Doch das heißt noch nicht, dass der Abwärtstrend bei der Gesamtzahl der Sozialwohnungen gestoppt wurde. Das damals noch für den Wohnungsbau zuständige Wirtschaftsministerium hatte 2017 eine Studie beim Forschungsinstitut Prognos in Auftrag gegeben. Die kam zu dem Schluss, dass es pro Jahr mindestens 1500 neue Sozialwohnungen brauche, um den Rückgang an sozial gebundenem Wohnungsraum aufzuhalten. Bei der letzten Erhebung Ende 2020 zählte das Land 54 093 Sozialwohnungen. Aktuelle Zahlen für 2021 liegen nicht vor. Zur Jahrtausendwende waren es aber noch mehr als doppelt so viele.

Das Land fördert sozialen Wohnungsbau, im Gegenzugverpflichten sich Vermieter, die Wohnungen Menschen mit Berechtigungsschein zu preisgünstigeren Mieten anzubieten - allerdings nur für einen bestimmten Zeitraum. Weil der soziale Wohnungsbau jahrelang vernachlässigt wurde, sinkt die Zahl der Wohnungen mit Sozialbindung seit Jahren. Das Land hatte 2017 gegengesteuert und Fördermittel aufgestockt. Im Haushalt 2022 ist mit 377 Millionen Euro noch mehr Geld vorgesehen. «Die Entwicklung der Zahl neuer Sozialwohnungen im Land zeigt, dass die vor Jahren vorgenommene Aufstockung der Fördermittel von Land und Bund allmählich Früchte trägt», sagte Wohnungsbauministerin Nicole Razavi (CDU) den «Stuttgarter Nachrichten». Es brauche einen langen Atem. Die Zahlen seien Ansporn, dabei nicht nachzulassen, im Gegenteil: «Wir müssen eher noch eine Schippe drauflegen. Dann kann uns noch in dieser Legislaturperiode eine Trendwende gelingen.»