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Karlsruhe Die Partei-Kandidat Glause: "Inhalte haben in der Politik nichts zu suchen"

Neben den etablierten Parteien kämpfen auch eine ganze Reihe von kleineren Parteien um die Gunst der Wähler. Eine von ihnen erregt mit einem Jesus-Plakat an der Ludwig-Erhard-Allee Aufmerksamkeit: Die Partei. ka-news sprach mit deren Direktkandidaten für Karlsruhe, Stefan Glause.

Herr Glause, bitte erzählen Sie uns in aller Kürze etwas zu Ihrer Person, zu Ihrem Werdegang und zu Ihrer Motivation, Politiker zu werden.

Meine politische Motivation rührt - wie bei jedem handelsüblichen Politiker auch - vom Traum des großen Geldes. Kein anderer mir bekannter Beruf pendelt so hervorragend zwischen Reichtum und Faulheit wie der des Politikers. Diäten von 9.542 Euro brutto plus 4.318 Euro steuerfrei Aufwandspauschale machen den Job für mich besonders attraktiv.

Wieso fiel Ihre Wahl gerade auf Die Partei?

Die Partei hat klar gemacht, dass sie nach ihrer Machtübernahme alle anderen Parteien überflüssig machen wird. Spätestens da war mir klar, dass ein Eintritt in eine andere Partei keinen Sinn ergibt. Außerdem sagt man mir nach, sozial und menschenfreundlich zu sein. Das stünde einer Mitgliedschaft bei CDU, SPD, FDP, Grünen oder AfD ohnehin im Wege.

Für die Wähler: Wofür steht Die Partei?

Die Partei steht für "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative - kurz: Die Partei! Als noch außerparlamentarische Opposition mit über 25.000 Mitgliedern ist unsere wichtigste Forderung die nach dem Bauen von Mauern. Diese stellen nämlich eine Absage an Globalisierung, weitere Europäisierung und unkontrollierbare Finanzströme dar.

Sonst steht die Partei für Alles und Nichts. Inhalte haben in der Politik heutzutage nichts mehr zu suchen. Aktuell liegt populistisch-schmieriges Phrasendreschen, Polarisierung und Stimmungsmache - gegen alles und jeden - im Erfolgstrend.

Wofür stehen Sie als Person? Was wäre Ihr wichtigstes Wahlziel?

Ich mag Kohlrouladen mit Stampfkartoffeln. Mein Wahlziel wäre, Wahlziele zu verbieten. Denn die haben schon lange keinen Einfluss mehr auf das, was nach den Wahlen dann umgesetzt wird. Stattdessen werden Politiker Zettel mit Positionen ziehen, die sie im Wahlkampf zu vertreten haben. Desweiteren wollen wir etwas an der Parteienfinanzierung herumschrauben, um unsere Wahlkämpfe nicht mehr aus Bettelei, kruden Geschäften und dubiosen Transaktionen finanzieren zu müssen.

Sie arbeiten in Ihrem Wahlkampf viel mit religiöser/christlicher Symbolik. Sind Sie gläubig, beeinflusst Sie Ihr Glaube in Ihrer Herangehensweise an die Politik?

Ich glaube an mich selbst als den wahren Messias. Die glausistisch-fundamentalistische Symbolik wenden wir gezielt an, um den Menschen das bewusst zu machen. Glaube an Glause, denn der Glause kann Berge versetzen! Denn wenn wir nur noch den Glause haben, bedarf es keiner Religion mehr.

Verstehen Sie es, wenn Christen sich durch die Plakate Ihrer Partei beleidigt oder verletzt fühlen?

Ja. Dennoch ist dies ein Vorwurf, der an seinen Urheber zurückgegeben werden sollte. Mich fragt schließlich auch niemand ob mich christliches Kirchengebimmel oder Rufe muslimischer Muezzins stören. Um niemanden zu verunsichern haben wir unser Großplakat auf der Ludwig-Erhard-Allee aber mit einem Zusatzzeichen "Achtung! Kein echter Jesus!" versehen.

Wahlplakat der Partei Die Partei
Mit diesem Wahlplakat wirbt Die Partei im Wahlkampf. | Bild: ps

Nach der Facebook-Aktion (Kapern der AfD-Gruppen) wurde Die Partei von der AfD als "schädlich für die Demokratie" bezeichnet.

Lieber missbrauchen wir das demokratische System unter dem Deckmantel der Satire, als dass wir es unter der Forderung gleiche abzuschaffen, missbrauchen. Aber Kritik von den Demokratieexperten der AfD, die stets mit beiden Beinen auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, nehmen wir selbstverständlich gerne entgegen.

Rückblickend: Hat die Kaperaktion der Partei letztlich mehr geschadet oder genutzt?

Wieso sollte uns die Aktion geschadet haben? Auf Stimmen von Menschen, die sich in AfD-Gruppen tummeln und solchen, die sich von Aussagen wie die von Herrn P******** beeinflussen lassen, verzichten wir gerne. Im Gegenteil: die Aktion hat über Parteigrenzen hinweg für Aufmerksamkeit und Erheiterung gesorgt.

Abschließend: Wo kann der Wähler Sie in der Region um Karlsruhe vor dem 24. September noch kennen lernen?

Suchen Sie nicht nach mir. Ich werde nach Ihnen suchen! Ein treues Wahlkampfteam wird die beiden Samstage vor der Wahl am Ludwigsplatz oder auf Höhe des Europaplatzes in der Kaiserstraße für Sie bereit stehen, billigen Eierlikör ausschenken und lustige Luftballons verteilen. Die letzte Aktion haben Sie leider bereits verpasst! (Demonstration vor dem Bundesverfassungsgericht: "Spaßparteien verbieten!")

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


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Kommentare (22)
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    16.09.2017 08:37 Uhr
    Es gäbe wirklich
    Wichtigeres zu berichten, sogar aus unserem unmittelbaren Karlsruher Umfeld als uns die Ansichten des Herrn Glause zuzumuten. Selbst wenn man es als Spaß auffassen sollte, ist es geistiger Dünnpfiff. Satire geht anders.
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    16.09.2017 13:53 Uhr
    Also das mit der Kohle....
    ..... einsacken für wenig Arbeit ist wohl bitterer Ernst.
    Seit Jahrzehnten regieren uns CDU/CSUSPDFDP+Grüne und seit Jahrzehnten gibt's die selben ungelösten Probleme, ob Rente, Finanzen, Mieten, Arbeiten, Verkehr, Gesundheit etc. Ich habe den Eindruck, dass die vielen Politik-Selbstdarsteller gar keine echten Lösungen wollen, denn dann bräuchte es diese Profilneurotiker auch nicht mehr. Da bleibt nur noch der Sarkasmus.
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  •   zahlenbeutler
    (1073 Beiträge)

    16.09.2017 09:37 Uhr
    hat Sie wohl
    sehr getroffen, der Herr Glause ode wie der heißt, allerdings Realsatire ist besser, da haben Sie Recht, Gauland, Trump und natürlich Ihre Kommentare
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    16.09.2017 16:23 Uhr
    @Zahlenbeutler
    Sofern Sie auf meinen Kommentar geantwortet haben, ist mir schon aufgefallen, Sie haben sich "meine Kommentare vorgenommen". Vielleicht kommentiere ich in diesem Forum doch noch einige Zeit mit, dann gebe ich Ihnen Gelegenheit, meine "realsatirischen" Kommentare zu lesen. Viel Spaß grinsen
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  •   betablocker
    (967 Beiträge)

    16.09.2017 11:07 Uhr
    Wenn man
    bedenkt wer alles wählen darf kanns einem echt angst werden...

    Also deine abgrundtief schlechten ironischen und satirischen Kommentare schlagen echt alles was hier jemals zu lesen war.
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    16.09.2017 13:45 Uhr
    Es soll 20 Mio....
    ..... Analphabeten, bzw. Halbanalphabeten geben, die gerade mal ihren Namen schreiben oder einzelne Bibeltextstellen lesen können.
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  •   betablocker
    (967 Beiträge)

    16.09.2017 08:18 Uhr
    Kohlrolladen,
    was ist das?
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    16.09.2017 08:43 Uhr
    Bei Kohlrolladen
    denke ich spontan an unseren ehemaligen Kanzler, selbst der hätte sich bei Kohlrolladen die Zähne ausgebissen und der war ja bekanntlich ziemlich "bissig".
    Aber zu dem Geschwätz des Herrn Gause passen auch Kohlrolladen. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (5731 Beiträge)

    16.09.2017 08:46 Uhr
    Jetzt habe ich
    dem Herrn Gause auch noch ein "l" in seinem Namen unterschlagen. Na, ja vielleicht schmecken ihm die Kohlrolladen trotzdem. grinsen
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    16.09.2017 08:32 Uhr
    Braucht man heute nicht mehr.
    Das waren die Dinger, die man runterließ, wenn der Betreffende in der Stadt war.
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