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Karlsruhe Schlechte Pisa-Ergebnisse adé? Liebe Bundestags-Kandidaten, wie möchtet ihr die Bildungspolitik der Länder stärken?

Wofür stehen die Karlsruher Direktkandidaten der Bundestagswahl 2021? Wie ist ihre Haltung zu Rente, Klima, Migration und den vielen anderen Themen, die Deutschland aktuell beschäftigt? Um das herauszufinden, hat ka-news.de sie um Antworten gebeten: 15 Kandidaten, 15 Fragen - die Stellungnahmen gibt es mit einem Klick auf den Namen.

Schlechte Pisa-Ergebnisse, Digitalisierungsstau und Lehrkräftemangel - das sind nur drei der Probleme, der sich die Bundesländer in den vergangenen Jahren in ihrer Bildungspolitik stellen mussten. Mit welchen Ansätzen könnte die Bundespolitik hier helfend unter die Arme greifen? ka-news.de hat die Karlsruher Kandidaten gefragt.

  • Ingo Wellenreuther (CDU)
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU.
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU. | Bild: Tobias Koch

    Bildungspolitik ist grundsätzlich Ländersache. Wir wollen aber den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bei den Grundschulen gemeinsam mit dem Bund umsetzen, damit auch Kinder, deren Eltern voll berufstätig sind, einen auch faktisch gleichberechtigten Bildungszugang erhalten. Außerdem ist für uns klar, dass die Bildung digitaler werden muss.

    Dazu haben wir mit dem "Digitalpakt" Fördermittel in Milliardenhöhe bereitgestellt. Diese müssen nun von den Ländern abgerufen werden.
  • Parsa Marvi (SPD)
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe.
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

    Die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir dringend für mehr Digitalkompetenz an Schulen und in der pädagogischen Ausbildung sorgen müssen. Wichtig für das Thema digitale Bildung ist auch der Glasfaserausbau.

    Ich bin dafür, dass die Kernkompetenz in der Kultuspolitik bei den Ländern verbleibt, aber es zu mehr bundesweit einheitlichen Bildungsstandards kommt und der Übergang Schule – Ausbildung – Beruf gestärkt wird.
  • Marc Bernhard (AfD)
    Marc Bernhard.
    Marc Bernhard. | Bild: Marc Bernhard MdB

    Wir fordern weniger Ideologie und mehr individuelle und differenzierte Bildungsangebote. Das bedeutet die Erhaltung des mehrgliedrigen und durchlässigen Schulsystems, das unterschiedlicher Begabung und Fleiß gerecht wird. Mehr Meister statt Master durch bessere und spezifische Meisterförderung und die Stärkung der beruflichen Bildung.
  • Michael Theurer (FDP)
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP.
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP. | Bild: Theurer

    Deutschland investiert im Vergleich zu anderen Industrieländern massiv unterdurchschnittlich in die Bildung - der OECD-Schnitt liegt bei etwa 5 Prozent der Wirtschaftsleistung, Deutschland ist bei etwa 4 Prozent. Egal ob Norwegen, Dänemark oder Frankreich: Deutschland sieht hier alt aus.

    Doch wir wollen nicht nur die finanzielle Investitionslücke in der Bildung schließen, sondern mit Talentschulen in Regionen und Vierteln mit besonders großen sozialen Herausforderungen dafür sorgen, dass wirklich jedes Kind entsprechend seinen Talenten und Bedürfnissen gefördert wird.
  • Michel Brandt (Die Linke)
    Michel Brandt
    Michel Brandt | Bild: Felix Grünschloss

    Die Linke setzt sich für ein inklusives Bildungssystem ein, in dem Menschen individuell gefördert werden und trotzdem die Vorzüge der Diversität unserer Gesellschaft erleben. Wir wollen Bildung und Wissenschaft, die den Einzelnen gerecht wird und dazu beiträgt, gesamtgesellschaftliche Fragen zu beantworten.

    Wir wollen den Ausbau der digitalen Infrastruktur nicht dem Profit unterwerfen, sondern öffentlich dafür sorgen, dass jeder Bürger ans Glasfasernetz angeschlossen ist. Auch wollen wir Schulgebäude sanieren und dem Bedarf für inklusive Bildung anpassen. Die Linke fordert eine Offensive des Bundes für mehr Lehrkräfte, Erzieher und Schulsozialarbeiter. Wir brauchen 100.000 Lehrkräfte und 200.000 Erzieher zusätzlich und Schulsozialarbeit an jeder Schule.
  • Zoe Mayer (Grüne)
    Bild: Grüne Karlsruhe

    Die Corona-Pandemie hat einige Probleme der Schulen offensichtlich gemacht: Angefangen bei der schlechten Ausstattung der Schulen in Bezug auf die digitale Infrastruktur, wurde auch erschreckend klar, wie viele Lehrkräfte sich bislang nur wenig bis überhaupt nicht mit den Möglichkeiten der digitalen Kommunikation befasst haben bzw. entsprechend fortgebildet wurden.

    Wie dieses Problem im föderalen Deutschland angegangen werden kann, muss mit den Verantwortlichen von Bund und Länder zügig diskutiert und dann umgesetzt werden. Ich möchte mich insgesamt für eine stärkere Kommunikation und mehr Kooperationsmöglichkeiten zwischen Bund und Ländern bei der Bildungspolitik einsetzen.
  • Klaus-Jürgen Raphael (Bündnis C)
    Klaus-Jürgen Raphael
    Klaus-Jürgen Raphael | Bild: ps

    Kommissionen mit Elternvertretern in die einzelnen Themengebiete integrieren. Lehrkräftemangel durch Förderung von Quereinsteigern entgegenzuwirken. Formalismus und Bürokratie zur Beantragung reduzieren (einfachere Vorgehensweise zur Unterstützung etablieren).
  • Martin Buchfink (die Basis)
    Martin Buchfink
    Martin Buchfink | Bild: ps

    Vielleicht wird es Zeit, Bildung basisdemokratisch zu reformieren. Die Lehrinhalte sollten sich mehr an der Lebensrealität ausrichten. Wenn Schüler grundlegende wirtschaftliche Abläufe und Begriffe wie "Inflation" nicht einordnen können, wird ihnen das nötige Handwerkszeug für ein selbstbestimmtes Leben vorenthalten. Außerdem sollten potenzielle Lehrkräfte nicht durch befristete Arbeitsverträge abgeschreckt werden.
  • Daniel Barth (Die Partei)
    Daniel Barth
    Daniel Barth | Bild: ps

    Glasfaserausbau an jede Milchkanne dürfte schon viele Probleme lösen, dann dürfte auch jede Schule ein ordentliches Internetz bekommen und die Faxgeräte sind dann sicher noch schneller!

    Zudem zusätzliche Lehrkräfte ausbilden, mehr Lohn überweisen und Psychologen für die Lehrer einstellen. Studenten sollen wieder in Ruhe 15 Semester studieren und Zeit haben, sich politisch und gesellschaftlich zu interessieren. Merke: Unter 30 sollte man sich vor geregelter Arbeit drücken!
  • Bernd Barutta (Freie Wähler)
    Bernd Barutta
    Bernd Barutta | Bild: ps

    Bildungspolitisch hat der Bund nur wenige Einflussmöglichkeiten. Im Grunde kann sich der Bund nur durch Übernahme von Kosten an der Bildungspolitik der Länder beteiligen Für Baden-Württemberg und die Freie Wähler bleibt die Wiedereinführung des G9 eine zentrale Forderung. Die Ausstattung der Schulen mit schnellem Internet, einer modernen Hardware und gut ausgebildeten Lehrern auf dem IT-Sektor (dies ganz besonders) gilt es massiv zu beschleunigen.
  • Markus Schmoll (KlimalisteBW)
    Markus Schmoll
    Markus Schmoll | Bild: ps

    Durch Bildung sollen Kinder befähigt werden, sich in der Welt zurecht zu finden und für ihre Interessen und Bedürfnisse einstehen zu können. Auf Grund der extremen Bedrohung ihrer Zukunft durch das Artensterben und die Klimakrise, sollen diese Themen im Unterricht viel Raum einnehmen, jedoch immer dem Alter und Entwicklungsstand der Kinder angemessen behandelt werden.

    Eine Überlastung der Kinder gilt es zu vermeiden, kommt neuer Stoff hinzu, muss daher auch entsprechend viel weniger Relevantes entfallen. Eine angemessene Würdigung der Leistung der Lehrer speziell in Schultypen mit anstrengenderen Schülern umfasst für mich auch eine höhere Bezahlung dort. Generell halte ich Unterricht an digitalen Endgeräten höchstens punktuell für sinnvoll, falls bei einer neuen Pandemiewelle Schulschließungen unumgänglich werden, müssen wir aber endlich alle Kinder und Schulen schnell ausreichend ausstatten.
  • Jonas Dachner (MLPD)
    Jonas Dachner, Direktkandidat der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. (MLPD)
    Jonas Dachner, Direktkandidat der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands. (MLPD) | Bild: MLPD

    Jeder soll Zugang zu Bildung haben, unabhängig von seiner Herkunft und persönlichen Lage. Die so oft von den Verantwortlichen heraufbeschworene Chancengleichheit zu verwirklichen damit jeder einen Arbeitsplatz bekommt, ist eine Illusion, da der Kapitalismus gesetzmäßig eine Massenarbeitslosigkeit hervor bringt.

    Wir brauchen: ein kostenloses, einheitliches und qualifiziertes Bildungssystem von der Krippe bis zur Hochschule, den Kampf gegen die Knebelung von Wissenschaft, Forschung und Kultur durch die Profitinteressen der Monopole und den Antikommunismus und dazu das Recht auf freie politische Betätigung an Schulen und Hochschulen auf antifaschistischer Grundlage.
  • Dr. Franz-Josef Behr (ÖDP)
    Dr. Franz-Josef Behr
    Dr. Franz-Josef Behr | Bild: ps

    Die Antwort zu dieser Frage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sollte sie nachgereicht werden, wird sie hier ergänzt.
  • Dr. Andreas Schäfer (Partei der Humanisten)
    Dr. Andreas Schäfer
    Dr. Andreas Schäfer | Bild: ps

    Langfristig verfolgen wir ein integratives Gesamtschulkonzept, in dem sich Schüler individuell und anhand ihrer eigenen Interessen entfalten können. Kurzfristig sehen wir großen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung, wo wir, neben einer besseren Ausstattung mit Endgeräten, mehr Fachpersonal vor Ort an den Schulen fordern.

    Darüber hinaus möchten wir den konfessionsgebundenen Religionsunterricht abschaffen und einen gemeinsamen Ethikunterricht einführen. In diesem sollen neben der vergleichenden Betrachtung der verschiedenen Religionen auch ethisch-philosophische Grundkenntnisse vermittelt werden.  
  • Dr. Tassi Giannikopoulos (Volt)
    Dr. Tassi Giannikopoulos
    Dr. Tassi Giannikopoulos | Bild: ps

    Bildung muss nach Bundesregeln vergleichbar sein. Bildung muss im Lehrplan generell als Präsenz, als Fernunterricht und als Hybrid aufgestellt werden wie in Estland. Wir brauchen neben Netzwerkadministratoren (IT-Fachleuten) auch Bildungskoordinatoren (Lehrer), die zwischen den Systemen für die Transformation sorgen.

Sie haben mehr Fragen zu den einzelnen Kandidaten? Dann klicken Sie sich durch unsere ausführlichen Steckbriefe und lernen Sie die Karlsruher Bewerber von ihrer privaten Seite kennen.

ka-news.de-Hintergrund

Von Dienstag bis Samstag, 21. bis 25. September, wird ka-news.de jeden Tag drei Artikel mit den Antworten der Kandidaten zu insgesamt 15 Fragen veröffentlichen: Die Reihenfolge der vorgestellten Kandidaten orientiert sich bei den großen Parteien an ihrer Sitzverteilung im Bundestag: CDU, SPD, AfD, FDP, Linke, Grüne. Anschließend geht es mit den kleineren Parteien in alphabetischer Reihenfolge weiter: Bündnis C, dieBasis, Die Partei, Freie Wähler, KlimalisteBW, MLPD, ÖDP, Partei der Humanisten, Volt.
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Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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