Browserpush
4  

Karlsruhe Liebe Karlsruher Bundestagskandidaten: Welche Ziele wollt ihr in Sachen Klimaschutz erreichen?

Wofür stehen die Karlsruher Direktkandidaten der Bundestagswahl 2021? Wie ist ihre Haltung zu Rente, Klima, Migration und den vielen anderen Themen, die Deutschland aktuell beschäftigt? Um das herauszufinden, hat ka-news.de sie um Antworten gebeten: 15 Kandidaten, 15 Fragen - die Stellungnahmen gibt es mit einem Klick auf den Namen.

Der Klimaschutz ist eines der Themen, die die Politik der 2020er-Jahre maßgeblich bestimmen wird. Wir wollen von den Karlsruher Kandidaten wissen, welche Ziele sie als Abgeordneter voranbringen wollen und wo ihr Schwerpunkt in Sachen Klimaschutz liegt. 

  • Ingo Wellenreuther (CDU)
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU.
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU. | Bild: Tobias Koch

    Ich möchte, dass wir jetzt, in diesem Jahrzehnt, die entscheidenden Schritte gehen, damit Deutschland spätestens bis 2045 ein klimaneutral wird und Industrieland bleibt. Unser christliches Menschenbild verpflichtet uns zur Bewahrung der Schöpfung und zum verantwortlichen Handeln gegenüber unseren Mitmenschen, gegenüber der Umwelt und gegenüber den zukünftigen Generationen.

    Wir wollen weiter Industrieland bleiben und hochqualifizierte industrielle Arbeitsplätze erhalten - gemeinsam mit der Wirtschaft und den Sozialpartnern und ohne Überforderung der Verbraucher.
  • Parsa Marvi (SPD)
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe.
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

    Es ist gut, dass ein internationaler Wettbewerb USA – China – EU – Deutschland begonnen hat, welches Land als erstes die Klimaneutralität erreicht. Schon das bringt Dynamik und Innovationen voran. Deutschland muss seine Industrie konsequent ökologisch umbauen und Stromtrassen bauen für 100 Prozent regenerative Energien. Das ist der Schlüssel für die Klimaneutralität. Der Kohleausstieg wird deutlich vor 2038 kommen, wie alle Ausstiegsmeldungen der Betreiber in Folge der Bepreisung von CO2 aktuell zeigen.
  • Marc Bernhard (AfD)
    Marc Bernhard.
    Marc Bernhard. | Bild: Marc Bernhard MdB

    Als Vertreter konservativer Werte ist mir Nachhaltigkeit ein Herzensanliegen. Die gegenwärtige Klimapolitik ist jedoch eine Abrisspolitik, die Umwelt, Arbeitsplätze und Wohlstand völlig nutzlos zerstört. Ich stehe dagegen für eine zukunftsgerichtete Politik, die Umwelt und Wirtschaft schützt, indem wir stattdessen die bereits vorhandenen Zukunftstechnologien, wie zum Beispiel umweltfreundlicher synthetischer Kraftstoffe und moderne Kraftwerke konsequent umsetzten.

    Ich stehe für Technologieoffenheit, statt einseitig in die schmutzigste Antriebsart, nämlich das Batterieauto, zu investieren. Gerade Karlsruhe kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, da im KIT bereits intensiv an diesen neuen Lösungen gearbeitet wird. Die massive Benachteiligung gegenüber Batterieautos Muss beendet werden. Ich stehe für eine faire Chance für alle Technologien.
  • Michael Theurer (FDP)
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP.
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP. | Bild: Theurer

    Wir wollen die Pariser Klimaschutzziele durch die Ausweitung des Europäischen Emissionshandels erreichen - ein strikter und jährlich sinkender Treibhausgas-Deckel. Daneben brauchen wir Technologieoffenheit insbesondere für klimaneutrale Kraftstoffe (E-Fuels), um den Verbrenner zukunftsfähig zu machen, sowie Investitionen in Forschung und Infrastruktur. Ein Fokus muss hier auf das Thema Wasserstoff gelegt werden, sowohl als Grundstoff für die Industrie als auch für E-Fuels oder die direkte Anwendung.
  • Michel Brandt (Die Linke)
    Michel Brandt
    Michel Brandt | Bild: Felix Grünschloss

    Wir wollen eine sozialökologische Wende in der Klima- und Umweltpolitik, bei der das 1,5-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung erreicht wird, von der aber gleichzeitig die meisten Menschen durch bezahlbare Energie, erschwingliche Mobilität, gesunde Nahrungsmittel und mehr Lebensqualität profitieren.

    Das erreichen wir durch ein Investitionsprogramm und indem wir die Energiewende beschleunigen und so schnell wie möglich vollständig auf Erneuerbare umsteigen. Wir wollen den Kohleausstieg bis spätestens 2030 und bis 2035 klimaneutral sein.
  • Zoe Mayer (Grüne)
    Bild: Grüne Karlsruhe

    Klimaschutz ist ein Querschnittsthema und wir brauchen wirksame Instrumente in allen Bereichen der Energiewirtschaft, im Verkehrssektor, der Wirtschaft, im Gebäudesektor und der Landwirtschaft. Der weit größte Anteil unserer klimaschädlichen Emissionen kommt aus der Produktion von Energie.

    Als Wirtschaftsingenieurin am KIT forsche ich an Lösungen der Energiewende. Dringenden Handlungsbedarf sehe ich beim Ausbau der Erneuerbaren Energien. Ein Schwerpunkt wäre darum zunächst die zeitgemäße Überarbeitung des Erneuerbare Energien Gesetzes und eine modernen Anpassung des Strommarktdesigns.
  • Klaus-Jürgen Raphael (Bündnis C)
    Klaus-Jürgen Raphael
    Klaus-Jürgen Raphael | Bild: ps

    Das Klimaschutzgesetz macht klare Vorgaben, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren: Der Treibhausgasausstoß des Landes soll im Vergleich zu den Gesamtemissionen des Jahres 1990 bis 2020 um mindestens 25 Prozent und bis 2030 um mindestens 42 Prozent sinken. Das reicht aus meiner Sicht nicht aus. Dabei muss dringend beispielsweise der Flugverkehr reduziert werden und beispielsweise auf Carsharing weiter umgestiegen werden. 
  • Martin Buchfink (dieBasis)
    Martin Buchfink
    Martin Buchfink | Bild: ps

    Wenn die Menschen Klimaschutz wollen, dann darf er nicht als Vehikel zur Bereicherung von Konzernen daherkommen. Umweltverschmutzung oder Kinderarbeit, wie sie im Zusammenhang mit der Förderung von Rohstoffen für die Elektromobilität vorkommen, müssen verhindert werden. Auch eine Einschränkung von Grundrechten, wie vom BVerfG im März angedeutet, darf niemals eine Lösung dieses Problems sein.
  • Daniel Barth (Die Partei)
    Daniel Barth
    Daniel Barth | Bild: ps

    Als Projektmanager und Photovoltaikplaner werde ich mich folgend als Abgeordneter für die Errichtung von PV- und Solarthermieanlagen einsetzen. Natürlich werde ich auch andere Technologien wie Windräder im Hardtwald und Hamsterräder auf dem Schlossplatz in Karlsruhe fördern. Zudem werde ich alle relevanten Wirtschaftszweige zwingen, freiwillige Selbsterklärungen unterschreiben zu lassen, die Erwärmung auf weniger als 1,5 Grad pro Jahr zu begrenzen.
  • Bernd Barutta (Freie Wähler)
    Bernd Barutta
    Bernd Barutta | Bild: ps

    Die größte Priorität ist, so schnell wie möglich soviel elektrische Energie (und damit auch Wasserstoff oder E-Fuels) klimaneutral zu produzieren, damit umweltfreundliche Verkehrsmittel in Deutschland auf den Straßen, auf der Schiene und in der Luft unterwegs sind – und darüber hinaus unsere gesamte Industrie klimaneutral produzieren zu lassen.

    Also: Massiv Windkraft, Photovoltaik, Speicherkapazitäten und weitere national und international ausbauen. Regenerative Energie ist nicht alles, aber ohne regenerative Energie ist alles nichts. Es gilt dabei den Bürger intensiv mitzunehmen, Verbotsszenarien sind kontraproduktiv. Keine Gängelei, kein Bashing von Autofahren oder Ähnliches.
  • Markus Schmoll (KlimalisteBW)
    Markus Schmoll
    Markus Schmoll | Bild: ps

    Die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze, wie sie 2015 in Paris beschlossen wurde, ist durch die Politik der letzten Jahrzehnte leider fast unmöglich geworden, aber jedes bisschen verhinderte Erwärmung bringt enormen Nutzen für die Menschen. Gleichzeitig müssen alle dafür ergriffenen Maßnahmen vereinbar sein mit dem Erhalt der für uns überlebenswichtigen Artenvielfalt, und sie müssen sozial gerecht gestaltet werden, sodass nicht einzelne die Last tragen und andere nur die Gewinne einfahren.

    Ein Schwerpunkt liegt auf der Hand: Die Energieversorgung muss zu 100 Prozent auf Erneuerbare, vor allem Wind und Sonne, umgestellt werden, im Wärmebereich und der Mobilität genauso wie beim Strom, dazu gehört auch der Netzausbau und die Speicherung durch Wasserstoffelektrolyse. Ein weniger offensichtlicher Schwerpunkt ist die Landwirtschaft bzw. die Ernährung: Selbst bei vollständig erneuerbarer Energieversorgung führt es uns in die Katastrophe, die notwendigen Reformen der Landwirtschaft weiter aufzuschieben, insbesondere müssen wir tierische Produkte und Pestizide weitgehend ersetzen. 
  • Jonas Dachner (MLPD)
    Jonas Dachner
    Jonas Dachner | Bild: ps

    Die globale Umweltkatastrophe braucht radikale und sofortige Maßnahmen, anstelle der völlig unzureichenden Vorschläge der anderen Parteien. Wir müssen dem Übel an die Wurzel! Ich sage: Umweltschutz auf Kosten der Profite, also umgehender Stopp der Verbrennung fossiler Energieträger, eine allgemeine Verpflichtung zur Kreislaufwirtschaft und, dass die Verursacher von Umweltschäden konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Weiter denke ich, dass ein Kampf gegen imperialistische Kriege und die damit verbundene Rüstungsindustrie notwendig ist, da diese unglaubliche Umweltschäden verursachen.
  • Dr. Franz-Josef Behr (ÖDP)
    Dr. Franz-Josef Behr
    Dr. Franz-Josef Behr | Bild: ps

    Die Antwort zu dieser Frage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sollte sie nachgereicht werden, wird sie hier ergänzt.
  • Dr. Andreas Schäfer (Partei der Humanisten)
    Dr. Andreas Schäfer
    Dr. Andreas Schäfer | Bild: ps

    Wir müssen konsequent darauf hinarbeiten, unsere Emissionen schnellstmöglich zu verringern. Das bedeutet ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien sowie zugehöriger Speicher. Dabei ist es wichtig jede Lösungsoption, stets objektiv anhand von Nutzen und Risiken zu bewerten. Neben der Emissionsminderung muss auch ein stärkerer Fokus auf Klimaanpassung gesetzt werden, um die negativen Effekte des Klimawandels (beispielsweise Extremwetter) zu verringern.
  • Dr. Tassi Giannikopoulos (Volt)
    Dr. Tassi Giannikopoulos
    Dr. Tassi Giannikopoulos | Bild: ps

    Neue Energieerzeugungs- und Speicheranlagen fördern. Die Rahmenbedingungen schaffen für einen raschen Ausbau und dezentralen Versorgungsansatz. Der Schwerpunkt müsste in der Anreizregulierung, Emissionsregulierung und Beschleunigung der Bauregeln liegen. Grundsätzlich sollte es in Frage gestellt werden, ob elektrische Energie an der Börse gehandelt werden sollte – Stichwort 3. Binnenmarktpaket noch zeitgemäß?

Sie haben mehr Fragen zu den einzelnen Kandidaten? Dann klicken Sie sich durch unsere ausführlichen Steckbriefe und lernen Sie die Karlsruher Bewerber von ihrer privaten Seite kennen.

ka-news.de-Hintergrund

Von Dienstag bis Samstag, 21. bis 25. September, wird ka-news.de jeden Tag drei Artikel mit den Antworten der Kandidaten zu insgesamt 15 Fragen veröffentlichen:
  • Frage 1: Warum sollten die Karlsruher Sie wählen?
  • Frage 2: Welche Interessen wollen Sie im Bundestag vertreten?
  • Frage 3: Welche Klimaschutz-Ziele wollen Sie verfolgen?
  • Frage 4: Wie muss sich die Bundesregierung in Sachen Corona-Politik künftig aufstellen?
  • Frage 5: Thema Mobilitätswende - was muss hier getan werden?
  • Frage 6: Stichwort Afghanistan-Krise: Wie muss sich Deutschland künftig bei seiner Flüchtlingspolitik positionieren?
  • Frage 7: Wohnungsnot, horrende Mieten - was wollen Sie dagegen tun?
  • Frage 8: Wie möchten Sie die Kulturszene nach der Corona-Krise stärken?
  • Frage 9: Wie setzen Sie sich für Familien mit Kindern ein?
  • Frage 10: Mit welchen Ansätzen möchten Sie Deutschlands Bildungspolitik voranbringen?
  • Frage 11: Was muss im Bezug auf die Rentenpolitik getan werden?
  • Frage 12: Wie wollen Sie die angeschlagene Wirtschaft nach der Corona-Krise stärken?
  • Frage 13: Wie kann die europäische Zusammenarbeit künftig weiter verbessert werden?
  • Frage 14: Digitales Deutschland - wie möchten Sie diese Vision vorantreiben?
  • Frage 15: Warum ist es wichtig, wählen zu gehen?
Die Reihenfolge der vorgestellten Kandidaten orientiert sich bei den großen Parteien an ihrer Sitzverteilung im Bundestag: CDU, SPD, AfD, FDP, Linke, Grüne. Anschließend geht es mit den kleineren Parteien in alphabetischer Reihenfolge weiter: Bündnis C, dieBasis, Die Partei, Freie Wähler, KlimalisteBW, MLPD, ÖDP, Partei der Humanisten, Volt.
Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (4)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   andip
    (11230 Beiträge)

    22.09.2021 12:14 Uhr
    Naja
    Immerhin scheint der Kandidat der AfD im Gegensatz zu anderen Parteikollegen nicht der Meinung zu sein, dass es den Klimawandel gar nicht gäbe bzw. dass das Klima selber daran schuld sei und das mehr CO2 nur gut für die Natur sei.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   motzki
    (771 Beiträge)

    22.09.2021 09:03 Uhr
    hat die...
    redaktion doch glatt wieder vergessen, diesen artikel als wahlwerbung zu kennzeichnen. die offensichtliche abneigung des kit/ka-n dreamteams gegen den cdu-kandidaten konnte nicht überzeugender in szene gesetzt werden.
    #sternstundendesjounalismus*nicht
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (11230 Beiträge)

    22.09.2021 12:10 Uhr
    ??
    Hier kommen alle zu Wort, wo soll da eine Benachteiligung Einzelner sein?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   motzki
    (771 Beiträge)

    22.09.2021 14:10 Uhr
    sollte...
    ...unter den kit wahlwerbungsartikel, sorry #andip
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen