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Karlsruhe Oster-Tanzverbot in Karlsruhe: "Verstöße werden mit bis zu 1.500 Bußgeld bestraft"

Wer an Ostern tanzen will, schaut in Karlsruhe in die Röhre: Eine flotte Sohle aufs Disko-Pakett legen, das bleibt den Partywütigen in der Karwoche untersagt, so schreibt es das Landesgesetz vor. Dennoch fallen auch in der Fächerstadt von Jahr zu Jahr immer mal wieder schwarze Schafe auf, die aus der Reihe tanzen - das weiß das Karlsruher Ordnungsamt. Dabei drohe den Clubbesitzern bei einem Verstoß ein Bußgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Das baden-württembergische Landesgesetz schreibt das Tanzverbot in den Paragrafen zehn und elf des "Gesetzes über die Sonn- und Feiertage" vor. So sind alle Gastro-Betriebe, die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen, dazu angehalten, für ruhende Tanzbeine während des gesamten Osterfestes zu sorgen.

Doch getanzt? Karlsruher Ordnungsbeamter: "Clubbetreiber schwärzen Konkurrenten an"

Ausgenommen davon sind die frühen Morgenstunden von null Uhr bis drei Uhr am Ostersonntag und bis drei Uhr nachts am Ostermontag. Von der Regelung betroffen sind neben Diskotheken auch Sport- und Kulturveranstaltungen. Bayern trifft es noch härter: Hier bleibt es in Clubs am Karfreitag mucksmäuschenstill - sogar Musik ist verboten!

Aber was, wenn doch jemand, im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Reihe tanzt? "Wenn sich ein Clubbetreiber nicht an das gesetzlich festgeschriebene Tanzverbot hält, muss er mit einer Bußgeldstrafe bis zu 1.500 Euro rechnen", so ein Sprecher des Karlsruher Ordnungsamtes auf Nachfrage von ka-news. Generell gilt: Sobald Gäste, egal ob unaufgefordert oder nicht, gesetzeswidrig die Tanzfläche unsicher machen, ist der Wirt in der Verantwortung. Vereinzelt sei es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verstößen in Diskotheken der Fächerstadt gekommen - "nicht selten schwärzen Clubbetreiber ihre Konkurrenten bei der Polizei an." Auch trudeln laut dem Ordnungsbeamten regelmäßig Beschwerden in Sachen Ruhestörung ein. Sonderstreifen in den Osternächten gebe es jedoch keine.

Junge Liberale in Baden-Württemberg: "Tanzverbot ist nicht mehr zeitgemäß"

Insgesamt an 18 Feiertagen im Jahr darf in Baden-Württemberg nicht getanzt werden, darunter neben Ostern auch an Pfingsten und Neujahr. Diese gesetzliche Regelung in Hinsicht auf die christliche Kultur Deutschlands stößt den Jungen Liberalen in Baden-Württemberg übel auf: "Wir fordern die vollständige Abschaffung des Tanzverbots", so der Landesvorsitzende Emanuel Kollmann - "dieses Verbot ist nicht mehr zeitgemäß und weit entfernt von der Lebensrealität der Menschen."

Nicht nur bei den Jungen Liberalen stößt das Thema auf Kritik - jedes Jahr löst das Tanzverbot deutschlandweite Debatten aus: Ist es heute überhaupt noch zeitgemäß? Diese Frage haben sich auch Kirchen, Clubbetreiber und die Stadtverwaltung in Heidelberg gestellt. Nach Informationen der Rhein-Neckar-Zeitunghabe man sich hier nun auf einen Kompromiss geeinigt: Ab sofort soll das Tanzverbot nur noch an Karfreitag gelten. Zuvor hatten sich Heidelberger Clubbesitzer besonders über die strenge Regelung für den folgenden Samstag geärgert. Diese ist in der Neckar-Stadt mit sofortiger Wirkung hinfällig geworden.

Feiern an Ostern auch ohne flotte Sohle: Hier steigt die Party in Karlsruhe!

Dass sich am Karfreitag nur schwerlich großes Partygeschäft machen lässt, damit hat sich eine Vielzahl der Karlsruher Diskos abgefunden. So bleiben sowohl die Stadtmitte, der Karlsklub in der Marktlücke, als auch der App Club, das Agostea und das Monkeyz komplett geschlossen. Die allsamstägliche Partystimmung will man sich vielerorts offenbar dennoch nicht vermiesen lassen - die gängigsten Karlsruher Clubs verantstalten zu später Stunde DJ-Partys, auf denen das Tanzen nach oben genanntem Gesetz für immerhin drei Stunden erlaubt ist. Für den Rest der Zeit muss auch hier das Tanzbein ruhen.

Wo man die Osterabende trotz Tanzverbot stimmungsvoll ausklingen lassen, verrät ka-news mit Blick auf unseren Veranstaltungskalender. Wer sich am Gründonnerstag nicht mit einem Brokkoli-Spargelmenü zufrieden geben will, findet beispielsweise im Jubez Anklang: Hier findet am 17. April der Karlsruher Science Slam statt. Außerdem spielt die Band Luxuslärm ein Konzert im Substage und das Radio Oriente fährt abends mit Clubsounds auf. Auf ein Gläschen Sekt geht's in die Stadtmitte zur Ladies Night. Auch am Freitag geht's feuchtfröhlich tanz-alternativ weiter: Musik und Cocktails gibt's im En Vogue, Gotec, Jetset und Radio Oriente. Das Badisch Brauhaus läd in die Partykneipe.

Mehr zum Tanzverbot an Ostern in Karlsruhe:

Umfrageergebnis: Tanzverbot an Ostern soll bleiben!

Ordnungsamt Karlsruhe mahnt: Kein Tanz über die Ostertage

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ka-Clubtester - Feiern in Karlsruhe: Club zum Partymachen in Karlsruhe gesucht? ka-news hat die Karlsruher Studenten nach ihrem Lieblingsclub gefragt. Außerdem im ka-news-Dossier: Alles rund ums Feiern und Partymachen in Karlsruhe - von Absturz bis Türsteher, von Flirten bis Vorglühen, von Party bis Polizei.
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Kommentare (135)
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  •   Kapuzinerkresse
    (238 Beiträge)

    18.04.2014 12:43 Uhr
    Das Ostertanzverbot...
    ... war gar nicht mal sooo schecht, denn man stellte fest, dass man mit den Leuten, mit denen man sonst der lauten Musik wegen nur getanzt hat.... sogar REDEN konnte :D
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    18.04.2014 23:33 Uhr
    Oder...
    ...saufen. Is glaube ich realistischer. Tanzen tun eh nur die, die sich kein Bier an der Theke leisten können.
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  •   Kapuzinerkresse
    (238 Beiträge)

    18.04.2014 12:39 Uhr
    Herrlich!
    Diese viiiiiiielen männlichen User, die sich hier als "Tänzer" outen :-D
    Wo waren die nur in meiner Jugend?

    Die standen an der Bar und schauten uns Mädels beim "Körperverbiegen" zu ...

    Wer christliche Feiertage mit dem damit verbundenen arbeitsfreien Tag möchte, muss auch die damit verbundendenen Einschränkungen in Kauf nehmen. Ich bin übrigens Atheistin.
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    18.04.2014 23:33 Uhr
    Ich bin übrigens...
    ...Heide und Biertrinker. Und nu? zwinkern
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  •   Kapuzinerkresse
    (238 Beiträge)

    19.04.2014 06:17 Uhr
    Mit Heiden...
    und Biertrinkern habe ich kein Problem. Allerdings ziehe ich ab und zu gerne mal ein gutes Glas Rotwein vor zwinkern
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  •   Caipichris
    (698 Beiträge)

    18.04.2014 11:59 Uhr
    Grün-rot ist in BW halt doch...
    ...konservativ!Kein Wunder bei einem Erzkatholiken an der Spitze!Es ist Zeit diese überkommenen Einschränkungen der persönlichen Freiheit auf dem Müllhaufen der Reaktion zu entsorgen!Eine Organisation die sexuellen Missbrauch duldet(Schweigen)und fördert(Zöllibat)hat das Recht verwirkt als moralische Instution anerkannt zu werden.Der religiöse Druck der auf unser Gesellschaft lastet muss endlich beseitigt werden-egal von welcher Seite diese Ansprüche kommen.Gott ist Privatsache!
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  •   Kapuzinerkresse
    (238 Beiträge)

    18.04.2014 12:48 Uhr
    Gott ist Privatsache...
    ... daher Abschaffung aller religiöser Feiertage?
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    18.04.2014 23:35 Uhr
    Feiertage
    Von mir aus kanns auch paar Moslemfeiertage dazugeben... halt wegen der Willkommenskultur grinsen

    Mir scheißegal, wenn ich frei hab, sauf ich Hansa grinsen
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  •   orakelka
    (1914 Beiträge)

    18.04.2014 09:54 Uhr
    Wenns nicht so traurig wäre,
    könnt ich mich totlachen.

    Die Kirche regiert, gut dass wir keine Ablaßzettel kaufen müssen.
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    18.04.2014 23:37 Uhr
    Besser...
    ...als daß die Moslems regiern, oder?

    Dann müßte Deine Alte Kopftuch tragen und Dein Schniedel wäre um 50-70 % Nervenenden kürzer...
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