsruhe Durlach. https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Karlsruhe~/Einkaufen-nur-fuer-Senioren-Wir-wollen-erreichen-dass-alle-so-gut-wie-moeglich-versorgt-werden;art6066,2513844
    Sie können sich das gut leisten. Als einer der großen Versorger stehen Sie in großer gesellschaftlicher Verantwortung, in der Coronakrise auch die Schwächsten angemessen zu versorgen. Nehmen Sie diese Verantwortung entsprechend Ihrer Wirtschaftsstärke war. Der CAP-Markt in Durlach hat getan, was ihm möglich ist.
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  •   Bessunger
    (29 Beiträge)

    25.03.2020 18:39 Uhr
    Die Großen sollten diesem Beispiel folgen
    Die Aktion ist klasse, vorbildlich. Die großen Versorger sollten sich jetzt unter Druck sehen, wenn nicht, versagen sie in einer großen Notlage. Die haben problemlos die wirtschaftliche Kraft, dieses Angebot auch selbst anzubieten: Flächendeckend und zeitlich so erweitert, dass es die, die bisher wegen der Hamsterkäufe oft leer ausgehen, auch wirklich lebenssichernd erreicht. In wie weit wir uns noch eine soziale Gesellschaft nennen dürfen, hängt auch davon ab, wie wir mit den Alten, die unseren Wohlstand mit aufgebaut haben und sich jetzt in schwieriger Lage befinden, umgehen.
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  •   Denkfehler
    (192 Beiträge)

    25.03.2020 20:01 Uhr
    Völlige Zustimmung!
    Wenn ich stellenweise sehe, mit welchem Egoismus einzelne Einkäufer in bestimmten Märkten so durch die Regalreihen preschen - da kommen Alte, und auch mal Kinder, dann buchstäblich unter die Räder.
    Insofern - vielen Dank an den CAP-Markt in Durlach auch von mir.

    Was die "Großen" betrifft:
    Schreiben Sie einfach eine E-Mail an deren Vertriebszentrale / Regionalleitung, und bitten Sie um entsprechende Maßnahmen. In höflicher Form formuliert, kann man sich mit denen auch gut "unterhalten". Die sind im Moment froh über jeden, der mitdenkt - deren Mitarbeiter stehen momentan auch unter Dauerstress.
    In den Vertriebslagern der Marktversorger wird aktuell ja quasi 7 x 24 Std. durchgearbeitet. Von einem Vertriebslager von ALDI weiß ich, dass die Mitarbeiter sich dort direkt mit Grundnahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs (streng limitiert) direkt versorgen können. Dass nimmt denen den Stress, zwischen den Schichten noch selbst einkaufen gehen zu müssen. Auch das kann man machen.
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  •   Route66
    (2632 Beiträge)

    25.03.2020 16:57 Uhr
    Super Sache
    So langsam kommt so einiges ins Rollen. Finde auch die Aktion von anderen Märkten gut, die nun morgens zwischen 7-9 nur die Alltagshelfer rein lassen, damit die sich versorgen können. Das ist so wichtig.
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