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Berlin Corona: Rund 3x mehr Infektionen als vor einem Monat - 35 Karlsruher infiziert

Obwohl die Infektionszahlen steigen, ist die Zahl der ans RKI gemeldeten neuen Ansteckungen stark eingebrochen. Ein gutes Zeichen in der Corona-Krise? Nein, denn der Wert hat isoliert betrachtet wenig Aussagekraft. Alle wichtigen Größen, Kennzahlen und die aktuelle Entwicklung der Pandemie in Deutschland.

Bei den vergleichsweise hohen Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gibt es kein Zeichen der Entspannung. Zwar meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Morgen deutlich weniger neue Ansteckungen als an den beiden Tagen zuvor. Das war allerdings zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

Für Rückkehrer aus Risikogebieten ist ein Corona-Test nun verpflichtend.
Für Rückkehrer aus Risikogebieten ist ein Corona-Test nun verpflichtend. | Bild: Daniel Bockwoldt/dpa

Da die vom RKI registrierte Zahl der täglichen Neuansteckungen wegen des Meldesystems stark vom Wochentag abhängig ist, liefert ein anderer Wert einen besseren Anhaltspunkt zum Infektionsgeschehen: die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche.

Fälle in 7 Tagen: von 2.000 auf 6.000

Diese Zahl lag am Sonntag bei 6.837 (Datenstand 16.8., 0 Uhr), und damit nur leicht unter den 6.914 vom Vortag. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 5.271, vor einem Monat sogar nur bei 2.304.

In der Umgebung von Karlsruhe sticht hier derzeit Ludwigshafen hervor: Die Stadt verzeichnete in der vergangenen Woche bundesweit die zweithöchste Ansteckungsrate.

Das RKI weist außerdem darauf hin, dass nur noch weniger als 30 Kreise binnen sieben Tagen keine Fälle übermittelt haben - einen Monat zuvor waren es noch mehr als 100 gewesen. "Dieser Trend ist sehr beunruhigend."

Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten dem RKI jüngst 625 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus Angaben vom frühen Sonntagmorgen hervorgeht. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1.400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Zwei Mitarbeiterinnen im Labor einer mobilen Corona-Teststation in Mannheim.
Zwei Mitarbeiterinnen im Labor einer mobilen Corona-Teststation in Mannheim. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war dann stark gesunken und lag über Wochen bei deutlich unter 1.000. Seit Ende Juli steigt sie wieder.

Über 200.000 Deutsche haben Corona überstanden

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 223.453 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben zum Vortag unverändert bei 9.231. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 201.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2.
Ein Mann zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus SARS-CoV-2. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,21. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Mehr zum Thema
Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (20)
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  •   Schillerlocke
    (347 Beiträge)

    18.08.2020 05:58 Uhr
    35 von knapp 300000?
    Sehr gut. Hier lebt man sicher.
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  •   FCKSUV
    (499 Beiträge)

    17.08.2020 21:27 Uhr
    Wer braucht noch Drosten?
    Ich prüfe einfach täglich, was die ka-news-Virologen empfehlen. zwinkern
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  •   Schillerlocke
    (347 Beiträge)

    18.08.2020 06:30 Uhr
    Das ist mitunter
    besser als Kabarett. Das ist aktiver Schutz, lachen ist gesund.
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  •   Senfdazu
    (412 Beiträge)

    18.08.2020 06:11 Uhr
    😎
    Herrn Drosten (der scheinbar den Kampf und Informationen gegen die Ignoranten aufgegeben hat) zu ignorieren, ist gegenläufig zu der aktuellen Entwicklung. Die Deutschen haben immer noch nix kapiert.
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  •   haenger
    (508 Beiträge)

    17.08.2020 17:40 Uhr
    Jaja, die Statistik
    Bitte auch die Anzahl der durchgeführten Tests ins Verhältnis zu den festgestellten positiven Fällen setzen. Fiktives Beispiel: Vorletzte Woche werden 100 Personen gestestet, fünf sind positiv. Letzte Woche kommen die Reisenden zurück und es werden tausend Personen geteste, 25 positiv. Unsere Medient titeln groß "Zahlen verfünffacht". Stimmt das? Nein! Vorletzte Woche waren 5% der getesteten Personen positiv, letzte Woche 2,5%. Für jeden normal denkenden Menschen haben wir sinkende Zahlen. Die absoluten Zahlen als "Marker" zu nehmen ist völlig sinnbefreit. Googelt mal nach "Ärzte für Aufklärung".
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  •   Tellerrand
    (82 Beiträge)

    18.08.2020 11:12 Uhr
    Aber !
    Er hat Jehova gesagt ! zwinkern
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  •   tom1966
    (542 Beiträge)

    18.08.2020 08:57 Uhr
    Tatsächliche Zahlen / Test pro Woche
    Tests pro Woche

    Grundsätzlich ist das natürlich richtig, nur hier nicht zutreffend! Unter dem obigen Link sehen sie die Anzahl der Tests in D. Gut, sie ist von ca. 578 000 auf ca. 672 000 im relevanten Zeitraum angestiegen, das erklärt aber nicht den starken Anstieg der Infektionszahlen.

    Abgesehen davon, selbst wenn es nur 100 Neuinfizierte in D pro Woche wären, wären das 100 zu viel. Wenn wir doch schon beim Spekulieren sind: stellen wir uns doch mal vor, diese 100 wären Lehrer und würden je 30 Schüler in einer Klasse unterrichten. Was würde wohl passieren?

    Solange es keinen Impfstoff gibt, wird uns Covid19 begleiten und wir müssen mit ein paar Einschränkungen leben.
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  •   Route66
    (2716 Beiträge)

    17.08.2020 18:07 Uhr
    Ach diese Truppe
    die sich so mustergültig und sozial ihren Mitmenschen gegenüber verhalten meinst Du

    Ärzte
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  •   haenger
    (508 Beiträge)

    17.08.2020 18:26 Uhr
    Nein
    Der Arzt, welcher das vorantreibt ist Prof. Bhakdi. Er hat 22 Jahre lang das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Universität Mainz geleitet. Das ist also kein Amateur.
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  •   tom1966
    (542 Beiträge)

    18.08.2020 09:10 Uhr
    Mal auf das Datum geachtet?
    Der Link unten (Route66: Faktencheck) bezieht sich auf einen Artikel vom 23.03.2020 zu den Äußerungen von Dr. Bhakdi. Dessen Äußerungen sind also vom März.
    Ich denke in der Zwischenzeit dürfte es noch einige Erkenntnisse zu dem Virus gegeben habe. Es wäre interessant zu wissen, ob Dr. Bhakdi heute noch die gleiche Meinung vertritt.

    Ich finde es immer wieder seltsam, wenn alte Äußerungen, die aus der Anfangszeit von Corona stammen, heute als Basis für Theorien herangezogen werden. Das Covid19-Virus ist erst seit Ende 2019 bekannt, da ist es doch kein Wunder, wenn es - auch von renomierten Wissenschaftlern- anfangs anders eingeschätzt wurde. Aber die Wissenschaft gewinnt ständig neue Erkenntnisse, auch wenn das einige ignorieren.
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