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Karlsruhe 49 Infizierte: Corona-Ausbruch kann für Topsy Turvy-Betreiber teuer werden

Bar, Club, Disco? Je nach Betrachtung kann ein Corona-Ausbruch für ein Karlsruher Lokal ins Geld gehen. Derweil steigt die Zahl der Infizierten auf 49.

Ein Corona-Ausbruch nach dem Besuch einer Karlsruher Bar schlägt hohe Wellen: Das baden-württembergische Sozialministerium schaltete sich ein und appellierte an die Behörden vor Ort, den Bußgeldkatalog "entsprechend auszuschöpfen", sofern ein offensichtliches Fehlverhalten nachgewiesen werde. Zuvor hatten die "Stuttgarter Zeitung"/"Stuttgarter Nachrichten" (StZ/STN) darüber berichtet. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, werden inzwischen 49 Infektionen auf den Barabend am 2. Juli zurückgeführt.

Medizinisch geschultes Personal führt einen Corona-Schnelltest durch.
Medizinisch geschultes Personal führt einen Corona-Schnelltest durch. | Bild: Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Bar oder Club?

Das Lokal ist derzeit geschlossen. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnet es sich als "Tanz- und Nachtclub, Bar", eine Konzession hat es als Bar. Die bräuchte laut Stadt als gastronomische Einrichtung bis zu einer Inzidenz unter 35 keine Nachweise für Geimpfte, Genesene und Getestete - ein Club, in dem auch getanzt wird, aber schon.

Aus Sicht des Ministeriums kann ein Lokal im Sinne der Corona-Verordnung nur als Bar durchgehen, wenn es sich auf den Ausschank von Getränken und die Ausgabe von Speisen beschränkt. "Tanzen ist dann nicht mehr vom regulären Barbetrieb als Gastronomieeinrichtung erfasst."

Die farbig beleuchtete Discokugel dreht sich über der Tanzfläche.
Für Diskobetriebe gelten strengere Auflagen als für Kneipen oder Bars | Bild: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Das Ministerium betont: "Wenn eine Pizzeria die Zulassung als Gaststätte hat, dann aber die Stühle rausräumt, um einen Tanzabend zu veranstalten, ist es eben keine Gaststätte mehr, sondern ein Diskothekenbetrieb, für den strengere Auflagen gelten."

Nach Informationen der "Badischen Neuesten Nachrichten" (BNN) räumte der Betreiber ein: Die Gäste hätten an dem Abend vereinzelt an ihren Tischen getanzt. Dies sei jedoch durch Sicherheitspersonal beendet worden.

Strafe zwischen 500 und 5.000 Euro denkbar

Dem Ministerium zufolge müssen die Behörden vor Ort nun klären, ob und welche Auflagen missachtet wurden. Dabei geht es nicht nur darum, ob getanzt wurde oder ob der DJ nur im Hintergrund Musik aufgelegt hat. Laut Gesundheitsamt haben viele Clubgäste falsche oder unvollständige Angaben gemacht.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Andi Graf @ pixabay.com

Trifft dies zu, hätte der Betreiber schon deshalb ein Problem: Gäste, die ihre Kontaktdaten nicht hinterlassen, hätte er nicht reinlassen dürfen. Ein Verstoß könne nach der Corona-Verordnung zwischen 500 und 5.000 Euro kosten, so das Ministerium.

Die Prüfung des Falls dauert nach Angaben der Stadt wohl noch einige Tage. Unter den Infizierten rund um den Club-Besuch waren demnach Geimpfte mit Symptomen und eine infizierte Frau, die kurz zuvor aus Mallorca zurückgekehrt war. Sie soll vor dem Abflug nicht den erforderlichen negativen Test vorgelegt haben.

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus hält Karlsruhe in Atem: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für die Fächerstadt und die Region in diesem Dossier.
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Kommentare (12)
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  •   Ullermann
    (217 Beiträge)

    16.07.2021 12:10 Uhr
    Kann mich hier nur der Meinung von Dehoga anschließen
    https://bnn.de/karlsruhe/dehoga-kritisiert-topsy-turvy-in-karlsruhe-hier-ging-es-nur-ums-geldverdienen

    Die restliche Gastronomie wo sich an die Regeln hält hat jetzt das nachsehen.
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  •   patrickkk
    (2170 Beiträge)

    15.07.2021 15:15 Uhr
    ...
    Das Versagen der Politik soll jetzt über Bußgelder kaschiert werden.

    Wir werden von Trollen regiert.
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  •   Motorhead
    (679 Beiträge)

    15.07.2021 19:27 Uhr
    Ach
    Jetzt sind die Politiker schuld an der Topsykiste? Aber gut, aus Ihrer Sicht sind die Politiker an allem schuld. Weil der mündige Bürger an die Hand genommen werden muss und sein Hirn komplett abschalten kann.
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  •   torte010875
    (2 Beiträge)

    15.07.2021 14:25 Uhr
    Geht es um eine Zahl oder um die Gesundheit?
    Es ist völlig egal wie viele Leute sich angesteckt haben. Ob 2, 49 oder alle! Es geht darum, wie die Krankheitsverläufe sind. Aus diesem Vorfall gilt es nun Erkenntnisse zu ziehen und es als Chance zu nutzen.
    Er ist erkrankt? Wie schwer ist man erkrankt? Sind auch Personen, die geimpft sind schwer erkrankt?
    Im Endeffekt kommt raus, dass die Impfung zu einem leichten Krankheitsverlauf führt und in Zukunft nur noch Geimpfte Club, Bars, Konzerte, Stadien ... besuchen dürfen. Was ich auch sehr gut finde.
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  •   torte010875
    (2 Beiträge)

    15.07.2021 14:19 Uhr
    Um was geht es hier? Um eine Zahl oder die Gesundheit?
    Es ist völlig egal wie viele Leute sich angesteckt haben. Ob 2, 49 oder alle! Es geht darum, wie die Krankheitsverläufe sind. Aus diesem Vorfall gilt es nun Erkenntnisse zu ziehen und es als Chance zu nutzen.
    Er ist erkrankt? Wie schwer ist man erkrankt? Sind auch Personen, die geimpft sind schwer erkrankt?
    Im Endeffekt kommt raus, dass die Impfung zu einem leichten Krankheitsverlauf führt und in Zukunft nur noch Geimpfte Club, Bars, Konzerte, Stadien ... besuchen dürfen. Was ich auch sehr gut finde.
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  •   pearly1465
    (168 Beiträge)

    15.07.2021 12:25 Uhr
    Der eigentliche Skandal ist
    dass der Topsy-Inhaber wie auch die Mallorca-Rückkehrerin beide voll geimpft waren. Das bedeutet für die zukünftige Impflust nichts Gutes.

    Darüberhinaus wird die Karlsruher Gastronomie sich beim Topsy-Inhaber bedanken.
    Angeblich soll er ja ein saftiges Bußgeld bekommen.
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  •   Schiller
    (218 Beiträge)

    15.07.2021 12:29 Uhr
    Schon lange bekannt
    dass eine Impfung nicht vor einer Infektion schützen muss. Es geht primär darum, die schweren Verläufe zu verhindern.
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  •   CenaroBotti
    (29 Beiträge)

    15.07.2021 10:54 Uhr
    leider ungut..
    Es geht nicht darum, dass hier Infektionen verbreitet wurden - ok, ist nicht gerade schön, kann aber vorkommen - sondern um die Nachlässigkeit und Ignoranz mit der hier Gäste und Betreiber mit der augenblicklichen Situation umgegangen sind.
    Es gelten in der Gastronomie trotz Lockerung immer noch: Abstandspflicht (1,5m) Maskenpflicht bei Toilettengang, Sitzplatzanweisung. Soll mir jemand ernsthaft glauben machen daß das im Topsy in Samstagnachtlaune eingehalten wurde? Haha. Dazu schlampige Kontaktdaten - wenn überhaupt und Micky Maus und co waren wie immer auch da. Kontaktdaten dienen eben genau dazu im Falle einer Infektion den Schaden einzukreisen und die Leute zu identifizieren und eine unkontrollierte Verbreitung zu verhindern! Das Topsy hat jetzt die Arschkarte gezogen, weil aufgeflogen. Aber ich kenne genügend Gastronomien in KA die ich auch besucht habe, in denen die gleiche Nummer abläuft und ich noch NIE nach Kontaktdaten gefragt wurde. Dann Prost auf den Herbst-Lockdown!
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  •   Messer
    (449 Beiträge)

    15.07.2021 10:48 Uhr
    der Wirt als Unschuldslamm
    nach dem BNN-Artikel ist das nur noch Schall und Rauch
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  •   Mondgesicht
    (2668 Beiträge)

    15.07.2021 09:02 Uhr
    Jetzt bin ich sehr gespannt
    was da letztlich noch herauskommt. Laut BNN-Bericht geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass eine infizierte Mitarbeiterin mit Symptomen zur Arbeit erschien. Das würde die ganze Sache nochmals in einem anderen Licht erscheinen lassen als "nur" die nachlässige Erfassung von Kontaktdaten.

    Das Ministerium geht auch davon aus, dass noch weitaus mehr Personen infiziert wurden. Das würde bedeuten, dass der Schwellenwert 35 in Kürze überschritten ist und stadtweit wieder deutlich schärfere Regeln gelten. Herzlichen Glückwunsch.
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