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Karlsruhe Corona-Virus in Karlsruhe: OB Mentrup warnt vor "kopfloser Panik"

Die Sorge vor dem Coronavirus wächst - auch in Karlsruhe und der Region. OB Frank Mentrup warnt die Bürger aber davor, jetzt kopflos in Panik zu verfallen. "Die Corona-Erkrankung ist in etwa so gefährlich wie eine Grippe oder eine mittelschwere Erkältung", so das Stadtoberhaupt am Freitag.

Karlsruhe und die Region kennt momentan kaum ein anderes Thema als den Coronavirus. Erst am Donnerstag musste die Albert-Einstein-Schule in Ettlingen wegen einer Infektion mit dem "Covid-19"-Virus geschlossen werden.

Auch an einer Karlsruher Schule kursierte kurzzeitig ein Verdachtsfall, der sich allerdings als negativ entpuppte. Nun hat das Gesundheitsamt am heutigen Freitag erneut zwei Fälle in der Region bestätigt: Einen Fall in Bretten und einen weiteren in Karlsruhe.

Kein Grund für Corona-Hysterie

Gerade jetzt möchte Oberbürgermeister Frank Mentrup die Bürger aber mahnen, sich nicht von einer allgemeinen Corona-Hysterie anstecken zu lassen. Denn dafür gebe es nach Angaben des Rathaus-Chefs bisher keinen Grund.

Bild: ka-news.de

"Aus unseren bisherigen Erfahrungen kann man feststellen, dass alle Corona-Verläufe, die wir hatten, vergleichsweise harmlos waren", erklärt er am Freitag im Gespräch mit ka-news.de.

"Man muss die Panik nun ein wenig rausnehmen"

Sofern man nicht zu den Risikogruppen gehöre, die für das Virus tendenziell anfälliger seien - also immungeschwächte oder ältere Menschen über 65 Jahre und Personen mit chronischen und schweren Atemwegserkrankungen - " gibt es eigentlich kein besonderes Lebensrisiko".

Bild: ka-news.de

Die Corona-Erkrankung sei laut Mentrup in etwa so gefährlich wie eine Grippe oder eine mittelschwere Erkältung. "Daher sollte man die Panik nun mal wieder ein wenig zurückfahren", sagt er, warnt aber zugleich: Schönreden dürfe man sich die aktuelle Situation auch nicht.

Ein Restrisiko bleibt

"Man muss zugestehen, dass die Infektionsgefahr nicht mehr hundertprozentig einkreisbar ist. Es gibt ein gewisses Restrisiko, sich in der Stadt zu infizieren - und das wird steigen."

Wenn die Bürger aber die Hygiene-Vorschriften einhalten und allzu enge Kontakte vermeiden, bleibe das Infektionsrisiko aber dennoch gering. "Kinderkrankheiten wie Masern und Windpocken sind wesentlich infektiöser als das Coronavirus bisher", so Frank Mentrup gegenüber ka-news.de abschließend.

Wie Sie sich schützen

Da das Coronavirus eine respiratorische Erkrankung ist, demnach die Atemwege betrifft, ist der Ansteckungsmechanismus dem einer Grippeinfektion zu vergleichen. 

1. Korrekte Husten- und Nies-Etikette: Wer Husten oder Niesen muss, sollte sich vor anderen Personen abwenden und Abstand halten. Anstelle in die Hände vor das Gesicht zu halten, sollte ein Taschentuch oder die Armbeuge vorgehalten werden.

2. Handhygiene: Berührt man mit den Händen das Gesicht, können Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen. Händewaschen unterbricht diesen Übertragungsweg. Beim Händewaschen empfehlen die Experten, sich 20 bis 30 Sekunden für das Einreiben mit Seife Zeit zu lassen. Auch unter den Nägeln intensiv waschen - am besten kurz halten, sie sind ein Infektionsherd.  

3. Im Krankheitsfall: Wer an einer Atemwegsinfektion erkrankt ist, sollte im öffentlichen Raum immer einen Abstand von ein bis zwei Metern zu anderen Personen halten. Wenn Sie in einem Risikogebiet waren und Symptome zeigen, melden Sie sich telefonisch bei Ihrem Hausarzt und dem örtlichen Gesundheitsamt. Notieren Sie Ihre Kontaktpersonen. Die Risikogebiete finden Sie unter auf der Webseite des Robert Koch Institutes.

4. Bei erkrankten Personen: Das Tragen eines Mundschutzes wird empfohlen. Wer selbst an einer respiratorischen Infektion erkrankt ist, kann durch das Tragen eines Mundschutzes andere Personen vor einer Ansteckung schützen, teilt das Robert Koch Institut mit.

5. Bei gesunden Personen: Kein Tragen eines Mundschutzes. Gesunde Personen sollten auf Empfehlung der Experten des Robert-Koch-Institutes (RKI) auf einen Mundschutz verzichten. „Es gibt keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person signifikant verringert." Laut der WHO kann das Tragen eines Mundschutzes sogar ein Risiko sein: Es könne ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das zentrale Hygienemaßnahmen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden können.
Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (28)
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    11.03.2020 19:51 Uhr
    Und nun
    endlich heute nachmittag die Absage von Veranstaltungen in BW als einem der letzten Bundesländer:
    https://www.wochenblatt-reporter.de/karlsruhe/c-sport/corona-virus-ksc-ohne-zuschauer-im-wildpark_a179176

    1908 Fälle in D. Anstieg seit So, 18h, ca. 90 %.
    https://interaktiv.morgenpost.de/corona-virus-karte-infektionen-deutschland-weltweit/

    ABER:
    Lt. Herrn Mentrup "nur" eine normale Grippe. Ich bin fassungslos. Herr Mentrup, erklären Sie sich öffentlich, bitte.
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  •   tom1966
    (111 Beiträge)

    10.03.2020 11:08 Uhr
    Panikmache
    Beim Durchlesen der Kommentare fällt auf, dass viele einfach verunsichert sind - Panikmache der Medien. Wer seriöse Zahlen und Prognosen möchte, sollte sich nicht auf die Medien und / oder Politiker verlassen. Ich empfehle hier die Webseite des Robert-Koch-Institus (RKI). (Stand gestern 15:00 Uhr: 1139 Infizierte - 2 Tote in D. China (Aktualität nicht gesichert): etwas über 80 000 Infizierte, ca. 3000 Tote.)

    Ich halte die Dunkelziffer der Infiziertenauf jeden Fall für hoch, weil die "leichten" Fälle nicht unbedingt zum Arzt gehen und sich auf Corona testen lassen, sondern vielleicht zunächst von eine Erkältung ausgehen.

    Ist der hier zitierte Herr Lauterbach (Gesundheitsexperte der SPD) Fachmann für Infektionskrankheiten oder Politiker? Das RKI schätzt das Risiko in D als "mäßig" ein, woher bezieht Herr Lauterbach also seine Einschätzung? (siehe https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html)
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    10.03.2020 22:51 Uhr
    Realitätsfremd
    Ok, dann lassen wir mal die Fakten sprechen:
    1. Wachstumsrate der Infektionen in D lt. RKI aktuell (DI 21h 1565/ So 21h 1040): 23 % pro Tag
    2. Italien riegelt das ganze Land ab
    3. Österreich kontrolliert die Grenze zu Italien
    4. Lt. BW-Ministerium könnte Südbaden in Kürze zur Risikozone erklärt werden
    5. Großkantinen in BW geben Essen nurunter heraufgesetzten Hygienebedingungen ab
    6. Todesfallraten: IT 6,31 %, FR 1,84 %, UK 1,60 %, SP 1,46%, NL 1,0%.

    und bei uns:
    - keine Maskenpflicht, obwohl sie nachweislich schützen (warum nur wurde am So die LKW's an der CH-Grenze von deutschen Zöllnern gestoppt)
    - normales öffentliches Leben
    - kein Verbot öffentlicher Veranstaltungen über 1000 Teilnehmern in BW, obwohl von Spahn empfohlen und in mehreren Bundesländern umgesetzt
    - KSC-Heimspiel am nächsten Samstag mit Zuschauern
    - potentielle Einstufung von Südbaden als Risikogebiet
    und
    dazu die beschönigende und verantwortungslose Äußerung unseres OB.
    Deutschland könnte das nächste IT werden.
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  •   80er
    (5711 Beiträge)

    08.03.2020 23:06 Uhr
    Der.....
    ....Medizinhistoriker Labisch erzählte in einem Spiegel Online Interview heute: Was wir hier machen, ist die zeitgemäße Surveillance-and-Containment-Strategie, also Überwachen und Eindämmen. Was zurzeit in Deutschland abläuft, ist der Stand öffentlicher Seuchenabwehr. So macht man das. Recht hat der Mann
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  •   silberahorn
    (10281 Beiträge)

    09.03.2020 05:17 Uhr
    Meine Feststellung ist,
    dass die Verdoppelung offenbar gut klappt. Erst waren es noch vier Fälle im Landkreis plus Stadt und heute sind es elf. Mir sind Formulierungsweisen durchaus gut bekannt: davon reden, dass Karlsruhe vier Fälle hat. Wer denkt, dass dies schon gestern so war, der hat eben nicht richtig zugehört. Das Gesundheitsamt Karlsruhe im Landratsamt ist zuständig für Stadt Karlsruhe und Landkreis.
    Ich habe auch die Veröffentlichung des Ministeriums in den letzten Tagen genau gelesen. Da hinkt man, aus welchem Grund auch immer, den Zahlen aus der hiesigen Region hinterher.

    Ich kriege keine Panik wegen Covid-19, also kann sich der Rathauschef zumindest bei mir Ratschläge sparen.

    Rückkehrende aus Südtirol wird es erfahrungsgemäß viele geben. Man hätte auch anraten können, nicht bei erhöhter Temperatur schon Paracetamol zu nehmen. Erst ab 38,3 Grad gilt es als Fieber. Davor ackern die eigenen Abwehrkräfte. Wer eine Herzinsuffizienz hat darf vorher schon.
    Ansonsten: schonen und viel trinken.
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    08.03.2020 22:16 Uhr
    Unglaublich
    was unser OB hier verbreitet. Lt. Experten z.b. Herrn Lauterbach ist Corona 10mal tödlicher als Influenza und zweimal leichter übertragbar. Siehe den Beitrag von Herrn Lauterbach bei Markus Lanz. Es wird eindrücklich vor einer Verharmlosung gewarnt. In D ist eine Verdopplung der Fallzahlen alle zwei Tage festzustellen. Wenn es so weitergeht haben wir nächsten SA 8000 Fälle.
    Es ist nun endlich Zeit, dass die Verantwortlichen Ihrer Aufgabe nachkommen und handeln - Beruhigungspillen zu verteilen ist verantwortungslos.
    Warum reagiert wohl Italien mit der Abriegelung von 16 Mio Menschen, wenn es sich nur um eine harmlose Grippe handelt?
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  •   tom1966
    (111 Beiträge)

    10.03.2020 11:52 Uhr
    Seriös oder unverantwortlich?
    Das Robert-Bosch-Institut schätzt das Corona-Risiko derzeit in Deutschland als mäßig ein. Das steht in krassem Gegensatz zu den Äußerungen von Herrn Lauterbach. Wer liegt also richtig, die Fachleute für Infektionskrankheiten oder der "Gesundheitsexperte der SPD" (=Politiker)?
    Äußerungen wie diese tragen doch nur zur Verunsicherung der Bevölkerung bei.
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    08.03.2020 18:44 Uhr
    Unverantwortlich
    Eine unglaubliche Beruhigungspille wird hier von Mentrup hiermit verteilt. Laut Herrn Lauterbach, Gesundheitspolitiker, vom 05.03. ist Corona zehnmal tödlicher wie eine normale Grippe und mindestens doppelt so ansteckend ansteckend.

    https://www.google.de/amp/s/www.merkur.de/politik/markus-lanz-coronavirus-zdf-tv-lauterbach-mediziner-grippe-impfstoff-influenza-warnung-experte-zr-13583207.amp.html

    Die Maßnahmen der lokal Verantwortlichen und auch der Verantwortlichen in Baden-Württemberg sind nicht ausreichend.

    Die die Äußerungen von Herrn Mentrup sind unter diesem Gesichtspunkt vollkommen verantwortungslos. Er sollte zurücktreten.
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    08.03.2020 17:07 Uhr
    Verantwortungslos
    Eine unglaubliche Beruhigungspille wird hier von Mentrup hiermit verteilt. Laut Herrn Lauterbach, Gesundheitspolitiker, vom 05.03. ist Corona zehnmal tödlicher wie eine normale Grippe und mindestens doppelt so ansteckend ansteckend.

    https://www.google.de/amp/s/www.merkur.de/politik/markus-lanz-coronavirus-zdf-tv-lauterbach-mediziner-grippe-impfstoff-influenza-warnung-experte-zr-13583207.amp.html

    Die Maßnahmen der lokal Verantwortlichen und auch der Verantwortlichen in Baden-Württemberg sind nicht ausreichend.

    Die die Äußerungen von Herrn Mentrup sind unter diesem Gesichtspunkt vollkommen verantwortungslos. Er sollte zurücktreten.
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  •   Tom2000
    (9 Beiträge)

    08.03.2020 16:23 Uhr
    Keine Ahnung
    Dass ein Bürgermeister von einer Großstadt in Deutschland eine solche Information verbreitet die nachweislich falsch ist ist unglaublich. Der Politiker und Gesundheitsexperte lauterbach hat am 6.3. informiert dass Corona 10mal tödlicher sei wie eine normale Grippe und mindestens doppelt so ansteckend. Die Zahlen lassen sich auch über die Statistiken erhalten welche die Todeszahlen ins Verhältnis zur Zahl der Infizierten setzen . Dass Herr Mentrup sich nicht umfassend über die sachlage informiert hat bevor er solche Statements abgibt ist zeugt von einer Respektlosigkeit gegenüber seiner Bevölkerung. Er sollte zurücktreten.
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