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Berlin Pendeln und Plädieren: Der Tag eines Karlsruher Bundestagsabgeordneten

Der Countdown läuft: Sonntag ist Wahltag - ganz Deutschland wird zur Urne gebeten. In Karlsruhe kämpfen zahlreiche Kandidaten um den Einzug in den Bundestag - einige von ihnen wollen ihren Sitzplatz im Berliner Reichstag verteidigen. Aber was macht so ein Bundestagsabgeordneter eigentlich den ganzen Tag? ka-news hat bei den drei Bundestagsabgeordneten aus Karlsruhe, die bei der letzten Wahl die meisten Stimmen hatten, nachgefragt: Ingo Wellenreuther (CDU), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) und Heinz Golombeck (FDP) skizzieren ihren Arbeitsalltag in der Hauptstadt.

Acht Stunden dauert ein durchschnittlicher Arbeitstag, egal ob Buchhalterin oder Bankkaufmann - plus eine Stunde Mittagspause nicht zu vergessen. Nach Angaben von drei Karlsruher Bundestagsabgeordneten, die am Sonntag für ihren Wahlkreis wieder gewählt werden wollen, ist in Berlin mit einem Feierabend um Punkt 18 Uhr aber nicht zu rechnen.

Treffen mit Schülergruppe, Rede im Plenum und Atompolitik zum Mittag

Drei Versammlungen samt Abstimmungen täglich  - in einer normalen Bundestags-Sitzungswoche - , darüber hinaus Ausschusssitzungen, Debatten, Gespräche, Termine, Reden - der Zeitplan ist straff. Hier ein Auszug aus einem Beispiel-Alltag von Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Heinz Golombeck (FDP) und Ingo Wellenreuther (CDU).

7.30 Uhr: Der typische Tag von Sylvia Kotting-Uhl in Berlin beginnt früh - gerade befindet sie sich auf dem Weg zur Arbeit. Eigenen Angaben nach nutzt die Bundestagsabgeordnete am liebsten öffentliche Verkehrsmittel, so auch an diesem Beispiel-Dienstag.

8 Uhr: Ingo Wellenreuther trifft in seinem Berliner Büro ein. Auf dem Programm stehen Presseschau und die morgendliche Besprechung mit seinen Mitarbeitern. Der Zeitplan des Vormittags ist straff: Kaum angekommen, stehen jeweils die Sitzungen des Innen- und des Rechtsausschusses an.

9 Uhr: Handelt es sich um eine der 22 Sitzungswochen des Deutschen Bundestages im Jahr, stünde nun die erste Plenarssitzung des Tages an. Nach zwei Stunden voller Debatten und Reden ginge es gegen 11.20 Uhr zur namentlichen Abstimmung.

10 Uhr: Heinz Golombeck begrüßt die Besuchergruppe einer Bundestagskollegin und unterhält sich mit den Gästen.

12.15 Uhr: Die atompolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Kotting Uhl, beschäftigt sich den Mittag über mit Fragen bezüglich der Endlagerung von Atommüll. Bevor es in die kurze Mittagspause geht, übergibt sie den Abschlussbericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses an Bundestagspräsident Norbert Lammert.

13 Uhr: Für FDP-Politiker Golombeck geht es nun zu einem Treffen mit der baden-württembergischen Landesgruppe - hier sind alle FDP-Abgeordneten des Ländles anwesend. Anschließend hat er sich mit einem Repräsentanten einer Bank zum Gespräch verabredet.

14.45 Uhr: Der Marathon einer durchschnittlichen Sitzungswoche ginge nun weiter: Erneut diskutiert der Bundestag im Plenaum über aktuelle Themen und anstehende Entscheidungen - gegen 16 Uhr findet die Sitzung mit einer zweiten Abstimmung an diesem Tag ein Ende.

15 Uhr: Ingo Wellenreuther nimmt sich Zeit für die Kleinen: Im Terminplaner steht ein Treffen mit einer Schülergruppe aus dem Wahlkreis.

16 Uhr: Während der CDU-Abgeordnete sich anhört, was die Kids für Wünsche und Sorgen haben, sitzt Kotting-Uhl seit einer Stunde mit ihren Kollegen zusammen - bis 18 Uhr soll die heutige Fraktionssitzung dauern. Danach geht's für die Karlsruherin zum grün-links-feministischen Strategiegespräch.

16.20 Uhr: Golombeck lauscht gerade einer Rede seines FDP-Kollegen in Berlin. Gedanklich bereitet er sich schoneinmal auf seine eigene Ansprache im Plenum heute Abend gegen 22 Uhr vor.

18.25 Uhr: Die dritte und letzte Plenarssitzung in einer Sitzungswoche wird eingeläutet - abermals herrscht Anwesenheitspflicht.

Pendeln von Karlsruhe nach Berlin

Laut den Karlsruher Bundestagstagsabgeordneten stehen zwischen den festen Terminen - wie in jedem anderen Berufsalltag auf - immer wieder andere Dinge wie Telefonate, Briefwechsel, Info-Gespräche und die Erledigung von Anfragen auf dem Plan. Der Feierabend werde nicht selten im Zug zwischen den Stationen zelebriert.

Karlsruhe - Berlin - Karlsruhe: Das Leben eines fächerstädtischen Bundestagskandidaten spielt sich zu einem Großteil auf den Straßen sowie auf den Gleisen Deutschlands ab. Sylvia Kotting-Uhl gibt auf Anfrage von ka-news an, letztes Jahr 42 Mal hin und her gependelt zu sein. Laut Heinz Golombeck stünden in einer normalen Sitzungswoche etwa zwei Bahnfahrten von Karlsruhe nach Berlin an - oft nehme er den Nachtzug, um weder die Karlsruher Gemeinderatssitzung, noch die Plenarssitzung in der Hauptstadt zu verpassen.

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Bundestagswahl 2013: Infos und Ergebnisse der Bundestagswahl 2013: Im Dossier zur Wahl des Deutschen Bundestages am 22. September 2013 sammeln wir die gesamte Berichterstattung rund um die Bundestagswahl 2013. Außerdem: Infos zu den Kandidaten aus Karlsruhe Ingo Wellenreuther (CDU), Parsa Marvi (SPD), Sylvia Kotting-Uhl (Grüne), Karin Binder (Linke) und Martin Bartsch (Piraten) sowie regelmäßige Sonntagsfragen zur Bundestagswahl 2013.
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  • unbekannt
    (1401 Beiträge)

    04.10.2013 12:00 Uhr
    Karin Binder
    Was mir erst jetzt auffällt: War nicht Krain Binder von den Linken auch als Karlsruher Abgeordnete im 17. Bundestag (2009-2013) vertreten?
    .
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  • unbekannt
    (4144 Beiträge)

    20.09.2013 00:32 Uhr
    Aha, Deutschland wird zur Urne
    gebeten, zur eigenen Beerdigung oder wie war das zu verstehen?
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