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Karlsruhe Küchensound und coole Klänge: Karlsruher DJs im Kreuzverhör

"Hey Mister DJ" - das ist ein Mann, der arbeitet, damit andere feiern, und gewissermaßen unnahbar in seiner eigenen Welt versunken scheint, wenn er die Turntables heiß laufen lässt. Doch wie wird man zum Feiernden und Gefeierten und wo steigt in Karlsruhe die beste Party? ka-news sprach mit den Brüdern und Geschäftspartnern DJ Kitchen und Markus Kleemann, die seit einiger Zeit Teil der fächerstädtischen DJ-Szene sind: "Es begann alles in der Küche..."

Vitali und Wladimir Klitschko, Noel und Liam Gallagher, Fritz und Paul Kalkbrenner - und ihr: Markus Kleemann und DJ Kitchen. Wie die vorangegangenen Stars seid auch ihr Brüder mit dem gleichen Beruf, und der nennt sich "Discjockey". Wie wird man zum gefeierten und feiernden Turntable-Rocker?

DJ Kitchen: Nun ja, "DJ" ist zunächst einmal kein klassischer Ausbildungsberuf - das muss man dazu sagen. Zwar gibt es einige Einrichtungen in Deutschland, in denen man im Musikbusiness vom Toningenieur über Musik Management bis zum Produzenten einige Berufszweige erlernen oder gar studieren kann. Die meisten DJs starten ihre Karriere mit Talent und Ehrgeiz in den eigenen vier Wänden - so wie ich (lacht).

Markus Kleemann: Du stellst erste Mixtapes zusammen, nimmst sie auf und hörst dir die Meinung deiner Freunde an - dadurch entwickelst du dich weiter und kriegst ein Gefühl für Akustik und Ambiente. Das ist gerade für junge Leute wichtig: Ein 18-Jähriger muss erst seinen eigenen Sound finden - das kann Jahre dauern.

DJ Kitchen: Ich selbst habe mit etwa 14 Jahren angefangen - erst jetzt kann ich sagen, mit meinem eigenen Weg erfolgreich zu sein. Du brauchst auf jeden Fall eine Menge Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen.

Ich möchte an dieser Stelle auf euer Markenzeichen eingehen: Wie kommt man auf den Namen "DJ Kitchen" und was verbirgt sich hinter eurem gemeinsamen Label "Kitchen Tunes"?

DJ Kitchen: (lacht) Das ist eigentlich eine echt witzige Story: Wie schon gesagt, haben auch wir einmal klein angefangen. Damals wohnten wir zusammen in einer WG, als wir uns dazu entschlossen, unser gemeinsames Hobby zum Beruf zu machen - das war 2008. Wenn wir zu der Zeit Freunde zu Besuch hatten, war die Küche der geeignetste Raum, um sich mit Gästen aufzuhalten - so entstanden erste "Küchenpartys", bei denen wir teilweise gleichzeitig neben Herd und Kühlschrank auflegten und so die Gäste unterhielten. Das kam überraschend gut an - die Küche füllte sich von mal zu mal immer mehr. Irgendwann montierten wir sogar einen Monitor an die Wand, nahmen die Küchensounds auf und ließen Freunde aus der Ferne per Livestream an unseren Partys teilhaben. Wir nahmen uns vor, 100 Mix-Tapes aufzunehmen, bevor wir uns in Clubs oder Bars professionell bewerben. Diesen Vorsatz haben wir tatsächlich durchgezogen, auch um Erfahrung zu gewinnen. Vitamin B und Promo-CDs verhalfen uns zu Testabenden - die ersten richtigen Auftritte hatten wir dann unter anderem im P10 Citybeach.

Und wie klingt der Kitchensound? Was unterscheidet euch von Mainstream-DJs wie David Guetta, DJ Antoine und Co.?

Kleemann: Unsere Musik soll angenehme und chillige Melodien enthalten sowie coole Rhytmen - nicht zu viele Vocals. Sie soll positiv klingen, gute Laune vermitteln und zum Tanzen animieren - das ist eine andere Richtung als der Mainstream Guetta und Co. Letzterer setzt beispielsweise auf Ohrwürmer, viel Melodie und Gesang, oft mit bekannten Sängern wie Rihanna.

DJ Kitchen: In den frühen 90ern war zum Beispiel die Techno-Szene in - die Beats waren so schnell, dass es unmöglich war, lange dazu zu tanzen. Heute stellen wir einen Trend zum reduzierten Tempo und minimalistischeren Produzieren fest. Für einen DJ eröffnet dieser Trend neue Möglichkeiten, wie zum Beispiel mehrere Tracks gleichzeitig miteinander zu verschmelzen.

Kleemann: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Songs, die aus der Reihe tanzen. Du musst wissen, DJs setzen somit Trends - sie entdecken Lieder und bringen diese dem breiten Publikum näher - ein paar Monate später sind sie vielleicht in den Charts.

Als DJ arbeitet man, damit andere Spaß haben und Party machen können. Feiert ihr bei euren Auftritten mit der Menge oder ist auf der "Bühne" auch ein bisschen Nervenkitzel im Spiel?

Kleemann: Unser Beruf macht auf jeden Fall Spaß. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, dass der Menge gefällt, was wir auflegen und sie sich unserer Musik hingibt. Einmal kam während unseres Auftritts ein Mädel zu uns und bestand darauf, die Demos, die wir bis dahin auf unserem Pult ausliegen hatten, im Publikum zu verteilen, weil ihr die Musik so gut gefallen hat.

DJ Kitchen: Das war eines der schönsten Erlebnisse, die wir in unserer Laufbahn hatten und gleichzeitig ein großes Lob an unsere Arbeit. Aber klar, Nervenkitzel bleibt nicht immer aus: Den größten Auftritt hatten wir bis jetzt in der VW-Halle in Braunschweig mit knapp 2.000 "Zuhörern" - das war schon nicht ohne.

Wo legt ihr denn am liebsten auf in der Fächerstadt?

DJ Kitchen: Regelmäßig trifft man uns in der Stadtmitte. Da sind die Leute echt cool drauf und auch die Anlage dort taugt was (lacht). Ansonsten ist auch die Heimat am Bahnhof eine schöne Location. Nun treten wir aktuell einmal im Monat im Hubraum in Durlach auf - hier gastieren wir mit unserer Veranstaltungsreihe "hubRaum Beach" - die nächste Beachparty findet am Samstag, 27. Juli, statt.

Die Fragen stellte Marie Wehrhahn.

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    unbekannt
    (91 Beiträge)

    27.07.2013 14:02 Uhr
    Der Artikel macht neugierig...
    auf eine Hörprobe. Wie kann man sich die chillige Richtung vorstellen - geht das in Richtung Kruder & Dorfmeister oder Tosca? Die Beschreibung der beiden lässt das vermuten.
    Kann man hier vielleicht auch ein Demo veröffentlichen? grinsen
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    unbekannt
    (29986 Beiträge)

    27.07.2013 15:04 Uhr
    BLOSS NET!
    Vor ein paar Jahren war ich mal zur 'Afterworkparty' bei der Germania eingeladen. Dort wurde nach Angabe der Gastgeberin 'chilliger Elektrosound' gespielt.

    Dass man davon bescheuert wird ist nachvollziehbar.
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    unbekannt
    (91 Beiträge)

    27.07.2013 20:42 Uhr
    hetfield
    ... man kann von vielem bescheuert werden - muss nicht eben an einer Musikrichtung liegen.

    ... und auch hier ist es wie beim Essen - da kommt es auch meist auf den Koch und auf den Geschmack dessen an, der das Gericht verzehrt. Nur weil man einmal vor Jahren bei einem 'wenig begabten Koch' gruselige, Fertig-Spätzle gegessen hat, kann man das Gericht an sich ja nicht gleich verteufeln.

    Chilliger Elektrosound kann - wie Spätzle auch - diverse Nuancen haben. Evtl. lag es bei dir vor Jahren an der Gastgeberin, die falsche Angaben zum Sound gemacht hat oder es war eben an diesem Abend nicht deine Musik.

    Neben chilligem Elektrosound höre ich mich seit Jahren durch alle Musikrichtungen - auch Klassik, Jazz, Rock, Hardrock, Punk, Indie etc. Dabei ist mir keine Musikrichtung aufgefallen, der ich das Prädikat 'besonders geeignet, bescheuert zu machen' vergeben könnte.
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