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Karlsruhe Der von Corona gebeutelten Kulturszene helfen: Liebe Bundestagskandidaten, wie möchtet ihr das schaffen?

Wofür stehen die Karlsruher Direktkandidaten der Bundestagswahl 2021? Wie ist ihre Haltung zu Rente, Klima, Migration und den vielen anderen Themen, die Deutschland aktuell beschäftigt? Um das herauszufinden, hat ka-news.de sie um Antworten gebeten: 15 Kandidaten, 15 Fragen - die Stellungnahmen gibt es mit einem Klick auf den Namen.

Keine Clubs, kein Theater, keine Konzerte. Die Kunst und Kulturschaffenden waren und sind in der Corona-Krise sehr auf die Fördergelder angewiesen. Was gedenken die Bundestagskandidaten zu tun, um der Kultur- und Kreativszene wieder nachhaltig auf die Beine zu helfen? 

  • Ingo Wellenreuther (CDU)
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU.
    Ingo Wellenreuther ist Direktkandidat der CDU. | Bild: Tobias Koch

    Um die Folgen der Pandemie zu mildern, werden wir das Programm "Neustart Kultur" für alle Akteure und Sparten fortsetzen. Außerdem wollen wir die soziale Absicherung für Kulturschaffende verbessern. Wir werden deshalb die Künstlersozialversicherung stärken. Vor Ort müssen wir den Kulturschaffenden Proberäume zum Üben ermöglichen.
  • Parsa Marvi (SPD)
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe.
    Parsa Marvi, Direktkandidat der SPD Karlsruhe. | Bild: SPD Karlsruhe

    Zur Förderung der Kultur müssen die bestehenden Infrastrukturen aufrechterhalten und die Produktionsmöglichkeiten künstlerischer und kultureller Inhalte auch in der freien Szene gesichert werden. Dazu werden wir die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Künstler verstärkt berücksichtigen. Zur besseren sozialen Sicherung von freischaffenden Künstlern werden wir Mindestgagen und Ausstellungshonorare fest etablieren.
  • Marc Bernhard (AfD)
    Marc Bernhard.
    Marc Bernhard. | Bild: Marc Bernhard MdB

    Die beste Hilfe ist eine unverzügliche Rückkehr zur Normalität. Das auf Drängen der AfD-Bundestagsfraktion verabschiedete "Rettungs- und Zukunftspaket Kultur" muss schnellstens unter Umgehung weiterer Restriktionen für Karlsruhe und die Kulturszene zur Anwendung gebracht werden. Hierfür sollte eine "Projektberatungs- und Service-Gesellschaft" gegründet werden, die den gesamten Prozess der Fördermittelbeantragung, -einsatzes, -dokumentation und -abrechnung für die Szene übernimmt.
  • Michael Theurer (FDP)
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP.
    Michael Theurer ist Direktkandidat der FDP. | Bild: Theurer

    Deutschland ist eine Kulturnation. Wir Freie Demokraten setzen uns für eine Erhöhung des Bundeshaushalts für die nationale und internationale Kulturförderung ein. Kulturförderung ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes. Für eine freie Entwicklung brauchen die Künste Förderung, weil sich gerade das Neue und Originelle oft jenseits der selbsttragenden Vermarktung findet.
  • Michel Brandt (Die Linke)
    Michel Brandt
    Michel Brandt | Bild: Felix Grünschloss

    Wir wollen Kunst- und Kulturförderung für die Zukunft krisenfest gestalten. Dazu braucht es umfassende Reformen der Kunst- und Kulturförderung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Kulturschaffenden. Künstlerisch Beschäftigte brauchen deutlich mehr Mitbestimmung und eine bessere Bezahlung.

    In Karlsruhe, Baden-Württemberg und bundesweit gilt: Wer Künstler an den öffentlich geförderten Kulturstätten schätzt, lässt sie nicht ausbrennen, sondern stärkt ihre soziale und arbeitsrechtliche Situation. Damit freie Kulturschaffende auch nach der Krise noch da sind, brauchen sie rückwirkend, jetzt und in Zukunft eine verlässliche und auskömmliche Förderung ihrer Projekte.
  • Zoe Mayer (Grüne)
    Bild: Grüne Karlsruhe

    Wesentliche Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft ist in ihrer Existenz durch die Corona-Krise bedroht, insbesondere kleine Betriebe wie unabhängige Verlage, Privattheater, Programmkinos, Clubs und Veranstaltungsorte.

    Ich will mich für eine gezielte Unterstützung und Neugründungshilfen einsetzen. Förderprogramme sollen spezifisch auf die Bedürfnisse der Kultur- und Kreativwirtschaft zugeschnitten und die Gründungsförderung aus der Arbeitslosigkeit bedarfsgerecht ausgebaut werden.
  • Klaus-Jürgen Raphael (Bündnis C)
    Klaus-Jürgen Raphael
    Klaus-Jürgen Raphael | Bild: ps

    Gerechte Verteilung von Fördergeldern. Die Unterstützung kann ebenso aus der Industrie kommen, indem Mitarbeiter einen Bonus auf regionale Kulturveranstaltungen erhalten. Ebenso muss die Förderung transparent nach Außen gestaltet sein.
  • Martin Buchfink (die Basis)
    Martin Buchfink
    Martin Buchfink | Bild: ps

    Nötig ist eine Rückkehr zur Normalität. Das öffentliche Leben muss wieder stattfinden können, damit die Kulturszene wiederbelebt wird. Sowohl die Kulturschaffenden als auch die Bürger können selbstverantwortlich mit der Corona-Situation umgehen.
  • Daniel Barth (Die Partei)
    Daniel Barth
    Daniel Barth | Bild: ps

    Vieles in der Kulturszene ist bereits unwiederbringlich zerstört, neben den offensichtlichen Bands, Künstlern, … sind vor allem Bühnenmitarbeiter, Licht- und Audiotechniker, Firmen, die Bauzäune für Festivals bereitstellen, Leute, die sich um den Getränkeausschank kümmern, etc. komplett aus der Szene verschwunden. Ich setze hier mit einem bedingungslosen Grundeinkommen inklusive Corona-Bonus an, sonst wird die Kunstszene nie wieder so weit hoch kommen wie vor der Krise.
  • Bernd Barutta (Freie Wähler)
    Bernd Barutta
    Bernd Barutta | Bild: ps

    Die wichtigste Hilfe für die Kulturszene wäre es, wenn wir wieder in den Normalbetrieb kommen können. Das Kreative kann nur überleben, wenn es sich auch "ausleben" kann. Der Staat kann mit angemessenen finanziellen Hilfen der Kulturbranche unter die Arme greifen, gänzliches Absterben verhindern.

    Was an Kreativität, an aktiven Menschen verlorenen gegangen ist, lässt sich nur begrenzt wieder mit Geld reaktivieren. Die Kultur braucht die alte Freiheit und den positiven Geist der Kreativen zurück.
  • Markus Schmoll (KlimalisteBW)
    Markus Schmoll
    Markus Schmoll | Bild: ps

    Der Kulturbetrieb leistet einen wichtigen Beitrag zu unserer Lebensqualität, wie in der Pandemie vielen schmerzhaft klar wurde, und sein Erhalt muss deshalb im Zuge der Coronawirtschaftsförderung angemessen berücksichtigt werden.

    Auf der anderen Seite werden zur Bekämpfung der uns bedrohenden Klimakrise unheimlich viele Arbeitskräfte gebraucht, unter anderem beim Aufbau von Solaranlagen, in einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und bei der Sanierung von Gebäuden. Durch eine Vereinfachung der Teilzeitbeschäftigung möchte ich es auch Kulturschaffenden ermöglichen, hieran mitzuwirken, ohne ihren eigentlichen Beruf aufgeben zu müssen.
  • Jonas Dachner (MLPD)
    Jonas Dachner
    Jonas Dachner | Bild: ps

    Ich selbst bin Hobby-Musiker und kenne die untragbare Situation der Veranstalter und der Musiker, als Verantwortlicher in der Vorbereitung und Durchführung des Rebellischen Musikfestivals, dass dieses Jahr endlich wieder in Gelsenkirchen stattfinden konnte. Viele Bereiche der Kunst können mit entsprechenden Hygienekonzepten und verantwortungsvollem Handeln der Teilnehmer ohne größere Gesundheitsrisiken stattfinden, und das soll auch möglich gemacht werden.

    Da die Kunst kommerzialisiert ist, kommt es durch Corona verstärkt zu der Situation, dass die Großen überleben, während die Kleinen massenhaft in den Ruin getrieben werden. Kultur darf nicht sterben und die Künstler müssen sich heute aber immer wieder entscheiden ob sie sich den Profitzwängen und antikommunistischer Ausgrenzung unterordnen oder ob sie sich für einen gesellschaftsverändernden Kampf gegen den Kapitalismus einsetzen.
  • Dr. Franz-Josef Behr (ÖDP)
    Dr. Franz-Josef Behr
    Dr. Franz-Josef Behr | Bild: ps

    Die Antwort zu dieser Frage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Sollte sie nachgereicht werden, wird sie hier ergänzt.
  • Dr. Andreas Schäfer (Partei der Humanisten)
    Dr. Andreas Schäfer
    Dr. Andreas Schäfer | Bild: ps

    Wir setzen uns dafür ein, dass Bildungs- und Kulturangebote möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Hier sollte die öffentliche Hand aktiv unterstützen, um diese wichtigen Lebensbereiche zu fördern.

    Langfristig ist es unser Ziel ein Bedingungslosen Grundeinkommen einzuführen, dies würde gerade auch Kulturschaffenden mehr finanzielle Unabhängigkeit ermöglichen und Existenzängste abbauen.
  • Dr. Tassi Giannikopoulos (Volt)
    Karlsruher Kandidat der europaweiten Partei Volt.
    Karlsruher Kandidat der europaweiten Partei Volt. | Bild: VOLT

    Die Kultur soll unkompliziert unterstützt werden. Gerade Kleinkünstler haben keine Plattform Ihrer Tätigkeit mehr nachzukommen. Flexible Proberäume, digitale Zugänge und hybride Formate zur Einnahmen Generation wären angebrachte Lösungen. Zusätzlich wird die Clubkultur in die Kunst und Kulturscene integriert.

Sie haben mehr Fragen zu den einzelnen Kandidaten? Dann klicken Sie sich durch unsere ausführlichen Steckbriefe und lernen Sie die Karlsruher Bewerber von ihrer privaten Seite kennen.

ka-news.de-Hintergrund

Von Dienstag bis Samstag, 21. bis 25. September, wird ka-news.de jeden Tag drei Artikel mit den Antworten der Kandidaten zu insgesamt 15 Fragen veröffentlichen: Die Reihenfolge der vorgestellten Kandidaten orientiert sich bei den großen Parteien an ihrer Sitzverteilung im Bundestag: CDU, SPD, AfD, FDP, Linke, Grüne. Anschließend geht es mit den kleineren Parteien in alphabetischer Reihenfolge weiter: Bündnis C, dieBasis, Die Partei, Freie Wähler, KlimalisteBW, MLPD, ÖDP, Partei der Humanisten, Volt.
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Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   AlterMann
    (378 Beiträge)

    23.09.2021 17:55 Uhr
    Millionäre
    Viele der sog. Künstler sind ja schon längst Multimillionäre. Und einige von eben diesen hat man im letzten Jahr auch immer wieder mit Forderungen für Förderungen gehört.
    Aber selber was abgeben um Solidarität zu zeigen, das wollten sie wohl nicht.
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  •   andip
    (11230 Beiträge)

    24.09.2021 08:23 Uhr
    So ein Unsinn
    Die allerwenigsten sind Millionäre, höchstens ein paar der grossen Stars davon.
    Dafür sehr viele, die nur leben können, wenn sie ständig auftreten, ganz abgesehen von denen, die hinter der Bühne arbeiten.
    Dass diejenigen, die sich es leisten könnten, nichts getan haben, weisst du woher?
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