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Karlsruhe Vor dem Krieg geflohen: Ibrahim Aboud fand in Karlsruhe seine neue Heimat

Ibrahim Aboud kam als Flüchtling nach Karlsruhe, vor fünf Jahren begann seine beschwerliche Flucht, mittlerweile lebt er seit knapp anderthalb Jahren in der Fächerstadt. ka-news.de hat den Syrer zum Interview getroffen - ein Gespräch über die Familie, seine Reise und die neue Heimat im Badischen.

Es war 2014, in seiner Heimat herrscht Bürgerkrieg, da packt der 28-Jährige sein Hab und Gut und flieht. Eine lange, beschwerliche Reise hat der Syrer nun hinter sich. Der gelernte Maurer war über zweieinhalb Jahre unterwegs, bis er von Aleppo, einer Stadt im Norden Syriens, nach Deutschland kam. Dafür hat er viel zurückgelassen, vor allem seine Familie. Die lebt nun in einem Dorf in der Grenzregion zwischen Syrien und der Türkei, gesehen hat er sie das letzte mal vor fünf Jahren. 

Eine lange Reise von Aleppo nach Karlsruhe

Aus dem vom Krieg gezeichneten Aleppo ging es zunächst per Auto in das Nachbarland Libanon, in dem sich die Friedenssituation nicht sehr viel besser gestaltet als in Abouds Heimatland. "Dort blieb ich acht Monate, bevor die Reise mit dem Flugzeug weiter nach Algerien ging", sagt der junge Mann im ka-news.de-Interview. Dort lebte er rund ein halbes Jahr, bevor er in die nächste Maschine in Richtung Marokko stieg, wo er einen weiteren Monat verbrachte. Anschließend wechselte er den Kontinent und reiste per Schiff weiter nach Spanien, blieb knapp drei Wochen dort und reiste weiter in den Norden über die spanisch-französische Grenze.

Sein großes Ziel hatte er immer im Hinterkopf: Deutschland. Und diesem kam er näher und näher, denn über die Niederlande ging es dann in die Landeserstaufnahmestelle (Lea) in Ellwangen. "Geschafft", lacht er heute. Einige Zeit hielt er sich dann in der Lea auf, bevor seine Flucht in der Fächerstadt ein Ende fand.

Flüchtlingshilfe, Ibrahim Aboud
Bild: Thomas Riedel

Mittlerweile fühlt er sich in Karlsruhe gut aufgehoben, fühlt sich angekommen. Trotzdem vermisst er etwas: seine Familie. Fünf lange Jahre hat er sie nicht mehr gesehen - nur am Handy: "Ich habe zwar regelmäßig Kontakt, auch per Videochat - aber sie endlich wieder in die Arme schließen zu können, wäre wunderschön", sagt der Syrer gegenüber ka-news.de.

Von Aleppo bis in die badische Metropole hat Aboud rund 7.500 Kilometer Luftlinie zurückgelegt und hier in Karlsruhe fühlt sich der 28-Jährige wohl - Lieblingsplätze hat er auch schon: "Ich bin gerne am Schloss oder auch am Rhein", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. 

Flüchtlingshilfe, Ibrahim Aboud
Bild: Thomas Riedel

Schlechte Erfahrungen hat der gelernte Maurer bisher keine gemacht, die Menschen im Badischen seien sehr freundlich zu ihm. "Anfeindungen habe ich hier bisher keine erlebt", sagt Aboud.

Regelmäßiger Besuch bei der Flüchtlingshilfe Karlsruhe

Das liegt auch daran, dass Aboud mit der deutschen Sprache nur noch wenig Probleme hat. Er hat einen Deutschkurs auf dem Niveau A2 und B1 absolviert, heißt: Badisch versteht er nicht so gut, aber er kann die meisten Situationen fehlerfrei bewältigen und sich einfach über Themen unterhalten. So macht ihm der Einkauf im Supermarkt auch keine Probleme. 

Anders sieht es bei Behördengängen aus. Dabei benötigen Ibrahim Aboud und andere Flüchtlinge Unterstützung. Diese erhalten sie unter anderem bei der Flüchtlingshilfe in Karlsruhe. So hat Ibrahim Aboud dort mit Hilfe eines Sprachprogramms am Computer Deutsch gelernt. 

Flüchtlingshilfe, Ibrahim Aboud
Gertrud Weber von der Karlsruher Flüchtlingshilfe im Gespräch mit Ibrahim Aboud. | Bild: Thomas Riedel

Dass er die deutsche Sprache beherrscht hat ihm sozusagen einen Job verschafft. Was jetzt noch fehlt wäre eine eigene Wohnung. Aktuell wohnt er mit einem Gambier und einem Tunesier in einer WG in Knielingen. Doch die Wohnsituation soll kein Dauerzustand bleiben. "Ich möchte gerne eine eigene Wohnung haben", sagt Aboud. Und vielleicht kann er ja irgendwann mit seiner Familie in der Fächerstadt sesshaft werden. 

ka-news.de-Hintergrund: Flüchtlingshilfe Karlsruhe


Am Alten Schlachthof in der Oststadt befinden sich zwei Container, in denen die Flüchtlingshilfe Karlsruhe zu Hause ist. Die Hilfe ist 2014 entstanden, als zahlreiche Flüchtlinge nach Karlsruhe kamen und mangels Platz auf dem Festplatz und in Notunterkünften übernachten mussten. "Sie ist als loses Bündnis in einer Notsituation eingesprungen, die es zu beenden galt", sagt Gertrud Weber von der Flüchtlingshilfe.

Heute sorgt die Hilfe für die Weiterführung, Koordination und Weiterentwicklung der Flüchtlingsarbeit in Karlsruhe. "Wir beraten, betreuen, bieten Freizeitangebote an und vieles mehr. Alles was Karlsruher Flüchtlinge unterstützt und ihnen eine Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht", so Weber gegenüber ka-news.de.  
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Asylsituation in Karlsruhe: Schulprojekte, Jobangebote, Integration, Unterkunft - Informationen rund um die Asylsituation in Karlsruhe gibt es immer aktuell auf ka-news.de
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Kommentare (43)
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  •   HerrNilson
    (1280 Beiträge)

    24.11.2019 20:00 Uhr
    Ja nicht dass Du gesperrt wirst
    Aber wo Du Recht hättest, hättest Du Recht.
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  •   redaktion
    (1237 Beiträge)

    25.11.2019 08:36 Uhr
    Bitte zurück zum Thema...
    ... andernfalls schließen wir die Diskussion, denn die vorherigen Kommentare sind alle themenfremd und haben unter diesem Artikel nichts verloren. Und nett sind sie zudem auch nicht! Danke!
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  •   Avatar
    (310 Beiträge)

    24.11.2019 16:10 Uhr
    Noch
    so eine verkleidete Flüchtlingshetze. Was sind Sie nur für ein Mensch.
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  •   Maverick
    (200 Beiträge)

    24.11.2019 14:27 Uhr
    In Spanien,
    Frankreich und den Beneluxländern ist auch Krieg?

    Während in Nordsyrien kurdische Frauen gegen den IS kämpften, setzten sich die syrischen Ehrenmänner nach Europa ab..... grinsen
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  •   schmidmi
    (2218 Beiträge)

    25.11.2019 19:49 Uhr
    Etwas verkürzte Darstellung!
    Es gibt in Syrien nicht nur den Krieg gegen den IS, sondern einen weitaus schlimmeren der Staatsführung gegen das eigene Volk! Vielleicht vor dem Posten auch mal nachdenken. Ich will ja keine Hetze unterstellen, aber....
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  •   Waterman
    (6412 Beiträge)

    24.11.2019 15:23 Uhr
    Im Kampf gegen den IS sind 10 000 kurdische Männer und Frauen gestorben
    und sie meinen einen flappsigen Spruch mit Smiley mit disem Zusammenhang hier absetzen zu können.

    Sie sollten sich schämen!
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  •   Avatar
    (310 Beiträge)

    24.11.2019 14:55 Uhr
    Was soll das?
    Flüchtlingshetze?
    Schon mal Krieg am eigenen Leib erlebt, jahrelang mittendrin gewesen? Ja?
    Was qualifiziert Dich hier über Menschen die Schlimmstes erleben mussten zu urteilen? Was genau?
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  •   Ökovisor
    (20 Beiträge)

    24.11.2019 13:58 Uhr
    Erklärungsbedarf
    Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, wie man als junger Mann seine Familie zurücklassen kann. Das könnte ich nur in der Gewissheit, dass die Familie in Sicherheit ist.
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  •   Avatar
    (310 Beiträge)

    24.11.2019 14:57 Uhr
    Ich kenne
    persönlich zwei junge Flüchtlinge, Geschwister, die von den Eltern raus geschickt wurden aus dem unmenschlichen Krieg. Genau das würde JEDER von uns mit seinen Kindern machen, damit diese in Sicherheit überleben können, JEDER.
    Übrigens, beide können mittlerweile sehr gut deutsch und beide haben eine Ausbildungsstelle gefunden. Sie liegen Ihnen also nicht auf der Steuertasche.
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  •   mueck
    (11303 Beiträge)

    25.11.2019 12:54 Uhr
    !
    Zu JEDER: Auch die "bösen" Deutschen taten das ungeniert, entweder organisiert über die Kinderlandverschickung oder privat, wenn man Verwandschaft auf dem Land hatte.
    Meine Mutter erzählte jedenfalls gelegentlich von ihren Zeiten "auf dem Land" als Kind ...
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