"Mit dem Erwerb dieser Handschrift übernimmt der BGV in besonderer Weise Verantwortung für das Kulturleben in Baden-Württemberg und gibt ein herausragendes Beispiel für uneigennütziges Engagement", erklärte der Minister. Damit bleibe das Werk der Öffentlichkeit, aber auch der Wissenschaft dauerhaft erhalten.

"Heilsspiegel" für eine Million Euro

Der Erwerb der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Handschrift habe außerdem nicht nur eine besondere kulturelle Bedeutung, sondern auch eine historische Dimension. "Die Handschrift ist Teil des Vertrags zwischen dem Land und dem Haus Baden über den Erwerb von Schloss Salem und über das Eigentum von Kunstgegenständen", erklärte der Wissenschaftsminister.

Sie stamme nach den Feststellungen der "Expertenkommission Baden" eindeutig aus dem Eigentum des Hauses Baden und habe sich ursprünglich im Großherzoglich Badischen Kupferstichkabinett befunden. Im Jahr 1919 sei sie in die Badische Landesbibliothek überwiesen worden; dort habe sie unter der Signatur H 78 den wertvollsten Bestand der sogenannten Hinterlegungen des Großherzogs gebildet.

Das Speculum humanae salvationis gehört zu den am weitesten verbreiteten Büchern des Spätmittelalters. Ursprünglich in lateinischer Sprache verfasst, illustriert es die Heilsgeschichte für Laien und wird daher auch "Heilsspiegel" genannt. Charakteristisch ist die Bilderfolge der Heilsgeschichte, vom Sündenfall über die wichtigsten Begebenheiten aus dem Leben Christi bis zum Jüngsten Gericht.

Laut eines Berichtes der der Deutschen Presseagentur (dpa) wurde die Handschrift vom Badischen Gemeinde- und Versicherungs-Verband (BGV) für eine Million Euro erworben.