Auch in diesem Jahr nehmen wieder verschiedene Organisatoren am Park(ing) Day teil. Darunter zum Beispiel der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Verkehrsclub Deutschland (VDC), Greenpeace, Lastenkarle, FossilFree Karlsruhe, die Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet (Buzo), autofrei leben!, das Institut für Technikfolgenabschätzung vom KIT und das Stadtplanungsamt - um nur einige der zahlreichen Teilnehmer zu nennen.

 

Einen offiziellen Veranstalter gibt es laut Ulrich Wagner vom Stadtplanungsamt übrigens nicht. Es handele sich um eine "private Veranstaltung", sagt er gegenüber ka-news.de, deshalb gebe es auch keine festen Uhrzeiten für den Aktionstag. Hauptorganisator ist aber der ADFC.

Schwerpunkt Karlstraße

In der ganzen Stadt sollen Parkplätze umgestaltet werden, der Schwerpunkt liegt aber auf der Karlstraße. "Seit dem Park(ing) Day 2018 ist die Karlstraße mehr ins Blickfeld der Stadtplanung und Politik geraten", erzählt der Pressesprecher des ADFC, Christian Büttner. Für Radfahrer und Fußgänger sei diese Straße schon lange eine Problemzone aufgrund von Falschparkern oder fehlender Radwege.

Im Bereich zwischen dem Europaplatz und der Stephanienstraße werden dann unter anderem die Linke und die Grüne Fraktion aus Karlsruhe kreativ Parkräume umgestalten.

 

Jeder kann mitmachen

Auch in anderen Straßen von Karlsruhe findet der Park(ing) Day statt. So gestaltet der Reiseveranstalter Radissimo zum Beispiel die Frühlingsstraße um, der Radiosender Querfunk verschönert die Steinstraße 23, das Café espresso stazione die Kreuzstraße 17 und die Anwohner der Hirschstraße 107 wandeln die Parkplätze vor der eigenen Haustür um.

Auch in Durlach hilft die örtliche SPD in der Umgestaltung der Parkplätze in der Marstallstraße.

Mitmachen kann grundsätzlich jeder - dafür sollte man sich jedoch vorher beim Ordnungsamt in Karlsruhe anmelden.

Parking Day 2017 in Karlsruhe: Bürger wollen auf die Situation im Passagehof aufmerksam machen.
2017 machten Bürger beim Park(ing) Day auf den Passagehof aufmerksam. | Bild: Hiegle

Stadt soll für das Thema sensibilisiert werden

Bisher wurde durch den Park(ing) Day laut Wagner noch nicht viel erreicht: "In erster Linie geht es darum, die Stadt und die Politik mit dieser Aktion zu sensibilisieren. Die Teilnehmer wollen auf die vielen Parkplätze aufmerksam machen und neue Möglichkeiten zeigen, diese anders umzugestalten." 

(Symbolbild)
Der diesjährige Schwerpunkt liegt nördlich der Karlstraße zwischen Europaplatz und Stephanienstraße. | Bild: Thomas Riedel

Dass die Karlstraße erneut zum Schwerpunkt des Aktionstages ausgewählt wurde, sei kein Zufall. "Die Karlstraße ist schon lange in der politischen Diskussion", erklärt der Leiter des Verkehrsbereiches im Stadtplanungsamt. Und auch für Fußgänger und Radfahrer sei die Hauptverkehrsstraße ein Problem: wegen fehlender Radwege oder zu enger Fahrbahn.

"Auch wenn es in Karlsruhe bisher keine Veränderungen durch den Park(ing) Day gegeben hat, heißt es erst einmal abwarten, was die Zukunft bringt", sagt Ulrich Wagner abschließend im Gespräch mit ka-news.de.

 

ka-news.de Hintergrund:
Der Park(ing) Day ist ein eintägiges globales Experiment, an dem Menschen weltweit auf den hohen Flächenverbrauch von Kraftfahrzeugen in Städten aufmerksam machen, Denkanstöße liefern und ein Zeichen setzen wollen.

Rund 23 Stunden am Tag steht ein Auto im Durchschnitt auf einem Parkplatz, in den Städten häufig im öffentlichen Raum. Dazu nehmen viele Autos sogar noch mehr Platz ein, als ihnen zusteht: Sie stehen in der zweiten Reihe, halten oder parken auf Fuß- und Radwegen. Zudem verursacht allein die Parkplatzsuche 30 Prozent des Autoverkehrs in Städten.

Mit dem Park(ing) Day möchten Teilnehmer zeigen, dass man Parkflächen auch anders nutzen kann: Grauer Beton wird dann zum Beispiel zur Grünfläche mit Sitzbänken oder einfach als Fahrradabstellfläche genutzt. Mit kreativen Ideen zeigen Menschen weltweit Möglichkeiten auf, wie Stadträume ohne parkende Autos aussehen könnten.

Erstmals fand der Park(ing) Day 2005 in San Francisco statt, um auf die ungerechte Verteilung im öffentlichen Straßenraum aufmerksam zu machen. Seitdem findet die Aktion weltweit jedes Jahr am dritten Freitag im September statt.
Dieses Jahr findet am 20. September außerdem der Welt-Klima-Streiktag statt.