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Karlsruhe Alles andere als "weiß, männlich und über 50": Grüne-Kandidatin Zoe Mayer möchte "neue Perspektiven" in den Bundestag bringen

Seit Freitag, den 23. Juli, ist Karlsruhe um eine Bundestagskandidatin reicher: Zoe Mayer, Fraktionsvorsitzende der Karlsruher Grünen, möchte am 26. September in den neuen Bundestag einziehen. Unterstützt von ihrer Wahlkampfkommission - darunter ihre "Vorgängerin", die Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl - stellte die 25-Jährige im Karlsruher Tollhaus ihr Wahlprogramm vor - und dabei wird deutlich: Als Spitzenkandidatin der Grünen Jugend, mit einer Platzierung auf Rang 12 der Landesliste, hat die junge Karlsruherin tatsächlich gute Karten.

"Empathisch", "ambitioniert", "taff". Das sind nur einige der Wörter die am vergangenen Freitag fielen, als die Karlsruher Grünen ihren Wahlauftakt im Karlsruher Tollhaus feierten. Gemeint ist damit Zoe Mayer, 25 Jahre jung, Fraktionsvorsitzende der Grünen im  Karlsruher Gemeinderat. 

Doch das Alter sei laut Mayer kein Nachteil für sie: "Die Demokratie lebt davon, dass eben alle Gruppen repräsentiert sind. Und bei Menschen unter 30 haben wir nicht mal ein Prozent im Bundestag. Das bringt natürlich mit sich, dass eine ganze Generation aus den Augen verloren wird. "

"Karlsruhe hat einen grünen Geist"

Tatsächlich rechnet sich Mayer sogar recht gute Chancen aus, dass es bei den Wahlen im September mit dem Direktmandat klappen könnte. Platz 12 konnte Mayer inzwischen bei den Listenplätzen erklimmen. "Wenn die Grünen ungefähr bei 9 Prozent landen, dann bin ich auf jeden Fall mit drin", erklärt Mayer im Gespräch mit ka-news.de. "Ich war jetzt sieben Jahre lang im Gemeinderat, ich glaube, ich weiß wo man auf Bundesebene die Stellschrauben drehen muss, um auch in Karlsruhe einiges auf den Weg zu bringen."

Bild: Hammer Photographie

Doch was genau wäre das eigentlich?

Besonders im Fokus stehen bei Mayer und bei den Grünen natürlich das Thema Klimaschutz - und das kommt wohl gut an. "Karlsruhe hat einen sehr grünen Geist, das hat man schon bei den vorherigen Wahlergebnissen gemerkt", so Mayer. Und: Spätestens seit den Überflutungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen scheinen die Menschen umso mehr auf dieses Thema sensibilisiert zu sein.

"Dieser Bundeswahlkampf ist etwas ganz besonderes, da er inmitten von zwei Krisen stattfindet: Der Corona Krise und dieser Flutkatastrophe. Diese Krisen zeigen, dass wir in der Politik einen Neuanfang brauchen, dass wir lernen müssen, mit der Natur, mit Krisen, zu leben. Und dazu braucht es Mut", sagt Sylvia Kotting-Uhl zu Beginn ihrer Rede im Tollhaus. "Denn anders, als die anderen Parteien, haben die Grünen keine Angst vor dieser Veränderung."

Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete der Grünen | Bild: Hammer Photographie

Auch Mayer macht während ihrer Rede deutlich: "Wenn wir in den nächsten vier Jahren nicht ernsthaft Klimapolitik betreiben, dann rückt das 1,5 Grad Ziel für uns in Deutschland in ganz weite Ferne. Und das gibt uns den Antrieb, in den nächsten acht Wochen Wahlkampf alles zu geben."

Ein "Partizipationsrat" für den Bundestag

Doch nicht nur der Klimaschutz, auch Digitalisierung, erneuerbare Energie, Natur und Artenschutz oder die Entlastung von Familien mit kleineren Einkommen stehen bei den Grünen auf dem breit gefächerten Wahlprogramm. Ebenso möchte sich Mayer gegen Rassismus und für die Gleichbehandlung von Frauen einsetzen.

Denn: Die meisten der Bundestagsabgeordneten seien, wie Leonie Wolf von der Wahlkampfkommission betont, nämlich "männlich, weiß und über 50 Jahre alt." 

Zoe Mayer (rechts) im Gespräch mit Moderatorin Leonie Wolf | Bild: Hammer Photographie

"Es sind leider nicht alle Gruppen so im Bundestag vertreten wie es sein sollte, obwohl jeder seine Perspektive miteinbringen sollte", argumentiert Mayer. In diesem Zusammenhang möchte sich Mayer auch für die Etablierung  eines "Partizipationsrat" einsetzen. Hier sollen alle Themen, die Rassismus und Partizipation betreffen, in einem Ministerium gebündelt werden.

"Ich habe den Anspruch, für jede Generation, für jedes Geschlecht und für jede Art gesellschaftlicher Gruppen, Politik zu machen und als Ansprechperson bereit zu stehen", so Mayer.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
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Kommentare (31)
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  •   Motorhead
    (759 Beiträge)

    24.07.2021 13:56 Uhr
    Und
    das WISSEN sie genau woher?
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  •   Gevatter
    (632 Beiträge)

    24.07.2021 13:42 Uhr
    Schaut euch doch mal die Dame an,
    die im Saarland auf Listenplatz 2 stand. Bei den Grünen geht es nur noch um Feminismus und Frauenquote. Das steht an erster Stelle, nicht die Qualifikation. Und das in der heutigen Zeit.
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  •   Motorhead
    (759 Beiträge)

    24.07.2021 13:55 Uhr
    Genau
    So wird es sein Gevatter.
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  •   Gevatter
    (632 Beiträge)

    24.07.2021 17:55 Uhr
    Ist es denn so nicht?
    Letztendlich tut man zu allerletzt den Frauen im Gesamten kein Gefallen. Das Beispiel vom Saarland zeigt dies. Man hat die Frau mehr oder weniger ins offene Messer laufen lassen. Mir tat sie am Ende leid.
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  •   Gaensebluemchen
    (606 Beiträge)

    24.07.2021 13:31 Uhr
    Dem Morgen …
    … graut …
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  •   freigeist
    (743 Beiträge)

    24.07.2021 13:21 Uhr
    Klar doch,
    "Ich war jetzt sieben Jahre lang im Gemeinderat, ich glaube, ich weiß wo man auf Bundesebene die Stellschrauben drehen muss, um auch in Karlsruhe einiges auf den Weg zu bringen."
    Und dieser Umstand macht jetzt den Weg frei für die große Politik.Übrigens,glauben bedeutet nichts genaues zu wissen.
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  •   oststaedtler
    (297 Beiträge)

    24.07.2021 13:08 Uhr
    Aber...
    ...wenn die jetzt ältere weiße Männer so derart ausgrenzen, ist dann nicht auch wieder eine Form von Diskriminierung??? Ich dachte, die Grünen verstehen sich als höchste moralische Instanz weltweit und grenzen niemanden aus?
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  •   Reger
    (686 Beiträge)

    24.07.2021 14:33 Uhr
    Vorsicht,
    für ihre Ziele sind diese Menschen wie ich befürchte zu extremen Entscheidungen bereit. Das ist kein Spaß.
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  •   pearly1465
    (171 Beiträge)

    24.07.2021 13:00 Uhr
    Kriterium?
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Reger
    (686 Beiträge)

    24.07.2021 12:51 Uhr
    Entlarvend.
    Männlich, weiß und über 50 Jahre alt reicht schon, um diese Menschen ins Abseits zu stellen. Das sind ja schöne Aussichten auf den Politik-Stil. Gott bewahre uns davor.
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