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Karlsruhe/Berlin Von Karlsruhe in den Bundestag: So läuft es in Berlin für die "Frischlinge" Parsa Marvi und Zoe Mayer

Seit zwei Wochen sind die Bundestagswahlen 2021 vorüber. Zwei Wochen, in denen sich für zwei Karlsruher so einiges verändert hat. Die Rede ist von den frisch gebackenen Bundestagsabgeordneten Zoe Mayer und Parsa Marvi, die die nächsten vier Jahre in Berlin verbringen dürfen. Aber wie ist es denn für die zwei Neulinge aus der Fächerstadt? Haben sie sich schon gut eingelebt? Fest steht: Wirklich Zeit, um einmal Durchzuatmen bleibt den neuen "Hauptstädtlern" kaum.

Es dürfte wohl der mitunter prägendste Moment für die Beiden gewesen sein: Am 26. September, zu bereits sehr später Stunde, wird der letzte Briefwahlbezirk in Karlsruhe ausgezählt. Das Ergebnis: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende, Zoe Mayer, und Parsa Marvi, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Karlsruher SPD, dürfen ihre Koffer packen. Denn während Mayer haushoch das Karlsruher Direktmandat gewann, konnte Marvi über die Landesliste einen Platz im Bundestag ergattern.

Damit zogen neben den etablierten Abgeordneten Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD) zwei "Frischlinge" in den Bundestag. Zwei Wochen nach der Wahl will ka-news.de wissen: Wie ist es denn bisher in Berlin gelaufen? 

"Wir sind momentan alle heftig am Schwimmen"

"Ziemlich aufregend, es gab viele neue Eindrücke und gewaltige Gebäudekomplexe, von denen man mir sagte, dass ich Monate brauchen werde, um sie alle zu erkunden", erzählt Marvi im Gespräch mit ka-news.de.

Parsa Marvi (39), seit 2014 der Fraktionsvorsitzende der SPD-Karlsruhe und Kandidat der Bundestagswahl 2021.
Parsa Marvi (39), seit 2021 Bundestagsabgeordneter der Stadt Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

"Es gibt viele neue Abgeordnete, ganze 109 Neulinge in der SPD-Fraktion. Viele davon sind noch ziemlich jung. Und sie haben die verschiedensten Berufsbiografien. Von der Pflegefachkraft, bis zum Gemeindebürgermeister. Gerade die jungen Abgeordneten haben viele interessante neue Ideen, auf die ich sehr gespannt bin", so der SPD-Politiker weiter.

"Eine große Umstellung"

Ein Eindruck, den auch seine Karlsruher Kollegin teilt. Sie telefoniert mit der Redaktion auf dem Weg von Berlin nach Karlsruhe. "Es ist wirklich total spannend, aber eine große Umstellung mit einem enormen Organisationsaufwand. Wir haben momentan ja noch kein Büro-Team und ich bekomme am Tag rund 200  Nachrichten. Wir sind momentan alle heftig am Schwimmen", so die neue Bundestagsabgeordnete. 

Zoe Mayer lächelt.
Zoe Mayer (26), seit 2021 Bundestagsabgeordneter der Stadt Karlsruhe. | Bild: Titus Tamm/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Karlsruhe/dpa

Im Vergleich zu Karlsruhe ginge es im großen Bundestag  aber deutlich anders zu, wie Mayer zugibt. "Mit 15 Leuten im Gemeinderat war alles agiler. Mit 130 Grünen im Bundestag ist alles natürlich etwas träger und nicht jeder kommt zu Wort." Dennoch hat Mayer bislang nur Positives über die neuen Kollegen zu berichten. "Mit gefällt es, das der neue Bundestag erheblich jünger und diverser ist", sagt sie. 

Der Kontakt zu den anderen Karlsruhern bleibt da allerdings auf der Strecke wie Marvi und Mayer bestätigen. "Der eigentliche Kontakt wird sich meiner Meinung nach aber erst über den Regierungsprozess etablieren", vermutet Marvi und ergänzt: "Zu Marc Bernhard möchte ich außerhalb der Podiumsdiskussionen aber keinen Kontakt pflegen." 

Tagesordnung: Einsteigerseminare und Briefing

Doch wie in jedem neuen Berufsabschnitt gilt auch für die Bundestagsabgeordneten, erst einmal eingelernt zu werden. Das heißt: Statt großer Podiumsdiskussionen stehen für die Neuankömmlinge Seminare auf dem Plan.

Der Plenarsaal des Bundestags in Berlin.
Der Plenarsaal des Bundestags in Berlin. | Bild: Michael Kappeler/dpa

"Es gibt einen Einsteigerworkshop für neue Abgeordnete. Darin wird man zu Themen wie Personal, IT, Amtsausstattung, Verwaltungsstrukturen oder auch zum Thema Transparenz gebrieft. Beispielsweise wird man eingewiesen, wie man seine Nebeneinkünfte anmeldet. Ansonsten konnte ich nur recht beschränkt am Regierungsprozess teilnehmen. Bisher wählten wir den Fraktionsvorsitzenden oder wurden als neue Abgeordnete eingewiesen", erläutert Parsa Marvi.

Wie geht es in Karlsruhe weiter?

Allerdings sorge der neue einnehmende "Job" dafür, dass Marvi noch keine Zeit dafür gefunden habe, seine Angelegenheiten in Karlsruhe zu klären. Das soll nun nachgeholt werden.

Für den Karlsruher Gemeinderat werden Mayer und Marvi nicht mehr viel Zeit haben. | Bild: Stadt Karlsruhe

"Ich selbst arbeite noch bis Ende des Monats bei 1&1 und bin noch bei der Übergabe. Das heißt, ich konnte bisher auch noch keinen freien Tag nehmen, sondern musste mich um beides gleichzeitig kümmern. Erst ab dem 25. Oktober bin ich dann wieder in Berlin."

Diesen Eindruck bestätigt auch Zoe Mayer. "Es ist wie in der Erstsemester-Woche im Studium. Man bekommt erst mal alles gezeigt und wird überall eingeführt, bevor es losgeht." Denn "richtig los" geht es wohl erst zu Beginn der Plenarwochen, in denen ab Anfang November die ersten vollständigen Sitzungen stattfinden. Danach sollen 24 Sitzungen pro Jahr im Bundestag stattfinden.

Bezüglich ihrer Wurzeln zu Karlsruhe versichert sie aber: "Ich versuche regelmäßig nach Karlsruhe zu kommen. Diese Woche ist zum Beispiel Fraktionssitzung und da möchte ich ganz viel in Karlsruhe sein."

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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Kommentare (23)
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  •   maehdrescher
    (1704 Beiträge)

    12.10.2021 14:29 Uhr
    Hat eher
    was von Borniertheit. Warum sollte man nur aufgrund einer Parteizugehörigkeit jegliches Gespräch verweigern?
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  •   Motorhead
    (988 Beiträge)

    12.10.2021 15:20 Uhr
    Naja
    Noch entscheidet jeder selbst mit wem er seine Zeit verbringen will. Oder möchten Sie gerne mal mit Greta plaudern?
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  •   maehdrescher
    (1704 Beiträge)

    12.10.2021 16:13 Uhr
    Bundestag ist Arbeitsplatz der Abgeordneten!
    Und am Arbeitsplatz kann ich mir nun mal nicht immer aussuchen, mit wem ich reden will. Wie im echten Arbeitsleben, wo man vielleicht auch nicht jeden Arbeitskollegen mag, ist es eben im Bundestag auch.

    Ich erwarte von den vom Steuerzahler bezahlten Abgeordneten, dass sie ihr Amt wahrnehmen. Wenn also z.B. der Fall eintreten sollte, dass Herr Marvi und Herr Bernhardt im gleichen Ausschuss sitzen, dann setze ich voraus, dass sie auch ihre Arbeit machen und nicht einer von beiden wie ein Kindergartenkind rausrennt und sagt "Der ... ist böse, mit dem will ich nicht (spielen) reden".

    Im Übrigen: natürlich würde ich gerne mal mit Greta reden. Ihr ein paar Dinge aus meiner Sicht sagen. Aber ob ich überhaupt zu Wort käme...?
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  •   Motorhead
    (988 Beiträge)

    12.10.2021 17:16 Uhr
    Einfach mal probieren
    Bei Greta kommt jeder zu Wort.
    Und im Artikel steht doch dass man mit Herrn Bernhard dienstlich sprechen wird, aber sonst keinen Anlaß dazu sieht. Ich will auch nur mit manchen Kollegen das Nötigste besprechen müssen und das wars dann. So geht es jedem.
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  •   patrickkk
    (2260 Beiträge)

    12.10.2021 09:10 Uhr
    ...
    Hört sich ja fast an wie O-Phase zwinkern.

    Habe keinen von denen gewählt aber wünsche ihnen ein glückliches Händchen die nächsten 4 Jahre. Sie werden es brauchen bei allem was auf uns zu kommt.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (13035 Beiträge)

    12.10.2021 07:04 Uhr
    na dann mal sehen,
    ob diese Herrschaften in Börlin etwas für KA reißen werden...
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  •   Garrincha
    (849 Beiträge)

    12.10.2021 11:04 Uhr
    immer noch nicht die Abwahl von Wellenreuther verkraftet
    ?
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  •   andip
    (11294 Beiträge)

    12.10.2021 08:04 Uhr
    Dazu sind sie nicht da
    Aufgabe eines Abgeordneten ist es, sich um die Belange von D zu kümmern und nicht um die ihrer jeweiligen Heimatgemeinden.
    Dafür gibt es den Gemeinderat.
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  •   Waterman
    (6777 Beiträge)

    12.10.2021 09:56 Uhr
    Ihre vornehmste Aufgabe ist es
    Gesetze zu machen, die uns vorwärts bringen und unter denen wir gerne leben können.
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  •   stoersender
    (1390 Beiträge)

    12.10.2021 10:47 Uhr
    Da isses wieder:
    "Das Land in dem wir gut und gerne leben". Naja, die guten Zeiten sind schon eine Weile vorbei.
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