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Karlsruhe ka-news-Sonntagsfrage: AfD startet durch - Grüne und CDU verlieren

Traumstart für die Alternative für Deutschland: das erste Mal wurde die neu gegründete Partei bei der nicht repräsentativen ka-news-Sonntagsfrage mit abgefragt und kam aus dem Stand auf 25,87 Prozent - besser schnitt nur noch die SPD ab. Ordentlich Federn lassen mussten dagegen die CDU/CSU und die Piraten.

Zumindest an der Spitze blieb das Bild gleich: Wie schon in den Vormonaten führt die SPD die ka-news-Sonntagsfrage an. Mit 27,14 Prozent konnten die Sozialdemokraten sogar wieder leicht zulegen (Vormonat: 26,32 Prozent). Das Ergebnis deckt sich in etwa mit den Werten, die die SPD von den großen Meinungsforschungsinstituten prognostiziert bekommt. Die Forschungsgruppe Wahlen etwa sieht die Partei bei 28 Prozent, Emnid bei 26 Prozent und Infratest dimap bei 27 Prozent (alle drei Umfragen wurden zwischen dem 6. und 9. Juni veröffentlicht).

Alternative für Deutschland zweitstärkste Partei

Arge Konkurrenz bekam die SPD zumindest laut der ka-news-Sonntagsfrage von der neu gegründeten Alternative für Deutschland (AfD): aus dem Stand kam dieauf 26,87 Prozent - ein Ergebnis deutlich über dem, was die renomierten Institute vorhersagen, wo die neu gegründete Partei durchweg auf 3 oder 3,5 Prozent kommt.

Deutlich abgeschlagen ist dagegen die CDU/CSU: sie büßte im Vergleich zum Vormonat fast 6 Prozentpunkte ein und kam nur noch auf magere 12,77 Prozent. Das ist das bislang mit Abstand schlechteste Ergebnis der Christdemokraten, die im März noch auf 22,14 Prozent gekommen waren. Ganz anders bei den großen Meinungsforschungsinstituten: hier hält sich die CDU/CSU weiter stabil auf 40 oder mehr Prozent.

Noch mehr bergab als für die CDU/CSU ging es für Bündnis 90/Die Grünen: gerade mal 7,46 Prozent erreichte die Partei im Juni - prozentual ebenfalls das bisher schlechteste Ergebnis und ein Minus von 6,61 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Bei repräsentativen Umfragen sieht das besser aus: hier kommen die Grünen auf 13 bis 14 Prozent.

Piraten verlieren, Linke gewinnt

Nicht ganz so steil bergab, aber dennoch deutlich nach unten ging es auch für die Piraten, die nach einem Höhenflug im Mai jetzt nur noch auf 7,35 Prozent kamen - ein Minus von 4,84 Prozentpunkten. Zugleich nähern sich die Piraten damit wieder dem Ergebnis an, was ihnen derzeit von Forsa und Co. vorhergesagt wird: 3 Prozent.

Gut sieht es im Juni dagegen für Die Linke aus: nach einem vergleichsweise schwachen Mai kamen sie im Juni erstmals auf ein zweistelliges Ergebnis: 11 Prozent. Der Einzug ins Parlament wäre ihnen mit diesem Ergebnis sicher. Auch laut den repräsentativen Umfrageergebnissen würde Die Linke den Sprung über die 5-Prozent-Hürde derzeit locker schaffen: 8 Prozent prognostiziert Forsa, bei Infratest dimap sind es immerhin noch 6 Prozent.

Beteiligung deutlich höher als bei vorherigen Sonntagsfragen

Zittern muss dagegen die FDP: mit 3,43 Prozent sieht es für die Liberalen eher schlecht aus - ein Minus von 1,17 Prozentpunkten. Viel besser sieht es für die Liberalen auch bei den großen Meinungsforschungsinstituten nicht aus: einzig Infratest dimap sieht die FDP bei 5 Prozent, ansonsten muss sich die Partei mit 4 Prozent oder weniger begnügen.

Interessant an der ka-news-Sonntagsfrage im Juni ist allerdings noch eine weitere Zahl: 1.809 Mal wurde insgesamt abgestimmt - so oft wie bisher noch bei keiner anderen ka-news-Sonntagsfragen in diesem Jahr. Zum Vergleich: im Mai wurde 1.436 mal abgestimmt, bei der ersten Sonntagsfrage zur Bundestagswahl 2013 in diesem Jahr waren es sogar nur 953 Mal.

Bei der monatlichen ka-news-Sonntagsfrage zur Bundestagswahl stehen alle Parteien zur Auswahl, die entweder aktuell im Deutschen Bundestag vertreten sind oder die bei den repräsentativen Umfragen im Juni (bisher: Februar) auf mindestens drei Prozent gekommen sind. Anders als bei den ka-news-Sonntagsfragen im Februar, März, April und Mai stand im Juni daher erstmals auch die Alternative für Deutschland zur Wahl.

Hier geht es zum Ergebnis der Sonntagsfrage im Februar, im März, im April und im Mai.

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2013: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2013: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 22. September 2013 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2013. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Karin Binder (Linke) und Martin Bartsch (Piraten) sowie regelmäßige Sonntagsfragen zur Bundestagswahl 2013.
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  •   Waehler
    (200 Beiträge)

    11.06.2013 16:46 Uhr
    Dumm ist nur der
    der aus nachweislich fälschlichen Entscheidungen keine richtigen Konsequenzen zieht.
    Mit unseren Zahlungen und Bürgschaften schaffen wir nur vorübergehende Nachfragen für viele Billigkräfte in D. Seit Herbst 2008 gab gefühlte 3000 Krisensitzungen, von unserer Bundeskanzlerin glänzend geführt oder moderiert. Geändert sich objektiv leider nichts.
    Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    11.06.2013 01:39 Uhr
    Diese Bundestagswahl wird richtig spannend
    der Mittelstand - also die, die momentan nach Strich und Faden von der Regierung geschröpft werden - wird AfD wählen. Nur noch beim Mittelstand ist steuerlich was zu holen. An die Milliardäre trauen sie sich nicht ran und die Billiglöhner zahlen sowieso keine Steuern mehr. Die spannende Frage: wie groß ist der Mittelstand? Statistisch gesehen ist er das mittlere Drittel. Von daher sind die 25% in der Umfrage noch ausbaufähig. 33% sind das Potenzial. Die Eurokritiker in Finnland haben vor anderthalb Jahren aus dem Stand 24% geholt. Auch die waren in den offiziellen Umfragen vorher nie über 5%.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (3304 Beiträge)

    14.06.2013 19:29 Uhr
    .
    ja, schlimm dass in der Demokratie der Pöbel abstimmen darf. Der Demos eben.
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  •   Jacofan
    (21 Beiträge)

    10.06.2013 20:20 Uhr
    Dann haben Sie
    Währungspolitik nicht verstanden. Der Kurs ist immer ein Abbild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes und der dort geltenden Löhne.

    Wachstum kann nur stattfinden, wenn ein Land für Firmen daher nicht "zu teuer" ist. Dies geschah in der Vergangenheit IMMER durch Wechselkurspolitik. Zum Vergleich: 1000 Italieniesche Lira entsprachen 28 pfennigen.

    DM-Euro wie wir alle wissen 1,95, also knapp 2. Diese absurden Unterschiede die durch innenpolitik bedingt sind, wurden bei der Währungsunion komplett!! ignoriert. Wie soll Italien/Griechenland etc. für Firmen mit einem starken Euro attraktiv sein? Die Löhne sind schlicht zu hoch.

    Daher ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der Ansatz: Kein Euro, aber Europa völlig sinnvoll. Ob das politisch gewünscht ist (symbolwirkung) ist eine andere Frage. Populistisch ist es aber ganz sicher nicht, sondern faktisch belegt.
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  •   Jacofan
    (21 Beiträge)

    10.06.2013 20:22 Uhr
    Nachtrag
    Der Lira-Kurs galt im Jahr 98.

    Abgesehen davon: Die EU bzw. die EZB hat nicht nur gegen den Lissabonner Vertrag und Maastricht-Grundlagen verstoßen, sondern betreibt Anleihenkäufe ohne demokratische legitmiation durch IRGENDEIN Parlament (natürlich würden sowieso alle dazustimmen.. bis auf Bosbach und Gauweiler eben)

    Das ist eigentlich eindeutig verfassungswidrig. Darum sieht sich Asmussen ja auch genötigt heute "Warnungen" an das Verfassungsgericht rauszuschicken (vgl. dpa)
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    10.06.2013 23:01 Uhr
    Respekt,
    ich finde ihre Kommentare erfrischend kompetent und sachlich. Weiter so, das ist eine echte Bereicherung für den Kommentarbereich.

    Ich hoffe, es wird einige zur Einsicht anregen, dass eben nicht alles Populismus ist, was die AfD in ihrem Programm hat, auch wenn man deswegen nicht automatisch sympathisieren muss.
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  •   Waterman
    (6582 Beiträge)

    11.06.2013 09:24 Uhr
    Fachmann?
    Nach meiner Erinnerung lag der Lire Kurs 1999 zur Einführung des Euro bei etwa 1 DM für 1000 Lire.
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  •   Jacofan
    (21 Beiträge)

    11.06.2013 11:40 Uhr
    Da ich
    zu dieser Zeit nur bedingt zurechnungsfähig war(ich war 6), bezog ich mich in meiner Aussage auf Herrn Prof. Dr. Hans Werner Sinn. Es geht außerdem um das Jahr 98 nicht 99 (Jahr der Euro-Einführung)

    Selbst wenn der 28Pf Wert nicht stimmt, ist der von ihnen genannte Faktor 1000 nicht weniger schlimm, als mein "3000er". Es geht um den Sachverhalt, dass bei 20% geringerer Bevölkerung die Währung um den Faktor 1000 abgewertet werden musste , nur um Wirtschaft und Löhne wettbewerbsfähig zu halten. Das ist an sich nicht weiter schlimm, wird aber fatal, wenn It auf einmal die gleiche Währung wie D hat.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1401 Beiträge)

    11.06.2013 14:10 Uhr
    Quatsch
    Wie bitte? Die Lire wurde um den Faktor 1000 abgewertet? Es gab doch nie 1 DM für 1 Lire. Die Waren in den einzelnen Ländern haben doch schon immer unterschiedlich viel in den jeweiligen Landeswährungen gekostet.

    Sonst würde das ja bedeuten dass die DM zur Euro-Einführung um den Faktor 2,5 abgewertet wurde, denn soviel DM musste man für eine Irische Pfundnote damals bezahlen.

    Geld ist doch eine verhältnismäßig willkürliche Festlegung. Meiner Ansicht nach ist es ziemlich egal, ob wir alle in Europa die gleiche Währung haben und dann je nach Region unterschiedlich viel verdienen oder bezahlen, oder ob es zusätzlich noch verschiedene Geldeinheiten und dadurch zusätzliche Wechselkurse gibt.

    Im Zweifelsfall haben im letzten Fall irgendwelche Währungsspekulanten ein weiteres Betätigungsfeld um Geld zu "vernichten".
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  •   Jacofan
    (21 Beiträge)

    11.06.2013 14:23 Uhr
    Sie haben es nicht verstanden
    Die Lire wurde natürlich ncht akkut um den Faktor 1000 abgewertet. Auch zu BRD-Zeiten beispielsweise, war der Wechselkurs bereits ein anderer obwohl von Bevölkerungsstruktur und Größe Gemeinsamkeiten da waren.

    Es ändert aber nichts daran, dass wir hier (eben TROTZ ähnlichkeiten) von einem Faktor 1000 !! Wechselkursunterschied sprechen. Und natürlich entstand der durch Abwertung. Über Jahre.

    Und Geld ist auch keine rein Willkürliche Sache. Geld ist immer AUCH gebunden an wirtschaftliche Tatsachen. Das ist ja das absurde am Euro. Diese werden umgangen um politische Union zu schaffen. So funktioniert das vielleicht in ner Computersimulation mit 5 Teilnehmern, nicht aber in einer globalisierten Welt mit mehr als einer Währung.

    Es ist daher NICHT egal wie hoch der Wechselkurs ist. Es sei denn Sie schaffen als Land eine Kultur, in der so gut wie jede Firma und jeder Arbeitgeber ausschließlich der Nationalität ihres Landes ist, dort anstellt und auch produziert.

    Das ist unrealistisch
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