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Brüssel/Berlin Neue Betrügermasche mit "Geisterimpfstoff"? Bundesregierung erhält Angebote von privaten Vermittlern

Der Bedarf an Corona-Impfstoffen ist groß - und niemand vor obskuren Angeboten gefeit. Nun wird bekannt, dass Regierungen Hunderte Millionen Dosen "Geisterimpfstoff" angeboten wurden. Deutschland hat diese Angebote zurückgewiesen.

Regierungen in aller Welt haben nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern insgesamt 400 Millionen Dosen Impfstoffe angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen.

"Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind", hieß es am Donnerstag aus Kreisen der EU-Kommission.

Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol hätten Ermittlungen aufgenommen.

Inhalt der Dosen ungewiss

Den Angaben zufolge wird das Thema auch bei dem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstag zur Sprache kommen. Nach Schätzungen von Olaf seien 400 Millionen Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro angeboten worden, von denen man aber nicht genau wisse, ob es sich um echten Impfstoff handele, hieß es weiter.

Es könne auch "Salzwasser in kleinen Fläschchen" sein.

Regierungen auf der ganzen Welt wurden Impfstoffe angeboten, von denen man nicht genau weiß, ob es sich um echten Impfstoff handelt.
Regierungen auf der ganzen Welt wurden Impfstoffe angeboten, von denen man nicht genau weiß, ob es sich um echten Impfstoff handelt. | Bild: Thomas Frey/dpa Pool/dpa

"Bild" berichtete am Donnerstag, ein privater Vermittler habe vor wenigen Tagen zahlreichen Regierungen per E-Mail allein 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca angeboten.

Als Vermittler habe ein Mann fungiert, der zuvor auch schon Corona-Schutzausrüstung angeboten habe und in etlichen deutschen Behörden bekannt sei.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dem "Bild"-Bericht zufolge allgemein, dass auch die Bundesregierung in den vergangenen Wochen etliche Angebote "unterschiedlicher Seriosität" von privaten Impfstoffvermittlern erhalten habe.

Deutschland, das an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden sei, habe aber keines dieser Angebote angenommen.

 

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  •   IchKA
    (1119 Beiträge)

    26.02.2021 15:04 Uhr
    Wenn der Impfstoff
    aber kein Fake wäre, dann hätten manche Leute ein richtiges Problem
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  •   tom1966
    (1281 Beiträge)

    26.02.2021 15:12 Uhr
    Wenn er kein Fake wäre
    woher sollte er stammen? Das einzige, was ich mir vorstellen könnte, ist, dass es sich um den russischen Sputnik-Impfstoff handelt, der über nicht legale Wege nach Mitteleuropa gelangt.
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  •   andip
    (10953 Beiträge)

    26.02.2021 15:57 Uhr
    Oder aber
    der wäre geklaut oder sonstwie abgezweigt worden.
    Das wäre aber sicherlich aufgefallen.
    Daher dürfte der angebotenen Impfstoff in Wirklichkeit gar nicht existieren.
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  •   tom1966
    (1281 Beiträge)

    26.02.2021 09:53 Uhr
    Manche schrecken auch vor nichts zurück!
    Falls es sich tatsächlich um falschen oder unwirksamen (z.B. verdünnten) Impfstoff handelt, hoffe ich doch, dass die Betreffenden eine ganze Weile "gesiebte Luft atmen" müssen.
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  •   andip
    (10953 Beiträge)

    26.02.2021 12:20 Uhr
    Die hatten bestimmt keinen Impfstoff
    weder verdünnt oder gefälscht.
    Die hätten das Geld kassiert ohne Gegenleistung und hätten sich in Luft aufgelöst.
    Eine staatliche Behörde ist zum Glück nicht so doof, darauf reinzufallen.
    Anders sieht es aus, wenn sich solche obskuren Angebote an Privatleute richten, da hätte mancher zugegriffen, weil er nicht auf die reguläre Impfung warten wollte.
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