Jasmin, Du bloggst nun seit etwas mehr als einem Jahr. Wie bist Du dazu gekommen?

Angefangen hat alles damit, dass ich meine täglichen Beobachtungen als Pendlerin bei Facebook gepostet hatte. Irgendwann hatte ich eine richtig kleine "Fangemeinde" und wurde gefragt, warum ich denn nicht auch blogge. Bis dato hatte ich das noch nie in Betracht gezogen, aber dann dachte ich "Wieso eigentlich nicht?".

Du bist Pendlerin. So hast Du angefangen, über die täglichen Querelen in der Bahn zu schreiben. Was nervt dich an den Fahrten so sehr, dass du gedacht hast: Mensch, darüber muss ich einfach berichten?

Um ehrlich zu sein, sind meine Erfahrungen mit der Deutschen Bahn gar nicht so negativ. Vielmehr haben mich die Mitfahrer amüsiert. Daraus wurde dann so was wie eine ganze "Facebook-Reihe". Ist Ihnen zum Beispiel schon einmal aufgefallen, dass Männer beim Schlafen in der Bahn ihre Hände meistens schützend im Schoß und die Frauen vor der Brust haben? Das muss glaube ich evolutionstechnisch noch erforscht werden. So etwas fällt einem eben wohl nur als Pendlerin auf.

Mittlerweile schreibst Du eher über Themen des Alltags, über Begegnungen und Gespräche, Liebe, freie Meinungsäußerung und Lebensglück. Deine Themen kennt jeder Mensch - wie ist also die Resonanz?

Sehr positiv. Gerade am Anfang haben mich die vielen Rückmeldungen auch total überrascht. Mir haben schon Menschen, von denen ich niemals dachte, dass sie überhaupt jemals den Blog lesen würden, geschrieben, dass ich etwas total auf den Punkt gebracht habe. Das freut mich natürlich immer sehr. Ich denke, da ich von Dingen schreibe die mehr oder weniger jeder kennt, können sich die Menschen auch gut damit identifizieren. Irgendwann war ich dann an dem Punkt an dem ich dachte "Hey, das was du da machst scheint wirklich einen Sinn zu haben".

Du schreibst: "Unser Leben ist doch eigentlich wie Joko&Klaas." Wie meinst du das?

Diesen Post habe ich (wie sollte es anders sein) nach einer Folge "Circus HalliGalli" geschrieben. Dabei ist mir aufgefallen, dass unser Leben manchmal genauso bescheuert ist wie die beiden. Ganz ehrlich - da kann man doch zeitweise entweder nur lachen oder weinen. Ersteres ist eindeutig besser. Wenn man sich also eine gewisse Grundironie beibehält, bietet unser Leben - genau wie Circus HalliGalli - ziemlich viele lustige Momente. Humor ist eben doch der Knopf, der uns vom Platzen abhält.

Du scheinst Deine Gedanken sehr offen darzulegen. Gibt es manchmal Momente, wo du Dir wünschen würdest, etwas nie geschrieben zu haben?

Gute Frage... bis jetzt noch nicht. Ich überlege allerdings auch nochmal vor jedem Post, ob ich das jetzt wirklich preisgeben möchte. Aber ich finde es wichtig, ehrlich zu mir und meinen Lesern sein sein. Dafür muss ich dann eben auch manchmal auch sehr persönliche Dinge behandeln. Wie Selbstzweifel oder Geschichten über Ex-Freunde. Zum Glück habe ich damit bis jetzt meist nur gute Erfahrungen gemacht.

Wie reagieren deine Freunde und deine Familie auf das Blog? Schließlich erzählst du auch von tiefen Gesprächen mit ihnen - wie zum Beispiel dem mit deiner Freundin über Männer und Beziehungen.

Bei besagtem Beitrag mit meiner besten Freundin habe ich tatsächlich danach angerufen und ihr ins Telefon gebrüllt "Sorry, ich hab ganz vergessen dich vorher zu fragen, ob ich das so schreiben darf". In den allermeisten Fällen mache ich das nämlich. Zum Glück sind meine Freunde und meine Familie sehr tolerant und stehen hinter mir. Meine Eltern zum Beispiel sind auch ziemlich stolz auf mich und sagen, von ihnen hätte ich das Schreibtalent ganz bestimmt nicht. Ich vermute aber, dass der Humor von ihnen kommt.

Du sprichst ganz offen über Zweifel an Deinem Blog, trotzdem hast du immer weitergemacht. Was treibt dich immer wieder an?

Ganz klar meine Leser. Es berührt mich einfach sehr wenn mir jemand zurückmeldet, dass ein Text von mir ihm oder ihr echt geholfen oder zum Nachdenken angeregt hat. Ich meine, schließlich sind es ja "nur" meine Gedanken. Solange ich solche Resonanzen bekomme, werde ich ganz bestimmt weitermachen. Selbstzweifel hin oder her.

In einem Satz: Warum sollten ka-news-Leser Deinen Blog lesen?

Weil es eine gute Mischung zwischen dem Ernst und dem Spaß des Lebens ist. Eben unsere (meist ganz) fabelhafte Welt.

Die Fragen stellte Karsten Schäfer.

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