Herr Daum, warum wurden die Parkgebühren erhöht?

An unseren Seen wurden seit Jahren unverändert vier Euro Parkgebühren erhoben. Damit lagen wir am unteren Ende vergleichbarer Seen.

Wie bei vielen anderen Kommunen erfordert der enorme Zulauf an die Baggerseen - als Alternative zum Mittelmeerstrand oder Freibad - große Anstrengungen. Darunter fällt vor allem, den Autoverkehr mit Schildern, Hinweisen und letztlich Personal zu lenken.

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Das war nicht alles mit städtischem Personal zu stemmen, sodass auch Kosten für zusätzliche Müllentsorgung, Öffentlichkeitsarbeit und letztlich auch für Sicherheitskräfte entstanden sind. Die Erhöhung auf sechs Euro deckt diesen zusätzlichen Sach- und Personalkostenaufwand etwas ab. Ein Mittel, Besucher abzuschrecken, ist eine Erhöhung um zwei Euro nicht.

Welche Kräfte sind rund um den Epplesee im Einsatz?

Wir versuchten und versuchen noch immer, die Lage mit dem vorhandenem Personal zu stemmen, haben uns punktuell aber auch Unterstützung durch ein privates Sicherheitsunternehmen geholt.

Situation am Epplesee
Bild: Thomas Riedel

Ohne die Einsatzkräfte der Landespolizei, die uns mit Sondereinsätzen unterstützt haben, hätten wir aber die positiven Effekte einer starken Präsenz nicht erzielen können. Zusätzliches Personal wurde von unserer Seite nicht eingestellt.

Wie wird mit der chaotischen Verkehrssituation umgegangen?

An den heißen Wochenendtagen kommt es zu Rückstaus auf den Zufahrtsstraßen und wildem Parken. Da ist schnell mal ein Rettungsweg zugeparkt. Oberste Priorität hat die unmittelbare Zufahrt zu Parkplatz und zum Silberstreifen für Rettungsfahrzeuge frei zu halten.

Parkplätze? Fehlanzeige.
Parkplätze? Fehlanzeige. | Bild: Thomas Riedel

Deshalb muss bei absehbarer Vollauslastung des Parkplatzes bereits frühzeitig mit der Regulierung des Verkehrs bis hin zur Sperrung und Umleitung begonnen werden. Wenn der Parkplatz voll ist, werden weiter ankommende Fahrzeuge auf die Parkmöglichkeiten auf der Messe geleitet. Die Messe Karlsruhe stellt dankenswerterweise ihren P1 zum freien Parken zur Verfügung.

Situation am Epplesee
Bild: Thomas Riedel

Denn: Die an den See angrenzenden Feldwege, Wiesen oder die Randstreifen der Straßen sind keine Park-Alternativen. Angesichts der Trockenheit gilt es, hier Brände durch heiße Katalysatoren und auch Umweltschäden durch auslaufende Kraftstoffe zu verhindern. Daher die konsequenten Abschlepp-Aktionen.

Wie schätzen Sie die Lage insgesamt ein?

An den stark besuchten Tagen durfte man durchaus den Eindruck haben, dass die Masse und das Verhalten der Badegäste aus Sicht der Coronaregeln besorgniserregend war. Darauf wurden die Badegäste auch hingewiesen.

Situation am Epplesee
Die Situation am Epplesee am 16. August 2020. | Bild: Thomas Riedel

Das gilt für einzelne Abschnitte an der Uferlinie. Auf der Liegewiese war aber immer noch ausreichend Platz, um die Abstandsregeln einhalten zu können.  Insgesamt hat der See die Menschenmassen aber gerade noch so vertragen.

Was wäre wenn... die Situation aus dem Ruder läuft?

Aufgrund der vielen Zugänge wäre es nur mit einem noch deutlich größerem Aufgebot an Sicherheitskräften möglich, den Zugang zu verhindern oder das Ufer zu räumen.

Hintergrund

Wenn die Temperaturen gen 30 Grad klettern, zieht es die Menschen an die Badeseen in der Region. Eines der beliebtesten Ausflugsziele ist der Epplesee in Rheinstetten. Über 7.000 Besucher haben sich am zweiten Augustwochenende am Seeufer und auf den Wiesen getummelt.

Doch in diesen Tagen, in denen die Fallzahlen der Corona-Neuinfektionen wieder ansteigen, sind Menschenmassen ein Risiko. Obwohl das öffentliche Leben in weiten Teilen wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, gilt in der Öffentlichkeit noch immer das Abstandsgebot von 1,5 Metern. Erst am 30. September tritt die Regel nach dem jetzigen Stand außer Kraft. 

Am Epplesee versuchen Polizei und Ordnungsamt, die Corona-Verordnung trotz des hohen Besucherandrangs durchzusetzen. Sobald die Kapazitäten der Parkplätze an ihre Grenzen stoßen, werden die Zufahrten zum See gesperrt und verkehrswidrig parkende Fahrzeuge konsequent abgeschleppt.

Die jüngste Maßnahme: eine Erhöhung der Parkgebühren. Wer sein Fahrzeug auf dem Parkplatz direkt am See abstellen möchte, wird nun mit sechs Euro zu Kasse gebeten.

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