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Karlsruhe Karlsruher Busbahnhof: Wohin mit dem Fernbus-Terminal?

Wohin mit einem neuen Terminal für Fernbusse? Darüber diskutiert man in Karlsruhe wahrlich nicht zum ersten Mal. Mit dem rasanten Anstieg des Fernbusverkehrs seit der Liberalisierung Anfang 2013 ist die Frage aber noch dringlicher geworden. Bei einer Bürgeranhörung im Rathaus am Donnerstagabend stellte der Planungsausschuss erste Ergebnisse vor. Vertreter der Stadt, des Gemeinderats und von Interessenverbänden sowie interessierte Bürger trafen sich hier zum lebhaften Meinungaustausch.

Einig ist man sich zumindest über eines: Der jetzige Busbahnhof muss weg - zu klein und zu unansehnlich. "Das Erscheinungsbild des gegenwärtigen Standorts am Südausgang des Hauptbahnhofs erinnert eher an eine größere Bushaltestelle als an das Fernbusterminal einer modernen Großstadt", sagte Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei der Veranstaltung. "Man muss bedenken: es nicht das erste, was ein Ettlinger oder Rüppurer zu sehen bekommt, wenn er in Karlsruhe aussteigt, sondern vielleicht jemand aus London oder Paris". Auch Peter Ottermann vom Stadtplanungsamt bezeichnete den Busbahnhof als eine "Art Visitenkarte der Stadt". Deshalb sei nicht nur mehr Kapazität, sondern auch eine bessere Qualität das Ziel jedes neuen Terminals.

Ebenfalls als unstrittig gilt, dass der Busbahnhof weiterhin nahe am Hauptbahnhof liegen soll. Hier bieten ÖPNV und die Südtangente eine fast optimale Verkehrsanbindung. Konkret hatte der Planungsausschuss über drei Standortvarianten für das neue Terminal beraten. Eine davon wurde bereits verworfen: In der Victor-Gollancz-Straße gibt es zu wenig Platz und vor allem zu viele Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft, die durch mehr Lärm und Abgase belastet würden, so die einhellige Meinung. Im Rennen sind jetzt noch der Standort direkt neben dem (südlichen) Bahnhofsplatz - also fast der gleiche Ort wie bisher -, sowie eine Stelle weiter östlich zwischen heutiger Güterbahn- und Fautenbruchstraße, etwa auf Höhe der Ettlinger Straße.

Kurze Wege - oder mehr Platz

Beide Standorte haben verschiedene Vor- und Nachteile: der eine liegt näher am Südausgang des Hauptbahnhofs, bietet also kürzere Wege zum Nahverkehr. Außerdem könnte das neue Busterminal hier ebenerdig und damit auch barrierefrei angelegt werden. "Rein funktional betrachtet ist dieser Standort deshalb meiner Meinung nach am besten geeignet", so Architekt und Stadtplaner Werner Gerhardt.

Die östliche Variante dagegen wäre fast einen halben Kilometer vom Bahnhof entfernt. Dabei müsste auf dem Weg zum Hauptbahnhof mindestens eine Straße über- oder unterquert werden. Dafür gibt es hier eine bessere Anbindung an den Straßenverkehr und vor allem mehr Platz: 14 Bussteige wären möglich - im Vergleich zu 11 bei der westlichen Variante am Hauptbahnhof. Das größere Platzangebot böte auch mehr Flexibilität für spätere Um- oder Ausbauten.

Hochhäuser am Bahnhofsplatz?

Allen Varianten gemein ist die Integration des neuen Busbahnhofs in größere Gebäudekomplexe: geplant sind stets eine Tiefgarage für PKW unter dem Terminal und mehr oder weniger starke Bebauung direkt darüber. Hier liegt dann auch der eigentliche Knackpunkt bei der Diskussion um den Fernbusstandort: auf dem Areal südlich des Hauptbahnhofs sollen Neubauten vor allem für Büros, aber auch Läden, Gastronomie und ein Hotel entstehen. Hochhäuser mit 13 bis 20 Stockwerken könnten dann den Bahnhofsplatz einrahmen.

Der westliche Standort des Busbahnhofs läge direkt unter, beziehungsweise in einem jener Gebäude, wo die Stadt die hochwertigsten Büroflächen des Projekts ansiedeln möchte. Michael Kaiser von der Karlsruher Wirtschaftsförderung sieht ein "adäquates Arbeiten" in solchen Büros mit integriertem Busbahnhof durchaus als Herausforderung an. Oberbürgermeister Mentrup nannte Nürnberg als negatives Beispiel, wo sich Fernbusterminal und ein hochwertiger Bürokomplex "gegenseitig im Weg stehen". Außerdem seien es selbst vom näheren Standort des neuen Busterminals immer noch rund 240 Meter bis zum Hauptbahnhof, der Unterschied zur westlichen Variante also nicht sehr groß.

Hauptbahnhof Süd oder "gordischen Knoten" von Karlsruhe

"Es geht nicht nur um ein paar Meter mehr oder weniger, sondern auch um die Qualität der Wege - ob ich erst noch über eine Kreuzung oder durch eine Unterführung muss", hält Stadtrat Johannes Honné von den Grünen dagegen. Seine Fraktion werde sich für den westlichen Standort einsetzen. Auch Rita Fromm von der Karlsruher FDP sprach sich für diese Variante aus. Seit 1989 beschäftige sich die Stadt schon mit dem Gebiet südlich des Hauptbahnhofs, nun müsse dieser "gordische Knoten" in Karlsruhe endlich gelöst werden. "Und egal wie sich der Fernbusverkehr in Zukunft entwickelt - der jetzige Busbahnhof muss verbessert werden", betont Fromm.

"Warum ist denn der 'Bahnhof-Süd' noch nicht bebaut? Sehen sie sich das Areal einmal an: da sind überall Parkplätze. Es ist eine Verkehrsdrehscheibe. Wir haben eigentlich Investoren dafür, aber die wollen nicht direkt über einer Verkehrsdrehscheibe sitzen und bevorzugen dann eben die Ludwig-Erhard-Allee", so Karlsruhes erste Bürgermeisterin Margret Mergen. Ein neuer Fernbusbahnhof verschärfe diese Problematik. Auch Thomas Müller von CDU-Fraktion im Gemeinderat will den östlichen Standort noch nicht abschreiben.

Tendenz zum Standpunkt nahe Hauptbahnhof - Entscheidung beim Gemeinderat

Und was denken die Karlsruher Bürger? Über 50 von ihnen saßen bei der Veranstaltung im Publikum. Nach einer ersten Präsentation konnten sie ihre Meinungen, Fragen und Anregungen auf Karteikarten schreiben und an eine eigene Pinnwand für jede Standortvariante heften.

Das (nicht repräsentative) Ergebnis zeigte relativ eindeutig, dass sie den westlichen Standort näher am Hauptbahnhof bevorzugten. Ob dieses Trends versprachen auch Befürworter der östlichen Variante, das Meinungsbild der Bürger in ihre Überlegungen mit einfließen zu lassen. Letztendlich entscheidet aber der Gemeinderat, wo der neue Busbahnhof stehen wird. Anke Karmann-Woessman vom Stadtplanungsamt hofft auf einen Entschluss noch in diesem Jahr, spätestestens aber Januar oder Februar 2014: "Wir werden die Entscheidung auf keinen Fall auf die lange Bank schieben".

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Busbahnhof in Karlsruhe | ka-news.de: Seit der Neuregelung des Fernbus-Verkehrs im Jahr 2013 ist die Zahl der Linien explosionsartig gewachsen. Auch in der Fächerstadt ist ein wichtiges Drehkreuz für die Fernbuslinien. Daher soll ein neues Fernbus-Terminal errichtet werden. Alle Informationen gibt es hier in der Übersicht.
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Kommentare (29)
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  •   ramius
    (224 Beiträge)

    10.11.2013 12:35 Uhr
    Es wäre schön,
    wenn der Fernbusbahnhof endlich trockenen Fußes zu erreichen wäre. Gleiches gilt auch für den ÖPNV. Desweiteren will ich auch nicht 0,5 km zu einem Fernbusbahnhof mit schwerem Gepäck laufen, da sind selbst die 240 Meter zur kürzeren Lösung schon grenzwertig.
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  •   de.schwule.sascha
    (198 Beiträge)

    09.11.2013 20:05 Uhr
    Der Karlsruher BusBahnhof
    ist die letzte Pissecke... Sowas häßliches!
    Schon vor dem Mauerfall wurde darüber diskutiert dieses Eiter-Aareal auszudrücken Die gute alte Treuhand grinsen Vielleicht gut für den neuen Ikea...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (314 Beiträge)

    09.11.2013 14:45 Uhr
    "Seit 1989 beschäftige sich die Stadt schon mit dem Gebiet südlich des Hauptbahnhofs"
    und was ist dabei bis jetzt rausgekommen? In der freien Wirtschaft würden diese Versager nach der ersten Arbeitswoche das A*rschloch zukneifen. Pfeifen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (11392 Beiträge)

    09.11.2013 15:35 Uhr
    Wow!
    Seit über 20 Jahren! Wir reden hier von einem etwas besseren Acker mit fußläufigem Zugang zum Straßenstrich. Das Filetstück... daß ich nicht lache!

    Das meinen die auch noch toternst...
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    unbekannt
    (314 Beiträge)

    09.11.2013 17:34 Uhr
    Karlsruh:
    große Lapp, nix dahinner.
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  •   hajmo
    (4254 Beiträge)

    09.11.2013 13:21 Uhr
    Ein Stück weiter, Richtung Rüppurr
    auf der linken Seite sind doch einige Sportvereine. Einfach dort das Busterminal bauen und dann, ähnlich wie beim Frankfurter Flughafen zwischen den Terminals 1 und 2, eine Hochbahn zum HBF bauen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (314 Beiträge)

    10.11.2013 16:50 Uhr
    nix Hochbahn...
    wie wärs mit nem Tunnel?
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  •   mueck
    (12469 Beiträge)

    09.11.2013 11:50 Uhr
    ?
    Zitat von Es ist eine Verkehrsdrehscheibe. Wir haben eigentlich Investoren dafür, aber die wollen nicht direkt über einer Verkehrsdrehscheibe sitzen ...

    Ach, und wenn man das Busterminal weglässt, ist es plötzlich keine Drehscheibe mehr? Der geringste Anteil an der Verkehrsdrehscheibe dort sind die Busse! Jungs und Mädels der Wirtschaftsfront: Es ist ein Filetstück WEIL dort saugute Verkehrsanbindungen bestehen zur Fernbahn und via Südtangente zur Fernstraße! Sich dann über die "Verkehrsdrehscheibe" beschweren, ist dann ein "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!"-Phänomen ...
    Die "Verkehrsdrehscheibe" am Hbf-Süd kriegen wir also NIE weg, und deswegen soll es DIE logische Lösung sein, ein zweites Gelände mit Nutzungen in den Obergeschossen mit einer weiteren Verkehrsdrehscheibe "aufzuwerten"? Erkennt da keiner von denen die Denkfehler?
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  •   mueck
    (12469 Beiträge)

    09.11.2013 11:57 Uhr
    !
    Davon abgesehen: Wenn sich in Nürnberg Busterminal und "Obernutzung" stören, muss man das ja nicht so wie dort kopieren, sondern sich eine gestalterische Lösung überlegen, die beide Lösungen besser entzerrt.
    Der Vorschlag des Architekten sah das ja im Prinzip schon vor: die "Höfe" wären ja das Dach des Busterminals, man sieht es also aus den Bürotürmen gar nicht und die Höfe hätten vermutlich ein Höhenniveau ähnlich dem des Bahngeländes, das wäre also ein ebener Übergang zu diesem, was man bestimmt gestalterisch so nutzen könnte, das aus dieser Richtung eine angenehme separate Eingangssituation entstehen könnte bspw. am alten Kraftwerk vorbei oder so. Dann wären Pöbel und Elite voneinander getrennt ... zwinkern
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  •   elisuS
    (180 Beiträge)

    10.11.2013 11:32 Uhr
    War nicht auch mal hier ein Hotel geplant
    Vor einiger Zeit war hier doch mal ein Artikel über einen geplanten Hotelneubau einer Günstig Hotel Kette. Finde leider diesen Artikel nicht mehr.
    Und das das Grundstück hier nicht bebaut ist, worn liegt das. Meiner Meinung wäre das auch ein toller Standort für die neue DM-Zentrale gewesen. Seit der ZKM-Würfel hier "gestorben" ist, gab es wohl keine ernsthaften Interessenten.
    Eigentlich Schade.
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