Das aktuelle räumliche Leitbild von Karlsruhe braucht ein regionales Pendant. So könnte das Fazit aus der Diskussion zum Vortrag von Anke Karmann-Woessner in dieser Woche lauten. Die Leiterin des Karlsruher Stadtplanungsamtes stellte im Planungsausschuss des Regionalverbandes die Methoden und die Ergebnisse der Entwicklung des räumlichen Leitbildes von Karlsruhe vor. "Die Region ist ein wichtiger Resonanzboden für solche Ideen und Impulse. Gerade was die Entwicklung von Wohnraum oder Gewerbeflächen angeht, bedarf es künftig verstärkt regionaler Zusammenarbeit", unterstrich Verbandsdirektor Gerd Hager.

Leitbild für die Zukunft der Stadt

In dem von Karmann-Woessner skizzierten Leitbildprozess haben Bevölkerung, Politik, Stadtverwaltung und externe Planungsexperten einen Blick in die Zukunft der Stadt gewagt. Die Basis, so die Amtsleiterin, bildeten drei Entwürfe der externen Planungsteams, die in einem partizipativen Verfahren unter anderem mit der Bürgerschaft erarbeitet wurden.

Die Arbeitsgruppen haben Perspektiven und Visionen unter Stichworten wie "Grüne Adresse", "Dynamisches Band" und "Coole Quartiere" diskutiert und damit Aspekte wie Erholung, Gewerbeentwicklung und Klimawandel beleuchtet. Ihre Ergebnisse hat das Stadtplanungsamt nun zu einem gesamtstädtischen Plan zur künftigen räumlichen Entwicklung, dem Leitbild, zusammengefasst.

Neuer Wohnraum und Mobilität

Die Trends der räumlichen Entwicklung greifen weit über die Stadtgrenzen in die Region hinaus, so der Tenor im Planungsausschluss des Regionalverbands. Die Schaffung von Wohnraum und Flächenangebote für Gewerbe gehören zu den Planungsaufgaben, die nur im Zusammenspiel zwischen Stadt und Region bewältigt und gelöst werden könnten. Weitere gemeinsame Herausforderungen bestehen in den Themenkomplexen Klimawandel, Siedlungs- und Freiraumverbund sowie der Erreichbarkeit zentraler Einrichtungen und Angebote.

"Die Stadt kommt baulich an ihre Grenzen. Der erste Ring um Karlsruhe, der unter anderem die Städte Stutensee und Rheinstetten oder Gemeinden wie Eggenstein-Leopoldshafen umfasst, übernimmt viele Funktionen der Kernstadt. Wohnen, Freizeit, Arbeit seien hier beispielhaft genannt. Im Hinblick darauf wäre auch ein gemeinsames Standortmarketing oder eine engere Zusammenarbeit beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu diskutieren", so Verbandsdirektor Gerd Hager.

Das Leitbild bilde damit auch einen Anknüpfungspunkt, um diese grundsätzlichen Orientierungen in die Planungsentscheidungen im engeren Verdichtungsraum und in der weiteren Region einbeziehen zu können.

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