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Karlsruhe Neuer Rekord: Briefwahl ist in Karlsruhe so beliebt wie noch nie

Am 24. September wählt Deutschland den 19. Bundestag. Immer mehr Karlsruher tendieren dazu, ihre Stimme an diesem Tag nicht mehr vor Ort, sondern im Vorfeld per Briefwahl abzugeben. Doch was passiert mit den Wahlbriefen, nachdem sie in den Briefkasten geworfen wurden? ka-news hat den Weg des Wahlbriefes nachverfolgt.

Auch in Karlsruhe verstärkt sich der Trend zur Briefwahl. Wenige Tage vor der Bundestagswahl haben - Stand Mittwoch, 13. September, - schon 47.000 der rund 209.000 Wahlberechtigten der Fächerstadt Briefwahlunterlagen angefordert.

Vor vier Jahren waren es während der gesamten Wahlperiode lediglich 43.700. Die diesjährige Zahl ist damit ein neuer Rekord. Insgesamt rechnet Alexander Süß von der Leitung des Briefwahlbüros dieses Jahr sogar mit über 50.000 eingehenden Briefen. Doch wo werden die vielen ausgefüllten Briefe gelagert? Und wird dabei überhaupt das Wahlgeheimnis gewährleistet? ka-news hat sich auf Antwortsuche begeben.

Alle Wege führen ins Briefwahlbüro

Im Untergeschoss der Karlsruher Stadtbibliothek in der Ständehausstraße 2 warten schließlich die gesuchten Antworten: Dort befindet sich das zentrale Briefwahlbüro der Stadt, wo alle Karlsruher Wahlberechtigten ihre ausgefüllten Wahlbriefe auf verschiedenen Wegen abgeben können.  "Aufgrund des großen Andrangs hat das Briefwahlbüro dieses Jahr sogar erstmals fünf Wochen vor dem Wahltermin und damit eine Woche länger geöffnet", erklärt Süß im Gespräch mit ka-news.

Doch was genau passiert in diesem Büro? Zum einen können Bürger in den Räumen des Briefwahlbüros ihre Stimme in einer der Wahlkabinen abgeben. Zum anderen können Briefwahlunterlagen von dort aus mitgenommen oder auch wieder persönlich abgegeben werden. Zusätzlich können die roten Umschläge aber auch in Briefkästen vor der Stadtbibliothek eingeworfen werden. 

Die klassische Aufgabe eines Büros ist es die Briefe auf dem Postweg entgegenzunehmen. Dieses Jahr sei allerdings erst knapp die Hälfte der bis dato ausgestellten Wahlbriefe wieder eingetroffen, so Süß. Er appelliere deshalb an die Karlsruher, vor allem mit der Zustellung per Post nicht mehr lange zu warten. Sind die roten Umschläge eingetroffen, werden sie zuerst gesammelt und auf der Empore des Briefwahlbüros nach Stadtteilen und Bezirken vorsortiert, erläutert Süß. Bis zur Auszählung am Wahlsonntag bleiben sie dort unter Verschluss.

Briefwahlbüro
Das Briefwahlbüro in Karlsruhe. | Bild: Melissa Betsch

Callcenter für Probleme aller Art

Um den Wählern auch über das Telefon hilfreiche Tipps geben zu können, wurde im Briefwahlbüro sogar ein eigenes Callcenter eingerichtet. "Hier leisten wir erste Hilfe bei Problemen und Fragen, beispielsweise über fehlende Wahlscheine oder die Klärung der Wahlberechtigung", meint Jens Jägle von der Briefwahlbüro-Leitung. Auch Süß betont die Wichtigkeit des Callcenters als eine erste zentrale Anlaufstelle für unsichere Bürger.

Auf die Frage, ob es auch schon einmal einen kuriosen Fall gegeben hätte, antwortet Jägle: "Es gibt immer mal wieder wütende Anrufer, aber die sind die Ausnahme." Auch der ebenfalls für Organisatorisches und die Bearbeitung schwieriger Anträge zuständige Alexander Süß merkt schmunzelnd an, die meisten Bürger seien freundlich. Liebe Grüße und kleine Herzchen auf den Anträgen habe es durchaus auch schon gegeben.

Briefwahlbüro
Das Callcenter des Briefwahlbüros. | Bild: Melissa Betsch

Wahlgeheimnis ist oberstes Gebot

Am Tag der Wahl werden die Wahlbriefe schließlich abgeholt und in die Gartenhalle am Festplatz transportiert. Süß zufolge habe man aufgrund der steigenden Briefwahlbeteiligung auf die Gartenhalle infolge von Platzmangels ausweichen müssen. Dort angekommen werden die Umschläge geöffnet und auf gültige Wahlscheine sowie auf unbeschädigte Stimmzettelumschläge geprüft.

Bevor sie von 350 Wahlhelfern offiziell ausgezählt werden können, werden die geprüften Umschläge allerdings erst von den Wahlscheinen getrennt und nochmals durchmischt, sodass niemand nachvollziehen kann, wer wie gewählt hat. "Darauf legen wir besonders großen Wert, damit das Wahlgeheimnis auf keinen Fall verletzt wird", betont Süß. Beanstandete Wahlbriefe werden gesammelt, wieder verschlossen und bis zur Vernichtung verwahrt.

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Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


Alle Ergebnisse aus Karlsruhe und Baden-Württemberg gibt es ab Sonntag im ka-news-Wahlportal: ka-news-Wahlportal

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Kommentare (20)
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  •   maehdrescher
    (633 Beiträge)

    18.09.2017 08:00 Uhr
    Könnten Sie Ihren Satz
    bitte in deutscher Sprache wiederholen, damit ihn alle verstehen können?
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  •   schmidmi
    (489 Beiträge)

    18.09.2017 12:42 Uhr
    Einfach mal
    tief Luft holen und versuchen, nachzudenken....
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  •   Mondgesicht
    (1599 Beiträge)

    17.09.2017 16:19 Uhr
    An eine
    Wahlmanipulation oder Verschwörungstheorie glaube ich nicht. Was aber manipuliert und aus Gründen politischer Einflussnahme "angepasst"wurde, und zwar schon lange, sind Nachrichten. Sieht man auch hier, wen plötzlich Informationen aus der Pressemitteilung der Polizei verschwinden.

    Und ich frage mich schon: diese Form der Beeinflussung ist zwar keine Wahlfälschung und keine Straftat. Aber richtig und anständig ist es für mich definitiv nicht.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    18.09.2017 13:20 Uhr
    Gegen manipulierte Nachrichten ....
    ...hilft Information aus mehreren Quellen.

    FALLS man sich nicht gerade DIE raussucht, die einem passt und dann kritiklos DER glaubt.

    Das Leben ist eben kompliziert und die Nachrichten selektiv. So war es aber immer schon. Was glaubst Du, was Anhänger von Friedensbewegungen, Haschisch, langen Haaren, lauter Musik,Motorradfahrer und NATO-Gegner (nur als BEISPIEL) an Verleumdung, tendentiellen Nachrichten, Falschmeldungen und anderem erfahren haben müssen? Über Jahrzehnte hinweg.

    Und zum großen Teil von genau denselben Leuten, die jetzt aufheulen, weil alles ach so verfälscht wird. In Wirklichkeit wird eben nur etwas verfälscht, was sie betrifft - oder sie meinen, daß es sie betrifft.

    Horror- und tendenzielle Nachrichten über Russland, G20-Demonstrationen, Sozialhilfeempfänger, Linke, Grüne, Hooligans, Dicke, Studenten und Dieselfahrer grinsen werden immer noch gerne und flächendeckend geglaubt. Weils einem in den Kram passt.

    Da leben ganze Fernsehsender und Zeitungen davon. Gut.
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    17.09.2017 12:07 Uhr
    ...ich würde auch noch den Aluhut mitnehmen....
    Ernsthaft - wenn Wahlbetrug, dann doch eher durch andere Mechaniken las durchs Ausradieren von Kreuzchen oder umtüten von Briefwahlunterlagen.

    Ich bin allerdings überzeugt, daß das alles korrekt über die Bühne geht - incl. statistischer Unschärfen und kleineren Pannen.

    Ich bin aber AUCH überzeugt, daß man irgendwann genau DAS Verhalten kriegt, was man den Leuten -noch- fälschlicherweise unterstellt. Wenn sowieso alle denken, man ist ein Verbrecher und lügt und betrügt, dann lässt die Motivation, das nicht zu sein, naturgemäß nach.
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  •   betablocker
    (936 Beiträge)

    17.09.2017 22:00 Uhr
    In den Wahlkabinen
    hat e sin aller Regel Kopierstifte, da ist nix mit radieren.
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  •   Eckfaehnchen
    (1975 Beiträge)

    17.09.2017 11:44 Uhr
    Kugelschreiber zum Ankreuzen ?
    Einen Schwarzen oder Roten oder Grünen oder Gelben...
    Auch hier ist noch alles möglich. Oder ist der Wahlschein dann etwa ungültig ? Holzauge sei wachsam.
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  •   Malerdoerfler
    (3675 Beiträge)

    17.09.2017 09:30 Uhr
    Das stimmt!
    Es liegt etwas in der Luft - aber ob es zum großen Wurf reicht? Das werden wir dann sehen.
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  •   schmidmi
    (489 Beiträge)

    18.09.2017 12:43 Uhr
    Auf jeden
    Fall wird es eine Zäsur geben, wenn rechtsradikales pack in den Bundestag einzieht traurig
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    17.09.2017 12:12 Uhr
    nun, in der Lesart mancher Leute....
    ...wird die Tatsache, daß die WAHL anders ausgeht als die Abstimmung HIER, unweigerlich in die Behauptung Wahlbetrug münden.

    Oder anders ausgeht, als sie aus ihrem Umfeld erwarten- bei solchen Einschätzungen ist immer der Effekt der eigenen gleichgesinnten Meinungsblase gegeben. Heute sowieso, wo niemand mehr Veranlassung sieht, sich mal andere Meinungen anzuhören und zu überdenken.

    Ich weiß noch, wie man früher dachte, jetzt wird alles anders, weil man diesmal das erste Mal mitwählen durfte. Nix war.
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