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Karlsruhe 2 Jahre nach der Entscheidung: Wie geht es weiter mit dem Karlsruher Busbahnhof?

Mit dem Fernbus bequem von A nach B zu reisen, liegt im Trend. Auch Karlsruhe ist ein wichtiger Knotenpunkt im Netz der Fernbusanbieter. Doch der Bahnhof selbst wird den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht. 2014 fiel daher die Entscheidung für einen neuen Busbahnhof. Seither ist es still geworden. Was hat sich rund zwei Jahre nach der Entscheidung bislang getan?

2013 hat sich das Reisen innerhalb des Landes stark verändert. Der Grund: Der Fernbusverkehr in Deutschland wurde liberalisiert. Seither bedienen eine Vielzahl an Verkehrsunternehmen eine noch größere Zahl an Verbindungen.

Doch nicht jede Stadt war auf den neuen Trend vorbereitet: Der Karlsruher Busbahnhof an der Südseite des Hauptbahnhofs konnte den Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Zu klein, zu unansehnlich und zu schmutzig sei er, lauteten die Vorwürfe der Kritiker.

Karlsruhe streitet über den richtigen Bus-Standort

Dass der aktuelle Karlsruher Busbahnhof nicht mehr den heutigen Anspruchen entspricht, darin waren sichFahrgäste, Fernbus-Betreiber und die Stadt einig. Der Karlsruher Gemeinderat legte nach: Im Dezember 2014 sprachen sich die Stadträte für den Bau eines Busbahnhofs auf den städtischen Grundstücken an der Fautenbruchstraße aus. Zuvor hatten die Fraktionen auch über einen Standort zwischen der Güterbahn- und der Fautenbruchstraße - etwa auf Höhe der Ettlinger Straße - beraten.

Sieht der neue Busbahnhof in Karlsruhe einmal so aus?

Zweiteres wurde vor allem von den Busunternehmern favorisiert, die sich bei einer Bürgeranhörung aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof für den Hauptbahnhof-Süd ausgesprochen hatten. Diese Idee wurde aber von der Stadt verworfen, da sie für dieses Areal künftig enormes Potential für private Investoren sah und sich das Grundstück ohne Busbahnhof künftig besser vermarkten ließe. Am Ende stand die Entscheidung: Der neue Busbahnhof soll in die Fautenbruchstraße.

Drei Monate nach der Entscheidung durch den Gemeinderat gab die Stadt an, dass verschiedene Modelle für den Bau und den Betrieb einer solchen Einrichtung geprüft werden sollen. Diese Fragen sollte in den folgenden Monaten abgearbeitet werden. Der Antrag, das Vorhaben durch einen privaten Investor voranzutreiben, kam seinerzeit aus den Reihen der CDU-Fraktion im Gemeinderat. In einem Antrag sprachen sie sich für den Bau aus, um Karlsruhe als wichtigen und attraktiven Knotenpunkt im nationalen Fernbusnetz zu etablieren.

Fernbus-Anbieter bauen Angebot weiter aus

Doch nach diesen Ankündigungen wurde es recht still um das Thema. Aber keineswegs, weil der Andrang auf die Busse nachgelassen hätte. Wie das zuständige Bundesamt für Güterverkehr in einer Marktanalyse des Fernbuslinienverkehrs feststellt, hat sich die Zahl der Linien von 2013 zu 2014 innerhalb nur eines Jahrs von 131 auf 244 erhöht. Auf diesen Strecken führen die Busse rund 7.000 Fahrten durch - pro Woche.

Während das statistische Bundesamt 2013 noch rund acht Millionen Fahrgäste zählte, waren es im folgen Jahr bereits 16 Millionen. Ein Ende des Wachstums scheint zudem noch nicht in Sicht zu sein. So will beispielsweise das Unternehmen Flixbus/MeinFernbus die Zahl der Auslandsverbindung verzehnfachen. Das gab der Chef in einem Interview mit der Wirtschaftswoche bekannt.

Details noch in dieser Woche?

Die Nachfrage nach Fernbussen steigt und mit ihnen auch die Anforderungen an den Standort Karlsruhe. Doch noch lassen Schritte weiter auf sich warten. Zu den konkreten Plänen oder einem genauen Zeitplan für den Karlsruher Busbahnhof wollte sich die Stadt auf Nachfrage von ka-news noch nicht äußern.

Tatsächlich soll sich aber in dieser Woche noch ein Gremium treffen, das sich mit dem Thema Fernbusbahnhof beschäftigen soll. Was genau in diesem Gremium besprochen werden soll, ist bislang allerdings noch nicht bekannt. Man wolle den Beratungen nicht vorgreifen, heißt es vonseiten der Stadt. Wann die Bagger zum neuen Busbahnhof in Karlsruhe rollen werden, bleibt damit vorerst noch abzuwarten.

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Kommentare (28)
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  •   Smartraver
    (7582 Beiträge)

    13.07.2016 06:15 Uhr
    Zwei Jahre nach der Entscheidung....
    wäre in China der Busbahnhof seit 18 Monaten in Betrieb.
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  •   malerdoerfler
    (6058 Beiträge)

    12.07.2016 15:23 Uhr
    An dem Busbahnhof
    ist schon einiges los.
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    11.07.2016 12:55 Uhr
    Dass man
    sich da Zeit lässt ist vielleicht gar nicht so dumm. Man wartet ab wie sich diese Busgeschichte entwickelt, bis eine Marktbereinigung und Konsolidierung stattgefunden hat.
    Wenn der Kuchen endgültig aufgeteilt ist und die mal Fahrpreise nehmen die sie in schwarze Zahlen führen wird der Bedarf sicher zurückgehen.
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  •   albern
    (227 Beiträge)

    11.07.2016 12:51 Uhr
    Die KA-news Grammatik wieder demonstriert
    "Auf diesen Strecken führen die Busse rund 7.000 durch - pro Woche."

    Worte verkettet Inhalt unklar Fahrgäste, Halte oder umsteigen?
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  •   redaktion
    (1385 Beiträge)

    12.07.2016 07:39 Uhr
    @albern
    Da ist wohl ein Wort aus dem Text gerutscht. Danke für den Hinweis.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (13039 Beiträge)

    11.07.2016 12:51 Uhr
    wie es weitergeht? der Wg ist ganz klar doch:
    es wird ein großes Loch gebuddelt -

    - und abgewartet...
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    11.07.2016 10:19 Uhr
    "Ein Gremium" trifft sich.
    Was besprochen werden soll weiß man noch nicht.
    Wer daran teilnimmt ist noch unklar.

    Tipp von mir: In der ersten Stunde wird die Sitzordnung geklärt. Die zweite Stunde beinhaltet die Debatte, ob der Kaffee aus dem hauseigenen Automaten was taugt.
    Abschließend wird dann der nächste Sitzungstermin provisorisch ins Auge gefasst. Er soll möglichst zeitnah sein. So in zwei oder drei Jahren etwa.
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  •   max
    (279 Beiträge)

    11.07.2016 13:29 Uhr
    Ich glaube, dass es so
    in Wirklichkeit abgeht. Nur Schwätzer und keine Taten folgen. Dies ist nicht im Sinne der Bürger von Karlsruhe. Zwei Jahre rumeiern, und dann von vorne anfangen und sich fragen:" Was möchten wir eigentlich"??
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  •   armeshundele
    (523 Beiträge)

    11.07.2016 08:24 Uhr
    Warum muß der Karlsruher Steuerzahler
    eigentlich einen Busbahnhof finanziern ?
    Beim Schienenverkehr ist das Sache der Eisenbahngesellschaften. Genauso ist es mit den Kosten des Fahrwegs.
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  •   albern
    (227 Beiträge)

    11.07.2016 13:07 Uhr
    Warum fragt der arme Hund nach Steuern?
    Weils so schön polemisch ist.

    Weder im Artikel noch in der Diskussion drum herum ist bislang von Steuerfinanzierung die Rede. Der Gemeinderat beschäftigt sich in der Regel zunächst mal mit Infrastrukturplanung und Bebauungsplänen. Und das soll er auch, er soll die Grundsätze der Stadtentwicklung im Auge behalten.

    Hier ist ein Verkehrsknoten in der Entwicklung, ohne Planung wird das schief gehen. Das gegenwärtige Laisser-faire hat schon Probleme genug gezeigt: Fußgänger und Räder, Autos, Busse und Taxis kommen sich in die Quere und machen sich gegenseitig den Platz streitig. Parken ist oft unmöglich, manchmal kann in dem Chaos kaum noch jemand zu bus oder Bahn gebracht oder davon abgeholt werden. Zum Glück ist wenigstens der Tram-Verkehr auf der anderen Seite, aber wie sollen mal deren Passagiere zum Fernbus gelangen?

    Da brauchts eine ordnende Hand, die dann auch verhindert, dass zwar einzelne verdienen aber alle auf den Kosten sitzen bleiben.
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