78  

Karlsruhe Bundestagswahl 2017: Merkel bleibt wohl Kanzlerin, AfD drittstärkste Kraft

Der Wahlsonntag neigt sich dem Ende zu - die Wahllokale haben geschlossen. Bis die ersten belastbaren Zahlen veröffentlicht werden, dauert es noch ein wenig. Wir halten Sie in diesem Artikel auf dem laufenden über die nationalen Zahlen und Stimmen aus Berlin.

+++ 8.37 Uhr +++

Landesweit konnte die CDU in Baden-Württemberg etwas besser abschneiden als im Bundesdurchschnitt (34,4 Prozent). Die SPD schaffte es bei den Landeszahlen sogar nur auf 16,4 Prozent Wählerstimmen und damit nicht einmal drei Prozentpunkte besser als die Grünen. Die sind mit 13,5 Prozent drittstärkste Kraft in Baden-Württemberg. Dahinter lieferten sich die FDP (12,7 Prozent) und die AfD (12,2 Prozent) ein Kopf-an-Kopf Rennen, mit dem besseren Ende für die Liberalen. Schwächste Partei in Baden-Württemberg war die Linkspartei mit 6,4 Prozent. 78,3 Prozent der Wahlberechtigten haben in Baden-Württemberg ihr Kreuz gemacht, vier Prozent mehr als 2013.   


Am Morgen nach der Wahl stehen die vorläufigen Endergebnisse der Bundestagswahl 2017 fest. Bundesweit stehen CDU und CSU gemeinsam bei 33 Prozent. Die SPD fuhr mit 20,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis ein. Drittstärkste Kraft wurde die AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen. Sie ziehen damit erstmals in den Bundestag ein. Nach vierjähriger Abstinenz zurück im Bundestag ist die FDP mit 10,6 Prozent der Wählerstimmen. Dahinter reihen sich die Linkspartei (9,2 Prozent) und die Grünen (8,9 Prozent) ein. Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei 76,2 Prozent und damit fast fünf Prozentpunkte höher als bei der Bundestagswahl 2013.     


+++ 21.27 Uhr +++

Ein Blick auf die Gewinn- und Verlust-Rechnung zeigt, wie sich die Wählerstimmen umverteilt haben im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr 2013. Verloren haben vor allem die CDU/CSU, die auf eine historischen Tiefstand seit 1949 zu finden sind. Die Union hingegen fährt ein neuen Tiefstwert ein. Davon profitieren vor allem die kleineren Parteien, allen voran die AfD.

 

+++ 21.19 Uhr +++

Mittlerweile pendeln sich die Zahlen ein und zeigen an, wie die Regierungskoalition aussehen kann. Am Abend wollte sich noch keine Partei auf eine klare Konstellation festlegen, auch wenn derzeit eine "Jamaika-Koalition", also Union gemeinsam mit Grünen und FDP als die naheliegendste Variante.

+++ 20.01 Uhr +++

Baden-Württembergs FDP-Landeschef Michael Theurer hat sich verhalten zu einer möglichen «Jamaika»-Koalition seiner Partei auf Bundesebene mit der Union und den Grünen geäußert. Es sei zu früh, um über eine Regierungsbildung zu sprechen, sagte Theurer am Sonntagabend im SWR-Fernsehen. "Der Ball liegt nicht bei uns - es geht darum, ob die Kanzlerin uns zu Gesprächen einladen wird."

Theurer verwies auf inhaltliche Differenzen zu den Grünen und nannte als Beispiel das von der Ökopartei geplante "Verbot des Verbrennungsmotors". Das sei mit den Liberalen nicht zu machen. "Wir sind für Technologieoffenheit und Innovation", meinte Theurer. Die Grünen wollen in Deutschland ab 2030 keine Autos mit Diesel- und Benzinmotor mehr neu zulassen.

Die aktuellen Hochrechnungen auf Basis der ARD: CDU mit 32,9 Prozent, SPD 20,8 Prozent, AfD 13,1 Prozent, FDP 10,5 Prozent, Grüne 8,9 Prozent, Linke 8,9 Prozent.

+++ 19.18 Uhr +++

In Baden-Württemberg hat die CDU die Bundestagswahl erwartungsgemäß mit deutlichem Vorsprung gewonnen - allerdings mit dramatischen Verlusten. Nach einer SWR-Prognose kommt die Union am Sonntag auf 33,5 Prozent der Zweitstimmen und verliert damit im Vergleich zu 2013 (45,7 Prozent) dramatisch. Ein Minus von 12,2 Punkten. Laut SWR war es das schlechteste Ergebnisse der Partei bei einer Bundestagswahl.

Zweitstärkste Kraft wird demnach die Südwest-SPD mit 16 Prozent der Stimmen - ebenfalls mit Verlusten. Das sind 4,6 Prozentpunkte weniger als 2013 (20,6). Die Alternative für Deutschland (AfD) kann erheblich zulegen und landet bei 12,5 Prozent der Stimmen - nach 5,2 Prozent im Jahr 2013. Die FDP kann ihr Ergebnis von 2013 deutlich verbessern auf 13 Prozent (2013: 6,2). Die im Land regierenden Grünen legen 3 Prozentpunkte zu und liegen bei 14 Prozent. Die Linke kommt laut Prognose im Land auf 6,5 Prozent (2013: 4,8).

+++ 19.03 Uhr +++

Die ARD veröffentlicht nun eine dritte Hochrechnung (18.57 Uhr): CDU liegt demnach bei 33,1 Prozent, SPD bei 20,4 Prozent, AfD bei 13,2 Prozent, FDP bei 10,4 Prozent, Grünen bei 9,3 Prozent und die Linke bei 8,9 Prozent.

+++18.53 Uhr+++

Angela Merkel CDU: "Natürlich hatten wir uns ein besseres Ergebnis erhofft." Aber man habe das Ziel erreicht die stärkte Kraft zu werden und damit die Regierung zu bilden. Denn, wie Merkel betont: "gegen uns kann keine andere Regierung gebildet werden." Weiter gibt sie an, in den kommenden Jahren die Wähler der AfD zurück gewinne zu wollen, indem man ihre Ängste ernst nimmt und Lösungen anbietet, sowie durch "gute Politik."

+++18.45 Uhr +++

FDP-Frontmann Christian Lindner freut sich derweil, dass nach vierjähriger Abstinenz seine Partei wieder in den Bundestag einzieht: "Es gibt wieder eine Fraktion der Freiheit", so der Spitzenkandidat bei der Wahlparty.

+++18.36 +++

Martin Schulz (SPD) spricht von einem schweren und bitteren Tag für die deutsche Demokratie. Weiter: "Wir haben die Bundestagswahl verloren." Schulz kündigt weiter an, dass sie mit dieser, wenn auch geringen Prozentzahl, für die Prinzipien seiner Partei kämpfen.

Kürzer gehalten haben sich die Grünen Spitzenkandidaten Cem Ödzdemir und Katrin Göring-Eckhardt hielten sich dagegen in den ersten Stimmen auf der ARD eher kurz: Sie dankten all ihren Wählern. Weiter wolle man kein einfacher Partner im Bundestag sein.

Die Grünen haben nach aktuellen Zahlen gute Chancen, zusammen mit der stärksten Kraft CDU und der FDP eine "Jamaika-Koalition" zu bilden.

+++18.12+++

Die ARD hat gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut infratest eine erste Prognose veröffentlicht. Nach derzeitigem Stand (18 Uhr) kommt CDU/CSU 33,5 Prozent, SPD 21 Prozent, AfD 13 Prozent, FDP 10 Prozent, Grünen 9 Prozent, Linke 9 Prozent und sonstige 4,5 Prozent.

Damit hat die Union im Vergleich zum Vorjahr -9 Prozent erzielt, die SPD -5,7 Prozent, die Linke bei +0,4 Prozent, Grünen 1,1 Prozent, FDP 5,7 Prozent, AfD +8,8 Prozent. Die anderen Parteien haben rund 1,3 Prozent verloren.

Hochrechnung bestätigt erste Zahlen

Nach den ersten Hochrechnungen (18.12) kommt die CDU auf 32,7 Prozent, SPD auf 20,2 Prozent, AfD auf 13,4 Prozent, FDP auf 10,5 Prozent, Grüne auf 9,4 Prozent und die Linke auf 8,9 Prozent. Damit bestätigt die Hochrechnung die Tendenz der ARD-Prognose.

Wie die Tagesschau nun weiter berichtet, will die SPD nach dieser Wahlniederlage in die Opposition gehen. Die große Koalition ist damit Geschichte.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Mehr zum Thema:

Bundestagswahl 2017: Das sind die Ergebnisse der Karlsruher Kandidaten

Live-Ticker: Alle Ergebnisse, Bilder und Reaktionen aus dem Rathaus

Ergebnisse der regionalen Wahlkreise im Überblick

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2017 in Karlsruhe: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 24. September 2017 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2017. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Michel Brandt (Linke), Michael Theurer (FDP) und Marc Bernhard (AfD).


Alle Ergebnisse aus Karlsruhe und Baden-Württemberg gibt es ab Sonntag im ka-news-Wahlportal: ka-news-Wahlportal

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (78)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Mammut
    (560 Beiträge)

    25.09.2017 20:29 Uhr
    Mit dem gestrigen Wahlabend zieht erstmals eine Partei....
    ...in den Bundestag ein, die noch nie ein NSDAP-Mitglied in ihren Reihen hatte!
    Eine neue Ära beginnt!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (161 Beiträge)

    25.09.2017 15:27 Uhr
    Mit dem gestrigen Wahlabend geht m.E.
    auch eine Ära der stabilen Regierungen zu Ende. Dreierkoalisationen sind sehr instabil, besonderst Jamaika. Da treffen doch sehr unterschiedliche Auffassungen und Ideologien aufeinander. Und der Wähler könnte sich verschaukelt fühlen. Denn er bekommt nicht das, was er eigentlich gewählt hat. Früher wusste man, wenn man SPD wählt bekommt man diese, bei der CDU jene Politik. Nun ist alles irgendwie austauschbar. Ich tippe auf baldige Neuwahlen, ganze 4 Jahre eher nicht.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mondgesicht
    (1566 Beiträge)

    25.09.2017 10:10 Uhr
    Verliererin Merkel
    stört sich nur wenig am schlechtesten CDU-Ergebnis aller Zeiten. Hauptsache, sie kann weiter Mutti der Nation spielen, alles andere ist ihr egal. Das zeigt wieder mal ihren Charakter.

    Ich hoffe, dass der CDU nun endlich klar geworden ist, dass sie ihren Parteivorsitz rechtzeitig vor der nächsten Wahl neu ordnen muss. Sonst geht die CDU den Weg, den die SPD schon hinter sich hat - Richtung 20 %. Die CDU muss zu ihrer alten Politik zurückfinden oder sie geht unter.

    Jetzt wird es spannend, wie FDP und Grüne zusammenfinden. Angesichts der Schwäche der CDU werden beide gestärkt in die Verhandlungen gehen. Wobei ich mir persönlich möglichst mehr gelbe als grüne Akzente wünsche grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Pilsi57
    (161 Beiträge)

    25.09.2017 15:21 Uhr
    Lindner hat mich gestern am meisten
    überzeugt. Schulz war die riesen beleidigte Leberwurst, Merkel wirkte doch leicht angeschlagen Grüne und Linke Frontfrauen erzählten nichts neues aus ihrer Richtung. Von Herr Meuthen kam auch nichts Substanzielles ausser Vaterlandgeschwafel, und beim CSU Mann wußte man nicht, ob er lieber Frau Merkel an die Gurgel geht. Auf jeden Fall hat Frau Merkel gestern in der Berliner Runde ihre Souveränität eingebüßt, sie wirkte nicht mehr so unangreifbar, vorallem nachdem Schulz deutliche Worte in Richtung Merkel abgab. Hätte er vielleicht früher tun sollen. Lindner war souverän, hat klare, nicht ideologisch belastete Ansichten zur Einwanderung / Flüchtlingspolitik, erneuerbare Energien usw.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Nacional
    (448 Beiträge)

    25.09.2017 09:30 Uhr
    AfD-Chefin Petry sorgt für Eklat
    Petry schmeißt hin, sie will nicht mehr der AfD-Fraktion angehören, es geht früher los wie erwartet, pfui Teufel sind das Wahlbetrüger....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    25.09.2017 12:31 Uhr
    Frauke Petry hat was anderes vor.
    Sie hat sich wohl vom "Saulus zum Paulus" gewandelt. Also zu einer "liberaleren" Richtung.
    Petry hat ja in Sachsen ein Direktmandat erhalten, wird also in den Bundestag einziehen. Wenn sie es schafft, eine genügende Zahl der Abgeordneten für sich zu gewinnen, will sie eine 2. Fraktion bilden. Das kann sie machen. Gab es auch schon im Bundestag. Damit schürt sie den internen Streit in der AfD weiter.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   joy-03
    (61 Beiträge)

    25.09.2017 10:56 Uhr
    na ja .....
    Sorry die da Oben verarschen uns..... es sollen Parteien in Die Regierung die nur ein Geringer Teil der Wähler gewählt hat .... schwarz /gelb /grün..... grün kaum 10% Gelb gerade so 10 % geschafft............Und dies dürfen jetzt in die Regierung !!!!!!DEMOKRATI ist das nicht ...... für was geht man wählen wenn da eh gemacht wird was man will.Meiner Meinung nach ..... ist das Wahlbetrug ...und Machterhalt mehr nicht ....
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   betablocker
    (731 Beiträge)

    25.09.2017 15:54 Uhr
    Und jetzt
    alles nochmal sauber und in ganzen Sätzen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    25.09.2017 10:34 Uhr
    Eines steht fest Frau Petry hat meine positive Achtung
    Als der WWII zu Ende war, war ich gerade etwas ueber 5 Jahre alt.
    Ich erinnere mich an Bomben und nach dem Krieg an die Leichentransporte von Nazigegnern die wieder ausgegraben wurden.
    Die AfD muss es geben um die regierenden Parteien von ihrem totalen Ausverkauf Deutschlands abzubremsen. Anzeichen hierfuer gibt es bereits.
    Zumindest habe ich seit einiger Zeit nicht mehr gehoert:“Ihr seit Alle willkommen“ und oder „Wir schaffen das“
    Gaebe es die AfD nicht, so waeren diese Sprueche wohl auf den Wahlplakaten zu sehen gewesen.
    AfD Sprueche jedoch, endlich nach 70 Jahren die Gedenken an die Morde der Nazis abzuschaffen ist beschaemend.
    Da hat man schon lieber Denkmaeler wie die des Hermann (Armenius) der Kerusker.
    Denn diese Geschichte ist ja erst ca 2000 Jahre her.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Mondgesicht
    (1566 Beiträge)

    25.09.2017 10:16 Uhr
    Je mehr über die AfD diskutiert wird
    desto mehr profitiert die Partei. Die Nazi-Beschimpfungs-Strategie der Linken funktioniert nicht - und ich wundere mich, dass das keiner merkt. Je mehr die AfD beschimpft wird, um so mehr fühlen sich die Anhänger dieser Partei bestärkt.

    Es muss doch machbar sein, die Sachthemen zu diskutieren. Dann sieht man schnell, wo nur heiße Luft kommt bzw. ob überhaupt ein Konzept für Sachthemen da ist. Wenn ich mir die 15 %- AfD im Landtag BW anschaue, dann kam da nämlich in der Sache bisher nicht allzu viel rüber. Und das dürfte im Bundestag kaum anders werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 7 8 (8 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben