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Karlsruhe "Besser schlecht gewählt, als gar nicht": Drei Gründe, warum die Karlsruher am Sonntag zur Bundestagswahl gehen

Alt, jung, neu, etabliert oder was ganz anderes? Am Sonntag, den 26. September, dürfen die Bürger Deutschlands zur Wahlurne schreiten und zweimal ein Kreuzchen setzen. Vor allem in diesem Jahr - geprägt von Corona-Pandemie, Flutkatastrophen und Co. - erscheint es den Bürgern umso wichtiger, auch tatsächlich wählen zu gehen. Oder etwa nicht? Wir haben bei den Karlsruhern einmal nachgefragt: Warum geht ihr eigentlich wählen? Wählt ihr die Parteien, weil ihr sie wählen wollt oder aus Mangel an Alternativen? Die Antworten fallen unterschiedlich aus.

"Das Land ist ruiniert, die Bevölkerung gespalten", "Stoppt die korrupten Politiker" und  "es liegt an uns, das kleinste Übel auszuwählen." Was sich in den Kommentaren der ka-news.de Community zeigt, spiegelt sich vor der Bundestagswahl auch deutschlandweit wider: Manche Bürger sind mit der jetzigen Situation unzufrieden.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: pixabay.com © Tvjoern

Bereits in einer vorangegangenen Umfrage zu den drei Kanzlerkandidaten wurde der Eindruck geweckt , dass die großen Parteien nicht mehr überzeugen. 

Einerseits stellt die Sachlage für die Karlsruher einen signifikanten Grund dar, wählen zu gehen und dazu beizutragen, den Bundestag neu zu besetzen. Andererseits ploppt in der Community häufiger die pessimistische Meinung auf: "Besser schlecht wählen, als gar nicht".

1. Das "kleinere Übel" auswählen

Nach einer nicht repräsentativen Umfrage auf Facebook und den Kommentaren unter einiger ka-news.de Artikel zufolge, wird dieser Verdacht auch weiter erhärtet.

So schreibt beispielsweise der User Alfpfin unter einen ka-news.de-Artikel:

"Da links und rechts nicht in Frage kommen, ist es tatsächlich so, ich wähle von den dann in Frage kommenden Parteien eine aus, aber ohne Überzeugung. Das erinnert mich an meine Schulzeit, in den letzten Schuljahren wurden uns immer drei Aufsatzthemen zur Wahl gestellt. Meistens hat man da auch das 'kleinere Übel' gewählt, also das Thema, über das wir überzeugend schreiben konnten, obwohl wir nichts wussten."

Auch das Thema E-Sport könnte bei der Bundestagswahl zur Wahlentscheidung beitragen.
(Symbolbild) | Bild: Michael Kappeler/dpa

2. Kleinere Parteien unterstützen

Ähnlich beschreibt es auch Facebook-Kommentator Sascha: "Da ich ein Mitglied bin, wähle ich 'die Partei', aber ehrlich gesagt nicht aus Liebe, ich wünschte es müsste sie nicht geben. Aber was bleibt mir sonst? Parteien die mich belogen haben, seit ich wählen darf, kommen nicht infrage."

Während Saschas Beitrag nicht unbedingt vor Überzeugung strotzt, fällt diese bei Martin umso deutlicher aus. Ironie? Möglicherweise: "Ich wähle die Partei, weil ich sie wählen will, weil ich das selbst so entschieden habe. Und weil sie sehr gut ist."

Gibt es in Karlsruhe eine Tendenz zu 'die Partei'? | Bild: Lars Notararigo

Zur aktuellen Politiklandschaft äußert Martin außerdem: "Ob ich zufrieden mit der Politiklandschaft bin? Nun ja, abgesehen von die Partei kann man hier nicht wirklich von Landschaft reden. Trümmerfeld trifft es wohl eher. Und wer ist schon mit einem Trümmerfeld zufrieden?"

3. "Ich will meine Stimme nicht verschenken"

Durchweg enttäuscht von den Parteien zeigt sich auch die Userin Adriana. Ihre "Stimme verschenken" komme für sie allerdings nicht infrage. Stattdessen möchte Sie mit ihrer diesjährigen Wahl auch anderen Lebewesen etwas Gutes tun und schreibt:

"Ich wähle dieses Jahr die Tierschutzpartei oder alles andere was mit Tieren zu tun hat. Ich bin dieses Jahr von keiner einzigen Partei oder Kandidat überzeugt, die Politiker haben in den letzten Jahren so viel kaputt gemacht. Da ich meine Stimme nicht verschenken will, bekommt sie eben eine Partei die jenen eine Stimme geben, die nicht für sich selbst sprechen können."

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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  •   andi-b7
    (3364 Beiträge)

    24.09.2021 19:18 Uhr
    Leute geht wählen, umso mehr wählen umso weniger BRAUN wird es.
    Lässt dies Leute nicht in den Bundestag!
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  •   kritiker_2014
    (824 Beiträge)

    24.09.2021 16:08 Uhr
    Es gibt ja nur
    die Möglichkeit zwischen Pest und Cholera zu wählen.
    Aber ich wähle so um die grüne Verbotspartei zu verhindern.
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  •   Waterman
    (6736 Beiträge)

    24.09.2021 15:41 Uhr
    Die 5%-Hürde stabilisiert unsere Demokratie
    Sie wurde vom Bundestag bewusst gesetzt, um eine Parteienzersplitterung wie in der Weimarer Republik zu verhindern.
    (Als Beispiel siehe hier die Sitzverteilung nach der Reichstagswahl 1930.)

    Laut Verfassung Art. 21 sollen die Parteien bei der politischen Willensbildung mitwirken. Das heißt auch politische Willensbildung sollte erst mal in den Parteien erfolgen. Natürlich mit demokratischen Mehrheitsbildungen.

    Wenn wir nur Parteien mit einem Anliegen oder Interesse haben und alle Kleinparteien nach dem Verhältniswahlrecht ins Parlament kommen, wäre das sehr problematisch für die Demokratie. Jeder wird und muss harte Klientelpolitik machen, da er sonst nicht mehr gewählt wird.

    Ein Vorgeschmack war ja die Jamaikaverhandlung nach der letzten Wahl. Jeder verhandelte hart entlang seiner roten Linien und letztendlich stand man ohne Regierung da, nachdem die schlimmste Klientelpartei die Verhandlungen platzen ließ..
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  •   SagMalWas
    (340 Beiträge)

    24.09.2021 11:35 Uhr
    Die 5% Hürde
    ist das, was die "großen" Parteien rettet. Wenn es diese nicht gäbe, oder diese zumindest bei 2 oder 3 Prozent läge, es somit echte Alternativen für die ganzen (unzufriedenen), sogenannten strategischen Wähler gäbe....

    Und nach der Wahl werden sich die "Sieger" feiern, sich Gegenseitig auf die Schultern klopfen, sich auch noch in ihrer Politike BESTÄTIGT fühlen, schließlich hat der Wähler ihnen ja mit seiner Stimme das VERTRAUEN ausgesprochen...
    So gesehen ist die einzige Möglichkeit, Veränderung herbeiführen zu wollen, wohl tatsächlich zur Wahl zu gehen, und eine Partei zu wählen, die nicht Teil des etablierten Systems ist oder die zumindest "Sehr gut" ist.
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  •   Reger
    (686 Beiträge)

    24.09.2021 09:43 Uhr
    Nur 1 Stimme
    Erstaunlich viele wissen nicht, dass man auch bloß eine Stimme abgeben kann, und der Stimmzettel auch dann gültig ist.
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  •   Waterman
    (6736 Beiträge)

    24.09.2021 08:10 Uhr
    So wählt also der "Karlsruher"
    Uninspiriert und Kleinstparteien.

    Das entspricht sicherlich nicht der Realität.

    In Karlsruhe werden wohl die Grünen stark sein, aber dennoch hinter CDU knapp vor SPD, die fast gleich auf liegen könnten. Die Kleinstparteien bleiben, was sie sind. Der AfD wird hoffentlich eine Abfuhr erteilt. Beim Dauerdirektmandat könnte durch smartes Wählen eine Ablösung gelingen.

    Bundesweit wird es wohl auch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD hinauslaufen mit dem besten Ergebnis für die Grünen dahinter. Die FDP wird schwächer, wenn die CDU vorne liegt und umgekehrt, ist mir aber ansonsten egal. Bei der AfD wäre alles unter 10% wünschenswert, am besten im Bereich der Linken.

    Vielleicht sollte man in dieser Konstellation zum Beispiel eine Stimme für "Die (Spaß-)Partei" nochmals überlegen.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (680 Beiträge)

    24.09.2021 16:28 Uhr
    In
    Karlsruhe (wie auch in anderen Großstädten) erwarte ich die Grünen vor SPD und CDU.
    Die 5% Hürde hatte ihre Berechtigung aufgrund der Geschichte. Nach 70 Jahren Erfarhung damit sollte man die Hürde besser auf 2% festsetzen, damit auch einige wenige andere Parteien den Bürgerwillen insgesamt besser im Parlament zum Ausdruck bringen können.
    Die 5% Hürde macht den Start für neue Parteien schon sehr, sehr, schwer...
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  •   timo
    (3390 Beiträge)

    24.09.2021 07:46 Uhr
    Wenn keine Partei überzeugt, hat man
    entweder den falschen Standard (dass eine Partei zu 100% überzeugen muss) oder man schaut nur auf die bekannten, im BT vertretene Parteien. Dann ist man aber selbst schuld.
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