"Nachdem wir bereits in zahlreichen Gemeinderatssitzungen öffentlich über diesen Bebauungsplan diskutiert hatten, sind wir davon ausgegangen, dass alle Argumente hinreichend ausgetauscht und dass die Positionen der verschiedenen Gruppierungen im Gemeinderat hinlänglich bekannt sind", so Grünen-Fraktionssprecherin Bettina Lisbach. Deshalb habe man auf eine erneute öffentliche Aussprache verzichtet.

"Zusätzliches Neubaugebiet nicht nötig"

"Allerdings ändert das nichts an unserer grundsätzlichen Ablehnung des Bebauungsplans, was wir in der öffentlichen Abstimmung auch unmissverständlich zum Ausdruck gebracht haben". Die im Bebauungsplan für Stupferich vorgesehene Bebauung widerspricht nach Auffassung der Grünen allen Erfordernissen einer modernen Stadtentwicklung.

In Stupferich gibt es ihrer Meinung nach ausreichend Potential zur Innenentwicklung. Der innerörtliche Wohnbaubedarf und die sehr moderate Nachfrage nach Bauplätzen könne über vorhandene Baulandreserven auch ohne zusätzliches Neubaugebiet problemlos gedeckt werden. Auch wegen der hohen Vorbelastungen durch Straßenverkehr der Karlsbader Straße und der A8 sei das Gebiet für eine Wohnbebauung denkbar ungeeignet, so heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Lärmbelästigung und Naturbelastung

Trotz der jetzt geplanten Lärmschutzwand, könnten in einigen zukünftigen Schlafräumen und Kinderzimmern die vorgeschriebenen Lärmrichtwerte nur mit geschlossenen Fenstern eingehalten werden. Aus Sicht der Grünen stellt das geplante Neubaugebiet außerdem einen massiven Eingriff in Natur und Landschaft dar. Durch die geplante Bebauung gingen schließlich wertvolle Äcker sowie Streuobst- und Wiesenflächen verloren. Dem trage der vorgelegte Umweltbericht nicht ausreichend Rechnung. "Für Karlsruhe brauchen wir dringend mehr bezahlbare Mietwohnungen", betont Lisbach. "Flächenintensive Ausweisungen von Neubaugebieten für teure Einzel- und Doppelhäuser auf der grünen Wiese helfen dabei nicht weiter".

Die Grüne-Fraktion weist darauf hin, dass sie bereits vor zwei Jahren beantragt habe, den Bebauungsplan Klam/Illwig nicht weiter zu verfolgen und stattdessen ein Siedlungskonzept zu erstellen, das Vorschläge für eine Entwicklung in Stupferich mache, die dem dörflichen Charakter angemessen sei. "Leider fanden wir mit dieser Zielvorstellung im Gemeinderat keine Mehrheit", bedauert Lisbach.