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Karlsruhe Stichwort Rentenpolitik: Gibt es im Alter künftig mehr Geld, liebe Karlsruher Bundestags-Kandidaten?

Wofür stehen die Karlsruher Direktkandidaten der Bundestagswahl 2021? Wie ist ihre Haltung zu Rente, Klima, Migration und den vielen anderen Themen, die Deutschland aktuell beschäftigt? Um das herauszufinden, hat ka-news.de sie um Antworten gebeten: 15 Kandidaten, 15 Fragen - die Stellungnahmen gibt es mit einem Klick auf den Namen.

Arbeiten bis zum Umfallen und das für eine verschwindend geringe Rente - so sehen sich viele Arbeitnehmer, wenn sie an die Zeit ihres Ruhestands denken. Was könnte die Bundespolitik dem entgegensetzen? Die Karlsruher Bundestags-Kandidaten über ihre Ideen für eine bessere Rentenpolitik.

  • Ingo Wellenreuther (CDU)
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU.
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU. | Bild: Tobias Koch

    Für die Rente planen wir ein flexibles Renteneintrittsalter, dass sich am individuellen Lebensentwurf des Menschen orientiert. Mit unserem langfristigen Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommens, würde allen eine gesicherte Grundrente zu Teil werden.

    Kurzfristig möchten wir vor allem die private Altersvorsorge attraktiver gestalten, bspw. durch die Erhöhung des Sparerpauschbetrags für Kleinanleger.
  • Parsa Marvi (SPD)
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe.
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

    Ich bin gegen eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters. Das Rentenniveau von derzeit zirka 48 Prozent muss gehalten und deutlich gesteigert werden. Ich bin für eine Erwerbstätigenversicherung wie in Österreich, in die alle einzahlen.

    Das muss man schrittweise schaffen, die Umstellung erfordert Zeit bezüglich Beamtenpensionen oder Versorgungswerken, man muss aber damit in der nächsten Legislaturperiode zwingend beginnen.
  • Marc Bernhard (AfD)
    Marc Bernhard.
    Marc Bernhard. | Bild: Marc Bernhard MdB

    Die hart arbeitenden Menschen in unserem Land, müssen sich darauf verlassen können, dass sie am Ende ihres Erwerbslebens nicht noch für ihre Lebensleistung bestraft werden und sie in Altersarmut landen.

    Es muss eine Entlastung der Beitragszahler durch anteilmäßige Steuerfinanzierung erfolgen. Abschaffung von Politiker-Pensionen durch Einführung der Verpflichtung zur Beitragszahlung und Lasten-Gerechtigkeit zwischen Familie und kinderlosen herstellen. Zudem darf keine Doppelbesteuerung der Renten erfolgen.
  • Michael Theurer (FDP)
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP.
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP. | Bild: Theurer

    Das umlagefinanzierte Rentensystem ist alleine nicht zukunftsfähig, dafür sorgt schon der demografische Wandel. Wir wollen daher eine gesetzliche Aktienrente einführen und damit einen Teil der Renteneinnahmen investieren.

    Daneben wollen wir das Renteneintrittsalter flexibilisieren: Jeder soll mit versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen auch früher oder später in Rente gehen können, um so echte Wahlfreiheit zu bekommen.
  • Michel Brandt (Die Linke)
    Michel Brandt
    Michel Brandt | Bild: Felix Grünschloss

    Arbeiten bis zum Umfallen wollen wir verhindern. Wir wollen die abschlagsfreie Rente spätestens mit 65 Jahren, alles andere sind verkappte Rentenkürzungen. Wir treten für eine gesetzliche Rente ein, die den Lebensstandard wieder annähernd sichert – in Ost und West gleichermaßen. Das Rentenniveau wollen wir sofort wieder auf 53 Prozent anheben. Und niemand soll im Alter von weniger als 1.200 Euro netto leben müssen.
  • Zoe Mayer (Grüne)
    Bild: Grüne Karlsruhe

    Die gesetzliche Rente muss stark und zuverlässig sein. Um die Anzahl der Einzahlenden zu erhöhen, wollen wir die Frauenerwerbstätigkeit unter anderem durch ein Rückkehrrecht in Vollzeit erhöhen, ein echtes Einwanderungsgesetz schaffen und die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer verbessern.

    Um die Belastungen der Versicherten und der Arbeitgeber zu begrenzen, sollen bei Bedarf die Steuerzuschüsse erhöht werden. Daneben setzen wir auf einen langfristig orientierten staatlichen, nachhaltigen Bürgerfonds mit attraktiven Konditionen und die Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge.
  • Klaus-Jürgen Raphael (Bündnis C)
    Klaus-Jürgen Raphael
    Klaus-Jürgen Raphael | Bild: ps

    Allgemeine Steuergerechtigkeit, dass alle Personengruppen gleichermaßen einen Beitrag zu den sozialen Sicherheitssystemen leisten müssen. Die Kombination von gesetzlicher Rentenversicherung mit einer verpflichtenden privaten Altersvorsorge.
  • Martin Buchfink (die Basis)
    Martin Buchfink
    Martin Buchfink | Bild: ps

    Eine Reformierung nach Vorbild des skandinavischen Rentenmodels mit staatlichen Aktienfonds erscheint sinnvoll. In so einer wichtigen Frage wäre aber natürlich eine Befragung der Bevölkerung notwendig.
  • Daniel Barth (Die Partei)
    Daniel Barth
    Daniel Barth | Bild: ps

    Bei unseren Alters-"pyramiden" und den Reförmchen der letzten Jahrzehnte bleibt nicht mehr viel, also heißt's Schaden begrenzen. Alle zahlen (egal ob Beamter, Lehrer oder gar Politiker) in eine gemeinsame Kasse ein und die reichsten zehn Prozent kriegen wir über unser Existenzmaximum von zehn Millionen Euro auch noch zum Einzahlen.

    Das dann umgelegte zusätzliche Geld verteilen wir dann selbstverständlich über das Bedingungslose Grundeinkommen. Somit kann ich sagen: Die Renten sind sicher. Darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort - ich wiederhole: mein Ehrenwort!
  • Bernd Barutta (Freie Wähler)
    Bernd Barutta
    Bernd Barutta | Bild: ps

    Um es klar zu sagen: Die gesetzliche Rente bleibt maßgeblicher Baustein des Sozialwesens in unserem Land. Ihre Basis muss erweitert werden: Daher müssen alle in die Rentenkasse einzahlen – auch Beamte und Selbständige. Von zusätzliche privater Vorsorge dürfen nicht – wie bei Riester – vor allem Versicherungen und Finanzinstitute profitieren.
  • Markus Schmoll (KlimalisteBW)
    Markus Schmoll
    Markus Schmoll | Bild: ps

    Ich möchte eine einheitliche verpflichtende Rentenkasse für alle, Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte. Wichtig sind mir dabei eine angemessene Mindestrente, und dass die Möglichkeit einer freiwilligen Zuzahlung besteht, welche zu einer höheren Rente führt, sodass keine Investitionen in Aktien oder Immobilien notwendig sind, wenn man für das Alter etwas mehr zur Seite legen möchte.

    Eine allgemeine Erhöhung des Renteneintrittsalters lehne ich ab, da dies in körperlich anstrengenden Berufen wie zum Beispiel Fliesenleger, die man nicht bis ins hohe Alter ausüben kann, einer Rentenkürzung gleichkommt.
  • Jonas Dachner (MLPD)
    Jonas Dachner, Direktkandidat der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. (MLPD)
    Jonas Dachner, Direktkandidat der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. (MLPD) | Bild: MLPD

    Ich fordere die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge zu 100 Prozent durch die Unternehmen, durch eine umsatzbezogene Sozialsteuer. Kleinbetriebe mit vielen Beschäftigten und geringem Umsatz würden damit entlastet werden und umsatzstarke Großunternehmen und Großbanken mit geringem Lohnanteil am Umsatz müssten mehr einzahlen.

    Für Beschäftigten würde wiederum mehr von ihrem Lohn übrig bleiben, da der Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen weg fällt. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters lehne ich ab und fordere stattdessen eine Absenkung.
  • Dr. Franz-Josef Behr (ÖDP)
    Dr. Franz-Josef Behr
    Dr. Franz-Josef Behr | Bild: ps

    Die Antwort zu dieser Frage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sollte sie nachgereicht werden, wird sie hier ergänzt.
  • Dr. Andreas Schäfer (Partei der Humanisten)
    Dr. Andreas Schäfer
    Dr. Andreas Schäfer | Bild: ps

    Für die Rente planen wir ein flexibles Renteneintrittsalter, dass sich am individuellen Lebensentwurf des Menschen orientiert. Mit unserem langfristigen Ziel eines bedingungslosen Grundeinkommens, würde allen eine gesicherte Grundrente zu Teil werden. Kurzfristig möchten wir vor allem die private Altersvorsorge attraktiver gestalten, bspw. durch die Erhöhung des Sparerpauschbetrags für Kleinanleger.  
  • Dr. Tassi Giannikopoulos (Volt)
    Dr. Tassi Giannikopoulos
    Dr. Tassi Giannikopoulos | Bild: ps

    Nach Voltvorbild ins europäische Ausland schauen, wo es schon gut läuft. Österreich. Alle zahlen ein inkl. Politiker, Beamte und Selbständige. Mindestens 35 Jahre gearbeitet bis zum Alter von 65 Jahren. Das allein könnte wie in Österreich das Niveau auf 80 Prozent des vorherigen Nettos aus den letzten fünf Berufsjahren vor dem Rentenantrag ermöglichen.

Sie haben mehr Fragen zu den einzelnen Kandidaten? Dann klicken Sie sich durch unsere ausführlichen Steckbriefe und lernen Sie die Karlsruher Bewerber von ihrer privaten Seite kennen.

ka-news.de-Hintergrund

Von Dienstag bis Samstag, 21. bis 25. September, wird ka-news.de jeden Tag drei Artikel mit den Antworten der Kandidaten zu insgesamt 15 Fragen veröffentlichen: Die Reihenfolge der vorgestellten Kandidaten orientiert sich bei den großen Parteien an ihrer Sitzverteilung im Bundestag: CDU, SPD, AfD, FDP, Linke, Grüne. Anschließend geht es mit den kleineren Parteien in alphabetischer Reihenfolge weiter: Bündnis C, dieBasis, Die Partei, Freie Wähler, KlimalisteBW, MLPD, ÖDP, Partei der Humanisten, Volt.
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