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Karlsruhe Bundestagswahl 2017: Stimmen und Reaktionen aus dem Karlsruher Rathaus

Wer wird in Karlsruhe das Direktmandat holen? Und welche Karlsruher Kandidaten schaffen über die Landeslisten den Sprung in den 19. Deutschen Bundestag? ka-news ist am Wahlsonntag im Rathaus vor Ort und tickert live über Ergebnisse, Emotionen und Reaktionen.

Aktualisierung, 23 Uhr: Grüne sind zweitstärkste Kraft in Karlsruhe

Inzwischen gibt es ein vorläufiges Endergebnis für den Wahlbezirk Karlsruhe Stadt. Dieses sieht bei den Zweitstimmen wie folgt aus:

  • CDU: 27,9 Prozent
  • Grüne: 18,3 Prozent
  • SPD: 16,9 Prozent
  • FDP: 11,9 Prozent
  • AfD: 10,4 Prozent
  • Die Linke: 9,6 Prozent
Das Direktmandat holte erneut Ingo Wellenreuther (28,6 Prozent). Parsa Marvi holte 23,6 Prozent. Sylvia Kotting-Uhl von den Grünen erreichte 17,6 Prozent, gefolgt von Marc Bernhard (10 Prozent), Michael Theurer (FDP) und Michel Brandt (7,6 Prozent). Die Wahlbeteiligung liegt bei 77,5 Prozent.

21.25 Uhr

Nach 244 ausgezählten Wahlkreisen liegt Ingo Wellenreuther mit 28,5 Prozent an der Spitze und gewinnt aller Voraussicht nach das Direktmandat. Parsa Marvi folgt mit 24 Prozent, Die Grünen sind auf Platz 3 (17,5 Prozent). Die aktuellen Ergebnisse der Auszählungen gibt es im Ereignisdienst der Stadt Karlsruhe unter folgendem Link: https://www.karlsruhe.de/b4/buergerengagement/wahlen/bundestagswahlen/btw2017/wahlergebnis.de

Der Live-Ticker aus dem Karlsruher Rathaus ist beendet.

21.15 Uhr: Wellenreuther für Jamaika-Koalition

Ingo Wellenreuther erscheint gegen 20.45 Uhr im Rathaus: "Der Vorsprung ist relevant groß, wenn sich das so bestätigt, fühle ich mich natürlich sehr gut." Als "großer Gewinner" möchte er sich aber noch nicht bezeichnen, da die CDU sowohl im Bund als auch im Land Baden-Württemberg stark verloren hat. Er spricht sich im Gespräch mit ka-news positiv für eine Jamaika-Koalition aus.

Nach 244 ausgezählten Wahlkreisen liegt Ingo Wellenreuther mit 28,5 Prozent an der Spitze und gewinnt aller Voraussicht nach das Direktmandat. Parsa Marvi folgt mit 24 Prozent, Die Grünen sind auf Platz 3 (17,5 Prozent).

20.43 Uhr: SPD enttäuscht über Ergebnisse

Parsa Marvi ist zur den Ergebnissen und die aktuelle politische Situation: "Das ist ein absoluter Hammer. Eine 'rassistische, anti-europäische Kraft' ist in den Bundestag eingezogen. Und das sogenannte Links-Lager (SPD, Grüne, die Linke) schrumpft immer weiter zusammen. Deswegen ist es dringend erforderlich, dass die SPD ihre Rolle jetzt annimmt." Die SPD müsse jetzt analysieren, warum das Wahlergebnis so ausgefallen ist und warum die SPD solche massiven Verluste erlitten habe, so Marvi.

Johannes Stober, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Politiker aus Karlsruhe, ist "sehr enttäuscht über das Ergebnis der SPD". "Uns ist nicht gelungen, das Thema soziale Gerechtigkeit durchzubringen, über die Gründe müssen wir jetzt in Ruhe nachdenken - das hat sicherlich auch was mit der großen Koalition zu tun. Wir haben uns da nicht ausreichend positioniert"

 

20.29 Uhr: Für CDU ist Wahlergebnis "akzeptabler Erfolg"

Karlsruher Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz äußert sich lieber vorsichtig zu den bundesweiten Hochrechnungen und möchte das endgültige Endergebnis abwarten: Es sei trotz eines akzeptablen Erfolgs, aber ein großer Verlust für CDU/CSU.

Im Rathaus ist auch Katrin Schütz (CDU), Staatssekretärin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg - wie fasst sie die ersten Hochrechnungen auf? "Positiv. Wir haben eine gesteigerte Wahlbeteiligung." Die drittstärkste Kraft habe man sich anders vorgestellt, insgesamt könne man aber zufrieden sein, so Schütz. In Hinblick auf das gute Abschneiden der AfD sagt Schütz, man müsse sich fragen, warum es nicht gelungen sei, die Menschen abzuholen.

Derweil werden die vorläufigen Zwischenergebnisse der Zweitstimmen an die Wand geworfen:  Nach 188 von 258 ausgezählten Wahlbezirken konnte die CDU 26,9 Prozent der Karlsruher Wählerstimmen einfahren, die Grünen liegen aktuell mit 17,9 Prozent vor der SPD (17,2 Prozent). Die AfD holt 11,2 Prozent, die FDP 11,6 Prozent, Die Linke 10 Prozent.

20.13 Uhr: AfD wird drittstärkste Kraft im Bundestag

Inzwischen sind 158 der 258 Wahlbezirke ausgezählt: Noch führt Ingo Wellenreuther mit 28,1 Prozent, doch Parsa Marvi holt auf - er liegt bei 24,3 Prozent. Die Grünen holen bislang 16,4 Prozent, die FDP 8,3 Prozent, die AfD 11,3 Prozent und die Linke 7,8 Prozent. 

Gewinner des Wahlabends ist die Alternative für Deutschland (AfD): Sie wird nach den ersten Prognosen drittstärkste Kraft im Parlament. "Ich freue mich riesig über das bundesweite Ergebnis", so Karlsruher Direktkandidat im Gespräch mit ka-news, "wir haben in den letzten Tagen auf der Straße den Stimmungsumschwung gespürt." Chancen auf das Direktmandat rechnet sich Bernhard nicht aus. Aber er könne über die Landesliste in das Parlament einziehen, sofern die AfD in Baden-Württemberg über elf Prozent erreiche, so Bernhard.

20 Uhr: FDP freut sich über Wiedereinzug

Bei der FDP ist die Freude über die Umfragewerte groß: Man habe sich das gute Ergebnis erarbeitet und die Menschen mit ihren Thesen überzeugen können, so Karlsruher Stadtrat Thomas H. Hock."Ich freue mich, dass wir zurückgekehrt sind und jetzt geht die Arbeit erst richtig los."

Bürgermeister Michael Obert (FDP): "Ich glaube, es sind vor allem zwei Dinge, warum die FDP gut abgeschnitten hat: Einmal, dass die liberalen Wähler gemerkt haben, dass etwas im Bundestag fehlt und dass die FDP auch ein bisschen seriöser geworden ist, als sie es vor vier Jahren noch war." Auf die Fragen was die neue Inhalte sind? Die FDP habe sich ein neues Profil aufgebaut: Sie setzen mehr auf Bildung, Rechtsstaatlichkeit, Digitalisierung

19.43 Uhr: Grüne erleichtert über gutes Ergebnis

Stimmen aus dem Karlsruher Rathaus zu den ersten bundesweiten Hochrechnungen: "Ich freue mich über das Ergebnis", so Sylvia Kotting-Uhl, "9,4 Prozent waren nach den Umfragewerten der letzten Wochen nicht zu erwarten - auch nicht für sehr optimistische Grüne wie ich es eine bin." Das gute Ergebnis habe der Karlsruher Direktkandidatin einen Freudenschrei entlockt.

Staatssekretärin Gisela Splett, ebenfalls Grüne, ist erleichtert über das gute Ergebnis. Sie bedauert jedoch, dass es den Grünen nicht gelungen sei, eigene Themen nach vorne zu stellen. Für Thorsten Ehlgötz, CDU-Stadtrat, ist der Verlust von 10 Prozentpunkten enttäuschend: "Die Sektkorken knallen natürlich nicht, aber wir hoffen noch, dass Ingo Wellenreuther das Direktmandat erringen wird." Das gute Ergebnis der AfD müsse nun analysiert werden und die Frage beantwortet werden, warum Wähler abgewandert von den großen Volksparteien SPD und CDU abgewandert sind.

19.10 Uhr

Die ersten Karlsruher Hochrechnungen sind da: Das vorläufige Zwischenergebnis der Erststimmen nach 8 von 258 Wahlbezirken lautet wie folgt: Ingo Wellenreuther holt die meisten Stimmen in Karlsruhe (36,5 Prozent), Parsa Marvi (SPD) holt noch 22 Prozent, 12 Prozent gibt es für Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) und Michael Theurer (FDP), Marc Bernhard (Afd) holt 11,4 Prozent, Michel Brandt kann 5,2 Prozent der Karlsruher Wählerstimmen auf sich vereinen.

18.04 Uhr: Erste bundesweiten Prognosen sind da

Die ersten bundesweiten Hochrechnungen sind da: 32,5 Prozent für CDU/CSU, 20 Prozent für SPD, 9 Prozent für Linke, 9,5 Prozent für Grüne, 10,5 Prozent für die FDP und 13,5 Prozent für die AfD.  Vereinzelten Applaus gibt es für das Ergebnis der AfD.

Die CDU verliert im Vergleich zum Vorjahr 7,6 Prozentpunkte, die SPD 5,7. Die Grünen konnten im Vergleich zu 2013 1,1 Prozentpunkte zulegen. Eine Jamaika-Koalition (CDU/CSU, FDP und Grüne) wäre demnach rein rechnerisch möglich.

17.52 Uhr: Hallo aus dem Karlsruher Rathaus

Hallo aus dem Karlsruher Rathaus. So langsam füllt sich der Bürgersaal. Die ersten Prognosen werden um 18 Uhr erwartet. Ab 18 Uhr wird die Auszählung der Erst- und Zweitstimmen durchgeführt. Nach und nach werden die Ergebnisse für den Wahlkreis 271 Karlsruhe-Stadt veröffentlicht.

Wahlstudio im Karlsruher Rathaus.
Wahlstudio im Karlsruher Rathaus. |

Noch gibt es keine Zahlen zu den Ergebnissen, aber die Wahlbeteiligung im Südwesten ist höher als 2013: In Stuttgart, Freiburg und Pforzheim lag die Wahlbeteiligung über den Zahlen von 2013. Karlsruhe allerdings nicht: Hier hatten Stand 12 Uhr 25,01 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben. 2013 waren es zur gleichen Zeit bereits 25,4 Prozent. Die Briefwähler sind mit eingerechnet. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung 2013 in Karlsruhe bei 72,9 Prozent.

209.000 Personen sind im Wahlkreis Karlsruhe-Stadt wahlberechtigt. Bei den vergangenen Wahlen konnte Ingo Wellenreuther das Direktmandat im Karlsruher Wahlkreis gewinnen (2005, 2009, 2013). Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) und Karin Binder (Die Linke) zogen über die Landes­lis­ten ihrer Parteien in den Bundestag ein.

Aktuelle Umfragen sehen einen Sieg der CDU und die SPD auf Platz Zwei: Bei der aktuellen Forsa-Umfrage vom 22. September liegt die Union bei 36 Prozent und die SPD bei 22 Prozent. Als drittstärkste Kraft folgt die AfD (11 Prozent), dann FDP und Linke (jeweils 9,5 Prozent) - die Grünen bilden das Schlusslicht mit 7 Prozent.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


Alle Ergebnisse aus Karlsruhe und Baden-Württemberg gibt es ab Sonntag im ka-news-Wahlportal: ka-news-Wahlportal

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Kommentare (6)
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  •   InKa
    (798 Beiträge)

    25.09.2017 07:43 Uhr
    Der
    Herr Mentrup sitzt im Rathaus.Herr Wellenreuther nicht, und holt mit Abstand die meisten Stimmen.Aha
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  •   Consigliere
    (201 Beiträge)

    25.09.2017 05:16 Uhr
    einfach nur geil wie viel Stimmen der Ingo verloren hat
    ein tolles Ergebnis für die Grünen in Karlsruhe, darauf kann man aufbauen... zwinkern
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  •   kritiker_2014
    (246 Beiträge)

    24.09.2017 21:35 Uhr
    Bevor ein Parsa Marvi
    von einer rassistische, anti-europäische Kraft spricht sollte er mal den Ball flach halten.
    Ich will nur daran errinnern wie er damals dem Pächter des KSC Clubgaststätte unter Druck gesetzt hat.
    KSC Clubhaus Wirt sagt AfD Veranstaltung ab auf Druck der SPD
    Die SPDD hat das Wahlergebnis bekommen was sie verdient hat.
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  •   lynx1984
    (2712 Beiträge)

    24.09.2017 18:43 Uhr
    Koalition?
    Groko gibt es nicht.
    Es bleibt Jamaika, da alles andere ausgeschlossen wurde.
    Das Votum der Wähler ist aber auch deutlich: Die Bürger wünschen sich Sicherheit, einen rigoroseren Umgang im Umgang in der Flüchtlingsfrage. Das hatte das Erste gut präsentiert. Übrigens wünschen sich auch mehr als 50% der AfD Wähler eine deutlichere Abgrenzung von Rechtsaußen.
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  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    25.09.2017 04:38 Uhr
    @lynx1984
    Zitat von lynx1984
    Übrigens wünschen sich auch mehr als 50% der AfD Wähler eine deutlichere Abgrenzung von Rechtsaußen.


    Und dann wählen diese 50% AfD Wähler ausgerechnet eine Partei, die jetzt von Gauland und Alice Weidel im Bundestag vertreten wird, wenn sie eine Abgrenzung von Rechtsaußen wünschen. Diese 50% müssen auf einem Auge blind sein und auf dem anderen Auge nichts sehen. traurig
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  •   Rahmdieb
    (665 Beiträge)

    24.09.2017 22:56 Uhr
    Entsvhuldigung
    Zitat von lynx1984 Übrigens wünschen sich auch mehr als 50% der AfD Wähler eine deutlichere Abgrenzung von Rechtsaußen.

    Warum kümmern sich dann die Wähler nicht darum, das sich der Sprachgebrauch der Parteiverantwortlichen ändert? Das wäre das Mindeste, denn die Gesinnung einiger Parteiverantwortlicher zu ändern ist wohl nicht möglich.
    Alle anderen Parteien haben versäumt die Maske dieser Parteiführenden herunterzureißen und zu offenbaren was wirklich dahinter steckt.
    Ich habe weiß oft genug hier angeboten die AfD zu wählen, wenn mir die hier tätigen Unterstützer genau fünf Fragen, bzw. Forderungen der AfD mit konkreten Lösungen/Lösungsvorschlägen bedienen können/wollen. Eine Antwort habe ich nie erhalten, schon seit der Landtagswahl in BW nicht.
    Jetzt haben wir alle vier Jahre Zeit die Arbeit dieser Partei zu beobachten, zu bewerten und danach neu nachzudenken.
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