Karlsruhe Banküberfall in Karlsruhe: Beging eine Täterin Selbstmord?

Bei dem Gangsterduo, das am Freitagnachmittag die Volksbankfiliale in der Karlsruher Karlstraße überfallen hat, handelt es sich sehr wahrscheinlich um die sogenannten "Gentlemen Räuber". Dies teilte die Polizei nun in einer Pressekonferenz mit. Bei dem Überfall waren die 38 Jahre und 40 Jahre alten Bankräuber getötet worden, eine 28-jährige Polizeiobermeisterin erlitt einen Oberschenkeldurchschuss. Ersten Erkenntnissen nach ist es sehr wahrscheinlich, dass sich eine Bankräuberin mit einem Schuss selbst getötet hat.

"Es war eine der spektakulärsten Banküberfälle der letzten Jahre wenn nicht Jahrzehnte", eröffnete Karlsruhes Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke am Freitagabend die Pressekonferenz im Karlsruher Polizeipräsidium. Gedauert hat dieser spektakuläre Überfall dabei keine sechs Minuten - dann waren beide Bankräuber tot, eine Polizistin schwer verletzt und mehrere Personen, die die Schießerei auf offener Straße aus nähester Nähe miterlebt hatten, mussten wegen des Schocks im Krankenhaus behandelt werden.

Der Überfall dauerte keine sechs Minuten

Um drei Sekunden vor 16 Uhr hatte das mit Perücken maskierte Gangsterduo die Volksbankfiliale in der Karlsruher Karlstraße betreten - unmittelbar bevor die Bank schließen sollte. Kurz hatten die beiden Täter zwei Pistolen gezogen und verkündet, die Bank zu überfallen. Einer Bankangestellten gelang es, einen stillen Alarm auszulösen. Wenige Sekunden später wurde der erste Streifenwagen in der Nähe alarmiert, der wenige Minuten später am Tatort eintrifft.

Den Beamten, zwei Polizeiobermeister und ein Polizeikommissaranwärter, der im Auto sitzen bleibt, fällt ein Paar auf, die sich von der Bank entfernen. Als die Beamten die Beiden ansprechen, versuchen diese zu fliehen. Kurz darauf eröffnen die Räuber das Feuer und schießen aus weniger als 15 Metern auf die Polizisten.

Wie viele Schüsse abgegeben wurden und von wem ist noch unklar

Dabei wird nach derzeitigem Ermittlungsstand zunächst die 28-jährige Polizeiobermeisterin am Oberschenkel getroffen, anschließend erwidern die Polizisten das Feuer. Beide Bankräuber sterben von Kugeln getroffen. Nach Polizeiangaben gilt es sehr wahrscheinlich, dass die 38-jährige Bankräuberin sich mit einem Schuss in den Mund selbst tötet. "Die Frau war sofort tot", so ein Ermittler. Ihr 40 Jahre alter Komplize erleidet einen Brustkorbdurchschuss und stirbt wenige Minuten später.

Wie viele Schüsse insgesamt abgegeben wurden und von wem, ist noch offen. "Das wird erst die Analyse der Patronenhülsen und der Projektile ergeben", so ein Ermittler. Derzeit gehe man davon aus, dass beide Täter auf die Polizisten geschossen hätten und der männliche Täter zuerst das Feuer eröffnet habe, so Gerhard Regele von der Landespolizeidirektion Karlsruhe. Zwar prüfe man, ob die Polizisten rechtmäßig gehandelt hätten, es gäbe aber keine Hinweise, das dem nicht so gewesen wäre.

Waren es die "Gentlemen Räuber"? Ein DNA-Vergleich soll Klarheit bringen

Die beiden Bankräuber waren nach derzeitigem Stand der Ermittlungen tschechische Staatsbürger und hatten sich in einem Hotel in der Nähe der Bank einquartiert gehabt. "Der Bezug der Täter zu der Region ist noch nicht bekannt", so ein Polizeisprecher. Bisher seien beide noch nicht in Deutschland polizeilich aktenkundig gewesen. Ob es sich bei den Räubern tatsächlich um die "Gentlemen Räuber" handelt, ist noch offen, wird von der Polizei aber als "sehr wahrscheinlich" bezeichnet. "Endgültig werden wir das erst nach einem DNA-Vergleich wissen", so ein Sprecher. Mit einem Ergebnis des Vergleichs rechne man Anfang kommender Woche.

Die "Gentlemen Räuber" sind seit gut 15 Jahren in Nordbaden und der Südpfalz aktiv. Bisher werden ihnen, den heutigen Überfall nicht mitgerechnet, mindestens 20 Banküberfälle zugeschrieben, bei denen sie rund zwei Millionen Euro erbeuteten. Wie viel Geld die Beiden bei ihrem heutigen Überfall erbeutet hätten, ist nicht bekannt. Der Spitzname "Gentleman Räuber" rührt vor allem von den ersten Überfällen her, bei denen die Räuber sich nach der Tat per Brief entschuldigten und Gegenstände, etwa den Autoschlüsseln eines gestohlenen Fluchtwagens, zurückschickten. Den letzten Überfall hatten die Gentlemen Räuber am 13. Juli auf eine Sparkassenfiliale in Karlsruhe verübt.

Mehr zum Überfall:
Bankraub in Karlsruhe - Täterduo erschossen

SWR-Video: Zwei Bankräuber bei Schusswechsel getötet

Wikipedia: 1997 was a common year that started on a Wednesday. »
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