Erst die Impfzentren, dann die Ärzte und jetzt die Apotheker. Anlässlich des "Gesetzes zur Stärkung der Impfprävention gegen Covid-19", welches zum 10. Dezember 2021 in Kraft getreten ist, sind seit dem 11. Dezember auch Apotheker dazu berechtigt, Corona-Impfungen bei Personen ab 12 Jahren durchzuführen.

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Dazu mussten die Apotheken entsprechende Schulungen absolvieren, die sowohl theoretisch wissenschaftliche Inhalte, die praktische Durchführung der Impfung als auch Erste-Hilfe-Maßnahmen bei möglichen Impfreaktionen umfassen. Das heißt: Die Vorbereitungen für die Apotheken-Impfungen laufen schon eine ganze Weile.

Eine Schülerin nach ihrer Impfung gegen das Coronavirus in einer Apotheke in Mainz.
Eine Schülerin nach ihrer Impfung gegen das Coronavirus in einer Apotheke in Mainz. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Am vergangenen Dienstag, den 8. Februar, ging es dann auch praktisch los. Nach und nach ploppten die ersten roten "R"s auf der interaktiven Karte der Landesapothekerkammer von Baden-Württemberg auf. Darunter: Drei Apotheken aus Karlsruhe - die Lukas-Apotheke in Grünwinkel, die Bärenapotheke in Hagsfeld und die Stadtapotheke in der Karlsruher Innenstadt.  Aber: Wie hoch ist hier überhaupt die Nachfrage?

Angebot wird gut angenommen

"Da wir nur samstags außerhalb unserer Geschäftszeiten impfen, waren bei uns die Termine für den kommenden Samstag schnell ausgebucht", berichtet der Inhaber der Bärenapotheke, Stefan Noé, im Gespräch mit ka-news.de. "Ich hatte zum Beispiel ein Gespräch mit einem älteren Herrn, der bei seinem Hausarzt ewig auf einen Termin hätte waren müssen. Er war dann sehr glücklich, dass es hier so schnell geklappt hat."

Stefan Noé, Inhaber der Bärenapotheke in Hagsfeld
Stefan Noé, Inhaber der Bärenapotheke in Hagsfeld | Bild: Nicolas van Ryk

Auch die Stadtapotheke kann am Telefon bestätigen, dass bereits die ersten Termine gebucht seien. "Die sechs Personen, die man mindestens braucht, damit ein Fläschchen aufgebraucht werden kann, haben wir schon", so der Inhaber Peter Theilacker. Bei der Lukas-Apotheke haben sich nach Angaben der Inhaberin, Jutta Thöle, bislang 15 Personen nach einer Corona-Impfung erkundigt.

Corona-Impfungen sind "Chefsache"

Doch mit den Impfungen muss ein enormer Aufwand gestemmt werden, der nicht von allen Apotheken bewältigt werden kann. Dies sei mitunter auch der Grund, warum sich nur wenige Apotheken in Karlsruhe dazu entschieden haben, Impfungen anzubieten. Das weiß auch Peter Theilacker:

Peter Theilacker, Inhaber der Stadtapotheke aus Karlsruhe
Peter Theilacker, Inhaber der Stadtapotheke aus Karlsruhe | Bild: Stadtapotheke privat

"Wir mussten alle einen Kurs absolvieren, dann müssen die Räumlichkeiten stimmen. Viele Apotheken haben diese gar nicht, weil sie zu klein sind. Es muss ruhig und geordnet zugehen, weshalb viele erst außerhalb der Öffnungszeiten impfen. Außerdem bedarf es bei den Impfungen viel Vorplanung und die Impfnachfrage geht zurück. Das sind alles Aspekte, die eine Rolle spielen", so der Apothekenchef. 

Das bestätigt auch seine Kollegin aus Grünwinkel, Jutta Thöle: "Noch nicht jeder Apotheker hat die Schulung absolviert. Ich denke, da werden schon noch ein paar hinzukommen."

Apotheken können ab dem 8. Februar Corona-Impfungen anbieten.
Apotheken können ab dem 8. Februar Corona-Impfungen anbieten. | Bild: David Inderlied/dpa

Die Impfungen ausführen dürfe aber trotzdem nicht jeder, wie uns Apotheken-Chef Stefan Noé im Telefongespräch mitteilt: "Die Schulung dürfen nur Apotheker mit einer vorgeschriebenen medizinischen Fortbildung für das Impfen absolvieren. Deshalb führe auch nur ich die Impfungen durch. Das ist Chefsache.“

Kein Gewinn, sondern Beitrag zur Pandemiebekämpfung

Der Anreiz dazu, die Impfungen trotz des immensen Mehraufwands durchzuführen, liege aber nicht in einem finanziellen Zuschuss des Landes oder gar in hohen Gagen begründet. Das bekräftigen alle Apotheken-Inhaber im Gespräch mit ka-news.de. Nach Angaben der Landesapothekenkammer Baden-Württemberg erhält jede Apotheke 28 Euro pro Impfung unter der Woche, für jede Impfung am Wochenende oder an Feiertagen 36 Euro. 

Künftig kann man sich auch in Apotheken impfen lassen.
Künftig kann man sich auch in Apotheken impfen lassen. | Bild: Marcus Brandt/dpa

"Unser Honorar ist mit denen der Hausärzte vergleichbar. Aber das Geld wird zum Beispiel auch in Sachen investiert wie Desinfektionsmittel, Pflaster, Notfallausrüstung und so weiter", erläutert Noé auf Nachfrage der Redaktion. Jutta Thöle von der Lukas-Apotheke kann dies bestätigen: "Man muss da erst einmal gewisse Vorinvestitionen tätigen, bevor es losgehen kann. Die Schulungen waren ja auch nicht umsonst." 

Stattdessen geben die Apotheken-Inhaber und die Landesapothekenkammer einheitlich an, dass der Anreiz "zum Mitmachen" für Apotheken daher komme, so gut wie möglich in dieser Situation zu helfen. "Keine Apotheke macht das, um Gewinn zu machen, sondern, um einen Beitrag bei der Corona-Pandemiebekämpfung zu leisten", so Noé abschließend.

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