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Karlsruhe Wohnungsnot und horrende Mieten: Liebe Karlsruher Bundestags-Kandidaten, was tut ihr dagegen?

Wofür stehen die Karlsruher Direktkandidaten der Bundestagswahl 2021? Wie ist ihre Haltung zu Rente, Klima, Migration und den vielen anderen Themen, die Deutschland aktuell beschäftigt? Um das herauszufinden, hat ka-news.de sie um Antworten gebeten: 15 Kandidaten, 15 Fragen - die Stellungnahmen gibt es mit einem Klick auf den Namen.

Nicht nur in Karlsruhe gibt es das Problem, dass zu wenig Wohnungen vorhanden und die wenigen dann auch noch sehr teuer sind. Doch was kann man dagegen tun? Mietendeckel, mehr Wohnungsbau außerhalb der Städte? Wir haben unsere Bundestagskandidaten zu dem Thema befragt.

  • Ingo Wellenreuther (CDU)
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU.
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU. | Bild: Tobias Koch

    Das beste Mittel gegen Wohnungsmangel und steigende Mietpreise ist die Schaffung neuen Wohnraums. Das Ziel der Union ist es, dass bis 2025 mehr als 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen.

    Dazu wollen wir unter anderem Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen, aber auch die Anbindung des ländlichen Raums an Bus und Bahn erhöhen, damit dort lebenswerter Wohnraum entstehen kann, der zu einer Entlastung der Städte führt. Denn die Mietpreisbremse ist das falsche Instrument. Dadurch wird keine einzige Wohnung gebaut. Es gilt die Regel: Ein Eingriff in die Preisbildung führt nicht zur Erhöhung des Angebots an Wohnungen.
  • Parsa Marvi (SPD)
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe.
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

    Deutlich mehr Wohnungen bauen. Wir brauchen mindestens 400.000 pro Jahr, aktuell werden 300.000 gebaut. Das ist der Schlüssel für eine Entspannung des Mietwohnungsmarktes. Zusätzlich muss es für ein paar Jahre ein Mietmoratorium geben, bei dem die Mieten nur in Höhe der Inflation erhöht werden können.
  • Marc Bernhard (AfD)
    Marc Bernhard.
    Marc Bernhard. | Bild: Marc Bernhard MdB

    Gegen die Wohnungsnot gibt es viele Stellschrauben, so z.B. die Abschaffung der Grunderwerbsteuer, verstärkte Nutzung des Erbbaurechts für junge Familien, Bevorzugung von Wohnungsbaugenossenschaft bei der Vergabe von Wohnbauland oder staatliche Bürgschaften als Eigenkapitalersatz für junge Familien.

    Wer aber nicht nur an Symptomen herumdoktern, sondern wirklich die Ursachen angehen möchte, der muss sich vor allem mit der migrationsbedingten, importierten Nachfrage, der irrsinnigen EZB-Politik und der völlig überzogenen Klimapolitik als Preistreiber beschäftigen.
  • Michael Theurer (FDP)
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP.
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP. | Bild: Theurer

    Hier muss man analysieren, warum die Preise so stark steigen. Das sind einerseits gestiegene Baukosten durch Rohstoffpreise und Bürokratie, andererseits aber auch mehr Nachfrage als erwartet durch mehr Einwanderung.

    Die Lösung für den Mangel an Wohnraum kann nicht darin liegen, dass man es weniger attraktiv macht, Wohnraum zu schaffen. Im Gegenteil: Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, etwa indem der Staat mehr Flächen zur Verfügung stellt und die Abschreibungsbedingungen für Investitionen in den Wohnungsbau verbessert.
  • Michel Brandt (Die Linke)
    Michel Brandt
    Michel Brandt | Bild: Felix Grünschloss

    Der Mietwucher und die Verdrängung von Mietern muss gestoppt werden. Deshalb kämpft Die Linke für einen bundesweiten einen Mietendeckel, für 250.000 neue Sozialwohnungen im Jahr, gegen Spekulationen mit Immobilien und den ungenutzten Leerstand. Unser Ziel: die Explosion der Mieten nicht nur bremsen, sondern beenden und rückgängig machen.
  • Zoe Mayer (Grüne)
    Bild: Grüne Karlsruhe

    Das Recht auf Wohnen gehört für mich ins Grundgesetz. Der Staat muss mehr investieren in einen sozialen Wohnungsmarkt. Bei krisenbedingtem Wohnungsverlust wollen wir Grüne ein KfW-Programm zur Unterstützung bei Mietzahlungen auf den Weg bringen. Wir brauchen eine effektive Überarbeitung der Mietpreisbremse und wollen die Möglichkeit regionaler Mietobergrenzen schaffen.
  • Klaus-Jürgen Raphael (Bündnis C)
    Klaus-Jürgen Raphael
    Klaus-Jürgen Raphael | Bild: ps

    Gerade der soziale Wohnungsbau muss gefördert werden. Hierzu können die ebenso die Wohnungsgenossenschaften einen speziellen Beitrag liefern, der Förderungswürdig ist. Vorkaufsrecht der Kommunen nutzen.
  • Martin Buchfink (dieBasis)
    Martin Buchfink
    Martin Buchfink | Bild: ps

    Zum einen sollte es mehr staatliches Engagement im sozialen Wohnungsbau geben. Zum anderen müssen die staatlichen Eingriffe, die zu einer überdeutlichen Verteuerung von Baumaterialien geführt haben, unterlassen werden, damit die Kosten für den Wohnungsbau, und damit auch Mieten, nicht weiter unverhältnismäßig steigen.
  • Daniel Barth (Die Partei)
    Daniel Barth
    Daniel Barth | Bild: ps

    Ich werde stückweise soziale Brennpunkte schaffen. Brennpunkte sorgen für einen nachhaltigen Verfall der Mieten, denn immerhin wohnen heute auch die meisten Leute in ehemaligen Brennpunkten.
  • Bernd Barutta (Freie Wähler)
    Bernd Barutta
    Bernd Barutta | Bild: ps

    Die Freien Wähler fordern, traditionelle Investitionselemente wie den sozialen Wohnungsbau und den genossenschaftlichen Wohnungsbau massiv zu fördern. Das Angebot an Wohnungen gilt es massiv auszubauen, auch durch kommunalen Wohnungsbau.

    Auf diesen Gebieten wurde in den vergangenen Jahrzehnten gesündigt. Da immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung (bis zu 30.00 p.a.) herausfallen, wird aktives Handeln hier umso dringlicher.
  • Markus Schmoll (KlimalisteBW)
    Markus Schmoll
    Markus Schmoll | Bild: ps

    Wohnungen sind keine verzichtbare Luxusware, Neubau ist aber nur punktuell möglich und soll dann nur noch die starke Nachfrage nach kleinen Wohnungen bedienen, da der Flächenverbrauch zum Erhalt der lebensnotwendigen Artenvielfalt beendet werden muss.

    Die Vermögens- und Einkommensunterschiede sind zu groß geworden um mit einfachen Regelungen eine gerechte Verteilung des Wohnraums zu ermöglichen, eine alleinerziehende Mutter profitiert viel stärker von einer Stadtwohnung in der Nähe von Kinderbetreuungseinrichtungen als ein kinderloser Manager, der sich eine selten genutzte Zweitwohnung nimmt und die Mutter verdrängt.

    Mein Lösungsvorschlag ist eine Kombination einer Wohnflächensteuer mit progressivem Tarif, ähnlich wie bei der Einkommensteuer, sodass 30 Quadratmeter pro Kopf steuerfrei sind, bei 50 Quadratmeter noch mäßige Steuern anfallen, und bei 100 Quadratmeter sehr hohe Steuern fällig werden, so dass unangemessen beanspruchte Pro-Kopf-Wohnflächen für andere freigegeben werden, mit einer Vermietungspflicht in den betroffenen Gebieten.
  • Jonas Dachner (MLPD)
    Jonas Dachner
    Jonas Dachner | Bild: ps

    Im Kapitalismus werden unsere Lebensinteressen zur Ware degradiert, sei es Gesundheit, Bildung oder Wohnen. Wohnungen sind heute Spekulationsobjekte, was dazu führt, dass die Mieten von 1995 bis 2020 in Deutschland um durchschnittlich 39 Prozent, in vielen Großstädten weit mehr, gestiegen sind.

    Bezahlbarer, umweltgerechter und lebenswerter Wohnraum kann nur in einem breiten gemeinsamen Protest und gegen die Interessen von Vonovia, Deutsche Wohnen und Co erkämpft werden. Diesen Weg unterstütze ich mit voller Kraft.
  • Dr. Franz-Josef Behr (ÖDP)
    Dr. Franz-Josef Behr
    Dr. Franz-Josef Behr | Bild: ps

    Die Antwort zu dieser Frage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sollte sie nachgereicht werden, wird sie hier ergänzt.
  • Dr. Andreas Schäfer (Partei der Humanisten)
    Dr. Andreas Schäfer
    Dr. Andreas Schäfer | Bild: ps

    Wir möchten den sozialen Wohnungsbau stärker fördern, dazu gehört auch ein Ausbau der öffentlichen Wohnungsbauunternehmen und des genossenschaftlichen Wohnens.

    Mit einer Aufwertung des ländlichen Raumes durch bessere Infrastruktur (Nahverkehr, Internet, Gesundheitsversorgung, etc.) möchten wir den Druck von den Städten nehmen. Wenn neuer Wohnraum entsteht, soll dieser vermehrt in die Höhe gehen, um Flächenversiegelung zu vermeiden.
  • Dr. Tassi Giannikopoulos (Volt)
    Karlsruher Kandidat der europaweiten Partei Volt.
    Karlsruher Kandidat der europaweiten Partei Volt. | Bild: VOLT

    Ich möchte den nicht profitorientierten Wohnungssektor und Genossenschaftswohnungen fördern. Das Baurecht nach Paragraph 34 Baugesetzbuch soll zudem um Gemeinwohlbelange erweitert werden.

Sie haben mehr Fragen zu den einzelnen Kandidaten? Dann klicken Sie sich durch unsere ausführlichen Steckbriefe und lernen Sie die Karlsruher Bewerber von ihrer privaten Seite kennen.

ka-news.de-Hintergrund

Von Dienstag bis Samstag, 21. bis 25. September, wird ka-news.de jeden Tag drei Artikel mit den Antworten der Kandidaten zu insgesamt 15 Fragen veröffentlichen: Die Reihenfolge der vorgestellten Kandidaten orientiert sich bei den großen Parteien an ihrer Sitzverteilung im Bundestag: CDU, SPD, AfD, FDP, Linke, Grüne. Anschließend geht es mit den kleineren Parteien in alphabetischer Reihenfolge weiter: Bündnis C, dieBasis, Die Partei, Freie Wähler, KlimalisteBW, MLPD, ÖDP, Partei der Humanisten, Volt.
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Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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Kommentare (2)
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  •   Vollbürger
    (131 Beiträge)

    24.09.2021 12:21 Uhr
    Zuzug
    Zuzug begrenzen! Am besten konsequent wegziehen fördern!
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  •   AlterMann
    (378 Beiträge)

    23.09.2021 18:00 Uhr
    Menschen brauchen Wohnungen
    Mehr Menschen brauchen mehr Wohnungen.
    Wenn Millionen Menschen von überall her nach Deutschland kommen ist es klar dass eben diese auch Wohnungen brauchen. Und wenn der Zuzug schneller geht wie der Neubau dann wird es eben knapp.
    Und knappes Gut wird teurer, das war schon immer so.
    Aber andererseits gibt es ja immer wieder Menschen die behaupten "Wir haben Platz" ...
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