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Konstanz Nach "Katastrophale Wahlniederlage" der CDU im Südwesten - Experte sagt: "Nun folgt die Stunde der Wahrheit"

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Seibel sieht im Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg eine "katastrophale Wahlniederlage". Beim Ergebnis der Union habe klar die Schwäche der Bundespartei durchgeschlagen, sagte der Wissenschaftler von der Universität Konstanz der Deutschen Presse-Agentur.

Nun komme es für die Union zunächst vor allem darauf an, wie sich die Partei intern in Bezug auf eine mögliche Kanzlerschaft von Armin Laschet verhalte. Viele hätten Laschet nur unterstützt, um ihn als Parteivorsitzenden nicht zu demontieren. "Nun kommt die Stunde der Wahrheit", so Seibel. Doch auch mit Blick auf die Südwest-CDU müsse es nun einen Neubeginn geben. Landeschef Strobl sieht Seibel durch das CDU-Ergebnis in Baden-Württemberg klar geschwächt.

Armin Laschet dankt nach der Bekanntgabe der ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl auf der Wahlparty der Union zunächst Angela Merkel.
Armin Laschet dankt nach der Bekanntgabe der ersten Prognosen zum Ausgang der Bundestagswahl auf der Wahlparty der Union zunächst Angela Merkel. | Bild: Peter Kneffel/dpa

SPD feiert "spektakulären Erfolg"

Der SPD attestiert der Politikwissenschaftler dagegen vor allem im Vergleich zum Abschneiden bei der Landtagswahl einen "spektakulären Erfolg". Die Zugewinne beim Stimmenanteil seien eine "ganz wichtige psychologische Weiche" für die SPD im Land. Damit sei auch die Position von SPD-Landeschef Andreas Stoch deutlich gestärkt worden. Seibel geht davon aus, dass die Landes-SPD einen Teil des Erfolgs der SPD im Bund auch für sich beanspruchen wird.

Wirft da der neue Bundeskanzler seinen Schatten voraus? Die Kontur von Olaf Scholz zeichnet sich bei einer SPD-Wahlveranstaltung auf einer Stellwand ab.
Wirft da der neue Bundeskanzler seinen Schatten voraus? Die Kontur von Olaf Scholz zeichnet sich bei einer SPD-Wahlveranstaltung auf einer Stellwand ab. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Enttäuschend ist aus Sicht Seibels das Ergebnis für die Grünen - vor allem im Vergleich zur Landtagswahl. Als Trost könnten die Grünen dafür erstmals den Gewinn gleich mehrerer Direktmandate verzeichnen. Für Seibel kamen diese jedoch nicht überraschend. Dass es in Universitätsstädten im Westen der Republik auch grüne Direktkandidaten bei Bundestagswahlen gebe, werde zunehmend selbstverständlich werden, sagte Seibel.

Gemessen am Wahlergebnis der Grünen bei der vergangenen Bundestagswahl sei das Ergebnis immer noch beachtlich und ein großer Erfolg für die Partei. Auch wenn Umfragen im Laufe des Wahlkampfs zwischenzeitlich ein deutlich besseres Abschneiden nahegelegt hätten, so Seibel.

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Kommentare (14)
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  •   pearly1465
    (171 Beiträge)

    29.09.2021 22:46 Uhr
    Auf dem Boden der Tatsachen angekommen
    Gott sei Dank. Und dass die SPD 1,7 % mehr Stimmen hat als die CDU ist wahrhaftig keine Meisterleistung, aber immerhin sie sind an erster Position.
    Dass die Grünen magere 14,8 % trotz 5 % Stimmenzuwachs bekommen haben und die FDP noch 3 % dahinter liegt ist auch sehr überschaubar. Und dass der Klimawandel noch die gleiche Brisanz wie letzte Woche hat, ist auch nicht erstaunlich. Aber unterm Strich ist herausgekommen, dass die Bevölkerung zwar den Klimawandel bekämpfen möchte, aber keinesfalls zu Lasten des normalen Lebens. Sie möchten Auto fahren, evtl. im eigenen Haus wohnen und auch mal ein Kotelett essen. Die Parteien, die das verbieten wollen werden schneller in der Versenkung verschwunden sein als ihnen lieb ist.
    Und zum Sc hluss noch: dass der Baerbock-Hype vorbei ist kann nur als gute Nachricht verstanden werden.
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  •   barheine
    (726 Beiträge)

    28.09.2021 09:56 Uhr
    Und jetzt möchte ich den Begriff "Volkspartei" bitte nie wieder hören. Das klingt schon so nach Kommunismus.
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  •   Waterman
    (6751 Beiträge)

    28.09.2021 13:47 Uhr
    Warum nicht?
    Wer als Partei einen linken und einen rechten Flügel hat, eine Mitte und ein paar Irrläufer, kann schon ein Abdruck des Wahlvolks sein. Vielleicht eher aus dem rechten oder linken Teil des Volks. Das trifft für CDU und SPD immer noch zu.
    Selbst die Grünen haben einen linken und einen Realos genannten rechten Flügel.

    Alle decken eine weite Spannbreite des Wahlvolks auch altersmäßig ab und können nmM. daher schon noch als Volksparteien bezeichnet werden.

    Bei FDP gab es die Rechtsliberalen und (inzwischen verkümmert) die Sozialliberalen. Daher jetzt einflügelig.
    Ebenso einflügelig mit Nuancen sind AfD (trotz Wir-sind-das-Volk) und die Linken sowie viele der Kleinparteien.
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  •   Nacional
    (622 Beiträge)

    28.09.2021 07:23 Uhr
    tja Pech gehabt CDU
    mit der gelenkten Rufmord- und Hetzkampangene aus dem Springerlager habt ihr die Baerbock verhindern können, aber dadurch ist euch ein Scholzomat auf die Füße gefallen, verrückte Wendung nur zum kaputtlachen traurig
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  •   Waterman
    (6751 Beiträge)

    27.09.2021 16:08 Uhr
    Vielleicht
    bereut er es noch, die Niederlage nicht einzugestehen und sich morgen nicht zum Fraktionsvorsitzenden wählen zu lassen.

    Kohl war da klüger, als er früh einsah, dass er keine Mehrheit bekommen wird. Er gab die Pfalz dahin und wurde Fraktionsvorsitzender. Dann hat er Genscher gewendet und ein paar Jahre war er ewiger Kanzler.
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  •   357.Magnum
    (244 Beiträge)

    27.09.2021 14:47 Uhr
    die Union wirkt wie hirntot
    Laschet will sich jetzt Scholz als Vizekanzler unterwerfen nur um mit allen Mitteln an der Macht zu bleiben,
    diese Partei sollte niemand mehr wählen.
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  •   kommentar4711
    (3306 Beiträge)

    27.09.2021 15:54 Uhr
    ANTWORT AUF "DIE UNION WIRKT WIE HIRNTOT"
    Laschet ist in Panik weil er in NRW keine Zukunft mehr hat. Der sucht jetzt nach IRGENDEINEM Posten in Berlin. Aber ich denke, die Partei wird ihn da noch bremsen.
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  •   Mondgesicht
    (2690 Beiträge)

    27.09.2021 12:11 Uhr
    Als großer Verlierer dieser Wahl
    sollte die CDU/CSU an der Regierung nicht beteiligt sein. Die Wähler haben klar mit der Merkel-Laschet-Partei abgerechnet. Die bisherige Regierungsmannschaft war eine absolute Katastrohe, aus meiner Sicht die schlechteste Regierung, die Deutschland seit 1949 je hatte. Es muss daher einen Neuanfang geben. Dafür ist Laschet nicht geeignet.

    Die CDU muss jetzt die (wahrscheinlich letzte) Chance nutzen, sich komplett zu erneuern und wieder ihre Richtung zu finden. In den Merkel-Jahren hat sich der Kompass der CDU völlig verschoben - und die Wähler haben klar signalisiert, dass sie das nicht wollen. Personell muss es auch einen Neustart geben. Alle Merkel-Vertrauten wie etwa die Herren Braun und Altmaier müssen sofort aufs Altenteil verschwinden.
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  •   FinnMcCool
    (567 Beiträge)

    27.09.2021 13:14 Uhr
    Interpretation?
    Nun, ich denke, dass diese Interpretation des Wahlergebnis falsch ist.
    Sicherlich kann ich auch daneben liegen, aber meiner Ansicht nach, war das Ergebnis nicht gegen die "Merkel-CDU", sondern vor allem eine Wahl gegen Laschet. Wäre Frau Dr. Merkel erneut angetreten hätte sie wahrscheinlich erneut die Wahl gewonnen.
    Nun könnte man - falls man CDU-Anhänger ist - nachtrauern, dass sie nicht in der Mitte der Legislaturperiode zurückgetreten ist und ein Nachfolger im Parlament gewählt worden ist. Denn dieser Nachfolger, oder Nachfolgerin, hätte dann mit dem Amtbonus antreten können
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  •   Ein_Wanderer
    (503 Beiträge)

    27.09.2021 13:32 Uhr
    Merkel
    hat es in Ihrer Amtszeit geschafft eine 40-Prozent-Partei auf unter 25 % zu bringen. Das kann man nicht wegdiskutieren. Auch wenn alle Linken jetzt natürlich traurig sind, ihr Idol verloren zu haben...
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