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Karlsruhe "Politiker sollten Lebenserfahrung haben": Das sagen die Karlsruher zu ihren neuen Abgeordneten im Bundestag

Als Ingo Wellenreuther seinen Dienst als Abgeordneter für Karlsruhe antrat, war Zoe Mayer sieben Jahre alt. Nun löst die Grünen-Politikerin ihn nach ihrem Bundeswahl-Sieg als Direktkandidatin für Karlsruhe ab. Für manche ka-news.de-Leser bedeutet das, dass eine neue Generation die künftigen Geschicke der Fächerstadt lenken wird. Anderen ist sie ganz einfach zu jung. Was halten unsere Leser konkret von ihr und den anderen neuen Abgeordneten?

Es ist fraglich, ob es jemals ein Wahlergebnis gab, das alle Wähler zufriedenstellte. Auch Zoe Mayers Wahlsieg nach Erststimmen stößt in Karlsruhe auf eine gewisse Polarität in der Meinungsbildung. Während einige Karlsruher in ihr eine Repräsentantin der neuen Generation für zukünftige Belange sehen, werfen andere der 26-Jährigen genau dies vor: ihr junges Alter. 

Zoe Mayer, Fraktionsvorsitzende der Grünen
Zoe Mayer (26), Bundestagsabgeordnete der Grünen für Karlsruhe Stadt. | Bild: Grüne Karlsruhe

"Sie ist meiner Meinung nach zu jung. Das mag ein seltsamer Grund sein, aber man braucht einfach Lebenserfahrung in allen Bereichen, um im Bundestag zu sitzen und für ein ganzes Land mitzubestimmen, zu gestalten und zu kämpfen", sagt User Rene Beckert auf Social Media.

"Politiker sollten Lebenserfahrung haben"

Gerade mangelnde Lebenserfahrung sei für manche ein Ausschlusskriterium in der Politik. "Die Interessen des Volkes sollten von jemand vertreten werden, der auch eine gewisse Lebenserfahrung im Bereich Familie, Job und anderen alltäglichen Problemen mitbringt", schreibt User Dominik Mec.

Diese Einschätzung ist allerdings nicht allgemeingültig. Für andere Leser habe ihr Alter nur wenig Aussagekraft zu ihrer Kompetenz und ihrer politischen Erfahrung: "Zoe Mayer war von 2010 bis 2014 Sprecherin der Grünen Jugend Karlsruhe. Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde sie als jüngste Stadträtin in der Geschichte Karlsruhes in den Gemeinderat gewählt. Seit 2019 ist sie Fraktionsvorsitzende", so die Userin Bine Seifert.

Mangelnde politische Erfahrung könne man ihr daher also nicht vorwerfen und auch ihre Fähigkeiten überzeugten einige Wähler: "Sie ist noch jung, kann aber richtig gut reden und wirkt ziemlich kompetent! Repräsentiert Karlsruhe auf jeden Fall besser als Wellenreuther", sagt der User Dominik Kunzmann. Wie die nicht-repräsentative ka-news.de-Umfrage ergab, fühlten sich einige Leser tatsächlich eher weniger von Ingo Wellenreuther repräsentiert und begrüßten die Wahlniederlage der CDU.

"Ich bin froh, dass Wellenreuther Geschichte ist"

So meint beispielsweise der ka-news.de-Kommentator Kommentar4711, er sei "sehr froh, dass Wellenreuther im Bundestag Geschichte ist". Dass "Herr Wellenreuther von Frau Mayer abgelöst wird, finde ich absolut in Ordnung", fügt User Gevatter hinzu, obwohl er sich selbst im selben Kommentar nicht als Grünenwähler bezeichnet.

Der Facebook-User Samuel Fasser greift das Thema Lebenserfahrung dabei auch bei Wellenreuthers Partei auf: "Eine CDU war 16 Jahre dran und man sieht, wie weit sie mit ihrer 'Lebenserfahrung' regiert haben."  

Ingo Wellenreuhter (CDU) war einer der ersten, der Zoe Mayer (Die Grünen) zu ihrem Wahlsieg gratulierte. | Bild: Thomas Riedel

Im Gegenzug gab es ebenfalls Wähler, die sich auch weiterhin lieber auf Wellenreuther und die CDU berufen hätten. "Herr Wellenreuther hat Karlsruhe in meinen Augen repräsentiert", schreibt die Userin Andrea Erlenbach. Auch weitere Kandidaten wären von einigen Wählern gerne an Mayers statt als Direktkandidaten gesehen worden. 

Parsa Marvi (SPD).
Parsa Marvi (SPD). | Bild: ka-news.de

Unter anderem User Dogukan Alacali halte Parsa Marvi von der SPD als Direktkandidaten für "um ein Vielfaches besser als Mayer oder Wellenreuther". Weitgehend gemeinsam hatten die Antworten der Leser allerdings den Respekt vor der demokratischen Entscheidung - selbst wenn sie nicht den eigenen Ansichten entsprach.

"Karlsruhe ist doch jetzt ganz gut vertreten"

"Es gibt bestimmt viele Kandidaten, die ich persönlich für wesentlich geeigneter als Mayer gehalten hätte, die Wahl erfolgte jedoch nach demokratischen Grundsätzen und die Mehrheit hat sich für sie entschieden, das ist schlichtweg zu akzeptieren", schreibt Ph Müller auf Facebook. Auf der anderen Seite findet die neue Konstellation an Abgeordneten auch durchaus Optimismus. 

So fasst der ka-news.de-Nutzer SunCityKA seine Ansicht in folgendem Kommentar zusammen: "Karlsruhe ist doch jetzt ganz gut vertreten. Eine Grüne, die eine neue Generation repräsentiert, ein engagierter und sympathischer Sozialdemokrat, ein passabler Freidemokrat."

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Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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Kommentare (19)
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    29.09.2021 08:55 Uhr
    Sehe ich auch so,
    weil der Umgang mit Texten und die richtige Interpretation durchaus auch in einem Studium geübt wird.
    Wichtig ist, dass man bei all der anstrengenden und drögen Arbeit im Bundestag die Erdung nicht verliert.

    Aufgefallen ist mir, dass jemand im Wahlkampf als "Familienvater" tituliert wurde. Familienmutter gibt es als Begriff schon gleich gar nicht. Als ich im Studium und als alleinerziehende Mutter, die das Geld selbst in angemeldeter eigener Firma verdiente, im Ortsverein der SPD bei Sitzungen war, hat mich auch nie jemand als Familienmutter bezeichnet, obwohl ich gleichzeitig noch das Geld verdienende Familienmitglied war.
    So haben sich die Zeiten zum Glück geändert.
    Familie und Kinder können sehr gut erden. Deswegen gefällt mir das grüne Päärchen Bayas und Schulze - nicht aus Karlsruhe, falls das jemand nicht weiß.
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  •   Berty87
    (1127 Beiträge)

    29.09.2021 07:29 Uhr
    Wir
    Reden in 4 Jahren noch mal drüber
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  •   NeoTiger
    (746 Beiträge)

    28.09.2021 23:14 Uhr
    Mal ehrlich
    Ich wette die meisten Lästerer hier haben im Leben noch nie daran gedacht überhaupt mal mit ihrem Bundestagsabgeordneten Kontakt aufzunehmen und sahen ihn doch bestimmt eh nur als Stimmvieh seiner Partei.
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    29.09.2021 05:57 Uhr
    Was mich betrifft
    hatte ich Kontakte zu MdBs,schon als ich noch in der SPD war.
    Herrn Marvi wünsche ich, dass man in Berlin so mit ihm umgeht wie er es mir gegenüber getan hat. Die Zeichen stehen dafür gut.
    Meine Meinung, dass Scholz seine Gewinne nicht in Karlsruhe holen kann, hat sich auch als richtig erwiesen. Das lag nicht nur an starken Grünen.

    "Was hat das mit der SPD zu tun?" fragte mich die Gattin eines früheren SPD Bürgermeisters, als ich meinte, dass sich "ganz rechts" einige Leute krank lachen, wie mir mit Hilfe der SPD nicht nur das Berufsleben versaut werden konnte Klare Antwort: gemachte Fehler von drei SPD Sozialdezernenten plus der unverschämt und nachweisbar falschen Antworten dazu später aus dem jetzt SPD geführten Rathaus. Und dazu ein Fraktionsvorsitzender der nicht reagiert.
    Marvi weiß nicht wie meine Kontakte nach Berlin sind, schon deshalb nicht, weil er zu arrogant ist mit mir zu reden.
    Aber abwarten - allerdings: meine Prognosen haben bisher gestimmt.
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  •   silberahorn
    (11052 Beiträge)

    29.09.2021 06:15 Uhr
    Politisch
    sehe und sah ich mich immer in der Mitte. Das sei nur vorsichtshalber ergänzt, falls man mich bei AfD oder die LINKE einzuordnen versucht. Das Problem der hiesigen SPD scheint zu sein, dass sie HInweise auf Fehler und berechtigte Kritik offenbar gleich abhakt und womöglich denkt, dass das nur ein politischer Gegner mit Nörgelei sein kann.
    Die Kontakte meiner Familie nach Berlin muss ich nicht angeben. Wenn man mir gegenüber mit Arroganz glänzt, nur weil man in Karlsruhe im Rathaus sitzt, dann ist das eben so. Ich bin ja nur eine von 300.000 Bürgern.
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  •   Kruppstahl
    (1363 Beiträge)

    28.09.2021 21:25 Uhr
    Naja,
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Salaud
    (254 Beiträge)

    28.09.2021 20:38 Uhr
    "Die Frisur hält"
    - damit dürfte das politische Vermächtnis des Ingo Wellenreuther umfassend beschrieben sein. Es war höchste Zeit für einen anderen Ansatz.
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  •   Tieffühler
    (1 Beiträge)

    28.09.2021 19:52 Uhr
    Lebenserfahrung...
    ... ist das Eine. Ein anderer Aspekt (unter vielen weiteren) ist die Körpersprache: Und die gibt mir bei Frau Mayer zu denken: Sowohl auf den Wahlplakaten, als auch hier bei dem Fototermin verschränkte Arme vor der Brust... - da komme ICH ins Grübeln. Kann man analysieren, muss man aber nicht. Ja hat denn da die junge Frau niemand darauf hingewiesen? Scheint aber außer mir niemanden zu stören oder aufgefallen zu sein?
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  •   ALFPFIN
    (7853 Beiträge)

    28.09.2021 19:35 Uhr
    Zugegeben
    es gibt auch ältere und alte Leute, die zwar Lebenserfahrung haben, aber trotzdem viel falsch machen oder gerade weil sie soviel Lebenserfahrung haben, öfter daneben liegen.
    Allerdings bin ich auch der Meinung, ohne zumindest einmal ein paar Jahre eine berufliche Tätigkeit ausgeübt zu haben und damit auch die ganz normalen Alltagsprobleme mitzubekommen, wäre sicherlich nicht "hinderlich" bei der Arbeit im Bundestag.
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  •   barheine
    (743 Beiträge)

    28.09.2021 18:33 Uhr
    Alte Männer und Frauen mit Lebenserfahrung haben wir schon genug im Bundestag. Was fehlt, das sind junge Leute, für die Computer kein Buch mit sieben Siegeln sind. Aber bitte im Bundestag nicht alt werden. Spätestens nach der zweiten Legislaturperiode muss Schluss sein.
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